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Germany · Episode #55 · 23.01.2023 · 33 Min

Ein Hauch Sizilien im The Charles Hotel

Fabian AhrendtThe Charles Hotel
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Aufgenommen: The Charles Hotel, München

Standbild aus der Episode mit Fabian Ahrendt Germany33 Min

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„Gute Miene zum bösen Spiel zu machen, funktioniert nicht. Es muss schon eine echte Atmosphäre da sein.“

Fabian Ahrendt, 29:39

Fabian Ahrendt empfängt Ronald M. Arndt im The Charles Hotel in München, wo bis zum 11. Februar ein sizilianisches Pop-up im Sophia’s Restaurant läuft: Fulvio Pierangelini vom Verdura Resort kocht gemeinsam mit Küchenchef Michael Hüsken. Ahrendt erzählt seinen Weg vom Schulpraktikum über die Ausbildung im Grand Hotel Quellenhof in Aachen, Sylt, Düsseldorf und das Roomers zu Rocco Forte. Dazu, warum ein Familienunternehmen mit 14 Häusern anders funktioniert und was Gäste im Luxussegment wirklich erwarten.

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Kernaussagen

  1. Pop-up aus Sizilien: Im Sophia's Restaurant kocht Fulvio Pierangelini mit seiner Crew bis zum 11. Februar sizilianische Spezialitäten, gemeinsam mit Küchenchef Michael Hüsken. Die Gerichte kommen aus dem Amare im Verdura Resort direkt am Wasser.
  2. Rezeption als Entscheidung: In der Ausbildung im Grand Hotel Quellenhof in Aachen hat Ahrendt gemerkt, dass die Rezeption sein Bereich ist: Kommunikationszentrale, Kummerkasten, Gastgeber, erste Begrüßung und Verabschiedung in einem.
  3. Forte Family: Rocco Forte hat 14 Häuser, Sir Rocco kommt lieber persönlich vorbei als per Mail. Sein Satz, dass alle Mitarbeitenden Gastgeber im Namen der Familie Forte sind, hat dem Team den Namen Forte Family gegeben.
  4. Gäste und Preis: Ahrendt sagt, seine Gäste sind nicht preissensitiv und können sich alles kaufen. Was sie auf Reisen suchen, sind persönliche Ansprechpartner und das Gefühl, dass sich jemand ehrlich um sie bemüht.
  5. Stolz als Kriterium: Für ihn zählt, ob er Familie und Freunde in sein Hotel einladen würde. Wenn Auszubildende ihre Eltern zum Abendessen mitbringen, um das Haus zu zeigen, sieht er darin das Zeichen für ein funktionierendes Team.
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed

Mit einer gesunden Portion Stolz empfängt mich Fabian Ahrendt über den Dächern Münchens.

Ein paar Stockwerke weiter unten bringt Fulvio Pierangelini, Creative Director of Food der Rocco Forte Hotels, die Leckereien des Italienischen Verdura Resort auf den Tisch. Und das noch bis zum 11. Februar 2023.

Ausgebildet im heutigen Parkhotel Quellenhof Aachen, führt sein späterer Weg ins Severin's Resort & Spa nach Sylt, aber auch ins Hyatt Regency im MedienHafen von Düsseldorf. Das Roomers, Teil der Autograph Collection und unter Federführung der Gekko Group, bringt ihn schließlich nach München.

Später tritt er in die Familie der Rocco Forte Hotels ein und damit in beste Gesellschaft. Denn nicht zuletzt gehören auch The Balmoral Hotel in Edinburgh, das Hotel de Rome in Berlin, das Brown’s Hotel in London, das Hotel Astoria in Sankt Petersburg, aber auch das Hotel de Russie sowie das Hotel de la Ville in Rom dazu.

Ein spannender Lebensweg, der einmal mehr zeigt, was die Hotellerie möglich macht. Und ich freue mich, diesen auch in Zukunft im Hotel-Podcast mit begleiten zu dürfen.

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Transkript

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Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.

  1. 00:06
    Ronald M. Arndt

    Hoch über den Dächern Münchens. Vielen Dank, dass ich hier im Hotel-Podcast dabei sein und hier vor Ort sein darf im The Charles Hotel.

  2. 00:16
    Fabian Ahrendt

    Vielen herzlichen Dank für die Einladung. Mein erstes Mal, dass ich an einem Podcast teilnehmen darf, und mich sehr gefreut und freue mich, dass wir heute hier bei so wunderbarem Wetter über den Dächern von München ja zusammen uns austauschen. Da freue ich mich sehr drauf.

  3. 00:31
    Ronald M. Arndt

    Wunderbares Wetter und ich glaube, so haben wir vorhin ja schon mal ausgetauscht, Sie holen zu der Münchner Sonne, die wir heute haben, noch ein bisschen mehr sizilianischen Sommer, kann man jetzt nicht sagen, aber sizilianisches Licht hier ins Haus.

  4. 00:43
    Fabian Ahrendt

    Ja, absolut.

  5. 00:43
    Ronald M. Arndt

    Was tut sich denn da gerade?

  6. 00:44
    Fabian Ahrendt

    Sie sind zu einem ganz tollen Zeitpunkt bei uns. Und zwar haben wir uns gedacht, jetzt ist es draußen wieder so kalt geworden in München und der Winter ist zurück. Da holen wir uns die Sonne ins Restaurant in in unserer Sophia's Restaurant und werden ein Pop-up eröffnen heute. Und zwar steht das im Zeichen von Sizilien. Dort haben wir ein ganz tolles Resort, das Vedura Resort, direkt am Wasser gelegen mit 2 tollen Golfplätzen, 18-Loch-Golfplätzen, verschiedenen Villen und ja, einer ganz tollen Resortanlage. Und da gibt es ein wunderbares Restaurant, das Amare, direkt am Wasser. Da gibt es ganz viele lokale, tolle Spezialitäten aus Sizilien, teilweise direkt auf dem Resort geerntet und oder in der unmittelbaren Umgebung. Und da ist der Küchenchef Fulvio Pierangelini bei uns zu Gast mit seiner Crew. Gemeinsam mit Michael Hüsken, unserem Küchenchef, zaubert er bis zum 11. Februar hier sizilianische Spezialitäten. Und da freuen wir uns sehr drauf.

