Auf der Suche nach dem idealen Hotel
Aufgenommen: Occhio d'Oro, Frankfurt am Main
Germany45 Min Das Video kommt von YouTube und lädt erst, wenn du auf Abspielen klickst.
„Ich habe eine Allergie für Komfortzonen.“
Rob Hornman, 07:45
Ronald M. Arndt trifft Rob Hornman im Occhio d’Oro im Frankfurter Bayerhaus. Hornman erzählt, wie er über einen Zufallsjob im Restaurant in die Hotellerie kam, mit 28 Jahren Hoteldirektor in Jakarta wurde und über Accor, Sofitel, WorldHotels und HRS bei Flemings Hotels landete. Er erklärt, warum er bei der Lage keine Kompromisse macht, was Owner-Operator für die Gruppe bedeutet und wie aus Boutique at Heart die Flamingos wurden.
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Kernaussagen
- Chance vor Lebenslauf: Hornmans erster Hoteldirektor gab Leuten unabhängig von Studium und Erfahrung Verantwortung und schützte ihn bei Fehlern. Dieser Satz begleitet ihn: Anyone who can do the job can do the job.
- Lage zahlt sich aus: Kein Flemings-Haus liegt bei Booking.com unter 8,7. Zur Messezeit in Frankfurt waren die Hotels voll, obwohl Messegröße und Besucherzahl bei etwa 50 Prozent lagen, und Hornman sagt, er hätte die Preise höher nehmen können.
- Owner-Operator: Alles, was Flemings selbst betreibt, gehört der Gruppe. Daneben gibt es Häuser, die extern verpachtet werden, und ein Kernportfolio unter der eigenen Marke.
- Boutique at Heart im Bus: Statt wieder Präsentationen zu zeigen, fuhr das Team mit einem Bus in jede Destination, dabei die neue Espressomaschine, das neue Bett, die Check-in-Säule und die Uniform, und machte Workshops mit den Kollegen.
- Collection als Einstieg: Die Flemings Collection ist kein Premiumlabel, sondern offen für Häuser ohne Nachfolger oder mit Bedarf an Management. Sie bekommen zentralen Einkauf, Reservierung und Vertrieb.
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed
Sehr gerne hätte ich einmal mit Rob Hornman und Ignaz Blodinger am Kaffeetisch Platz genommen. Und wenn sich dann noch Ian Fleming, der Urvater von James Bond, dazugesellt hätte? Aber dies wird wohl für immer ein Traum bleiben.
„Das ideale Hotel“ wäre wohl im Mittelpunkt der Diskussion gestanden, das noch junge Occhio d’Oro mit Blick auf die Frankfurter Skyline der perfekte Treffpunkt.
Früh entscheidet sich Rob, sein Glück in der Welt der Hotellerie zu suchen. Gefunden hat er weit mehr, denn seine frühere Chefin wurde gar seine Ehefrau. Mit nur 28 Jahren zum Hoteldirektor ernannt, machen sich beide früh nach Asien auf. Praktikum, Hotelfachschule und erste Arbeitserfahrungen in der Heimat, den Niederlanden, liegen zu diesem Zeitpunkt bereits hinter ihm.
Der Satz „Anyone who can do the job, can do the job, no matter of age, experience or education“ begleitet ihn bis heute. Vertrauen, Risikobereitschaft und Entschlussfähigkeit gehören zu seinen wichtigsten Werten, Abenteuern stimmt er prinzipiell zu. Egal ob bei Accor, Sofitel, MGalery, Pullman, WorldHotels, HRS oder jetzt im Frankfurter Bayer-Haus.
Seine Flamingos, wie sich das Team der Flemings Hotels nennt, scheinen es definitiv gut zu haben bei Rob. Viel Erfolg auf eurem weiteren gemeinsamen Weg!
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Transkript öffnenTranskript schließen45 Min · Ronald M. Arndt und Rob Hornman
Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.
