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Germany · Episode #59 · 15.02.2023 · 27 Min

Hotellerie als Lebensart

Yvonne FederhoffBold Campus
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Aufgenommen: Bold Campus, Königstein im Taunus

Standbild aus der Episode mit Yvonne Federhoff Germany27 Min

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„Wir haben selber viele Jahre nicht gut über unsere Branche gesprochen. Es ist keine gute Lobby da, obwohl es einfach der geilste Job ist für mich immer noch.“

Yvonne Federhoff, 24:21

Yvonne Federhoff ist Direktorin des Bold Campus in Königstein im Taunus, einer Anlage aus sechs Gebäuden, die der Commerzbank als Tagungs- und Kommunikationszentrum diente. Sie erzählt Ronald M. Arndt, wie aus der 2016 gekauften Immobilie ein Ort für Gruppen von 5 bis 500 Personen wurde, mit veganer Grundbasis in der Küche, Tagungsretreat statt Tagungspauschale und Duzen ab dem ersten Satz. Dazu, warum sie Hotellerie eine Lebensart nennt und was Remo Masala am Haus gestaltet hat.

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Kernaussagen

  1. Immobilie zuerst, Betrieb später: Die Immobilie wurde 2016 gekauft, davor war sie Tagungs- und Kommunikationszentrum der Commerzbank. Erst danach kam der Gedanke, selbst zu betreiben; Federhoff stieß 2019 mit ihrem Team dazu und erarbeitete die Konzepte.
  2. Tagungsretreat statt Pauschale: Tagung und Event waren das Hauptbusiness, trotzdem sprach das Haus nicht von Tagungspauschale, sondern von Tagungsretreat. Dazu gehörten Zero Food Waste und die mentale Gesundheit der Gäste.
  3. Vegan als Grundbasis: Soßen, Butter, Aufstriche und Sahne waren vegan, Fleisch und Fisch gab es on top. Gearbeitet wurde mit Produkten aus der Region oder aus Deutschland, mittags mit Bowls, und Rezepte gab das Haus auf Nachfrage mit.
  4. Duzen ohne Namensschild: Gäste wurden geduzt, Namensschilder gab es nicht. Wer wollte, holte sich den Kaffee selbst, so wie zu Hause bei Freunden.
  5. Team aus 16 Nationalitäten: Federhoff nannte fehlende Fachkräfte als größte Herausforderung und arbeitete mit 16 verschiedenen Nationalitäten. Betriebsferien machten Urlaubsplanung möglich, ein Co-Living-Haus bot Unterkunft.
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed

Frech, laut, anders und dabei trotzdem souverän. Es hat mir großen Spaß gemacht, Yvonne Federhoff!

In Königstein im Taunus scheint sich die gelernte Hotelfachfrau ihren Traumarbeitsplatz selbst geschaffen zu haben. Früher im Nebenjob, als das Gebäude noch Tagungs- und Kommunikationszentrum der Commerzbank war, heute als Direktorin des Bold Campus.

Bereits im Jahr 2016 ging der gesamte Komplex in das Eigentum der Münchner Morten Group über. An ihrer Spitze Wolfgang Käfer, der heute nicht mehr Zähne, sondern Bestandsgebäude saniert.

Für den entsprechenden Anstrich sorgt kein Geringerer als Remo Masala, man kennt ihn von den 25hours Hotels oder auch den Superbuden.

In den Bauch kommen fast ausschließlich vegane Erzeugnisse. Das morgendliche Croissant darf dabei trotzdem nicht fehlen und Rezepte auch mal mit nach Hause genommen werden.

Gerne wäre ich länger geblieben. Gerne hätte ich noch eine Partie Schach im märchenhaften Park gespielt. Aber wir sehen uns wieder, im little cottage.

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Transkript

Transkript öffnenTranskript schließen27 Min · Ronald M. Arndt und Yvonne Federhoff

Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.

  1. 00:06
    Ronald M. Arndt

    Und du meinst, das ist euer Schönster da hinter dir?

  2. 00:09
    Yvonne Federhoff

    Das ist auf jeden Fall unser schönster Mann, den wir haben, aber wir haben noch ganz viele tolle Frauen.

  3. 00:14
    Ronald M. Arndt

    Ich habe ihn ja schön nicht gefunden, das ist ja so weitläufig hier.

  4. 00:17
    Yvonne Federhoff

    Also wir haben bestimmt 10 Porträts oder so was und die sind wirklich— wir fotografieren eigentlich so mehr oder weniger die Charaktere und die Schönheit liegt ja eh im Auge des Betrachters. Das ist so einfach so die ganze Art, wie wir die Porträts machen.

  5. 00:31
    Ronald M. Arndt

    Es ist aber nicht zwingend ein Kollege von dir?

  6. 00:33
    Yvonne Federhoff

    Nee, das war mal so ein Traum, dass wir eigentlich Kollegen fotografieren wollen. Haben wir noch nicht geschafft, aber in der Zukunft glaube ich, ist das etwas, was wir auf jeden Fall machen werden.

  7. 00:42
    Ronald M. Arndt

    Okay, wir sind auf dem Bold Campus bei Frankfurt, muss man sagen. Ja, wie heißt die Stätte hier?

  8. 00:51
    Yvonne Federhoff

    Königstein im Taunus.

  9. 00:52
    Ronald M. Arndt

    Königstein im Taunus.