  7. 01:44
    Ronald M. Arndt

    Super. Und wir sprechen hiermit die Einladung aus an die Zuhörer des Hotel-Podcasts, wirklich bis zum 11. Februar eben nochmal vorbeizukommen. Ein weiterer Grund, hier im The Charles Hotel Aber bei Ihnen war es weder Sizilien der erste berufliche Bezug zur Hotellerie noch München, sondern das war, glaube ich, in Aachen.

  8. 02:03
    Fabian Ahrendt

    Das ist richtig, genau. Also ich bin gebürtiger Bonner, aber in Aachen aufgewachsen und direkt an der Grenze zu den Niederlanden und Belgien und bin zur Schule gegangen und war auf der Suche nach: Was mache ich später? Wo will ich hin? Wo soll meine Reise hingehen? Und war da noch relativ ziellos, muss man sagen, und hatte die Möglichkeit, über die Schule ein Praktikum zu absolvieren. Hotel fand ich immer mal ganz spannend, so konnte mir aber noch nicht richtig vorstellen, wie ist das greifbar. Und habe dann das Praktikum in einem kleineren Hotel absolviert, durfte da ein bisschen im Frühstück unterstützen und hatte aber irgendwie das Gefühl, diese internationalen Gäste, da war was los, das hat Spaß gemacht, das könnte ich mir ganz gut vorstellen. Und dann ging es in der Schule darum, Abitur machen, Fachabitur machen, was genau wünsche ich oder suche ich. Und da habe ich mich dann für die Ausbildung entschieden und das Fachabitur und durfte dann meine Ausbildungsstelle im Grand Hotel Quellenhof in Aachen antreten.

  9. 03:02
    Ronald M. Arndt

    Großer Name, Quellenhof in Aachen.

  10. 03:03
    Fabian Ahrendt

    Absolut, das erste Haus am Platz. Ich erinnere mich noch wie heute, als ich reingekommen bin in diese Marmorlobby, dieses tolle Flair, diese Gäste, die alle sehr adrett gekleidet sind, die Mitarbeiter. Und da ist ein besonderes Flair, das ist ein ganz besonderes Feeling gewesen. Da wusste ich, das möchte ich auch, das möchte ich ausprobieren. Und wenn ich Hotellerie mache, dann möchte ich hier lernen, was das bedeutet. Genau.

  11. 03:27
    Ronald M. Arndt

    Ja, bei mir war es der Fischverkauf während dem Abitur, während der Schulzeit. Dann immer auch der Wunsch gewesen, in ein großes Hotel zu gehen. Und heute Morgen auf der Zugfahrt von Stuttgart hierher ist mir eingefallen, woher oder warum ich schon dieses rote Roccoforte-Logo so lange irgendwie mit mir rumtrage. Und das war nämlich so, während Abitur, wie gesagt, ich wollte mal ein großes Hotel von innen sehen und Zeit nach dem Abitur auch ein halbes Jahr nutzen, bevor ich dann irgendwie eine Ausbildung anfange oder studiere. Und ausgesucht hatte ich mir da das Roccaforte in Rom. Und das Hotel de Russie heißt es, glaube ich.

  12. 04:06
    Fabian Ahrendt

    Ja, das Hotel de Russie. Ganz, ganz tolles Haus.

  13. 04:10
    Ronald M. Arndt

    Zimmer, glaube ich, vom Alter her nicht so ganz weit auseinander, aber da hätten sich eventuell noch Parallelen auch ergeben können. Für Sie ging es dann aber vom Quellenhof von Aachen nach Düsseldorf, soweit ich weiß.

  14. 04:24
    Fabian Ahrendt

    Genau richtig. Also Köln war zuerst, dann kam Düsseldorf, aber das Rheinland ist tatsächlich Schwerpunkt gewesen. Und mich hat es dann auch wieder hin zurückgezogen. Also das Rheinland war immer mal wieder Anlaufpunkt. Es ist irgendwo doch Heimat. Ich habe mich nach der Ausbildung entschieden, und das ist ja das Tolle auch an unserem Beruf, an unserer Branche, dass man eben in dieser Ausbildung für sich selber schauen kann: Wo sehe ich meine Zukunft? Wo möchte ich weiter wachsen? Wo möchte ich meine Karriere weiterverfolgen? Und für mich war das die Rezeption. Also ich bin an der Rezeption, war ich und konnte miterleben, dass man Ansprechpartner für alle Belange ist. Man ist Kommunikationszentrale, man ist Kummerkasten, man ist Gastgeber, man ist die erste Begrüßung des Gastes, man verabschiedet ihn in der Regel auch. Und dieses Vielfältige, diese unterschiedlichen Aufgaben, diese Verantwortung auch, die man trägt, die hat mich sehr beeindruckt. Und da wusste ich, das ist mein Bereich, wo ich weitergehen möchte, und habe dann relativ klassisch die Position durchlaufen.

  15. 05:26
    Ronald M. Arndt

    Also das stellt man dann schon in der Ausbildung fest, sage ich mal, in den 3 Jahren?

  16. 05:29
    Fabian Ahrendt

    Absolut. Also das stelle ich auch heute immer wieder fest, wenn man mit auch unseren Auszubildenden sich unterhält. Es gibt immer eine Abteilung, da waren sie, und dann sagen sie, das ist es, das möchte ich, möchte ich. Manchmal ist man auch vielleicht mit der Qual der Wahl, dass man sagt, doch, zwischen den beiden.

  17. 05:45
    Ronald M. Arndt

    Aber manchmal muss man auch zum Glück gezwungen werden, also eben dann entsprechend, wo man gerade gebraucht wird im Hotel.

  18. 05:50
    Fabian Ahrendt

    Und das, so findet glaube ich jeder so ein bisschen das, worauf er, wo er am meisten passt oder wo er sich auch am besten sieht. Und dann gibt es wunderbare Karrierewege danach. Und das ist glaube ich auch was Besonderes in unserer Branche. Man hat immer eine Möglichkeit weiterzukommen, zu wachsen, neue Positionen, neue Häuser zu entdecken, neue Länder zu entdecken, was das Herz begehrt. Und das ist was Besonderes. Und ich glaube, das ist etwas, was unsere Branche auch auszeichnet und zu einer sehr wertvollen Branche macht für seine Karriere oder um seinen persönlichen Lebensweg zu gestalten.