- 00:07 Ronald M. Arndt
Okay, genau, dreh mal um und schon sind wir mittendrin im Hotel-Podcast. Rob, nimm das Mikrofon zur Hand. Nicht so viel rumwackeln mit dem Mikrofon. Und es wurde meiner Meinung nach höchste Zeit, dass du, Rob, mal im Hotel-Podcast dabei bist. Bisschen Zeit haben wir uns gelassen. Dafür umso schöner jetzt der Ort, der Treffpunkt, wo wir sind, im Occhio d'Oro.
- 00:31 Rob Hornman
Occhio d'Oro, vielen Dank. Also ich bin verehrt, dass ich in diese Reihe komme.
- 00:37 Ronald M. Arndt
So bescheiden bist du. Ist dir die Reihe bekannt, wo du jetzt gerade anknüpfst? Hast du mal ein bisschen geschaut?
- 00:42 Rob Hornman
Also ich habe ein bisschen geschaut, ein paar ganz interessante Namen habe ich gesehen.
- 00:46 Ronald M. Arndt
Hast du gedacht, jetzt sagst du zu?
- 00:50 Rob Hornman
Ja, also ich sage eigentlich immer zu. Okay, nein, selektiv.
- 00:53 Ronald M. Arndt
Gut, das wertet er wieder.
- 00:55 Rob Hornman
Das ist nicht so wichtig. Für solche interessanten Sachen sage ich sehr gerne zu.
- 00:59 Ronald M. Arndt
Nein, ich glaube, wir sollten einfach mal gemeinsam schauen, was der Rob so schon alles gemacht hat. Sind ja ein paar Jahre zusammengekommen in deiner beruflichen Laufbahn. Du bist ja eigentlich immer auch in der Hotellerie geblieben.
- 01:11 Rob Hornman
Genau.
- 01:11 Ronald M. Arndt
Hast ja selten jetzt irgendwie Autoverkauf oder irgendwas gemacht. Das war immer Hotellerie. Das ist das eine. Und dann natürlich Flemmings.
- 01:20 Rob Hornman
Ja, genau.
- 01:21 Ronald M. Arndt
Also da einfach so die Wahrnehmung von außen. Da wird jetzt schon hier das Abendessen vorbereitet. Genau. Dass sich auch genau da eine Menge tut. Und kommen wir dann nachher drauf zu sprechen.
- 01:34 Rob Hornman
Super, ich freue mich.
- 01:35 Ronald M. Arndt
Super. Wann ging es denn bei dir los? Wo hast du, wie hast du den Weg in die Hotellerie gefunden?
- 01:42 Rob Hornman
Also ich bin, also ich komme aus einer niederländischen Familie und wir haben nichts am Hut gehabt mit Hotellerie oder Gastronomie. Schwester von mir hat eine Zeit mal etwas in einem Restaurant gehabt mit ihrem Mann, und sie, er hat einen Hotelfachschule-Background gehabt. Das war aber erst später.
- 02:02 Ronald M. Arndt
Kann man überhaupt gut essen in Holland?
- 02:04 Rob Hornman
Mittlerweile schon. Ja, ja, ja, da kommen doch ein paar sehr gute Initiativen. Und auch wichtig zu verstehen, dass es doch eine Nuance gibt zwischen Holland und den Niederlanden.
- 02:14 Ronald M. Arndt
Okay, also das ist, das klären wir dann noch, das klären wir dann später. Also ich erzähle dir nachher noch, was meine Verbindung Ich bin Richtung Niederlande oder Holland. Okay, du bist kein Holländer, also Niederländer.