  10. 00:53
    Yvonne Federhoff

    Also wir sind close to Frankfurt auf jeden Fall.

  11. 00:56
    Ronald M. Arndt

    Und du selbst kommst aus close to Frankfurt?

  12. 00:58
    Yvonne Federhoff

    Aus Frankfurt, genau.

  13. 01:01
    Ronald M. Arndt

    Dann weißt du sicherlich auch, wie viele Kräuter in die grüne Soße gehören.

  14. 01:05
    Yvonne Federhoff

    6 Stück, aber ich kann sie dir nicht aufzählen. Oder 7, ich weiß es ehrlich gesagt nicht, bin nicht so eine gute Köchin.

  15. 01:11
    Ronald M. Arndt

    Ich habe gestern Abend am Empfang einen Herrn kennengelernt, Kersten hieß er glaube ich, der konnte mir die Frage gleich beantworten: 7. Also wenn er recht hat.

  16. 01:20
    Yvonne Federhoff

    Okay, er hat wahrscheinlich recht.

  17. 01:21
    Ronald M. Arndt

    Und leider verbunden mit dem Tipp, wo man irgendwie auf dem Markt in der Innenstadt in Frankfurt da die beste grüne Soße kaufen könnte.

  18. 01:26
    Yvonne Federhoff

    Genau, aber du weißt schon auch, dass die grüne Soße kalt ist, ne? Weil viele denken, wenn sie kommt, wieso ist die kalt? Die ist kalt.

  19. 01:33
    Ronald M. Arndt

    Die ist kalt? Die ist kalt. Wusste ich auch. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass ich, als ich gestern Abend angekommen bin, auch noch zur grünen Soße kam. Denn selten war ja eine Vorbereitung auf einen Hotel-Podcast anstrengender als wie heute bei euch.

  20. 01:52
    Yvonne Federhoff

    Tatsächlich? Ja. Warum?

  21. 01:53
    Ronald M. Arndt

    Ich bin ja gestern Abend angereist und habe gedacht, so war ja schon alles dunkel, 20 Uhr, gehst aufs Zimmer und ruhst dich noch ein bisschen aus. Es hat aber nachher geendet in einer netten Runde mit deinen Kollegen, mit dem Philipp, der Andrea.

  22. 02:08
    Yvonne Federhoff

    Ja, unsere Maße sind halt auch mega, die lädt halt ein zum lange Verweilen, muss man einfach ganz klar sagen. Auch zu unseren Getränken, die wir da Ich weiß nicht, ob du es probiert hast, wir machen ja unseren eigenen Sirup und das ist natürlich etwas, ja, dieses, ja, Cocktails und Getränke müssen nicht immer alkoholgetränkt sein, sondern es gibt ganz viele Sachen, die man jetzt alkoholfrei machen kann und ich denke, da durftest du wahrscheinlich ein bisschen was probieren oder warst du nur bei Bier?

  23. 02:35
    Ronald M. Arndt

    Nee, nee, nee, ich wollte mit Bier anfangen, aber es wurde dann erstmal, korrigiere mich, wenn ich falsch liege, Aber mit dem Fichtensirup haben wir, glaube ich, begonnen. Genau, später dann Bier und so weiter und so fort.

  24. 02:48
    Yvonne Federhoff

    Und mit was habt ihr aufgehört? Mit Gin Tonic?

  25. 02:52
    Ronald M. Arndt

    Nee, aber ist mir jetzt entfallen. Wurde auf jeden Fall spät, hat mega Spaß gemacht. Das Faszinierende dabei war eigentlich, dass ich ja, wie gesagt, so in der Dunkelheit irgendwie angekommen bin und naja, wunderschönen Empfangsbereich und natürlich auch den Gastrobereich, wenn du es anders nennst, sagst du es, kennengelernt habe, dann mein Zimmer bezogen habe im Gartenhaus und man mir gestern Abend aber schon sagte, da gäbe es noch da hinten irgendwie so ein Hexenhäusle im Park. Ich glaube, Philipp hat es Hexenhäusle immer genannt, die Kollegin hat es anders genannt. Und dann gäbe es da eben natürlich die Fichten irgendwo entsprechend dem Sirup. Einen gelben kleinen Teich. Das habe ich alles nicht gesehen. Als ich dann heute Morgen aufgestanden bin und durch die bodentiefen Fenster die Sonne rein ist, da ging für mich einfach die Welt dann auf. Gestern Abend davon geträumt, heute Morgen habe ich den Waldcampus dann kennengelernt. Bin auch gleich mit meiner Tasse Kaffee den Weg runtergelaufen bis zum Hexenhäusle. Wie heißt das?

  26. 03:54
    Yvonne Federhoff

    Little Cottage.

  27. 03:54
    Ronald M. Arndt

    Hexenhäusle ist ein bisschen gemein. Ich habe hier sogar so einen kleinen Plan. Little Cottage, ganz genau.

  28. 04:01
    Yvonne Federhoff

    Das ist ein tatsächliches echtes Fachwerkhaus. Was abgebaut wurde und hier wieder aufgebaut wurde. Wie im Essenpark haben wir das ja auch. Das ist ein tatsächliches Fachwerkhaus, was nicht nachgebaut wurde.

  29. 04:11
    Ronald M. Arndt

    Ja, ich habe mal reingeschaut, sieht doch sehr gemütlich innen drin aus.

  30. 04:15
    Yvonne Federhoff

    Genau.