  19. 06:25
    Ronald M. Arndt

    Es war Köln, Düsseldorf und dann haben Sie das Festland aber verlassen. Da ging es etwas nördlicher auf die Insel Sylt.

  20. 06:32
    Fabian Ahrendt

    War ganz spannend. Ich war selber vorher noch nie auf Sylt, hatte da das Severins Resort Spa entdeckt.

  21. 06:40
    Ronald M. Arndt

    Großer Name.

  22. 06:40
    Fabian Ahrendt

    Ganz, ganz großer Name. Absolut. Und dann wurde ich damals eingeladen zum Vorstellungsgespräch. Man durfte auf die Insel kommen, dort auch übernachten, weil die Anreise ja nun doch etwas aufwendiger ist als in der einen oder anderen Destination. Und mich hat sofort begeistert dieses Hochwertige, trotzdem mit sehr familiärem Charme, mit dem Reetdachhaus, was die Insel unheimlich widerspiegelt. Es war so ein toller Mix, dass wir gesagt haben, das Abenteuer möchten wir mal probieren und doch relativ remote eine neue Herausforderung annehmen. Und ja, bis heute, ich meine, jeder kennt das Severins Resort Spa, es gehört zu einem der besten Hotels Deutschlands. Und da muss man einfach großes Kompliment der Führung aussprechen, von damals bis heute, wie das Haus in die Zukunft gebracht wurde und vor allem, ja, dass es heute einfach zu den Besten zählt und das ist was Tolles.

  23. 07:31
    Ronald M. Arndt

    Ja, ich sehe, da haben Sie dann wirklich so Ihren Weg gefunden und dann ging es zurück nach Düsseldorf. Genau. In den Wie heißt das? Medienhafen, glaube ich.

  24. 07:40
    Fabian Ahrendt

    Genau richtig, ins Hyatt Hotel, das Hyatt Regency in Düsseldorf. Ja, ganz ikonisch im Medienhafen mit tollem Blick aufs Wasser, aufs Rheindelta. Und ja, eine unheimlich tolle Station gewesen. Ich durfte da sehr viel lernen. Toller General Manager und auch im Finance-Bereich einen Ansprechpartner gehabt, der mir sehr viel beigebracht hat und mir viel Handwerkszeug mitgegeben hat, so nenne ich das heute. Manchmal war es taff, aber Es war doch unheimlich viel wert und das realisiert man oft auch erst, wenn man zurückblickt auf Stationen, was man so mitgenommen hat. Und umso schöner ist das, wenn man sieht, wie man persönlich da weitergewachsen ist. Und in Düsseldorf unheimlich tolle Gäste gehabt, Stars, Sternchen, auch politische Events, sei es G8 oder G9, korrigieren Sie mich, wenn ich falsch liege, den wir hatten. Also wirklich, es war eine Menge los und unheimlich tolle Gäste. Es war eine sehr spannende Zeit.

  25. 08:36
    Ronald M. Arndt

    Und dann ging es aber wirklich mal ein bisschen gen Süden. Sie sind angekommen hier in München im Roomers, eine weitere tolle Marke. Es hört ja gar nicht mehr auf. Und genau, zur Gecko Group gehörend, jetzt mittlerweile ja auch in Verbindung mit Autograph von Marriott. Ganz spannend.

  26. 09:00
    Fabian Ahrendt

    Absolut.

  27. 09:00
    Ronald M. Arndt

    Ich glaube, da war ich ja auch damals schon. Also wir sind ja heute hier über den Dächern Münchens. Damals saß ich mal in einer Bar, glaube ich.

  28. 09:08
    Fabian Ahrendt

    Sie waren dann vielleicht auch bei unserem Pop-up auf der Dachterrasse.

  29. 09:12
    Ronald M. Arndt

    Ja, nochmal ein, nochmal.

  30. 09:14
    Fabian Ahrendt

    Also das Wort Pop-up kommt irgendwie öfter vor in der Karriere, aber steht auch für was Tolles.

  31. 09:18
    Ronald M. Arndt

    Immer zum richtigen Zeitpunkt einfach da.

  32. 09:20
    Fabian Ahrendt

    Macht ja auch, genau das macht die Arbeit so spannend, dass man eben immer wieder sich neu erfindet in der Hotellerie und sei es im F&B-Bereich, sei es in anderen Bereichen, immer wieder neue Dinge ausprobiert. Und das ist was, was den Alltag unheimlich spannend macht. Aber zurück zum Rumours. Eine Lifestyle-Brand, die so in München noch nicht da war und sicherlich auch provokant daherkam, wo viele gesagt haben, in der Lage, das Konzept, ob das wohl funktionieren wird. Und man muss ganz klar sagen, der Erfolg hat dem Haus recht gegeben. Es ist unheimlich beliebt bei vielen Menschen, die ja auch in der Öffentlichkeit stehen, sei es im Funk und Fernsehen, und hat unheimlich tolle F&B-Konzepte hervorgebracht. Dieser Kaya ist ein Restaurant, was unheimlich, ja, einen unheimlichen Vibe kreiert hat und Menschen aus der ganzen Umgebung angezogen hat, sei es aus Starnberg, aus Tegernsee. Und das war unheimlich toll, mal Hotellerie neu zu denken, anders zu denken, unkonventioneller zu denken. Und da muss man sagen, Micki Rosen, Alex Osiano sind da in der Hotellerie sicherlich so Troublemaker, die einfach sagen, wir stellen einfach mal infrage, was vielleicht überall immer Gültigkeit hatte, und machen es einfach mal anders. Und das war unheimlich toll. Also es hat mir einen Riesenspaß gemacht.

  33. 10:40
    Ronald M. Arndt

    Und dann kommen wir an im Rocco Forte, The Charles Hotel, einem großen Namen einmal mehr. Ich glaube, seit 15 Jahren ungefähr hier am Platz. Absolut. Im, wie nennt man es, Lenbachgärtnerviertel.