- 02:24 Rob Hornman
Okay, meine Frau ist Holländerin, aber diese Nuance haben wir später. Aber guck mal, wir haben noch genügend Akku, also wir können wirklich alles, was wichtig ist, besprechen. Ich habe einfach durch Zufall mal einen Job in einem Restaurant bekommen, war da so begeistert und habe dann, das hat sich dann dahin entwickelt, dass ich all meine freie Zeit dann in Restaurants, in Hotels und so weiter gearbeitet habe. Und irgendwann war es mir dann deutlich, okay, die Hotellerie soll es sein. Und dann in welchem Alter? Das muss irgendwie ungefähr 25 oder so, nee, jünger, 18 oder so. 18. Und dann haben meine Eltern zuerst gesagt, wenn du, wenn du so überzeugt bist, dass du das willst, dann solltest du zuerst mal ein Jahr arbeiten gehen, okay, fulltime. Und dann, wenn du es dann noch willst, okay, dann darfst du in die Hotelschule. Und das habe ich dann gemacht. Guter Ansatz. Also wirklich, also richtig gearbeitet in Hotels und Restaurants, in einem Fulltime, in einem Hotel und später dann in einem Restaurant. Ich habe damals schon dann also reagiert auf die Abwerbung. Irgendwann haben die gesagt, willst du bei uns arbeiten kommen? Habe ich gesagt, ja gerne. Das war dann von einem Hotel in ein Restaurant und dann Ja, dann habe ich Leute kennengelernt, die auf der Hotelfachschule waren, und dann bin ich dann so da reingerutscht und dann nicht mehr, niemals mehr irgendetwas anderes gemacht.
- 03:55 Ronald M. Arndt
Und dann hat es dich irgendwann, ich glaube, nach Asien schon verschlagen, relativ schnell.
- 03:58 Rob Hornman
Ja, ja, das war super spannend.
- 04:00 Ronald M. Arndt
Hotelfachschule hast du aber noch gemacht, oder?
- 04:01 Rob Hornman
Habe ich noch gemacht, habe ich noch gemacht. Und dann habe ich auf dieser Hotelfachschule im letzten Jahr habe ich ein Praktikum in der Schweiz gemacht, aber Zuerst habe ich ein Praktikum in Amsterdam gemacht, und in dem Hotel, das war damals das damalige Sonesta Hotel, was jetzt ist, Renaissance, war in dieser Zeit noch ein bisschen größer wie heute. Das war das größte 5-Sterne-Haus in Benelux. Das hat sich dann interessant angehört, 432 Zimmer. Aber irgendwann habe ich dann gesagt, okay, Ich bin dann irgendwann zum stellvertretenden Hoteldirektor, Director of Operations, so wie man das genannt hat, geworden. Und da habe ich dann gesagt, okay, ich will— das war also— es ist möglich, um gut Karriere zu machen in unserer Industrie. Aber meine Frau war auch sehr interessiert im Ausland. Und dann haben wir halt über unsere Kontakte es geschafft nach Asien. Und da hat alles eigentlich erst richtig angefangen. Und das— die Zeit in Asien—
- 05:01 Ronald M. Arndt
das heißt, da war die Holländerin schon in deinem Leben?
- 05:02 Rob Hornman
Da war die Holländerin. Ich war eigentlich, also sie, das erzählt man, wir sind unter uns. Ich kann das ja sagen, wir sind ja unter uns. Ich habe eigentlich, als ich dann zurückgegangen bin nach Amsterdam, in dem Hotel, wo ich zuerst ein Praktikum gemacht habe, nachher zurückgekommen bin und da bis zur stellvertretenden Hoteldirektorin gearbeitet habe, ganz am Anfang habe ich bei ihr in ihrer Abteilung Praktikum gemacht. Aber ich habe sie von Anfang an angeschaut, gesagt, sie Also irgendein Tag wird sie meine Frau sein. Und da habe ich dann ein paar Jahre daran gearbeitet und dann hat es geklappt.
- 05:37 Ronald M. Arndt
Wurde ein langes Praktikum dann, oder? Ja, genau. Bis zur Beförderung.
- 05:42 Rob Hornman
Ja, genau.
- 05:43 Ronald M. Arndt
Okay, und dann seid ihr zusammen nach Asien danach?
- 05:45 Rob Hornman
Genau, so 1994, 1995 nach Asien.
- 05:49 Ronald M. Arndt
Okay, super, wenn man da seinen Partner, seine Partnerin direkt on the job hat. Okay, und dann ging es glaube ich nach Jakarta irgendwann mal, oder zumindest hast du da eine tolle Position irgendwann erarbeitet als GM.