  31. 04:16
    Ronald M. Arndt

    Also lasst da gerne auch mal einen Hotel-Podcast machen irgendwann.

  32. 04:20
    Yvonne Federhoff

    Genau, oder einen Gin-Tasting oder so.

  33. 04:24
    Ronald M. Arndt

    Wollte ich gerade sagen, dann eher die abendliche Ausgabe vom Hotel-Podcast. Gut. Das habe ich mir gestern Abend noch nicht angeschaut, aber hier kann man sehr gut erkennen, der Bold Campus, aus wie vielen Einzelgebäuden der eigentlich besteht.

  34. 04:34
    Yvonne Federhoff

    Insgesamt aus 6 Stück.

  35. 04:37
    Ronald M. Arndt

    Sau spannende Immobilie, definitiv. Und ich glaube, dass ihr euch als Unternehmen, dahinter Bold steht ja, wie soll man sagen, technisch wahrscheinlich bezeichnet so ein Mischkonzern.

  36. 04:53
    Yvonne Federhoff

    Also wir sind in der Tat ein Mischkonzern, aber die Hotels sind halt Bold und Bold ist entstanden 2015 unser erstes Hotel. Und klar, was ist Bold? Wir sind frech, wir sind laut, wir sind anders, aber trotzdem souverän. Das ist eigentlich der Grund oder der Hintergrund gewesen, warum wir unsere Hotels so genannt haben. Und der Campus ist 2018 dazugekommen.

  37. 05:15
    Ronald M. Arndt

    Okay, das heißt, ihr habt erstmal Bold Hotels entwickelt, eröffnet. Wie viele an der Zahl?

  38. 05:23
    Yvonne Federhoff

    Im Moment haben wir 3.

  39. 05:24
    Ronald M. Arndt

    3 Stück, 3 Stück, 3 Hotels, und dann kam der Campus.

  40. 05:27
    Yvonne Federhoff

    Genau, genau.

  41. 05:29
    Ronald M. Arndt

    Aber da habt ihr wahrscheinlich noch nicht an einen Campus gedacht, als die Hotels eröffnet worden sind.

  42. 05:34
    Yvonne Federhoff

    In der Tat war ich da noch nicht dabei.

  43. 05:36
    Ronald M. Arndt

    Ich glaube schon. Wie kommt so eine Immobilie zu euch, zu Blattl, oder im weiteren Sinne zur Morton Group?

  44. 05:46
    Yvonne Federhoff

    Also unser Chef, unser Owner, kommt letztendlich auch aus der Immobilie, und wir haben ja die Immobilie erworben.

  45. 05:52
    Ronald M. Arndt

    Nicht nur, habe ich gelernt, nicht nur.

  46. 05:54
    Yvonne Federhoff

    Nicht nur, aber er kann vieles. Er kann auch Zähne reißen und Immobilien und Hotels und Flüchtlingsheime. Also wir können, haben schon recht großes Portfolio, aber grundsätzlich wurde erstmal die Immobilie gekauft 2016 und irgendwann hat der Wolfgang glaube ich darüber nachgedacht, Mensch, das können wir doch auch betreiben. Jetzt suchen wir mal ein Team, dass das letztendlich ja in die nächste Episode eines Campus heben können.

  47. 06:23
    Ronald M. Arndt

    Du beantwortest schon meine Frage. Also es wurde gekauft 2016. Ich habe mal irgendwo gelesen, du sprichst ja vom Wolfgang Käfer, unser Zahnarzt, der natürlich der Gründervater von eurer großen Unternehmung ist. Aber er sagte mal, Immobilien kaufen und was draus machen, das ist so ein bisschen eure DNA.

  48. 06:44
    Yvonne Federhoff

    Unsere DNA, genau.

  49. 06:46
    Ronald M. Arndt

    2016 gekauft, sagst du, und Dann war gleich klar, das führt man so weiter, was es auch damals war. Was war es denn damals?

  50. 06:55
    Yvonne Federhoff

    Das gehörte der Commerzbank und war ein Tagungs- und Kommunikationszentrum, also auch sehr technisch gelagert. Und ob Wolfgang gleich wusste, was er daraus macht, weiß ich nicht, weil ich bin auch erst 2019 dazugekommen mit meinem Team. Und dann haben wir natürlich angefangen, das zu erarbeiten. Was können wir daraus machen? Ich kannte das Projekt schon, weil ich hier, als ich studiert habe, gejobbt habe in der Tat. Und so wurden die Konzepte entwickelt. Was für Gäste wollen wir in Zukunft haben? Wie sehen die Tagungen der Zukunft aus? Wie ist das Hotel der Zukunft? Und klar, und dann kam das ganze Food-Konzept dazu, Nachhaltigkeit. Das ist natürlich auch etwas, was wir uns auf die Fahne geschrieben haben oder schreiben. Wir schreiben noch.

  51. 07:38
    Ronald M. Arndt

    Ihr schreibt noch, genau. Aber so der unromantischere Ausdruck, sage ich mal, des Konzepts. Und die Andrea hat mich gestern gefragt, ob ich schon mal einen Podcast gemacht hätte in einem Tagungshotel. Wäre dann vielleicht Tagungshotel weiterhin, oder ist das zu kurz gegriffen?