  34. 10:54
    Fabian Ahrendt

    Genau, ja, also direkt mit wunderbarem Blick über den Botanischen Garten. Das The Charles Hotel, 15 Jahre alt, ja, man glaubt es manchmal kaum. Wir haben ja unheimlich tolle Eigentümer, die sehr nachhaltig investiert haben, und wir können uns natürlich auch entsprechend um unser tolles Haus und dürfen hier mit Rocco Forte seit 15 Jahren Luxushotellerie verkörpern. Und ich bin hier unheimlich toll angekommen und muss sagen, dass das Rocco Forte als Familienunternehmen einfach eine unheimlich schöne Firma ist, um dafür arbeiten zu dürfen. Und dementsprechend fühle ich mich hier sehr wohl.

  35. 11:31
    Ronald M. Arndt

    Ja, und der Ich glaube sogar, ein Sir ist noch irgendwo im Namen drin, Sir Rocco Forte. Wie kam es denn dazu?

  36. 11:39
    Fabian Ahrendt

    Das ist eine ganz spannende Geschichte und die teile ich gerne. Sir Rocco ist zum Ritter geschlagen worden, damals noch von der Queen, und für seine Verdienste im Tourismus. Er hat unheimlich viel geleistet.

  37. 11:51
    Ronald M. Arndt

    Also mal nicht in der Musik wie der Elton John, sondern hier ein Sir des Tourismus.

  38. 11:57
    Fabian Ahrendt

    Okay, er ist ein Ambassador für Gastgebertum und Das wurde damit entsprechend gewürdigt. Sein Vater auch schon als Lord Charles Forte, daher übrigens auch der Name The Charles Hotel. Es ist nach Lord Charles Forte benannt und Sir Rocco ist ihm da sozusagen gefolgt und hat auch diese Leidenschaft Hotellerie in die Wiege gelegt bekommen und strahlt das auch unheimlich toll aus. Ist ein sehr, sehr charismatischer, toller Mensch, der mit ganzem Herzen dabei ist, was man immer wieder merkt.

  39. 12:30
    Ronald M. Arndt

    Also ich kenne es nur von Bildern, aber den Anschein macht auf jeden Fall. Und unternehmerisch ging es in der Familie, glaube ich, damals in Schottland los. Es müsste dann der Großvater gewesen sein, der von Italien nach Schottland ist, um da irgendwo ein erstes Café aufzumachen, das Savoy. Und später dann, glaube ich, eine Generation später kam eine Milchbar in London dazu. Und heute hat der Rocco Forte sogar noch ein Hotel in London, das Browns.

  40. 12:58
    Fabian Ahrendt

    Genau, eine sehr bewegte Geschichte, die dahinter steht. Das Unternehmen war unheimlich groß zu einem gewissen Zeitpunkt, ist dann aus diversen Gründen kleiner geworden, aber der Schwerpunkt Hotellerie war immer da und Sir Rocco hat die Marke Rocco Forte Hotels in die Zukunft geführt. Wir sind nach wie vor ein relativ kleines Unternehmen mit 14 Häusern, aber sehr familiär und das ist etwas, was ich unheimlich schätze. Man kann sich sicherlich vorstellen, 4000 Hotels, was es da teilweise auf dem Markt gibt. Da ist der direkte Kontakt doch etwas verloren gegangen und man kennt sich untereinander, man weiß, mit wem man es zu tun hat. Die Persönlichkeiten, der Mensch zählt doch noch mehr, als das vielleicht in Aktienunternehmen der Fall ist, die von Shareholdern entsprechend beeinflusst sind. Und das ist was Tolles, wenn man in einem echten Familienunternehmen arbeiten kann. Das finde ich etwas ganz Besonderes.

  41. 13:52
    Ronald M. Arndt

    Und auch die nächste Generation steht ja nicht nur in den Startlöchern, sondern ist involviert. Zum einen, Sören Kofod arbeitet ja Seite an Seite mit seiner Schwester, soweit ich das weiß.

  42. 14:04
    Fabian Ahrendt

    Frau Polizzi ist das, die Olga Polizzi. Gestern noch abgereist, Sie haben sie knapp verpasst. Ist in ihrer Funktion für das Design verantwortlich in allen Häusern und hat einen unheimlich tollen Stil, den lässt sie immer wieder, je nachdem wo das Haus ist, entsprechend mit einfließen und schafft es so sehr, sehr, ja, einfach wohnliche, sehr wertvolle Momente und Designmomente zu schaffen und ist sozusagen das Mastermind hinter der Kreativität bei Rocco Forte. Und neben der Schwester Olga Pulizzi sind auch die Kinder von Sir Rocco mit im Unternehmen.

  43. 14:41
    Ronald M. Arndt

    Ich glaube, 3 an der Zahl sind es.

  44. 14:42
    Fabian Ahrendt

    Genau richtig.

  45. 14:44
    Ronald M. Arndt

    Auch wieder ein Charles dabei, meine ich.

  46. 14:47
    Fabian Ahrendt

    Absolut. Der Name setzt sich in der Familie fort. Charles Forte, seines Zeichens fürs Development verantwortlich. Ich darf da auch schon einen kleinen Sneak Peek geben.

  47. 14:56
    Ronald M. Arndt

    Ist jetzt die Frage, ob es erst den Ritterschlag gab von der Queen, deren Sohn der Charles ist, oder ob der Sohn Charles auf die Welt kam. Aber das können wir dann mal später noch beleuchten.

  48. 15:08
    Fabian Ahrendt

    Das recherchieren wir dann noch mal aus. Ja, Charles Forte fürs Development verantwortlich. Da gibt es eine ganz tolle Nachricht, dass wir jetzt bald in Mailand ein Haus eröffnen werden. Also da dürfen Sie sich auf was freuen. Ich merke, Italien ist ja auch ein Haus hier.

  49. 15:22
    Ronald M. Arndt

    Italien, da hätte es, hätte der Weg hinführen sollen, ganz klar. Aber schön, ja. Mailand, da sind wir. Mailand, ich glaube Belgien.

  50. 15:29
    Fabian Ahrendt

    Genau, das Hotel Amigo haben wir in Belgien, dann das Browns in London, haben wir erwähnt.

  51. 15:34
    Ronald M. Arndt

    Sankt Petersburg, meide ich mich noch dran zu erinnern. Und Edinburgh.