- 06:05 Rob Hornman
28 Jahre Hoteldirektor.
- 06:07 Ronald M. Arndt
War das immer so der Traum?
- 06:09 Rob Hornman
Im Prinzip will man dann immer Hoteldirektor werden. Man denkt, man kann alles.
- 06:14 Ronald M. Arndt
Mit welchem Bild hat man, was hat man da vor Augen?
- 06:17 Rob Hornman
Also mein Bild war mein Hoteldirektor. In dem Hotel, wo ich angefangen habe, weil der hat mich sowas von begeistert und hat so viel. Und also ich weiß, er ist sehr bedeutend gewesen für viele, die dort gearbeitet haben, weil er hat einfach dran geglaubt, dass man Leuten Chance geben soll und egal was sie studiert haben damals schon. Okay, ja, studiert haben. Anyone who can do the job can do the job no matter age, experience or education.
- 06:44 Ronald M. Arndt
Okay.
- 06:44 Rob Hornman
Ja, wenn du es kannst, dann mach es. Ja. Und er hat mich so viel Vertrauen gegeben und mich dann in relativ kurzer Zeit diese Entwicklung durchmachen lassen und hat mich aber auch immer so geschützt, was ich aber vielleicht nicht so ganz mitgekriegt habe. Und als ich dann in Jakarta auf einmal selbst Hoteldirektor war, dann bin ich doch regelmäßig knallhart gegen eine Wand gelaufen, weil dann habe ich doch festgestellt, dass ich so viel noch nicht wusste.
- 07:13 Ronald M. Arndt
Aber geschützt hat er dich, dass er auch mal Fehler, sage ich mal, geduldet hat.
- 07:16 Rob Hornman
Genau.
- 07:18 Ronald M. Arndt
Mal, ja, okay, ja, nein, wir hüpfen mal kurz, weil ich habe dann irgendwo gelesen, was so die Werte von Flemings sind, ja, und ganz bedeutend ist auch die Risikobereitschaft, ja, und da natürlich die Frage, ich kann natürlich risikoavers, affin sein und Dinge ausprobieren, ja, wenn ich aber auch immer irgendwie so eine Möglichkeit habe, natürlich wieder aufgefangen zu werden. Ja, von daher passt das jetzt schon mal ganz gut zwischen dir und Flemings.
- 07:45 Rob Hornman
Ja, absolut. Aber ich glaube, Risikobereitschaft ist auch sehr wichtig. Und das ist auch durch die Jahre, was bei mir eigentlich alles immer geprägt hat. Also ich habe eine Allergie für Komfortzonen. Also deswegen habe ich auch— ich hatte das schönste Leben in Asien, als wir dann irgendwann in Bangkok waren. Ich war zuständig für den gesamten kommerziellen Bereich für Accor in Asien. Super Job. Also dann gab es noch diese traditionellen Expert-Zeiten, also wirklich gute Zeiten.
- 08:19 Ronald M. Arndt
Natürlich.
- 08:20 Rob Hornman
Und die meisten Kollegen von mir sind dann dort geblieben. Aber ich habe irgendwann gesagt, ich muss auch doch noch ein bisschen in Europa mal richtig auf interessanter Ebene arbeiten, weil das habe ich ja nur ganz kurz gemacht. Und deswegen habe ich dann den Schritt gemacht, als mir die Möglichkeit gegeben worden ist, nach Paris in die Hauptzentrale zu gehen. Und das war natürlich, ja, also es ist, also es gibt, ich glaube, es war für mich einfacher, von Amsterdam nach Asien zu gehen, Kulturschocktechnisch, als von Asien nachher nach Paris.
- 08:56 Ronald M. Arndt
Lag es an den Franzosen oder lag es einfach anders gesamt? Andere Lebensumstände.
- 09:00 Rob Hornman
Verwöhnt sein im Expert-Environment.
- 09:03 Ronald M. Arndt
Ich frage deshalb, weil ich auch viele Jahre schon in Frankreich verbracht habe.