  52. 07:53
    Yvonne Federhoff

    Der Campus sagt ja eigentlich aus, dass man hier alles machen kann: Sport, Schlafen, Essen. Das ist ja letztlich ein Campus, ein weit gefächerter Begriff. Meistens kennen wir den aus dem Bereich, wenn wir studieren oder so was, und das wollen wir damit eigentlich auch sagen. Klar ist Tagung und Event unser Hauptbusiness, aber natürlich arbeiten wir weiter daran, neue Dinge zu entwickeln. Wie kann man hier Sport integrieren? Wie kann man den Biergarten, den Taunus integrieren? Also da gibt es noch ganz viele Sachen, wo wir dran sind, wo wir denken, ja, vielleicht nicht heute, aber vielleicht im nächsten Jahr, dass hier die Entwicklung immer weitergeht und wir uns auch stetig verändern. Weil das, was wir heute haben, ist vielleicht nächstes Jahr nicht mehr. Wir haben mit der Pandemie erlebt, dass sich ganz viele Dinge ganz schnell ändern können.

  53. 08:37
    Ronald M. Arndt

    Okay. Also du sagst, es wird weiterentwickelt und Biergarten. Biergarten, es wäre aber immer ein Biergarten, sage ich mal, für die Gruppen oder Unternehmen, sage ich mal, die hier auch vor Ort ein oder mehrere Tage eben zu Gast sind. Also es ist jetzt kein öffentlicher Zugang.

  54. 08:53
    Yvonne Federhoff

    Das soll in der Zukunft auch öffentlich sein. Also hier, wir denken über Festivals nach, wir denken über Retreats nach. Also schon auch nicht nur für die Gäste im Hotel, sondern auch von außen. Dass man sich ja der Schönheit dieses schönen Parkes—

  55. 09:09
    Ronald M. Arndt

    definitiv, ja, ja, ich konnte es ja nur erahnen heute Morgen, als ich bis zum— korrigiere mich— Little Cottage gelaufen bin, was man hier so alles machen könnte. Also es erinnert ja schnell an wirklich so ein Retreat irgendwie im Allgäu oder wo auch immer, ja. Und dann der Ausblick hier auf eure historischen Gemäuer, die hat dann die Königsteiner Burg.

  56. 09:34
    Yvonne Federhoff

    Also wir sind ja auch schon ein bisschen historisch, halt aus den 70ern, wenn man sich umdreht.

  57. 09:38
    Ronald M. Arndt

    Na ja, aber muss ich sagen, habe ich auch gestern schon gesagt, genau mein Stil. Also wunderbar, wenn man das so nicht nur erhalten, sondern irgendwo auch ja eben auch entwickeln, weiterentwickeln kann.

  58. 09:49
    Yvonne Federhoff

    Ganz genau. Wir sagen ja auch immer, wir können natürlich nachhaltig nicht energetisch im Moment noch nicht sein. Da arbeiten wir auch dran, dass wir natürlich unsere erneuerbaren Energien hier mit verarbeiten werden. Aber das bedarf natürlich ein bisschen mehr Zeit. Aber die Nachhaltigkeit ist wirklich das, was wir tun, was wir an Essen rausgeben, dass wir Zero Food Waste machen und dass wir unsere Gäste halt gesund halten, auch die mentale Gesundheit. Darum ist halt immer, reden wir auch nicht von Tagungspauschale, sondern wir reden vom Tagungsretreat.

  59. 10:18
    Ronald M. Arndt

    Okay. Ich war nämlich, habe da gestern die Ohren gespitzt, als der Philipp immer meinte mit nachhaltig und hier und dort und Temperatur, und habe es dann aber heute Morgen auch noch mal beim, nicht zuletzt beim Frühstück und so gesehen und bestätigt bekommen, dass da eine Menge gesunder Sachen drauf sind.

  60. 10:42
    Yvonne Federhoff

    Bitte? Menge gesunder Sachen drauf sind.

  61. 10:44
    Ronald M. Arndt

    Eine Menge gesunde, aber doch sehr leckere Sachen drauf sind. Genau, wir sind ein À-la-carte-Frühstück, wie man es natürlich in Hotels auch nur selten eigentlich vorsieht.

  62. 10:54
    Yvonne Federhoff

    Wir sind in der Grundbasis vegan, ne? Okay, also alles, was an Soßen ist, an Butter, an Aufstrich auf irgendwas, Sahne, das ist alles vegan. On top gibt es natürlich bei uns auch Fleisch, Fisch und alles. Und wir arbeiten halt, das neue Wort, glokal. Wir arbeiten wirklich nur mit Sachen, die hier vor Ort wachsen oder wenigstens in Deutschland wachsen, die die wenig oder kurze Wege haben. Wir arbeiten wieder ganz klassisch mit Weißkohl, Rotkohl, Rosenkohl und machen halt mittags Bowls. Also auch hier kann man natürlich on top sich immer auch Fleisch und Fisch dazu nehmen. Also ich bin persönlich auch nicht vegan, weil manche denken, die Chefin ist vegan, darum machen wir vegan. Das ist nicht so, sondern das ist eigentlich auch so ein ganzheitliches Konzept, wo wir sagen, Ein Veganer kann nicht das essen, was ich esse, aber ich kann vegan essen, ohne dass da mir irgendwas fehlt. Das sind halt so die Dinge, die wir immer mitlaufen lassen. Klar, du hast gesehen, wir machen Croissant. Wir wussten auch nicht, aber ein Croissant gehört zu deutschen Frühstücken dazu. Mussten wir lernen, haben wir dann natürlich mit dazu genommen. Das ist nicht vegan. Also es gibt immer für jeden etwas, aber das klassische Buffet, wo 16 Wurstsorten mit Gesicht drauf sind, die haben wir jetzt nicht mehr. Und wir wollen natürlich auch immer, wir haben das entwickelt auch mit unseren Kunden zusammen. Am Anfang war es ein bisschen schwierig in 2020, da war das noch so ein bisschen so zu wenig. In 2021 waren schon mehr begeistert. Warum? Die Leute haben sich selber damit beschäftigt, was möchten sie, was kochen sie, wie gesund kochen sie, und das Bewusstsein war mehr da. Und jeder will die nächste Pandemie auch überleben, ne, und gesund wollen wir auch bleiben. Also passt das sehr gut und der Kunde geht halt auch und kocht das auch nach. Wir geben halt auch die Rezepte mit raus, wenn gefragt wird.