  52. 15:39
    Fabian Ahrendt

    Balmoral Hotel. Wenn Sie— wer schon mal in Edinburgh war, ist sicherlich dran vorbeigelaufen oder hat es mit auf einem Foto. Ein sehr ikonisches Hotel, eines der ältesten Gebäude der Stadt und auch unheimlich sehenswert. Also Sie merken, das Portfolio ist immer sehr individuell und in den Städten sind es besondere Häuser, in denen wir sind. Und zum Beispiel hier in Berlin haben wir unser Schwesternhaus, das Hotel de Rome hier in Deutschland. Auch ein ganz, ganz besonderes, tolles Haus mit einer wunderbaren Dachterrasse, einem unheimlich schönen Ballsaal. Und Gordon Debus, General Manager dort, führt das auch schon eine geraume Zeit und sehr erfolgreich. Und wir haben ganz, ganz tolle Destinationen, die unsere Gäste sehr zu schätzen wissen. Unheimlich spannend.

  53. 16:25
    Ronald M. Arndt

    Ja, stimmt. Allein 2 Häuser in Deutschland, Italien, also Edinburgh, also sehr viele schöne Hotels in besonderen Städten Europas. Und ich kann mir vorstellen, dass auch sowas in der Vermarktung vielleicht immer einen gewissen Vorteil hat. Ja.

  54. 16:39
    Fabian Ahrendt

    Absolut. Also die Gäste, die zu uns kommen, kommen aus aller Welt. Natürlich hier im deutschen Markt auch viele deutsche Gäste, aber auch Amerika ist ein sehr, sehr großer Markt. Die Amerikaner schätzen unheimlich, das ist das, was wir als Roqueforte-Familie ja so verinnerlicht haben, die europäische Grand-Hotellerie, die wirklich noch echt gelebte Grand-Hotellerie. Die es einfach, die bei uns in Europa auch Geschichte hat. Ja, es ist, wenn man zurückblickt in die Zeit, Hotellerie war immer schon ein Gewerbe, was existiert hat und vor allem im Luxussegment auch immer präsent war. Und die Amerikaner schätzen unheimlich die alten Gebäude, den tollen Service, den sehr persönlichen Service und diese europäische Klasse, die damit einhergeht. Und das ist ein ganz toller Match, muss man sagen. Aber wir haben natürlich auch ganz viele andere tolle Märkte, sei es Middle East. Wir hatten viele russische Gäste. Klar, aufgrund der politischen Veränderungen ist das teilweise natürlich nicht mehr ganz so der Fall. Und ja, ansonsten freuen wir uns da eigentlich über einen ganz tollen Mix aus aller Welt und ganz tolle Persönlichkeiten, die auch gerne zu uns kommen.

  55. 17:53
    Ronald M. Arndt

    Wie hält man denn so die Verbindung als Rocko Forte in diese Märkte rein?

  56. 17:56
    Fabian Ahrendt

    Also das muss man sagen, da ist sogar unser Sir Rocco noch persönlich unterwegs.

  57. 18:02
    Ronald M. Arndt

    Also ist er auf Tournee, der Sir Rocco?

  58. 18:04
    Fabian Ahrendt

    Ja, er reist unheimlich gerne und er macht unheimlich gerne auch Sales in Person. Wir haben ein tolles Global Sales Team, was unsere Häuser gleichermaßen vermarktet. Bei uns gibt es kein jeder schaut auf sich, sondern man versucht immer Brücken zu schlagen, wie mit dem Pop-up jetzt hier im Charles Hotel, aber auch unter den Hotels Gäste, die weiterreisen. Es gibt ganz viele, die sagen, hey, ich komme gerade aus dem Durecy oder dem De la Ville in Rom und jetzt freue ich mich auf München und möchte München kennenlernen. Und so haben wir unheimlich tolle Verbindungen zwischen den Häusern. Das ist ja unheimlich schön, macht Spaß. Sirocco selber muss man auch sagen—

  59. 18:38
    Ronald M. Arndt

    Kann auch für die Mitarbeitenden natürlich sehr attraktiv sein, wenn man einfach an so vielen schönen Orten unterschiedliche Hotels hat. Also ich denke, in so einer Gruppe was sie am Ende ist.

  60. 18:50
    Fabian Ahrendt

    Ganz tolle Mitarbeiterkonditionen auch, dass Mitarbeiter das mal ausprobieren können, wenn sie möchten, und auch mal selber genießen und erleben dürfen. Und das ist uns eben auch wichtig, dass unsere Mitarbeitenden dieses Familienunternehmen spüren und merken, dass wir versuchen, enger aneinander zu sein oder dran zu sein oder miteinander zu arbeiten, aufeinander zu achten. Klar, wir sind auch ein Wirtschaftsunternehmen, was erfolgreich sein möchte. Nichtsdestotrotz ist Sirocco immer unheimlich wichtig gewesen, dass es den Mitarbeitenden gut geht. Und auch in der Pandemie gibt es tolle Beispiele, dass er gesagt hat, der Service muss stimmen, die Mitarbeitenden müssen auch nach dem, beim zweiten oder dritten Lockdown da sein. Wir möchten unsere Gäste begrüßen, wie wir das immer tun, und wir möchten vor allem auch mit unseren Kolleginnen in Kontakt bleiben. Und das ist, glaube ich, sehr wichtig, dass geht heute oft verloren. Und da ist man als Familienunternehmen sicherlich noch mal anders aufgestellt, wie gesagt, als der ein oder andere Global Player, wo einfach aufgrund der Größe irgendwann so die Persönlichkeit verloren gehen kann. Ist zumindest das Risiko da.

  61. 19:54
    Ronald M. Arndt

    Kann man sich das so vorstellen, dass so ein Sir Rocco Forte sich auch ab und an wirklich bei allen Mitarbeitern dann gleichzeitig meldet mit so einer E-Mail oder so vom Patron ausgehend, oder Also seine neuesten Gedanken und Projekte teilt, oder wie?

  62. 20:07
    Fabian Ahrendt

    Das ist eine tolle Frage, die ich sehr, sehr gerne beantworte, nämlich am liebsten kommt er persönlich.

  63. 20:11
    Ronald M. Arndt

    Weil nur er kann ja am Ende, neben der Marke, aber er in Person kann halt einfach alle zusammenbringen.