- 09:06 Rob Hornman
Ja, nee, also weil an das Französische hatte ich mich schon gewohnt. Ich habe da schon seit 4 Jahren für Accor gearbeitet und das war, wenn man das nicht kennt, dann ist das anders als Nordeuropäer sozusagen. Aber ja, es ist ein super, also vieles von der Gastronomie und Hotellerie stammt ja qualitativ sehr gut aus Frankreich. Also da versteht man schon die Art de Vivre à la Française. Ja, also trotzdem, aus so einem— und das ist auch oft, kommen jetzt Leute zurück aus Mittlerer Osten, aus Asien, aus tollen Expertenpositionen. Aber die Leute brauchen schon sehr gute Begleitung, um einfach die neue Realität wieder— weil in die andere Richtung wird man immer gut vorbereitet, aber wenn man zurückkommt, dann braucht man auch—
- 10:01 Ronald M. Arndt
Ist es auch jetzt noch so, dass noch viele einfach zurückkommen? Kommen wollen, Schrägstrich müssen.
- 10:05 Rob Hornman
Ja, also da kommen nach wie vor, kommen da viele Leute, sehe ich viele Lebensläufe von Leuten, die irgendwie geradeaus auf Hoteldirektorenebene oder Corporate, da kommt schon einiges.
- 10:19 Ronald M. Arndt
Okay, gut. Und dann ging es für dich auch innerhalb des Accor-Konzerns zu Sofitel.
- 10:25 Rob Hornman
Genau, tolle Marke, tolle Brand, die du dann verantwortet und mitverantwortet hast in den Ja, und was da vor allem interessant war, weil wir diese ganze Transformation gemacht haben von 200 Sofitel-Hotels, wir reden hier Mitte 2000, 2005, 2006, und da gab es unheimlich viele Sofitels, aber dann haben wir die Ambition ausgesprochen gehabt, aus Sofitel wirklich einen Luxusmarkt zu kreieren. Dafür musste das Portfolio bereinigt werden. Nur einen ganz kleinen Teil behalten, da wirklich die Markentransformation gemacht. Und dann, was übrig geworden ist, da ist die neue Marke Pullman kreiert worden. Also diese Marke gab es schon. Und MGallery, also die 100 verbliebenen Hotels. Und das hat sich, denke ich, sehr gut entwickelt für Ergo. War eine tolle Zeit.
- 11:19 Ronald M. Arndt
Ich meine, bei 30 Jahren hat man natürlich ein paar Positionen, die man anreißen, zumindest anreißen muss, um so auch die Entwicklung vom Rob zu verstehen. Danach hast du das Accor-Universum verlassen, bist zu World Hotels.
- 11:33 Rob Hornman
Genau, ja, und das war sehr spannend, weil ich wollte ja auch ein bisschen unternehmen, und die Möglichkeit ist mir dann gegeben worden damals bei World Hotels. Es war eine tolle Zeit, und gerade weil— aber ich hatte auch keine Ahnung, was auch da, also die Opportunities, man muss immer Und es ist ja gut, wenn man nicht immer über alles 10-mal nachdenkt. Also man soll, also ich bin ein starker, ein großer Freund von Zahlen, Daten, Fakten und so Entscheidungen treffen. Aber Bauch ist auch sehr wichtig. Und mein Bauch hat damals gesagt, ist ja toll, ist eine tolle Herausforderung, passt genau für dich. Aber ich habe 1. September 2008 habe ich angefangen. 2 Wochen später Lehman Brothers pleite gegangen und so weiter. Und auf einmal war der Backdrop von der Industrie ein total anderer. Bis dato hast du noch in Paris gelebt, oder? Nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, weil ich habe von Paris bin ich ja nach München, als wir damals Accor Dorint gemacht haben. Und ich habe aus München aus habe ich dann auch Software gemacht. Und dann bin ich also World Hotels war ja hier in Frankfurt und so habe ich damals dann auch Flemmings kennengelernt, aber noch viel früher in 2005. Und deswegen ist es so interessant im Zusammenhang mit Flemings. Irgendwann in 