  63. 12:38
    Ronald M. Arndt

    Ja, du sagst, du bist mit deinem Team 2019 hier dazugestoßen. Dann nehme ich mal an, dass du davor auch schon im Hospitality-Umfeld ein bisschen tätig warst. Sag doch mal ein bisschen was, Yvonne, wo du herkommst, wie du da reingefunden hast.

  64. 12:52
    Yvonne Federhoff

    Also ich bin ja eine Nichte von 2 Hoteliers, ne, das sagt ja praktisch schon alles. Meine ganzen Ferien habe ich in irgendeiner Form im Harz verbracht. Da war nämlich das Hotel meiner Tante und meines Onkels.

  65. 13:03
    Ronald M. Arndt

    Okay, und deine Eltern haben dich da immer hingeschickt?

  66. 13:05
    Yvonne Federhoff

    Genau, weil sie selber Urlaub brauchten. Sie hatten ja nur ein Kind, aber das war auch schon anstrengend. Ja, und da habe ich halt einfach immer so diese Lebensart, ich sage Hotellerie ist eine Lebensart, auch irgendwo, die waren immer total lustig, da war immer viel los, da waren viele Gäste. Das war noch nicht so international, aber es war auf jeden Fall schon mega interessant, Ich konnte in die Töpfe gucken. Gab es da auch schon grüne Soße? Nee, im Harz jetzt nicht.

  67. 13:32
    Ronald M. Arndt

    Hast du auch nicht exportiert, ne?

  68. 13:34
    Yvonne Federhoff

    Also daher dachte ich, ich kann eh nur Addition rechnen, das wäre genau der richtige Job für mich, Kellner zu werden.

  69. 13:39
    Ronald M. Arndt

    So bescheiden warst du damals?

  70. 13:41
    Yvonne Federhoff

    Ja, so bescheiden war ich.

  71. 13:42
    Ronald M. Arndt

    Den Eindruck machst du jetzt gar nicht.

  72. 13:43
    Yvonne Federhoff

    Nicht mehr so bescheiden. Ja, und meine Eltern haben ja im Frühjahr—

  73. 13:49
    Ronald M. Arndt

    Nicht bescheiden, sondern— dass du dir da so wenig zutraust, sage ich mal.

  74. 13:55
    Yvonne Federhoff

    Ja, damals wusste ich noch nicht, dass man so einfach, dass ich auch Direktorin werden kann.

  75. 13:59
    Ronald M. Arndt

    Ja, ja, das ist ein toller Weg.

  76. 14:02
    Yvonne Federhoff

    Genau.

  77. 14:02
    Ronald M. Arndt

    Ja, okay.

  78. 14:04
    Yvonne Federhoff

    Ja, und ich selber habe dann natürlich auch entschieden, die Hotelfachlehre zu machen, habe später auch noch mal BWL studiert mit dem Hintergrund Hotel, habe auch Kosmetikerin einen Abschluss gemacht. Warum? Weil ich immer dachte, Vielleicht muss man, wenn man ein Hotel macht mit Wellness, dann muss ich da ja auch Ahnung von haben. So ist das entstanden. Ja, ja, habe nie in einem Wellnesshaus gearbeitet, aber das war so in den 18, wo ich gedacht habe, das ist bestimmt eine Möglichkeit zu sagen, okay, ich kann das eine und das andere.

  79. 14:39
    Ronald M. Arndt

    Ja, und haben wir gerade schon gehört, hier kann ja noch alles kommen.

  80. 14:43
    Yvonne Federhoff

    Genau, genau.

  81. 14:44
    Ronald M. Arndt

    Wer weiß, was passiert.

  82. 14:47
    Yvonne Federhoff

    Ja, man muss halt sich weiterentwickeln. Was wir in der Hotellerie oft hatten, wir sind ja etwas verstaubt. Die Gastronomie hat sich ja viel schneller schon geändert, also bestimmt schon seit 10 Jahren sind auch die Mitarbeiter ein Teil des Produktes. Die Hotellerie ist da weiterhin verstaubt geblieben, und das ist, denke ich, so, mit der Pandemie wird das jetzt so ein bisschen aufgebrochen, weil ein Mitarbeiter ist ein Teil des Produktes, ne. Und wenn er sich nicht verkleiden muss, wenn er individuell auch sein kann wie der Gast auch, funktioniert das halt einfach besser.