  64. 20:17
    Fabian Ahrendt

    Er kommt am liebsten persönlich vorbei.

  65. 20:18
    Ronald M. Arndt

    Er kommt vorbei, okay.

  66. 20:18
    Fabian Ahrendt

    Das ist das Tolle. Wenn er kommt, ist immer eine besondere Stimmung im Hotel. Und was mich sehr beeindruckt hat, als ich ihn das erste Mal treffen durfte, da haben wir in der Bar so ein tolles Get-together vorbereitet. Alle Mitarbeitenden waren da und haben sich schon gefreut. Für viele Das erste Mal, aber viele auch.

  67. 20:33
    Ronald M. Arndt

    Das schafft ja Identifikation. Also kann ich mir vorstellen, wenn da so ein charismatischer Kerl dahinter steckt.

  68. 20:39
    Fabian Ahrendt

    Wer Sirocco mal getroffen hat, der hat diese Aura gespürt und es ist was Besonderes. Man merkt, er ist mit voller Leidenschaft dabei.

  69. 20:47
    Ronald M. Arndt

    Gibt es so was eigentlich noch? Ich falle jetzt nicht— das können wir kurz aussparen, die Frage, aber mit Leidenschaft dabei?

  70. 20:53
    Fabian Ahrendt

    Also Leidenschaft, glaube ich, hoffe ich, sind viele in dem, was sie tun, dabei. Aber Persönlichkeiten wie Sorocco, die wirklich Gastgebertum leben, das ist schon was Besonderes, glaube ich. Ja, und es ist seine Firma nicht nur, weil er wirtschaftlich erfolgreich sein möchte, sondern weil auch dieses Gastgebertum ihm so wichtig ist. Und er sagt immer, und das finde ich was Tolles, alle Mitarbeitenden, egal in welchem Haus, sind Gastgeber im Namen der Familie Forte. Und daher sagen wir auch Forte Family zu unseren Teams. Zu unseren Kolleginnen und Kollegen. Und um nochmal auf den Besuch einzugehen, weil das fand ich so bemerkenswert. Er kam in diesen Raum rein und ich war so, ich war gespannt, ob das jetzt vielleicht etwas steif wird oder vielleicht hat der eine oder andere auch viel Respekt. Es hat keine Minuten gedauert, dann ist The Rock in der Menge verschwunden und dann haben alle Fotos mit ihm gemacht, das Housekeeping-Team, Gruppenfoto und es war unheimlich toll zu sehen, wie nah er an den Leuten dran ist und das ist ihm wichtig. Er möchte Kontakt haben. Zu den Mitarbeitenden. Und das ist natürlich was, was wir in den Häusern fortsetzen und weiterleben möchten, um eben den Familiengedanken da auch wirklich zu leben im Alltag und nicht nur uns auf die Fahne zu schreiben.

  71. 22:02
    Ronald M. Arndt

    Umso schöner zu wissen, dass da die nächste Generation schon aktiv dabei ist.

  72. 22:06
    Fabian Ahrendt

    Absolut.

  73. 22:07
    Ronald M. Arndt

    Sich sicherlich hier von diesem Wertekanon her das eine oder andere abschauen wird. Und ich habe gerade so angefangen zu überlegen, ob es da in der Hotellerie, in der gehobenen Hotellerie noch andere Beispiele gibt, wirklich so eine eine Person auch das bindende Glied sein kann oder ist.

  74. 22:24
    Fabian Ahrendt

    Aber ich war mal auf einem tollen Event in Berlin, da durfte ich Frank Marrenbach treffen und durfte mich mit ihm unterhalten. Und er hat mal was unheimlich Tolles gesagt, er hat den Vortrag gehalten zum Thema Privathotellerie. Und ich glaube, das ist was, was Deutschland auch stark macht, dass wir doch noch viele private Hotels haben, wo Gastgeber dahinter stehen, die für ihr Haus leben und brennen.

  75. 22:45
    Ronald M. Arndt

    Also wirklich Namen und Menschen dahinter stehen, ja.

  76. 22:47
    Fabian Ahrendt

    Absolut, und das ist etwas, was uns hoffentlich nie ganz verloren geht und irgendwo immer Bestandteil der Branche sein wird. Und ja, von daher glaube ich, gibt es viele schöne Beispiele, wo das noch der Fall ist.

  77. 23:00
    Ronald M. Arndt

    Bedeutet aber auch, dass natürlich das Kapital irgendwo nach Möglichkeit einer oder zwei Familien gebunden sein muss, ohne jetzt groß—

  78. 23:09
    Fabian Ahrendt

    Ich glaube, wenn man so etwas macht, dann ist es eine Lebensaufgabe, und dann ist das das Leben, was man auch führt. Die Hotellerie ist ja ein unheimlich spannender Alltag. Man reist unheimlich viel, man hat viele Kontakte, viele tolle Events und viele tolle Häuser, die man betreuen darf. Und ich glaube, wenn man eine Lebensaufgabe hat, die beinhaltet, Menschen glücklich zu machen, besondere Momente zu schaffen, und darum geht es in der Luxushotellerie. Das ist immer das Tolle, wenn manchmal, wenn ich mich mit Kolleginnen und Kollegen darüber unterhalte, sage ich mal, wir haben eine unheimlich tolle Aufgabe. Unsere Aufgabe ist es, Momente zu schaffen. Wir sind bei Hochzeiten dabei, bei Jubiläen dabei, wir sind bei Verlobungen sogar dabei. Und vielleicht darf ich da noch eine Geschichte geben, die mir gerade so in den Sinn kommt.

  79. 23:55
    Ronald M. Arndt

    Das war nicht die eigene Verlobung?

  80. 23:57
    Fabian Ahrendt

    Leider nicht ganz, aber auch da muss ich sagen, habe ich eine tolle Anekdote aus der Hotellerie. Die habe ich nämlich tatsächlich auf den Malediven gemacht, meine eigene Verlobung. Und damals unheimlich tolle Unterstützung von den Kollegen vor Ort gehabt, die als Hotelkollegen— und das darf man nicht vergessen, einfach auch wie international das Ganze ist. Die Branche ist sehr klein und man will sich helfen. Und da hatte ich unheimlich tollen Support und durfte einen eigenen Maledivenring kaufen.

