Patrick Riegger, RIMC Hotels & Resorts
Aufgenommen: Reverb by Hard Rock, Hamburg
Germany40 Min Das Video kommt von YouTube und lädt erst, wenn du auf Abspielen klickst.
„Wir haben schon gezögert, weil uns bewusst war, dass wir dann eine Bühne betreten, von der wir nicht mal eben sagen können, vielen Dank, Vorhang fällt.“
Patrick Riegger, 25:46
Patrick Riegger von RIMC Hotels & Resorts und Sally, Brand Experience and Communication Lead, sprechen mit Ronald M. Arndt und Jan Simon oben auf dem Hamburg Bunker über das erste Jahr mit dem Reverb by Hard Rock. Es geht darum, wie sie die Nachbarschaft im Karolinenviertel und auf St. Pauli abgeholt haben, warum der Vorwurf mit den Steuergeldern früh ausgeräumt werden musste und was es im Alltag bedeutet, ein Hotel fünf Geschosse über der Stadt zu betreiben. Riegger erklärt außerdem, wie die Konsolidierung bei RIMC gelaufen ist und wo das Unternehmen weiter wachsen will.
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Kernaussagen
- Nachbarn früh informiert: RIMC hat vor dem Start ein Treffen in einem Bestandsbunker gemacht und die Mieter informiert, was über ihren Köpfen passiert. Der FC St. Pauli wurde früh mit ins Boot geholt, weil kein anderer Verein so in den Vierteln verwurzelt ist.
- Keine Steuergelder: Weil im Viertel von einer Elphi 2.0 gesprochen wurde, hat Patrick Riegger klargestellt, dass kein Steuergeld hineinläuft und das Projekt komplett selbst finanziert ist. Damit sei die Stimmung bei vielen Kritikern sofort gedreht.
- 2,3 Millionen über den Bergpfad: Sally nennt für das erste Jahr über 2,3 Millionen Menschen, die über den Bergpfad hochgegangen sind. Gleichzeitig dürfen maximal 5.000 Leute oben sein, zu Peakzeiten waren es bis zu 20.000 an einem Tag.
- Keine klassische Hotellerie: Eine klassische Warenannahme gibt es auf dem Bunker nicht, die Lagerkapazität ist begrenzt und das wirkt direkt auf Einkauf und Warenhandling. Hotelgäste mit Gepäck fahren über den Fahrstuhl hoch, nicht über den Bergpfad.
- Konsolidierung abgeschlossen: Die herausfordernden Monate waren in den Medien präsent, die Konsolidierung konnte RIMC schneller abschließen als geplant. Das restliche Jahr 2025 wird für Expansion geplant, Fokus bleibt DACH, Spanien und Italien.
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Transkript öffnenTranskript schließen40 Min · Ronald M. Arndt und Patrick Riegger
Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.
- 00:00 Ronald M. Arndt
Wie sagt man bei euch in Hamburg? Gibt es da so ein Moin? Das Moin, ne?
- 00:04 Patrick Riegger
Genau, nur Moin. Also Moin, Moin.
- 00:06 Ronald M. Arndt
Wenn ich so durch die Reihen schaue, dann haben wir hier wirklich 3 Hamburger und einen Schwaben. Denn Jan Simon, der heute mit dabei ist, lebt ja auch in Hamburg.
- 00:14 Jan Simon
Genau, Wahlhamburger in dem Fall. Aber dann von den Wurzeln her haben wir, glaube ich, mehr Schwaben als Hamburger im Zweifel.
- 00:21 Ronald M. Arndt
Ja, können wir gleich noch mal ein bisschen in der Geschichte zurückgehen. Sally, du bist seit einem knappen Jahr jetzt bei RIMC, dem Betreiber hinter dem Hamburg Bunker. Kommen wir gleich noch drauf zu sprechen. Auch Hamburgerin, oder?
- 00:32 Sally
Nein, ich komme ursprünglich aus Schleswig-Holstein, also ein bisschen nördlich, bin in Bad Segeberg geboren und dann in Kiel und Neumünster aufgewachsen und dann zur Ausbildung vor jetzt 11 Jahren nach Hamburg gezogen. Also Hamburger sagen ja, man ist nur Hamburger, wenn man in Hamburg auch geboren ist, aber ich glaube, nach 11 Jahren fühle ich mich schon als richtige Hamburgerin, ja.
- 00:55 Ronald M. Arndt
Und Patrick Riegger, guten Morgen oder moin. Du bist in Hamburg geboren, da gibt es keinen Zweifel, oder?
- 01:01 Patrick Riegger
Ja, wenn ich jetzt meinen Perso raushole, dann steht da auch Schleswig-Holstein, zugegebenermaßen, aber in Hamburg aufgewachsen, in der Region, im Hamburger Umland. Von daher sage ich schon Hamburg.
- 01:11 Ronald M. Arndt
So, und schwäbische Wurzeln, was der Jan Simon gerade angesprochen hat. Marek Riegger, dein Vater, Schwiegervater, Schwiegervater und CEO von RIMC, ist im Schwabenländle geboren. Das haben wir damals besprochen im Podcast, ich glaube 133 war es.
- 01:28 Patrick Riegger
Ja, ist auch sehr stolz drauf, gerade wenn es um Verhandlungen geht, legt er da sehr viel Wert drauf. Genau, auch seit vielen, vielen Jahren jetzt hier oben im Norden familiär. Aber genau, ist gebürtiger Schwabe.
- 01:40 Ronald M. Arndt
Und wie lange seid ihr hier schon als RIMC im Hamburg-Bunker aktiv?
- 01:46 Patrick Riegger
Oh, also wirklich aktiv, da muss ich zurückspringen. Das wird irgendwas zwischen 2010 und 2015 gewesen sein. Da war das Projekt erstmalig bei uns auf dem Tisch, damals noch im alten Büro am Neuen Wall. Man hat gehört, was hier geplant wird, und wenn man aus der Region kommt als Hamburger, dann ist das natürlich erstmal, wo man sagt: Wow, okay, entsteht das wirklich so in der Form?
- 02:09 Ronald M. Arndt
Hast du den Bunker damals schon gekannt, so vom Vorbeifahren, oder?
- 02:12 Patrick Riegger
Als grauer Klotz.
- 02:13 Ronald M. Arndt
Grauer Klotz einfach.