2005 hat mein Chor-Kollege hier vor Ort gesagt: Okay, Rob, komm mal mit, ich muss dir ein tolles Hotel zeigen. Und er hat mich dann das erste Flemings Hotel Mainzer Landstraße gezeigt. Und da war ich sowas von beeindruckt. Das war wirklich Cutting Edge. Und das ist auch so ein bisschen, wo wir jetzt sagen: Okay, we need to bring back the Cutting Edge. Weil wir haben dann über die Jahre, hat natürlich Flemings gewachsen und so weiter. Und diese Cutting Edge von damals, vielleicht ist er ein bisschen runtergegangen, aber der, der Core von was damals kreiert worden ist von Injas Blodinger, war ein tolles Hotelkonzept, was sehr innovativ war. Und ich war davon so beeindruckt, dass ich sofort meinen Brand-Kollegen aus Paris angerufen habe und gesagt habe, komm mal vorbei. Also nochmal Kontext, in 2005 gab es nicht so ganz viele spannende Hotels, vor allem nicht in Frankfurt. Ich glaube, der Pure hatte gerade auf, aber das war es dann so ein bisschen. Also sehr viele klassische nicht so spannende Hotels. Und so, da bin ich zum ersten Mal, habe ich den Weg mit Flemings gekreuzt. Und dann in 2008, als ich zu World Hotels war, Flemings war einer von unseren wichtigsten Gruppen in Europa, die also Member waren. Okay, ja, genau. Und so hat man sich dann wieder getroffen, die Liebe entstanden.
- 14:13 Ronald M. Arndt
Hat ein paar Jahre dann gebraucht. Dann gab es, glaube ich, eine Zeit, wo du auch unternehmerisch wirklich selbstständig warst.
- 14:22 Rob Hornman
Absolut. Deshalb, ich habe dann irgendwann, als wir das Projekt World Hotels gut überstanden haben und wir es dann in dem gesamten Konstrukt zusammen mit Trust und IFH und Nexus verkauft haben für unsere Investor, dann habe ich gesagt, okay, jetzt ist es Zeit für mich. Ich werde mir jetzt Zeit beraten. Unterwegs sein und habe dann viele, viele tolle Sachen gemacht. Ich habe sehr viel für Hotelfachschule Lausanne gemacht, so Executive Leadership Trainings habe ich gemacht. Ich war ein paar Beiräte, ich habe Gruppen wie Flemmings damals auch schon geholfen. Ich habe ein paar Sachen für HRS gemacht und so habe ich eigentlich freiberuflich in der Zeit unterwegs. Und das hat sehr viel Spaß gemacht. Und dann irgendwann bin ich dann ins Gespräch geraten mit Tobias Rage und bin dann so bei HRS gelandet. Das hat auch sehr viel Spaß gemacht, war sehr interessant, gerade weil es so wichtig war, auch irgendjemand aus der Hotellerie dazu zu haben, die auch Ja, also das, was auch die wenigsten Leute verstehen, was HRS eigentlich für Bedeutung hat international. Wir sehen gerne HRS noch als der OTA von damals, die Bösen und so weiter. Aber da steckt so viel Gutes dahinter. Und Tobias hat da wirklich so eine geniale Vision und hat wirklich ein paar sehr gute Sachen gemacht. Und es war sehr toll, eine Zeit Teil von dem Team sein zu können. Und aber bei mir hat doch der, ja, dass die, die, die, ich habe dann irgendwann festgestellt, ich kann wieder Corporate arbeiten, also mir macht das Spaß. Ich hatte diese, diese Break war sehr wichtig für mich, aber habe dann bei HRS gesehen, okay, das, ich finde das toll, wieder auf dieser Ebene Corporate unterwegs zu sein. Und dann habe ich aber auch gesehen, okay, ist schon wichtig, dass ich irgendwie endverantwortlich bin, weil das, das Das ist dann irgendwann auch, versteht man von sich, dass man diese Autonomie und Konstellation braucht, wo man das machen kann. Und dann habe ich irgendwann Sommer, was war das, 20 oder so, Entschuldigung, Philipp Blodinger getroffen auf einen Kaffee.