  81. 24:24
    Ronald M. Arndt

    Also war erfolgreich.

  82. 24:25
    Fabian Ahrendt

    Der Ring ist da. Aber auch wir im Hotel hatten da eine tolle Geschichte ganz kürzlich erst, und zwar meine Chefconcierge, die hatte die Möglichkeit, einen Hochzeits- oder einen Heiratsantrag mitzuorganisieren. Und die Gäste kamen zu uns, haben eine tolle Suite gemietet und sind dann rausgefahren zum Schloss Neuschwanstein. Tollem Wetter. Der Tourguide, langjähriger Partner von uns, hat sie dann da herumgeführt und an einem tollen Panoramapunkt hat er dann die Frage gestellt. Unser Tourguide war Fotograf dann plötzlich und hat diesen Moment aufgenommen. Während die Gäste zusammen angestoßen haben und langsam auf dem Weg zurück zu uns waren, ist unsere Chefconcierge mit diesem Foto, was uns dann zugespielt wurde, hat es entwickelt, hat einen Bilderrahmen drum gemacht und ein unheimlich tolles Champagner-Amenity auf dem Zimmer zur Begrüßung hingestellt mit einer Karte von uns allen. Und die Gäste waren total gerührt. Die sind bis heute— das Charles Hotel wird immer mit deren Geschichte verbunden bleiben. Und ich glaube, das ist was Tolles, dass das die Hotellerie schaffen kann. Dass man Lebenspunkte hat, die unheimlich schön und wichtig sind, dass die mit unserem Arbeitsalltag verknüpft sind. Und das sind besondere Sachen, die man in anderen Branchen, glaube ich, so nicht hat. Und ja, manchmal, wenn ich mich mit meinen Brüdern darüber unterhalte, wir hatten das Gespräch letztens erst, dann sagt er zu mir: Schau mal, ich komme ins Büro oder sitze im Homeoffice und habe dann 8 Stunden Arbeit vorm Rechner. Bei dir ist jeden Tag was los. Es ist immer unheimlich spannend. Es passieren tolle Dinge. Und ja, dass er das auch manchmal sich wünschen würde. Und das fand ich irgendwie eine tolle Aussage und hat das gut zusammengefasst.

  83. 26:02
    Ronald M. Arndt

    Jetzt haben Sie schon viele schöne Ecken und Häuser in Deutschland gesehen. Gibt es für Sie so über die Landesgrenzen hinaus noch Hotels, wo Sie sagen, können auch in den USA sein, oder das sind wirklich, das sind Ikonen nochmal der Grand-Hôtellerie?

  84. 26:15
    Fabian Ahrendt

    Also ich glaube, da gibt es unheimlich tolle Beispiele in Europa natürlich auch. Auch geschichtlich bedingt einige Häuser.

  85. 26:22
    Ronald M. Arndt

    Da liegt ja der große Wert, wie sie vorher sagt, die Amerikaner, die mögen die Geschichte.

  86. 26:27
    Fabian Ahrendt

    Absolut. Aber auch wenn man Richtung Asien blickt, die Entwicklung, die in manchen Ländern stattgefunden hat, was für Hotels dort eröffnen, das ist schon atemberaubend. Und da sind ganz, ganz tolle ikonische Häuser dabei.

  87. 26:41
    Ronald M. Arndt

    Und ist für Sie eine Ikone auch ein Hotel, was erst innen?

  88. 26:46
    Fabian Ahrendt

    Es kann auch natürlich, also man muss zur Ikone werden. Architektur hilft natürlich immer, aber es spielt natürlich auch irgendwo die Gastgeberrolle, ist sehr wichtig. Wer betreibt das Haus? Mit welcher Intention? Mit welcher Leidenschaft? Und da gibt es eigentlich zu viele tolle Häuser weltweit, um sie alle aufzuzählen. Aber ich glaube immer, das Wichtige ist, dass ein Hotel seine Persönlichkeit nicht verlieren darf und dass die Mitarbeitenden eben ein ganz großer Teil davon sind. Weil unsere Gäste, die sind nicht preissensitiv. Also die können sich alles leisten im Leben, sie können sich alles kaufen. Aber was sie sich wünschen, wenn sie auf Reisen sind, ist, dass sie sich zu Hause fühlen können, persönliche Ansprechpartner haben, auch das Gefühl haben, dass sich jemand ehrlich um sie bemüht und eben den Aufenthalt perfekt machen will. Und das honorieren unsere Gäste auch unheimlich. Und was ganz toll ist, wir bekommen wirklich tolles Feedback von unseren Gästen zu unserem Service. Und das haben wir unseren Mitarbeitenden zu verdanken, die hier jeden Tag mit Leidenschaft, mit Herzblut zur Arbeit kommen und das einfach ja leben, was wir uns unter Gastgebersein vorstellen.

  89. 27:53
    Ronald M. Arndt

    Da kann ich mir vorstellen, dass ja auch mit diesem ganzen, dieser ganzen Geschichte, mit dieser Familienunternehmung im Hintergrund, mit der Marke Rocco Forte, dass es da immer noch ein bisschen einfacher fällt, sage ich mal, wieder noch Menschen für ihr Haus zu begeistern und für die Hotellerie?