- 02:14 Patrick Riegger
Grauer Klotz. Wie gesagt, man wächst in Hamburg auf, man fährt hier vorbei, man stellt natürlich gerade als junger Mensch auch viele Fragen. Was ist da passiert? Grundsätzlich würde ich tatsächlich auch sagen, bin ich sehr geschichtlich interessiert. Das heißt, ich habe schon geschaut, okay, was ist hier damals entstanden, aber natürlich auch immer wieder die Frage, die im Raum stand: Warum steht dieses Objekt dann noch? Weil natürlich gerade in der damaligen Nachkriegszeit sehr, sehr viel Wert darauf gelegt wurde, möglichst viel verschwinden zu lassen, und das ist schlichtweg hier nicht möglich gewesen. Und das hat mich immer sehr an diesem Gebäude auch fasziniert, gerade auch die Geschichte. Wie ist das entstanden? In was für einer Rekordzeit? Letztendlich dann aber auch zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger hier. Ja, also Der Bunker an sich war bekannt, aber wie gesagt, als es dann darum ging, was hier entstehen soll, da hat man schon geschluckt mit Respekt, aber auch mit wahnsinnig viel Vorfreude, ob das wirklich sich so realisieren lässt. Das war schon spannend.
- 03:12 Ronald M. Arndt
Und nicht möglich gewesen, wahrscheinlich aufgrund dieser Massivität einfach. Also so denkmalgeschützt wahrscheinlich auch mittlerweile oder immer schon.
- 03:20 Patrick Riegger
Mittlerweile definitiv, sehr streng sogar, was auch irgendwo gut ist. Ganz klar, aber ja, wurde versucht zu sprengen. Die Wucht und die Masse an Sprengstoff, die man hätte einsetzen müssen, hätte so viel Schaden hier in Hamburg angerichtet, dass man dann gesagt hat, lassen wir ihn lieber stehen.
- 03:37 Jan Simon
Das sieht man ja häufiger in Hamburg, gibt es ja in unterschiedlichen Stadtteilen eben wiederum diese Bunker und die werden dann entkernt, wird noch mal neu. Aber an sich, also wenn man dann sieht, wie viel Beton das eigentlich ist, wie dick diese Wände sind.
- 03:49 Ronald M. Arndt
Ich glaube, 3,5 Meter habe ich nachgelesen vorher.
- 03:52 Jan Simon
3,5 Meter, das ist schon irre.
- 03:53 Patrick Riegger
Genau, also die Bohrer, als der Bergpfad eingesetzt wurde, mussten tatsächlich also gar nicht in einem Bohrdurchzug letztendlich bohren, sondern es musste von mehreren Seiten gemacht werden, weil die Wände so dick sind. Das lässt sich gar nicht in einem Zug schaffen.
- 04:08 Ronald M. Arndt
Genau. Und dann wurde ja auf den Bunker bekanntlich noch mal was draufgesetzt. Nicht nur ein Geschoss oder zwei, sondern 5 Geschosse. Nebst dem Bergpfad, auf den wir gleich zu sprechen kommen. Der Bergpfad ist ja wirklich für alle zugänglich, ne? Da braucht man keinen—
- 04:21 Sally
Richtig, der ist ohne Eintritt für Touristen. Touristen, für Hamburger, alle, wie sie hoch wollen, dürfen da hoch. Jung, alt.
- 04:30 Ronald M. Arndt
Und die können dann von unten hochlaufen bis auf die Dachterrasse?
- 04:34 Sally
Genau richtig, die können ganz hochlaufen bis zum Dachgarten, können zwischendurch natürlich ein paar Pausen einlegen, Käffchen trinken, kleinen Eiskaffee trinken, was das Herz so begehrt. Und das wird auch sehr, sehr viel genutzt. Also ich meine, wenn wir jetzt rausgehen bei dem blauen Himmel draußen, stehen da unten bestimmt wieder die Schlangen.
- 04:51 Ronald M. Arndt
Okay.
- 04:52 Sally
Wir dürfen maximal 5.000 Leute gleichzeitig hochlassen, haben aber zu Peakzeiten hier schon am Tag bis zu 20.000 Leute auf dem Hamburg Bunker. Wahnsinn, wenn man sich das so in Relation vorstellt.
- 05:04 Ronald M. Arndt
Kann natürlich jeder gerne, der hier noch nicht war in Hamburg und beim Hamburg Bunker, mal vorbeikommen. Aber um sich das ein bisschen noch mal vorstellen zu können, auch für die Zuhörer, die es vielleicht gerade nicht Internet zur Hand haben, um nachzuschauen. Das sind 4 Flaktürme. Die der Hamburg Bunker ausmacht. Ihr nennt das, glaube ich, Outlets.
- 05:21 Sally
Genau richtig.
- 05:22 Ronald M. Arndt
Vielleicht da kurz was dazu. Der eine Flaggturm ist die Rezeption.
- 05:26 Sally
Genau.
- 05:26 Ronald M. Arndt
Die heißt bei euch auch anders als Rezeption?
- 05:28 Sally
Genau richtig, weil wir hier quasi auf dem Hamburg Bunker das Reverb by Hard Rock Hotel haben, die Lifestyle-Marke von Hard Rock und RIMC, die als Franchise-Marke mit auf den Hamburg Bunker geholt hat. Das heißt, in dem einen Flaggturm triffst du oder findest du die Rezeption, die in der Reverb-Sprache Will Call heißt. Das heißt, der Anlaufpunkt für Check-in, Check-out, Fragen, wo es langgeht, kann man eine Reservierung machen. Also da sind alle herzlich willkommen. Von dort aus geht es dann auch zu den Zimmern und zu unserem einen Restaurant La Sala. Dann haben wir in dem anderen Flakturm unseren Rockshop, auch von Hard Rock, wo es Merchandise-Artikel gibt, Hamburg-Artikel, alles, was das Herz begehrt, von kleinen Geschenkmitbringseln über den coolsten Hoodie der Stadt. Und dann haben wir noch in einem anderen Flakturm, in dem dritten, unser Café, das Constant Grind, wo es Kaffee, Kuchen, Leckereien gibt. Ganz Instagrammable-like oben eine kleine Schaukel mit Blick über Hamburg, wo man mal ein bisschen verweilen kann, was auch oft genutzt wird jetzt als Coworking Place, als ich treffe mich mal kurz, um was upzudaten, um zu schnacken. Und also wirklich wird auch sehr, sehr viel von Hamburgern genutzt. Und im vierten sitzen wir jetzt hier gerade, und zwar in dem Caron-Paul-Turm. Also wir haben unten die Caron-Paul-Bar, Dann darüber das Restaurant und darüber noch das Private Dining mit Terrasse. Und wenn man es vielleicht schon erahnen kann, Caro& Paul, also Caro schreiben wir mit K wegen Karolinenviertel und Paul wegen Sankt Pauli, weil wir einfach hier zwischen den beiden Vierteln im Szeneviertel in Hamburg sind, um hier ein bisschen Lokalität mit reinzubringen.
- 07:08 Ronald M. Arndt
Und wenn man hier mal runterschaut, dann sieht man sehr, sehr, sehr viel von Hamburg, nicht zuletzt das Stadion von Sankt Pauli direkt angrenzend. Jetzt habt ihr aber wenig— nein, kann man nicht sagen. Sportveranstaltungen, alles hat man hier natürlich auch. Aber Hardrock sagt es auch schon, ihr habt einen starken Bezug zur Musik.