  83. 15:19
    Ronald M. Arndt

    Okay, gibst du vielleicht noch mal ein Beispiel? Also jetzt nehmen wir mal den Anton, der uns da gestern ja wirklich herzlichst abends betreut hat beim Abendessen. Du meinst, er ist— mag es ja bei Bold anders sein— aber er in seiner Funktion ist immer näher dran am Produkt und Gast im Restaurant, oder? Ja, es ist natürlich, du hast schon recht, die Kommunikation ist erstmal höher getaktet, ne? Also ja, das verstehe ich.

  84. 15:44
    Yvonne Federhoff

    Wir sagen ja immer, wir sind Gastgeber, ja, aber wir sind es tatsächlich, weil wir duzen unsere Gäste. Okay, damit sind wir eher Freunde, Berater und nicht mehr der Dienstleister. Also der bleiben wir natürlich letztendlich immer, aber auf einer ganz anderen Ebene. Wir lassen diese Kennenlernphase weg. Mit dem Du bist du praktisch gleich ja auf so einer Ebene, als wenn du dich schon lange kennst. Und damit können wir ganz, ganz anders beraten. Und unsere Mitarbeiter sind ja genauso. Du gehst an den Tisch und sagst, keine Ahnung, ich bin Yvonne. Dann sagst du, du bist Ronald übrigens. Roland?

  85. 16:19
    Ronald M. Arndt

    Nein, nein, Ronald.

  86. 16:20
    Yvonne Federhoff

    Ronald.

  87. 16:23
    Ronald M. Arndt

    Bislang hast du nichts falsch gemacht. Das war jetzt nur hier live.

  88. 16:25
    Yvonne Federhoff

    Nur hier. Aber nur weil du dazwischen gesprochen hast. Aber es gab schon härtere Fälle. Genau, und somit hast du halt auch, kann der Mitarbeiter ganz anders auf den Kunden oder auf den Gast sich konzentrieren. Und das ist halt, wenn ich dich zu Hause einlade, kriegst du kein Namensschild von mir, und das haben wir auch nicht. Wenn ich dich einlade, dann darfst du auch mal in die Küche gehen und kannst dir deinen Kaffee selber holen. Und das hast du ja auch so ein bisschen. Du siehst ja, überall haben wir Kaffee und sowas stehen. Da kann man auch mal sagen, du, da hinten ist die Kaffeemaschine, Und dann sagt der Gast auch, ja, mache ich selber, gar kein Problem. Also so ein bisschen zu Hause.

  89. 17:03
    Ronald M. Arndt

    Bisschen zu Hause, bisschen. Ich habe es letztens in einem Hotel-Podcast gehört, Selbstverantwortung da wieder mit reinbringen ins Haus. Komme jetzt gerade nicht drauf, wo das war, aber der Ansatz gefällt mir, gefällt mir extrem gut. Ja, weil dann fühle ich mich zu Hause. Es ist so, ja, indem ich auch mal ein bisschen was machen darf.

  90. 17:21
    Yvonne Federhoff

    Genau, und so einfach so dazugehörst.

  91. 17:23
    Ronald M. Arndt

    Und bitten und betteln muss.

  92. 17:24
    Yvonne Federhoff

    Was ja auch für den Kunden oft oder für den Gast interessant ist, wie das hintenrum so funktioniert. Und wenn, ach Mensch, da habe ich mir meinen Kaffee selbst gemacht. Das ist ja auch so ein bisschen in England und so was wird das ja schon viel mehr gemacht, dass da Schlösser komplett vermietet werden oder so Hostels und dass man zwar Mittagessen und Abendessen bekommt, aber ansonsten muss die Gruppe alles alleine machen. Das ist ja auch so ein bisschen nachhaltiger Trend. Wir konzentrieren uns mal wieder alle auf die schönen Dinge und bedienen auf einer anderen Form, also eher herzlich Gastgeber sein.

  93. 17:58
    Ronald M. Arndt

    Cool. Kommen wir mal ein bisschen auf euren typischen Kunden zu sprechen. Das sind ja, wenn ich es jetzt richtig verstanden habe, schon in erster Linie so Unternehmungen, Unternehmen, die mit ein paar Mitarbeitern oder auch mehr sagen, wir brauchen einen Rückzugsort in der nahen Umgebung von Frankfurt. Die bleiben dann von einer Nacht bis— was ist so der typische Kunde?

  94. 18:21
    Yvonne Federhoff

    Und also, wir haben schon eher, sage ich jetzt mal, von 5 Personen bis 500 Personen. Das ist für uns eigentlich so das tägliche Business. Und natürlich ist es national, auch international Gäste, die zu uns kommen. Und natürlich profitieren wir von der Nähe des Frankfurter Flughafens, Drehkreuz Europa, und da sind wir halt einfach nicht so weit weg. Und auch hier ist ja der Trend so ein bisschen ins Grüne, ja, und wir sind im Naturschutzgebiet und mitten im Taunus. Das ist schon interessant und trotzdem nah an Frankfurt. Und ja, die Gruppen sind natürlich auch hier, weil du so viele Möglichkeiten hast. Du kannst Party machen, du kannst kicken, du kannst Sport machen, du kannst stilvolles Tagtrinken machen, du kannst dich gesund ernähren, und der Veranstalter selber weiß, dass seine Gruppe im Haus bleibt, weil hier kannst du mal nicht einfach so irgendwohin. Du brauchst auf jeden Fall ein Auto, und das macht natürlich die Kommunikation für die Firmen auch sehr, sehr interessant.