- 16:55 Ronald M. Arndt
Das ist der Sohn von Ignaz, nehme ich mal an.
- 16:57 Rob Hornman
Genau, und Chairman von Flemings Gruppe. Flemings Gruppe hat ja 2 Ebenen, Flemings Assets, also Flemings Real Estate, und Und dann gibt es noch Flemings Hotels. Und wie wir immer sagen, it all started with a coffee. Und wir haben das dann irgendwann, unseren Deal besiegelt, mit indischem Essen. Und diese 2 Themen Essen und Kaffee kommen immer wieder zurück in alles, was Philipp und ich machen. Aber ja, dann bin ich dann zu Flemings, weil Ja, hier eine ganz interessante Aufgabe ist Transformation, sehr einzigartige Situation, wo man als Owner-Operator, davon gibt es nicht mehr viele, und das heißt, die meisten Immobilien oder alle vielleicht gehören euch? Ja, alles, was wir betreiben, gehört uns.
- 17:54 Ronald M. Arndt
Also habt ihr immer diese beiden Säulen Asset und Hotel?
- 17:56 Rob Hornman
Ja, es gibt viel mehr Hotels, als wir betreiben. Also es gibt auch Hotels, denen wir extern verpachten. Aber es gibt ein Kernportfolio, was wir dann selbst betreiben mit unserer eigenen Marke. Also wir haben auch noch Franchise drin, aber im Prinzip ist der Core-Fokus ja die Marke Flemings. Und meine Aufgabe ist es dann, um einfach diese Cutting Edge wieder reinzubringen. Da sind wir auf dem richtigen Weg. Da passiert sehr viel Tolles bei Flemings. Seit den letzten Jahren, und die alles schon sehr gut angestoßen, top angestoßen von Philipp. Weil Philipp, wenn man so viel—
- 18:38 Ronald M. Arndt
Was hat der Philipp vom Vater Ignaz, was glaubst du, was hat er da mitbekommen?
- 18:44 Rob Hornman
Naja, Ignaz war natürlich ein Selfmade-Man und hat—
- 18:47 Ronald M. Arndt
Müssen wir noch kurz auflösen, wie das alles so damals war mit Ignaz in New York und so weiter. Kommen wir gleich drauf zu sprechen. Was ich nur kurz als Irgendwie möchte ich kurz einwerfen, was ich echt ja schön finde, dass du 2005 oder wann das war, hier wirklich in Frankfurt im Flemings warst und gedacht hast, hier Cutting Edge. Und Ignaz hatte ja wohl damals wirklich die Vorstellung vom idealen Hotel. Richtig. Und du als Externer, sage ich mal, klar hast dich in der Branche ausgekannt. Du hast, das hat auf dich diesen Eindruck gemacht, dass es hier was Besonderes war. Das ideale Hotel. Okay.
- 19:19 Rob Hornman
Und um dann die Brücke nach Philipp zu schlagen, Philipp baut darauf auf und er sagt, okay, Place is even better than home. Ja. Und das ist wirklich die Basis, wo die Familie dann irgendwann gesagt hat, okay, wir lassen uns noch einmal das, was damals angefangen hat, lassen uns noch mal Vollgas diesen Weg gehen, weil es gibt schon genug langweilige Hotels. Wir haben etwas Tolles, wir haben tolle Immobilien. Dann mit dir zusammen sozusagen. Auch gedacht. Ursprünglich Philipp, und irgendwann hat dann Philipp, hat er ja zwei Hüten auf, hat irgendwann gesehen, okay, ich brauche da schon Hilfe, und hat mir dann gefragt, ob ich das übernehmen würde. Und was Injas vor allem sehr gut gemacht hat, ist, und das wird bestätigt, wenn man auf Booking.com. Also der Dieter Müller hat mir mal gelernt, die Motel One wird nur entwickelt an einem Standort, was Minimum direkt daneben ein 8 oder ein 8,5 Score in Booking.com hat. Und wir kommen ja beide aus dieser Accor-Schiene, das ist alles eine große Familie. Und Wenn ich