- 07:27 Sally
Richtig.
- 07:27 Ronald M. Arndt
Und da finde ich es spannend, Musik mit so einem Gebäude aus der traurigen Zeit eigentlich zusammenzubringen.
- 07:36 Sally
Und das ist das, was Patrick eben meinte. Ich meine, wir sind hier auf dem Hamburg Bunker, was natürlich viel geschichtlich und kulturell auch geprägt ist und auch wirklich teilweise auch bei einigen Gästen, die jetzt hier diesen Hamburg Bunker besuchen, auch zu Gänsehaut Momenten führt. Ich meine, wir haben immer noch hier einen Gast, der damals auch, als er 12 war, hier Schutz gesucht hat und zu Tränen gerührt hat, als er hier oben das erste Mal war. Und letztens wieder, weil wir haben letzte Woche Einjähriges gefeiert am Samstag.
- 08:03 Ronald M. Arndt
Herzlichen Glückwunsch!
- 08:04 Sally
Vielen Dank. Und zu Besuch war quasi, und dass der gesagt hat, dass man aus so einem Ereignis was Schönes machen kann, rührt uns, glaube ich, alle. Und wenn man aus Grau bunt machen kann und allen eine Freude daraus macht, was wir hier für die Stadt, für die Touristen, für Jung, für Alt, für Unternehmen, für private Gäste zaubern, ist das, glaube ich, großartig. Ja, aber Musik hattest du ja eben gesagt, angeknüpft dazu. Musik bringt Freude. Und ich glaube, alle, die Hamburg auch kennen, ist Hamburg natürlich auch eine großartige Musikstadt, wo viele Künstler geboren sind, wo Konzerte stattfinden, klein und groß. Ich meine, wir haben hier auch in dem Bestandsbunker das Übel und Gefährlich, was ich auch noch früher kenne als Party-Event-Location. Haben aber hier natürlich uns jetzt auch etabliert mit Künstlern, mit Musik in kleinen und größeren Events. Wir haben zum Beispiel unten in der Bar bei uns, in der Karin-Paul-Bar, findet jeden Dienstag und auch am Wochenende Live-Konzerte statt mit der School of Music, die ein Bestandsbunker sind, wo wir jungen Künstlern eine Bühne geben, um einfach zu zeigen, was sie können. Von Singer-Songwriter, Akustik, auch mal DJs, also da querbeet sind wir da da. Und haben jetzt für den Sommer unsere neue Event- und Musikreihe, wo wir Comedy mit Musik mischen, oben auf dem Dachgarten vor unserem Green Beanie. Das nennt sich alles Bunkerbass und es gibt jetzt 8 Termine an Freitagen und Samstagen von Juli und August und das wird sehr gut angenommen.
- 09:33 Jan Simon
Ja, in der Hotellerie ist es ja auch immer die Frage, wie integriere ich etwas Neues in die Community einer Stadt? Das polarisiert ja auch. Und ich finde es aber gerade für den Bunker und für Hamburg einfach einen schönen Ansatz, das auch zu öffnen, ne? Weil es ist ja schon ein Privileg, hier oben zu sitzen. Man hat den Blick über eine Stadt, und das für die Öffentlichkeit zu öffnen und dadurch die Verbindung zu den Vierteln oder zwischen den Vierteln— ihr habt jetzt zwei sehr, also Karowiertel ist natürlich sehr kreativ geprägt, St. Pauli, und ja, auch denkt man Beatles etc. Also, und mittendrin seid ihr, und da so ein bisschen die Brücke zu schlagen und zu bauen, das finde ich einen tollen Ansatz, weil das hat einfach auch für viele Entwickler bzw. Hoteliers immer die Thematik, wie integriere ich mich in diese, in dieses Umfeld, wie schaffe ich, wie schaffe ich den Zugang für auch die Nachbarschaft. Und wie du das sagst, macht ihr das ja eben dadurch, dass man hier hoch kann, dadurch, dass oben das auch bespielt wird, das interessant wird. Also für mich als Wahlhamburger ist es eine klare Empfehlung als Gast. Hierherzukommen als Tourist, wenn nicht im Hotel, dann eben als Gast außen sozusagen oder auf dem Hotel. Wie habt ihr das im Vorfeld so angedacht, dass ihr das auch schafft? Also ihr wart euch ja dessen bewusst, dass es natürlich ein Magnet in zwei Richtungen sein kann.
- 11:02 Patrick Riegger
Also du hast gerade eben was ganz, ganz Wichtiges gesagt. Polarisierend. Du hast immer unterschiedliche Blickwinkel. Es gibt nie nur Fans, es gibt nie nur Befürworter. Die gab es hier natürlich auch nicht. Uns war einfach von der ersten Sekunde an ganz, ganz wichtig, das so offen und transparent zu kommunizieren, alle möglichen Nachbarn auch abzuholen. Wir haben ein Treffen hier unten in einem Bestandsbunker gemacht, haben einfach einmal informiert, was passiert hier überhaupt, damit gerade die Leute, die hier auch im Viertel verwurzelt sind, hier seit Jahrzehnten leben, sofort wissen, was passiert da eigentlich. Jetzt die nächsten Monate, Jahre konkret über meinen Dächern, über meinem Kopf, jetzt aus der Sicht der Mieter unten gesprochen. Wir haben sehr, sehr schnell den Verein mit ins Boot genommen, den FC St. Pauli. Ich glaube, keine andere Organisation, kein anderer Verein ist so gut in den Vierteln hier verwurzelt. Haben auch immer mal wieder Feedback bekommen, was machen wir gut, wo haben wir Potenzial nach oben, wo es einfach Optimierungsbedarf auch gibt, sehr, sehr regelmäßig ausgetauscht. Und ja, ich glaube, eingangs ist das Wichtige gesagt worden, dass man ganz einfach zu 95% die Leute abholt. Du hast jetzt gerade von Hamburgerinnen und Hamburgern gesprochen. Wenn man da mit einem Mikrofon rumläuft, dann ist das Fazit und Feedback, was wir bekommen, zu 99% positiv. Der übrige 1% ist dann so, ja, ich würde es toll finden, wenn die Bar weiter links wäre, ne, die typischen Gastgespräche, die es da manchmal so gibt. Aber wir nehmen jedes Feedback wahnsinnig ernst und ja, auch das, was wir aus den Vierteln zurückgespielt bekommen.
- 12:47 Jan Simon
Es hat ja auch schon beinahe für mich so ein gewisses Wahrzeichencharakter. Also es geht ja gar nicht mehr nur dann um die Hotellerie an sich, sondern wie integriert man sich. Oder wie du ja sagst, wir haben schon frühzeitig angefangen. Also ihr musstet auch einen anderen Weg gehen als vielleicht die Jahre zuvor, einfach bedingt durch das Gebäude mit dieser Geschichte.