  95. 19:22
    Ronald M. Arndt

    Und wie geht man, also wenn du sagst national, dann wird es ja auch jemanden geben, der wirklich immer irgendwo im Vertrieb tätig ist und das Angebot des World Campus in die Welt trägt.

  96. 19:34
    Yvonne Federhoff

    Also wir haben natürlich ein Sales-Team, ganz klar.

  97. 19:37
    Ronald M. Arndt

    Die sitzen in München oder sind die auch hier vor Ort?

  98. 19:39
    Yvonne Federhoff

    Einmal in Berlin und einmal hier vor Ort. Und dann haben wir natürlich noch ein großes Event-Team, die das Ganze abarbeiten, was so angefragt wird. Weil wir nehmen nicht nur die Anfragen an, sondern wir beraten in der Tat den Kunden, was er machen kann mit seinen Teams, weil es eben nicht nur um die reine Tagung geht. Das hat sich auch so ein bisschen verändert, dass viele mehr in die Kommunikation gehen wollen, weil die 3 Jahre oder fast 3 Jahre Pandemie haben natürlich auch in den Firmen was verändert. Manche haben sich noch nie gesehen, oder es gibt sowieso viel Homeoffice, und dadurch müssen die viel mehr Teambuilding-Sachen machen. Und da dieses Team berät halt und sagt, das sind Dinge, die ihr machen könnt, oder was gut zu euch passen würde. Dadurch sind wir auch so nah am Kunden dran, weil wir uns auch von denen erzählen lassen, was ist denn der Hintergrund, warum macht ihr diese Veranstaltung, ist das reine Kommunikation, Oder ist das eine Schulung? Weil wirklich die Tagung an sich hat sich extrem verändert.

  99. 20:37
    Ronald M. Arndt

    Und das kannst du ja sagen, wenn du hier damals schon mitgeschafft hast. Genau. Also hier noch unter den Fittichen der Märzbank oder Dresdner Bank wahrscheinlich noch war. Okay.

  100. 20:49
    Yvonne Federhoff

    Und noch eine witzige Anekdote hier vielleicht.

  101. 20:51
    Ronald M. Arndt

    Die Morgensonne, die scheint hier wie schon den ganzen Morgen rein in deine Richtung.

  102. 20:57
    Yvonne Federhoff

    Ich hoffe, das stört dich nicht zu sehr. Das stört mich nicht, sehe ich leider nicht, aber macht ja nichts.

  103. 21:00
    Ronald M. Arndt

    Aber du hörst mich.

  104. 21:01
    Yvonne Federhoff

    Genau, genau. Das Hotel wurde in der Tat eröffnet am gleichen Tag, als ich geboren wurde, am gleichen Tag und im gleichen Jahr. Das ist so ein bisschen tricky, ne, wo ich sage, keine Ahnung, das ist ein bisschen Shining. Das ist so die Verbindung vom Haus, die aber mir einfach so hinterher erst zugetragen wurden. Also das Haus ist mit dir gewachsen, mit mir geboren, und die Frage ist natürlich jetzt, wer jetzt schöner ist von uns beiden, oder oder wer jünger aussieht.

  105. 21:31
    Ronald M. Arndt

    So, in direkter Verbindung mit Bold steht ein Name, den viele wahrscheinlich kennen, die irgendwie in der Hospitality-Szene aktiv sind: Remo Massala. Wie ist da die Connection?

  106. 21:48
    Yvonne Federhoff

    Also Remo macht ja das ganze Innendesign, also er unterstützt uns in den Hotels und auch im Campus. Alles, was mit den Materialien zu tun hat, die wir hier haben, die ganze Ausrichtung, und das hat ja auch was mit dem, was wir nach außen hin wirken. Wir arbeiten nur mit Naturmaterialien, wir arbeiten mit Dingen, die es schon mal gab, und verwenden sie wieder, und natürlich in dem Remo-Massala-Stil, ganz klar. Den kann man auch in anderen Bereichen wiederfinden.

  107. 22:15
    Ronald M. Arndt

    Das tut man, und Remo ist ja eine Ikone, sage ich mal, auf seinem Gebiet. Man kennt ihn von 25 Hours, super Bude. Jetzt zuletzt auch wieder bei Condor die Finger im Spiel, wenn man diese, weiß gar nicht, was bezeichnet, diese Ringe, diese bunten Ringe rund um die Flugzeuge.

  108. 22:32
    Yvonne Federhoff

    Genau, die fliegen ja schon, sehen wir in Frankfurt immer.

  109. 22:34
    Ronald M. Arndt

    Genau, ihr seht das hier mehr als ich in Stuttgart und eben auch hier. Aber das möchte ich natürlich auch gerne wissen, eine Beziehung zwischen eurem Gründer, dem Wolfgang Käfer, und Remo gibt es wahrscheinlich auch schon länger, oder?

  110. 22:51
    Yvonne Federhoff

    Ja, also ich glaube schon, dass die sich— also ich kenne Remo auch schon sehr lange, wir kennen uns alle irgendwie schon, und ich glaube, Remo ist auch mit ins Boot gekommen mit der Gründung der Hotels, ganz klar, weil man braucht ja jemand, der eine kauft, die Immobilie, der andere muss sie einrichten in schön, und man kann ja einrichten und man kann einrichten. Und wir denken, dass wir mit Remo uns auf jeden Fall schön einrichten können.