  90. 28:10
    Fabian Ahrendt

    Oder schlägt das fehl? Mitarbeiter sind ein Thema. Ich glaube, nicht nur in der Hotellerie, auch in vielen anderen Branchen. Die Zeiten haben sich geändert oder der Wandel ist im Gange. Das heißt, als Arbeitgeber müssen wir attraktiv sein. Wir müssen gute Bedingungen schaffen. Wir müssen fair bezahlen. Wir müssen faire Bedingungen schaffen. Dinge, die in der Hotellerie nicht immer korrekt gelaufen sind in der Vergangenheit und auch immer noch weiter, sage ich mal, Fokus bleiben müssen. Aber, und das ist glaube ich auch wichtig, wir müssen Arbeitsplätze schaffen, die Spaß machen und wo man gerne hingeht. Für mich war immer wichtig, dass ich, wenn ich in einem Hotel anfange zu arbeiten, ich möchte einfach gerne meine Familie, Freunde einladen, in dieses Hotel zu kommen und es ihnen zu zeigen. Ja, das war für mich, ist für mich ein Kriterium gewesen, warum möchte ich in einem Hotel arbeiten. Und ich sehe das auch bei uns, wenn sei es der Auszubildende oder die Auszubildende, Auszubildende, sei es einfach ein Kollege, egal welche Abteilung, mit seinen Eltern zu uns zum Abendessen kommt, um das Haus mal zu zeigen. Das finde ich toll. Das zeigt, dass man stolz drauf ist, wo man arbeitet, und eben das auch weitergeben möchte. Und das zeichnet, glaube ich, dann ein Team aus, wenn das mit dem entsprechenden Stolz zur Arbeit kommt und der Gast spürt es. Der Gast wird immer spüren, ob ein Team zusammen funktioniert, ob da eine gute Verbindung ist, ob die Stimmung gut ist oder nicht. Das ist unheimlich spannend. Der Gast hat dann einen Sensor dafür und man kann—

  91. 29:32
    Ronald M. Arndt

    Und der Gast hat ja auch schon viel gesehen, muss man ja auch sagen.

  92. 29:35
    Fabian Ahrendt

    Weit gereist.

  93. 29:35
    Ronald M. Arndt

    Da kommt es ja noch einmal mehr auf dieses Team an.

  94. 29:39
    Fabian Ahrendt

    Absolut. Gute Miene zum bösen Spiel zu machen, funktioniert nicht. Es muss schon eine echte Atmosphäre da sein. Und da liegt es natürlich auch an uns Führungskräften, dass wir diese Atmosphäre schaffen, dass Arbeit Spaß macht, dass man Arbeit gerne macht und dass man sich damit auch identifiziert. Und das, denke ich, ist eine große Aufgabe, die wir uns immer wieder bewusst machen müssen. Ich finde, ein Beruf darf natürlich Spaß machen, er muss aber auch einen weiterbringen. Man muss wachsen können, man muss sich auch mal challengen, ja. Nur dann kann man neue Ziele erreichen, weiterkommen. Und man muss vielleicht auch den Spaß vermitteln, was es bedeutet, wenn man mal wieder was Tolles geschafft hat. Und wir haben letztens erst ein Riesenevent auf die Beine gestellt für das Virtuoso Chairmans Event, das ganze Haus umgebaut. Wir hatten zusätzliche Bars, Kollegen aus Balmoral waren da, aus London aus der Bar und so weiter und so fort. Also es war unheimlich viel los. Das war viel Arbeit, aber am Ende, wir haben alle gestaunt. Es war toll. Es war toll, Teil dieses Moments zu sein. Und das ist, glaube ich, was, was unsere Branche auszeichnet und warum viele, viele Kolleginnen und Kollegen auch einfach gerne ihren Job machen. In der Hotellerie machen. Es ist kein Tag wie der andere. Es gibt auch harte Tage, keine Frage, aber ich glaube, am Ende des Tages ist es einfach toll, wenn man mit den Kollegen dann vielleicht doch noch auf ein Bierchen geht, sich zu erzählen, was man wieder Spannendes heute erlebt hat.

  95. 30:58
    Ronald M. Arndt

    Ja, das wollen wir im Hotel-Podcast auch schaffen, dass man einfach Einblicke gibt in solche Lebenswege. Und Sie sagten gerade, man möchte sich entwickeln, und ich glaube, da ist einfach die Hotellerie nach wie vor einfach bietet einfach die Möglichkeiten, sich zu entwickeln. Man muss sich einfach nur mal Ihre, Ihren Werdegang anschauen, die verschiedenen Stationen, wo Sie waren.

  96. 31:20
    Fabian Ahrendt

    Und also ja, ich kann nach wie vor, bin ein Riesenverfechter unserer Branche und habe es nie bereut, dass ich den Weg gegangen bin, den ich gegangen bin. Hätte es einfachere Wege gegeben, in irgendeine Richtung zu gehen? Bestimmt. Aber ich habe nichts davon bereut. Alles, was man erlebt hat, sagen wir immer so gerne in der Hotellerie, man könnte Bücher damit füllen. Und das ist genau das, was meinen Alltag, meinen Job so spannend macht. Man hat immer tolle Kollegen um sich, es gibt viele Einflüsse, man bleibt nicht stehen. Und ich glaube, dass die Hotellerie, wenn wir weiter dranbleiben, wenn wir weiter schauen, dass wir faire, gute Bedingungen schaffen, dass wir attraktiv sind als Arbeitgeber, dass das ein unheimlich toller Place to be sein kann, wenn man beruflich weiterkommen möchte. Und wer Spaß hat, wer mit der richtigen Leidenschaft zur Arbeit kommt, kann unheimlich schnell tolle Wege gehen. Also wir haben, wenn ich manchmal mich mit Kolleginnen und Kollegen unterhalte, mit denen ich damals zur Lehre gegangen bin oder auf dem Weg meiner Karriere kennengelernt habe, wenn ich sehe, was die heute teilweise machen und wo die hingekommen sind. Spannend. Und das ist immer wieder toll. Und ich glaube, das ist was Besonderes.

  97. 32:27
    Ronald M. Arndt

    Also das motiviert, das macht einfach Spaß, Ihnen zuzuhören, die Begeisterung in den Augen zu sehen. Und ja, hiermit spreche ich die Einladung aus, regelmäßiger Gast zu sein. Wir freuen uns im Hotel-Podcast, Ihren weiteren Werdegang mitzuverfolgen.

  98. 32:43
    Fabian Ahrendt

    Und sehr, sehr gerne sehen wir uns mit einem gewissen zeitlichen Abstand wieder. Sehr gerne, vielen Dank für die Einladung.

  99. 32:48
    Ronald M. Arndt

    Schauen wir mal dem Herrn hier aus Sizilien über die Schulter und schauen, was er da vorwärtsmäßig auf die Beine gestellt hat.

  100. 32:55
    Fabian Ahrendt

    Was uns da erwartet, Schönes. Vielen Dank für die Möglichkeit.

  101. 32:58
    Ronald M. Arndt

    Vielen Dank Ihnen.

  102. 32:59
    Fabian Ahrendt

    Viel Spaß damit. Dankeschön. Tschüss.