- 13:08 Patrick Riegger
Das Thema da war, dass man, als dann auch an die Öffentlichkeit getragen wurde, dass das jetzt in den nächsten Jahren dann abgeschlossen wird, dieses ganze Bauvorhaben, Elphi 2.0, die neue Elphi. Eine weitere Elphi, wo wir immer sehr geschluckt haben, ehrlicherweise, weil die Elphi ist ein traumhaftes Bauvorhaben, aber in die Elphi ist eben auch sehr, sehr viel Steuergeld geflossen. Und das hat dazu geführt, dass gerade wenn wir sagen, offen und transparent kommunizieren hier im Viertel, dass die Leute natürlich gesagt haben, ah okay, da sieht man dann, wo Steuergelder und so weiter hingehen. Gerade die, die dann auch so ein bisschen, ich sag mal, eine eher negative Sichtweise auf dieses ganze Projekt hatten, hoffentlich, wo wir einfach dann kommunikativ gegengearbeitet haben, wo wir ganz klar gesagt haben: Pass auf, hier laufen keine Steuergelder rein, das wird komplett selbst finanziert, dieses gesamte Projekt. Und dann hast du eigentlich immer schon gemerkt, bei jemandem, der dann so mit aufgestellten Nackenhaaren auf einen zukam, dann war eigentlich immer auch gleich schon wieder alles in Ordnung und alles gut.
- 14:16 Jan Simon
Ja, und wenn man— und die Resonanz ist ja beachtlich, auch für Hamburg ist es mal wieder etwas zu besuchen. Also die Attraktion der Stadt wird ja dadurch, nicht nur dadurch, aber eben auch dadurch untermauert. Gerade wenn du New York Times warst, glaube ich, ne, die dann zu den 52 Places to be mehr oder weniger in diese Richtung euch ja auch nennen. Also das ist ja für Hamburg, für alle, die hier leben, eben auch ein Mehrwert. Jetzt hier nicht nur für euch und euer unternehmerisches Risiko, dass das aufgeht, sondern auch für die Stadt.
- 14:56 Sally
Total, und ich glaube auch, es ist einmal für den Touristen, der uns als Hotel besucht, ein totaler Mehrwert, weil ich meine, man ist hier komplett im Geschehen drinne. Man braucht, glaube ich, keine 5 Minuten bis ins Karolinenviertel, bis zur Messe, in die Schanze, auf St. Pauli, am Hafen ist man schnell zu Fuß. Also man ist ja hier mitten im Geschehen, plus man kann hier oben auf dem Hamburg-Bunker auch verweilen. Frühstück, Mittagessen, Abendessen, Bar, also von morgens bis abends bieten wir auch den Hotelgästen einen absoluten Mehrwert mit einer coolen Gastronomie, mit einer abwechslungsreichen Gastronomie. Und auf der anderen Seite bieten wir aber auch Outlets, wie wir in der Fachsprache sagen, also Bars, Restaurants, Cafés für Hamburger, die cool sind, die neue Place to be sind, die die Hotspots mit der Stadt sind. Um einfach denen auch schöne Orte zu bieten zum Verweilen, zum Entdecken, zum Geschichteschreiben. Und ich glaube, das ist sehr spannend, weil es für beide Seiten, für die Hamburger, aber auch für die Touristen, ein absoluter Mehrwert ist.
- 16:03 Jan Simon
Ja, vor allen Dingen, wenn man auch sagt, Hamburg, das Tor zur Welt. Also, a) geht's in die Welt, aber auch die Welt kommt nach Hamburg. Von daher kriegt man das, glaube ich, auch ganz gut gespiegelt oder als Bild. Also ich finde das, gerade wenn man sieht, dass man hier einen 360-Grad-Blick hat, man kriegt einen ganz guten Überblick, wie Hamburg eigentlich funktioniert, so ein bisschen. Man sieht den Hafen und so, also absolut empfehlenswert, wenn nicht hier als Gast, dann außen.
- 16:30 Sally
Ja, und vor allem ist es halt auch spannend, weil man kriegt halt hier oben, obwohl man so abgeschirmt teilweise vielleicht ist, gerade den Outlets, wo man jetzt hier drin ist, man kriegt alles mit saisonal. Also ich meine, wir sind ja jetzt hier sehr begrünt auch, wie wenn man hier rausguckt, sieht mittlerweile lass mich lügen, über 4.600 Pflanzen wurden hier damals gepflanzt. Von daher ein Wahnsinnsprojekt mit sehr, sehr viel Grün, die auch immer weiterhin beschnitten werden, gepflegt werden, begossen werden. Also hier steckt sehr viel drin, um das halt zu erhalten, und dementsprechend kriegt man natürlich hier oben auch viel Saisonalität mit, ne. Also das heißt, im Sommer hat man einen anderen Blick als im Winter. Wir gucken hier aufs Heiligengeistfeld, wenn der Hamburger Dom ist, man hier sitzt bei Nachts, wenn hier das Feuerwerk in die Luft geht, ist ein atemberaubendes Erlebnis und Gefühl. Wenn St. Pauli-Spiele sind, wenn einfach auch mal vielleicht nichts passiert und das Heiligengeistfeld leer ist und man nur einen Fahrradfahrer rüberfahren sieht. Also man kriegt ja so viele verschiedene Facetten hier oben mit. Es wird nicht langweilig.
- 17:31 Jan Simon
Ja, und vor allen Dingen auch das Wetter.
- 17:33 Sally
Total.
- 17:34 Jan Simon
Da stört nichts mehr. Du weißt genau, ob es jetzt, weiß ich nicht, 4 Kilometer weiter regnet oder nicht. Das finde ich auch immer, wenn man hört, wo man ist. Wird man irgendwie immer ein bisschen besser mit dem Wetterforecast als unten.
- 17:46 Sally
Ja, total, sehr spannend.
- 17:48 Patrick Riegger
Es ist einfach was anderes als in Städten. Ich meine, ich will Hamburg jetzt nicht mit New York vergleichen, aber du bist halt nicht bebaut, sodass der Blick irgendwie verbaut ist, sodass du noch höher musst als— das hast du hier einfach nicht. Das ist so das Erste, was mir damals, als ich das erste Mal hoch durfte auf den Bunker, sofort aufgefallen ist. Das ist unser eigenes kleines Miniaturwunderland. Man sieht hinten den Flieger am Hamburg Airport starten, man sieht das Containerschiff einfahren in den Hafen. Man sieht dann, weiß ich nicht, den Streifenwagen die Reeperbahn runterpesen, also das ist die Alsterfontäne. Ich könnte 3 Stunden so weitermachen. Das ist dann einfach, wenn man hier aufwächst und diese Orte irgendwie mit unterschiedlichen Ereignissen in Verbindung bringt, dann ist da Gänsehaut einfach garantiert. Das muss man ganz klar so sagen.