  111. 23:17
    Ronald M. Arndt

    Ich glaube auch. Und da ist natürlich noch alles möglich, auch in der Zukunft. Gibt es so ein bisschen eine Vision für die Blattl Hotels oder den Blattl Campus? Weiß nicht, ob du auch für die Hotels sprechen möchtest.

  112. 23:32
    Yvonne Federhoff

    Also sicherlich gibt es immer Wachstumsgespräche oder zu schauen, wo kann man sich weiterentwickeln, sicherlich nicht nur in Deutschland, sondern da ist auch der Blick in Europa. Was gibt es auf den verschiedensten Inseln? Da sind sicherlich der Wolfgang und der Remo immer dran, etwas Neues zu finden, zu gucken, wo können wir den Campus praktisch duplizieren und so weiter. Und Hotels, klar.

  113. 24:04
    Ronald M. Arndt

    Ja, also macht einen Anschein, dass du dich in der Rolle hier eigentlich, die mit dir irgendwo ja gewachsen ist, sehr wohl fühlst.

  114. 24:12
    Yvonne Federhoff

    Ja, also ich muss schon sagen, ich fühle mich sehr wohl.

  115. 24:14
    Ronald M. Arndt

    Aber gibt es auch, jetzt mal auf deine Direktorin-Position zurückzukommen, wo liegen die Herausforderungen denn jetzt?

  116. 24:21
    Yvonne Federhoff

    Naja, die Herausforderungen sind natürlich die nicht vorhandenen Fachkräfte, ganz klar. Aber da sage ich halt auch immer, solange wie ich in der Hotellerie arbeite, hatten wir noch nie genug Mitarbeiter. Das ist halt einfach geschuldet der Hotellerie selber. Wir haben selber viele Jahre nicht gut über unsere Branche gesprochen. Es ist keine gute Lobby da, obwohl es einfach der geilste Job ist für mich immer noch.

  117. 24:44
    Ronald M. Arndt

    Wer hat nicht gut drüber gesprochen? Ihr selbst?

  118. 24:46
    Yvonne Federhoff

    Ja, die Branche selbst. Genau, es gibt ja immer noch, dass die Leute denken, wir arbeiten 365 Tage im Jahr, 24 Stunden, und das bleibt in den Köpfen, obwohl die Leute nie was mit der Hotellerie zu tun hatten. Das ist auf gar keinen Fall so, wo ich mal sage, du kannst wie in keiner anderen Branche wirklich zum Direktor werden, relativ schnell. Du hast so viele verschiedene Möglichkeiten. Wir decken ja alles ab, ob das IT ist, ob das Service ist, ob das Revenue ist, ob das Buchhaltung ist, ob das Personalmanagement ist. Alles im Hotel gibt es ja. Viele sehen halt nur das, was vorne dran ist. Und klar, die Bezahlung, Work-Life-Balance mussten wir jetzt oder konnten wir auch in der Pandemie lernen. Auch unsere Mitarbeiter haben festgestellt, es gibt noch was anderes. Wir möchten auch Work-Life-Balance haben. Und das ist auch etwas, was wir hier auch machen. Wir machen Betriebsferien, wo wir sagen, dass wir die Möglichkeit haben, den Mitarbeitern einfach zu sagen, okay, du kannst langfristig planen, du kannst in dem schönsten Monat in Deutschland im August in Urlaub gehen. Wir haben auch einem Co-Living-Haus. Also wir haben auch Möglichkeiten, unsere Mitarbeiter hier unterzubringen. Wir fischen natürlich auch im Teich über Deutschland hinaus. Wir haben im Moment 16 verschiedene Nationalitäten, mit denen wir arbeiten.

  119. 26:03
    Ronald M. Arndt

    Ich glaube, ihr habt ein bisschen über 200 Zimmer?

  120. 26:05
    Yvonne Federhoff

    Genau.

  121. 26:06
    Ronald M. Arndt

    Um da auch noch mal drauf einzugehen. Okay.

  122. 26:08
    Yvonne Federhoff

    Und auch hier muss man halt ganz viel schauen, dass der Mitarbeiter muss auch die Möglichkeit haben, Familie zu haben, seine Freizeit zu genießen. Und trotzdem voller Elan mit uns zu arbeiten. Und das bedeutet auch natürlich, Projekte abzugeben und zu sagen, wer hat Lust, das zu machen? Und eben auch das zulassen, weil nicht nur, weil ich Direktor bin, habe ich die besten Ideen, um Gottes Willen. Ich brauche ein Team dazu, das mit mir die Dinge entwickelt.

  123. 26:34
    Ronald M. Arndt

    Ja, ja, ja, ich kann mir vorstellen, weil es ein bisschen außerhalb ist von Frankfurt, dass es eben genau da mit Mitarbeiterhaus und so eben entsprechend Chancen gibt. Genau, genau, wunderbar. Yvonne, dann freue ich mich. Also ging gestern gut los, super nett, dich jetzt mal gesprochen, kennengelernt zu haben. Und ja, sehr motivierend, einfach auch noch mal zu hören, wie es einfach so ein beruflicher Werdegang eben ausschauen kann, von der Geburt an bis zum Campus, bis zum Campus. Genau, gucken wir mal, gucken wir mal, wo es weitergeht. Lieben Dank dir.

  124. 27:15
    Yvonne Federhoff

    Ich danke dir, lieber. Sehr schön.