- 18:35 Jan Simon
Ja, und vor allen Dingen, dass die Stadt integriert ist oder auch jeder das also erleben darf und kann, wenn er es möchte. Das finde ich schon einen sehr großen Mehrwert für die Stadt auch.
- 18:48 Ronald M. Arndt
Stellt euch das ab und an vor Herausforderungen, dass das Hotel auf dem Bunker oben drauf liegt? Also die wenigsten Sachen werden über eine Bergfahrt wahrscheinlich hochtransportiert werden hier, sondern—
- 18:58 Sally
Genau, ich glaube, wir haben uns jetzt in dem einen Jahr sehr, sehr gut eingegroovt, weil, wie es glaube ich immer so ist, gibt es neue Wege, die müssen neu gelernt werden von uns, wie aber auch von Gästen, von Touristen. Und es gibt bestimmt den anderen, der auch mit dem Köfferchen hochgehen möchte, auch was erleben möchte. Aber im Prinzip sind Hotelgäste, die ja gerade mit Gepäck anreisen, fahren über den Fahrstuhl hoch. Und ich würde mal sagen, Herausforderung ist es, die wir gut gemeistert haben, definitiv, wo man auch davon lernen kann, wenn natürlich auch Gäste, die den Weg gehen, uns mitteilen, ich wusste gar nicht, ob links oder rechts oder hoch oder runter, und wir das angenommen haben und umgesetzt haben und halt noch ein Schild dazu gestellt haben oder vielleicht eine andere Formulierung gewählt haben und das einfach dann daraus hin gelernt haben. Und die Herausforderung ist einfach, dass wir natürlich oben sind, also dass die klassische Laufkundschaft, sage ich jetzt mal, oder man verweilt und schlendert durch Straßen und biegt mal kurz rein in ein Restaurant oder rein in ein Café, die ist es halt nicht. Bei uns geht es halt nach oben und die Leute haben wir halt hier oben. Aber ich glaube, dass die Zahlen für sich sprechen. Also wir haben ja jetzt in dem einen Jahr erfahren, dass wir hier über, ich glaube, 2,3 Millionen Menschen hier oben hatten, die über den Bergpfad hochgegangen sind. Also nicht Hotelgäste, aber auch viele Hotelgäste, viele Restaurantgäste. Und das kriegen wir alles schon gut hin.
- 20:24 Jan Simon
Und merkt man das, wenn in St. Pauli Spiel ist, dass mehr Leute den Berg hochgehen? Weil man sieht ja auch ins Stadion, zumindest teilweise.
- 20:33 Sally
Ja, definitiv. Ja, also ich glaube, in der Vergangenheit gab es jetzt keine großen Problematiken, auch gerade nicht bei Risikospielen oder so was, dass man gesehen hat, Okay, hier passiert was. Nichtsdestotrotz sind wir dann natürlich vorbereitet, dass dann da auch das gegebenenfalls abgesperrt wird oder halt gemerkt wird, okay, hier Stopp. Aber ich sag mal, um es positiv zu betrachten, ist es natürlich auch cool, wenn man hier sitzt, ein Käffchen trinkt und einfach nur die Atmosphäre mitkriegt, weil man kriegt natürlich nicht das Spiel so detailliert mit, wenn man wie im Stadion sitzt. Aber was ich halt auch so spannend finde, man kriegt es halt mit rundum. Wie laufen die Fans ein? Wo kommt die gegnerische Mannschaft rein? Also es ist einfach Stimmung hier auf dem Kiez und das bringt Spaß.
- 21:16 Jan Simon
Das glaube ich.
- 21:17 Patrick Riegger
Das ist tatsächlich auch aus dem Stadion zu beobachten. Also wenn du dann im Stadion bist und dann natürlich rüber auf den Bunker schaust, ich meine, der ist ja auch dann nicht zu übersehen, siehst du tatsächlich auch, wie die Leute auf dem Bergpfad stehen bleiben, auf den einzelnen Leveln oben, auf dem Dachgarten auch schauen. Aber ja, gehört dann eben zu dem tollen Effekt, dass auch das dann Sehenswürdigkeit ist. Ja, und ich meine, das ist ja schon auch ein Stadion, was jetzt nicht unbedingt durch eine geringe Lautstärke glänzt. Da ist ja schon dann immer ganz gut Stimmung.
- 21:48 Ronald M. Arndt
Du bist ein knappes Jahr bei der RIMC dabei. Bunko ist jetzt ein Jahr alt, und nach allem, was du jetzt hier schon geschildert hast und an Erfahrungen auch weitergegeben hast, habe ich das Gefühl, du verbringst hier mittlerweile relativ viel deiner Zeit. Im Bunker.
- 22:02 Sally
Ja, das stimmt tatsächlich.
- 22:03 Ronald M. Arndt
Was aber nicht deine einzige Aufgabe ist bei der RIMC. Nur im Bunker nach dem Rechten zu schauen.
- 22:09 Sally
Nee, genau richtig. Also ich bin jetzt für den Hamburg Bunker zuständig im Bereich, wir haben es Brand Experience and Communication Lead getauft. Das heißt einfach eine Position, die vielseitiger, glaube ich, nicht sein könnte. Also von Social Media, Influencerbetreuung über große Events, PR, Kommunikation im Allgemeinen ist einfach sehr, sehr spannend, weil alles das, was man hier anfasst, hat irgendwie auch ein bisschen mit Kommunikation, Marketing, externe, interne Wahrnehmung zu tun und bringt einfach sehr, sehr viel Spaß. Ich verbringe hier auch sehr viel Zeit, weil ich glaube, ich einfach Hotellerie aus Leidenschaft einfach mache. Und ich sag mal, Hotel ist kein Business von 9 bis 18 Uhr, weil wir natürlich hier die Gäste Bewirten, Gastgeber sind, wenn der normale Büroalltag nicht ist, ne. Also von ganz früh beim Frühstück über die Events, die abends am Wochenende stattfinden, und das mache ich mit Herz und Leidenschaft.
- 23:13 Ronald M. Arndt
Und RIMC ist ein Hamburger Familienunternehmen, auch jetzt 35 Jahre, also auch irgendwo wieder ein Geburtstag, der dieses Jahr zu feiern ist. Hat für dich persönlich der Blick auf RIMC als Familienunternehmen sich durch den Bunker noch mal ein bisschen gewandelt?
- 23:29 Patrick Riegger
Also der hat sich definitiv gewandelt, allein weil die Aufmerksamkeit auf einmal da war. Viele tolle Hotelprojekte realisiert in der Geschichte, ja, aber wenn du dann letztendlich deinen Sitz in Hamburg hast und die Möglichkeit hast, so ein Projekt mitzugestalten, mit in die Tat umzusetzen, verändert das natürlich auch den Blick auf das Unternehmen an sich. Und das haben wir schon gemerkt. Das war am Anfang auch etwas, wo wir uns ein bisschen dran gewöhnen mussten, weil RIMC hat einfach auch immer ausgezeichnet durch diese White- Konstellation Franchise-Partner, dass wir Marken haben, die für uns auftreten, wie auch hier jetzt unter anderem mit Hard Rock. Aber am Ende des Tages interessiert dann die Leute schon auch, wer macht das denn letztendlich, ja, wer steht dann da auf der Bühne und erzählt mir, wie das Hotel funktioniert und so weiter. Und ich glaube, ohne uns jetzt da zu sehr über den Klee zu loben, war das schon ein positiver Faktor, dass die Leute verstanden haben, okay, die die Leute, die hier mitgestalten, kommen aus Hamburg, ja, dass jetzt niemand aus China, Indien, den Vereinigten Staaten letztendlich sagt, so hat es zu laufen, sondern dass man schon auch die regionalen, die lokalen Faktoren mit berücksichtigt und auch respektiert. Das ist, glaube ich, ein Faktor, der dazu geführt hat.
- 24:45 Jan Simon
Da gehört natürlich viel Sensibilität dazu, wie gerade bei so Vierteln, in denen wir einfach, die euch als Nachbarschaft umgeben, Wenn man in der Branche unterwegs ist, kennt man euch, aber wie du sagst, ne, auf einmal ist so ein Prestigeprojekt nicht mehr zu übersehen. Auf einmal rutscht man dann mehr in die Öffentlichkeit, bewusst in dem Fall, aber manchmal merkt man ja auch erst danach, wie groß so eine Resonanz eigentlich ist. Von daher glaube ich, tut das auch hinsichtlich der Transparenz, die du ja vorher sagtest, ne, also ganz transparent damit umzugehen, das ist ja auch für euch als Unternehmen auf einmal so ein bisschen vielleicht auch neuer, oder zumindest werdet ihr dadurch anders wahrgenommen, ne. Und das ist schon auch, wo ein Unternehmen sich dann im Zweifel ein bisschen anders aufstellen muss mit Marketing, PR etc., ne. Ist das so?
- 25:42 Ronald M. Arndt
Also ja, genau, wollt ihr auch da ein bisschen raus?
- 25:46 Patrick Riegger
Wir mussten. Okay, wir mussten, aber wie du gerade auch schon gesagt hast, das war uns bewusst. Also wir haben da damals nicht gesessen mit dem Stift in der Hand, um die Verträge dann letztendlich zu zeichnen, mit dem Gedanken, das wird alles so bleiben, da wird sich nichts verändern. Wir haben schon gezögert, weil uns eben einfach bewusst war, dass wir dann eine Bühne betreten, von der wir nicht mal eben sagen können, vielen Dank, Vorhang fällt, sondern der Vertrag geht hier Gott sei Dank viele, viele Jahre, der ist wirklich langfristig, und so lange stehen wir auf der Bühne. Und da haben wir uns schon auch Partnerinnen und Partner an die Seite geholt, die uns da unterstützen, sei es PR-seitig, sei es auch im Team, sei es jetzt zum Beispiel auch mit einer Sally, dass wir uns da einfach breit aufstellen. Es reicht nicht mehr, dann nur einen GM zu haben. Alle GMs in Ehren, aber da muss man sich ganz, ganz breit aufstellen bei so einem Projekt.
- 26:45 Jan Simon
Das ist Ist das ein Weg, der euch gefällt?
- 26:49 Patrick Riegger
Also das Besondere hier am Bunker, das, was Sally einfach gerade gesagt hat, ist diese Vielseitigkeit, die Hotellerie an sich neu zu leben, weil das, was wir hier haben auf dem Bunker, ist keine klassische Hotellerie. Natürlich gibt es die Basics, ja, und jeder, der Hotel gelernt hat, der weiß, wie es funktioniert, wird sich hier trotzdem wohlfühlen, ja, wenn er hier arbeitet und Teammitglied ist. Aber man muss schon neu denken. Du hast eben die Wege angesprochen. Die klassische Warenannahme, so wie wir sie kennen, gibt es hier nicht. Es gibt begrenzte Lagerkapazität, was sich wiederum auf den Einkauf auswirkt, in dem ganzen Warenhandling. Also ich kann da 3 Stunden jetzt so weitermachen. Das ist einfach eine Experience, die wir hier bieten, die die Gäste erleben, aber die man eben auch als Teammitglied mitbringen muss. Immer bunt denken, immer querdenken. Was können wir noch anbieten, sodass es einfach immer mehr auch dazu führt, dass die Besucherinnen und Besucher sagen, ich brauche gar nicht gucken, was auf dem Bunker los ist, ich kann hinfahren, weil es ist immer irgendwas los. Und das ist so das Thema, wo wir hinwollen, wo wir wieder einen richtigen Schritt in die richtige Richtung getan haben. Gerade Sally tut da sehr, sehr viel für, wo ich persönlich sehr, sehr dankbar für bin. Aber ja.
- 28:08 Jan Simon
Ja, das ist natürlich so hinterm Vorhang vorkommen und dann auf einmal auf der Bühne. Da muss man sich schon so ein bisschen vielleicht auch neu ordnen, aber es ist auch gesund. Gerade in der Hotellerie finde ich, es ist viel generisch, was auch richtig und teilweise wichtig ist, weil es einfach diese Veranstaltung gibt, die einfach diese Bettenbelegung bedarf. Also man kann jetzt nicht immer nur einen Bunker machen. Von daher hat alles seine Berechtigung. Aber es kann ich mir schon vorstellen, dass sich RIMC dadurch auch so ein bisschen vielleicht auch, ich will jetzt nicht sagen modernisiert, aber vielleicht in so eine modernere Zeit mit Experience. Es geht ja viel um, um Gasterlebnisse, das ist ein Riesenthema, gerade was Design anbelangt. Wenn wir mit Architekten reden, aber auch mit Unternehmen, wohin gehen sie, ist das natürlich ein Riesenthema, ne. Und ich denke, es ist auch irgendwie die Zeit, in der man einfach Transparenz— es muss irgendwie mit in die DNA, auch wenn das im Zweifel manchmal dem Mittelstand in Deutschland schwerfällt. Aber es ist einfach der Weg, denke ich, gerade auch mit neuen Generationen, die ja eh jetzt mal nur vielleicht auch ein bisschen ums Beispiel, aber die telefonieren ja alle mit Lautsprechern. Also jetzt nur mal mit was Transparenz, so teilweise wird es überschritten, wenn du rumrennst und dann immer nur so telefonierst und der Rest der Bahn kriegt es noch mit, was deine Mutter dir heute gesagt hat. Von daher denke ich, es ist auf jeden Fall ein richtiger und wichtiger Schritt, so ein bisschen alle mitzunehmen dann. Ja, was wahrscheinlich auch ein Thema intern ist mit Mitarbeitern, die ja schon lange für euch arbeiten, die dann auch ein bisschen so diese neue Culture zu transportieren oder mitzunehmen, zu erklären auch.
- 29:50 Patrick Riegger
Ja, da ist es tatsächlich hauptsächlich Stolz. Also wir haben ein paar Kolleginnen und Kollegen, die wirklich viele, viele Jahre auch bei der RIMC tätig sind, wo natürlich Da sind die Schultern ein bisschen breiter geworden, gerade wenn man dann noch in den Freundeskreisen angesprochen wird, und das ist aber einfach schön. Das freut uns, ne. Also auch die, die dann andere Projekte mitgestaltet haben und jetzt eben auch bei so einem Projekt mitwirken dürfen, wie jetzt zum Beispiel die Olga Kaufmann, die jetzt hier gerade auch den Hut auf hat, lange, lange bei der RIMC tätig ist, viele Projekte mit realisiert hat. Man merkt schon, an Selbstbewusstsein mangelt es da nicht. Ja, Ja, weil es einfach in jedem Munde ist und jeder drüber spricht.
- 30:32 Ronald M. Arndt
Aber es war nicht immer so, dass auch da die Mitarbeiter in Camp de Mar auf Mallorca jetzt beispielsweise wussten oder sich dafür interessiert haben, ne? Was macht denn die RIMC eigentlich noch so, ne? Wo hat es noch Häuser?
- 30:43 Patrick Riegger
Und ja, das ist glaube ich leider, will ich fast sagen, einfach so eine Geschichte, wenn Häuser dann auch mal den Betreiber wechseln, ne? Das ist Camp de Mar, hast du jetzt gerade erwähnt, bis 2014/15 war da eine andere Marke auf dem Dach. Wir haben das Haus dann übernommen, neu gebrandet. Ich kann das irgendwo in einer gewissen Form auch verstehen, muss ich sagen. Also okay, jetzt kommt die RIMC, wir heißen aber nicht RIMC Hotel Camp de Mar auf Mallorca, wie auch immer. Dass sich da nicht jedes einzelne Teammitglied so mit auseinandersetzt, kann ich ein Stück weit verstehen. Wir freuen uns natürlich immer, wenn wir dann auch vor Ort sind, egal wo, und dann angesprochen werden: Wie ist denn gerade die Situation und läuft es und wie ist es da und das und das? Stelle ich mir so vor. Das freut uns einfach immens, weil man merkt, da ist eine gewisse Verbindung auch zum Unternehmen. Man setzt sich damit auseinander. Aber ja, das kommt natürlich auch schon mal vor, dass man dann eben, ach, das wusste ich gar nicht. Und gerade bei neuen Teammitgliedern versuchen wir da sehr, sehr schnell abzuholen, in was für einem Kosmos sich da bewegt wird, wenn man bei der RIMC startet oder in einem RIMC-Hotel beginnt und mitarbeitet.
- 31:53 Ronald M. Arndt
Ja, aber auch da schafft so ein Bunker Identifikation, weil das ist einfach ein Leuchtturm, der ist auf der Landkarte einfach überall zu sehen, auch für Mitarbeiter in Spanien genauso wie hier.
- 32:03 Patrick Riegger
Ja, definitiv spannend.
- 32:05 Sally
Also ich muss auch sagen, ich wurde selber darauf angesprochen schon. Ich war jetzt privat auf Mallorca im Urlaub und auch da habe ich schon gemerkt, war die Wahrnehmung definitiv so, dass die gesagt haben, ah, in Hamburg und so, und der Hamburg Bunker und spannend, da möchte ich unbedingt mal hin und so. Also das ist schon ein Ort und ein Hotel, was bei vielen Neugierde weckt und wie Patrick eben schon meinte, auch Stolz einfach, weil wie du schon sagst, es ist in aller Munde. Es ist aber auch in Hamburg, egal wo du bist und man irgendwie lang fährt, man wundert sich immer wieder. Auf einmal sieht man ihn irgendwo da hinten leuchten und hochkommen. Also von daher sehr, sehr spannend. Aber auch, ich glaube einfach, was das ganze Thema ist, auch interne Kommunikation ist da sehr wichtig und das machen wir, glaube ich, sehr gut. Und auch, was natürlich auch toll ist, dass natürlich auch innerhalb der verschiedenen RIMC Hotels die Mitarbeiter dann auch neue Herausforderungen bekommen können. Und so zum Beispiel jetzt ein Kollege hier, der Paul im Sales arbeitet, der vorher an der Ostsee im Arborea Hotel von RIMC war und einfach hier eine neue Möglichkeit gegeben worden ist und er hier jetzt seine Fußstapfen im Salesbereich macht und wir dadurch natürlich sehr eng zusammenarbeiten, Marketing-Sales-mäßig, und auch die RIMC-Philosophie so kennt. Und das ist schon sehr spannend.
- 33:22 Ronald M. Arndt
Und das ist ja auch eine der schönen Dinge in der Hotellerie, dass man auch mal zwischen den Häusern wechseln kann.
- 33:29 Sally
Total.
- 33:29 Ronald M. Arndt
Und wenn die über so eine RIMC-Struktur in Verbindung stehen miteinander.
- 33:33 Sally
Ja, total. Und ich sag mal so, das Hotel an der Ostsee, wenn wir jetzt kurz dabei bleiben, ist natürlich ganz anders als hier, genauso wie auf Mallorca. Und das macht es natürlich auch immer so spannend, wenn man dann Erfahrungen austauschen kann, neue Ideen mit reinbringen kann, aber trotzdem weiß, dass, sag ich jetzt mal, die Ur-DNA gleich ist.
- 33:49 Patrick Riegger
Ja, sehr spannend.
- 33:51 Ronald M. Arndt
Da führt die Reise natürlich auch noch hin vom Hotel-Podcast an die Ostsee eines Tages.
- 33:57 Jan Simon
Wie, was ich ja so toll finde, jetzt sitzen wir hier im Bunker und er ist ja auch lebendig. Also wenn du rausschaust, ist jetzt nicht nur, dass du in die, auf Hamburg schaust, sondern das lebt ja. Das finde ich eigentlich ganz schön, gerade mit den, mit den, mit den Pflanzen und Bäumen. Wie schafft ihr das, gerade was Digitalisierung ist ein bisschen Break, aber diese Digitalisierung mit Smart Living Smart Hotels. Was sind da eure größten Herausforderungen, vielleicht auch gerade bezogen auf den Bunker? Weil ja einfach, das ist ein lebendiges Gebäude geworden, so ein bisschen für mich als Hamburger, dadurch, dass sich da oben einfach auch was bewegt. Und wenn man das so ein bisschen runterbricht in, wie transportiert man dann wiederum diese ganzen Challenges, die man hat in der digitalen Zeit, auf den Bunker runtergebrochen? Also habt ihr hier irgendwie, seid ihr smarter hier, oder gerade auch durch, weil du gesagt hast, es gibt neue Wege, oder sind da so Sachen, oh, das können wir jetzt aber auch für Mallorca benutzen, weil das ist irgendwie, das war ein cooles Insight hier, ein gutes Learning. Habt ihr da irgendwie so ein—
- 35:09 Sally
Definitiv. Also ich glaube, dieses voneinander Lernen ist sehr, sehr wichtig, weil das spart natürlich auch enorm Zeit und Ausprobieren, weil ich sag mal so, das, was woanders vielleicht super gut funktioniert, warum nicht auch hier adaptieren? Und probieren, ob es hier auch funktioniert. Definitiv gibt es aber auch bestimmt Sachen, die auf Mallorca in einer Resort-Hotellerie funktionieren, die man hier nicht umsetzen könnte. Digitalisierung hier, ich glaube, wahrscheinlich auch gerade ganz zu Beginn, kannst du vielleicht gleich besser was zu sagen, Patrick, gab es natürlich hier ein bisschen Herausforderungen, weil man natürlich, wir sind hier auf dem Bunker, ne, und richtig im Bestandsbunker ist natürlich auch schlechterer Empfang. Also, ne, man kommt Richtig, man kommt natürlich an seine Herausforderungen. Was wir hier oben auf dem Neubau sozusagen jetzt nicht so haben, dadurch, dass natürlich jetzt hier dünnere Wände sind, viel Freiraum. Von daher ist das hier schon sehr, sehr gut, dass wir hier auch digital aufgestellt sind. Mit Reverb und Hardrock haben wir jetzt zum Beispiel in jedem unserer Zimmer eine Alexa-Box, was sehr gut genutzt wird, auch wieder Thema Musik aufgreifen. Nach Rücksprache auch mit unserem Team aus dem Housekeeping haben die gesagt, die werden alle super genutzt. Wenn man, man hört immer mal ein bisschen leise Musik, auch gerade wenn die da sind. Also die nutzen das richtig. Sind jetzt hier nahezu komplett cashless. Also auch das haben wir hingekriegt, dass natürlich auch ganz oben in unserem Green Beanie, in unserem grünen Container, wo es ein bisschen Softdrinks, Wein und kühle Getränke gibt, auch da cashless zahlen kann. Also dass der Empfang bis da oben so gut ist, dass das auch funktioniert. Mit einer guten IT haben wir das sehr gut hingekriegt und sind da auch immer offen für, neue Wege zu gehen und einfach mal auszuprobieren. Nichtsdestotrotz aber trotzdem nicht das zu verlieren, was wir alle können: der Gastgeber sein, das Persönliche. Also das ist mir auch sehr wichtig.
- 37:09 Ronald M. Arndt
Erstmal schön zu hören, dass ihr jetzt das erste Jahr hier einfach ja auch zufrieden feiert, ja, dass es sich einfach eingegroovt hat, hast du gesagt, Sedi, dass ihr so positiv irgendwie auch auf die Zukunft schaut, dass ihr einfach Dinge etablieren und empfinden, dass ihr den Bunker so regelmäßig konstant bespielt. Die Geschichte geht hier immer weiter, die wird fortgeschrieben. Und doch muss man sagen, waren die letzten 6, 7, 8 Monate für die RIMC manchmal ein bisschen wild. Ja, wild. Aber auch da ist Ruhe eingekehrt.
- 37:41 Patrick Riegger
Nicht nur Ruhe, sondern sehr, sehr positiven Blick auf die Zukunft. Wir hatten herausfordernde Zeiten. Das ist jetzt in unterschiedlichen Medien auch sehr präsent gewesen. Uns war auch da immer wichtig, ganz offen und transparent zu kommunizieren. Wenn wir eine Frage gestellt bekommen haben, dann haben wir die offen und ehrlich beantwortet, vor allen Dingen auch wahrheitsgemäß, was da immer ganz, ganz wichtig ist. Am Ende des Tages, eine Konsolidierung gehört in der Unternehmensgeschichte mit dazu. Wir haben uns bewusst dazu entschieden, das in dem Zuge zu machen. Haben das jetzt auch schneller abschließen können als ursprünglich mal geplant. Planen jetzt das restliche Jahr 2025 schon in der Expansion, sodass wir dann 2026 voll durchstarten können. Aber ja, das war eine ruckelige Zeit, aber eine Zeit, die uns, glaube ich, sehr, sehr viel stärker gemacht hat, die aber gut tut. Ja, absolut. Und notwendig war. Für uns ist immer das Wichtigste, dass die Mitarbeitenden vor Ort eine Perspektive haben, wenn wir eben ganz klar betrachten, okay, Hotelstandort X, wie war die Vergangenheit, wie ist gerade die Gegenwart und vor allen Dingen, wie sieht die Zukunft aus, die Perspektive. Und dann ist es eben so, wenn wir nicht Eigentümer der Immobilie sind, dann müssen wir uns mit den Verpächtern austauschen. Das ist auch da offen und ehrlich und dann muss man eben schauen, was plant auch der Eigentümer, der Verpächter. Wie ist da der Wille in der Zukunft, Dinge anzupassen? Und dann sind das wahnsinnig viele Faktoren, die dann einfach dazu führen. Aber wir natürlich dann auch zu sagen, okay, nehmen wir bestimmte Hotels mit auf, worauf legen wir den Fokus? Da ist es nach wie vor so, dass wir ganz klar sagen, die DACH-Region plus Spanien, wo wir schon sind, plus Italien, wo spannende Projekte sind. Aber da sind wir wahnsinnig positiv. Wahnsinnig positiv.
- 39:40 Ronald M. Arndt
Ja, dann bedanke ich mich.
- 39:43 Jan Simon
Ja, vielen Dank.
- 39:43 Ronald M. Arndt
War eine schöne Runde.
- 39:44 Patrick Riegger
Danke euch.
- 39:45 Ronald M. Arndt
Wir bleiben dran hier an der Bunker-Story, an RIMC sowieso.
- 39:50 Sally
Wie gesagt, es gibt noch viel zu erzählen.
- 39:52 Ronald M. Arndt
Genau, in eurer Villa, im Headquarter war ich beim Marek Riegger, die Katharina war in Spanien, wir jetzt heute hier bei euch im Bunker und mal schauen, wo es dann weiter hingeht.
- 40:04 Patrick Riegger
Aber an die Ostsee.
- 40:05 Ronald M. Arndt
Aber an die Ostsee, absolut. Dankeschön.
- 40:08 Sally
Sehr gern geschehen, danke.
- 40:08 Ronald M. Arndt
Ciao.