jetzt auf unsere Booking.com-Score schaue, es gibt kein Hotel, was nicht minimal 8,7 hat. Das heißt, wir haben immer diese Top-Lagen in allen Städten, wo wir sind. Und das wird dann bestätigt, wenn man dann, wenn es Messezeit ist in Frankfurt. Und vor einem Jahr hatte ich nicht daran geglaubt. Die Messegröße sind ja nur 50% von was sie vielleicht vorher waren. Die Anzahl Besucher sind vielleicht auch nur 50%. Und dann hatte ich ursprünglich für 2022 nicht geplant gehabt, dass unsere Hotels dann voll sein würden. Die waren aber voll. Und dann habe ich gesagt, hätte ich mir das realisiert, dann hätte ich die Preise noch weiter nach oben nehmen können. Aber das wird einfach, ja, die Stadt ist vielleicht nicht mehr bis zum Flughafen voll, aber da, wo die langen Tops sind, da konzentriert sich die Nachfrage ganz, ganz voll. Und das ist natürlich ein sehr Und es ist so wichtig, wenn man nachdenkt über Hotelentwicklung, dass man immer wieder aufpasst, dass man da nicht zu große Kompromisse macht. Es macht keinen Sinn, Hotels zu entwickeln in Lagen, die nicht auf jeden Fall das Potenzial haben, um diese 8, 8,5 zu haben. Nicht jede Lage ist sofort natürlich direkt am Bahnhof oder so zentral wie hier. Aber es gibt auch Stadtteile, die sich entwickeln, auch gut. Aber man soll schon sehr gut aufpassen, da nicht allzu viel Kompromiss reinzunehmen, weil Location zahlt sich aus.
- 22:21 Ronald M. Arndt
Also bei mir hast du es geschafft, und das liegt natürlich nicht nur hier an dem tollen Ambiente im obersten Stockwerk und dem Blick über die Skyline oder auf die Skyline von Frankfurt. Natürlich auf dem herrlichen Wetter, was hier durch die riesigen Glasscheiben reinkommt. Ich hatte bislang wenig Flemingsbezug, muss ich sagen, und bin ja da auch vorher so als Unbekannter unten reingekommen. Aber was ich dann später irgendwo gelesen hatte, People make places, das habe ich jetzt hier in der Kürze der Zeit schon erfahren dürfen.
- 22:52 Rob Hornman
Ah ja?
- 22:52 Ronald M. Arndt
Ja, ja, ich komme da rein, auf der linken Seite erstmal diese riesige Kaffeemaschine, ja, 2 nette Damen dahinter, dann der Herr auf der rechten Seite, Art Concierge. Also erstmal viele, viele, viele Leute aus deinem Team, die aber wirklich sich alles, alles sich definitiv nicht versteckt haben, sondern sehr offen auf mich zugekommen sind und gefragt haben, ob sie mir irgendwie helfen können. Also das hört sich wunderbar an. Und dann natürlich auch eine sehr Individuelle, sehr stilvolle Einrichtung, muss ich sagen. Ja, auch natürlich dem geschuldet, dass ihr eine tolle Immobilie erstmal habt. Denkmalgeschützt, nehme ich mal an.
- 23:35 Rob Hornman
Immobilie aus den Mit-50er-Jahren, das ist das Bayerhaus, also 1952 oder so, von Bayer. Und Bayer kommt natürlich nicht aus Frankfurt, das brauche ich ja nicht erklären. Aber was für mich als Niederländer, ich wusste das natürlich alles nicht, aber Bayern gedacht wahrscheinlich. In die, als dann in die 50er Jahre Bayer entschieden hat, hier zentral in Frankfurt neben dem Eschenheimer Turm so ein Gebäude zu bauen, das war natürlich ein Dorn im Auge von Höchst. Und das war auch damals, ist schwer vorzustellen, weil man hier so aus dem Fenster schaut, Es war damals das erste Hochhaus, ja, also wir mit 7 Stockwerken. Ach so, ja, ja, ja, okay.
- 24:26 Ronald M. Arndt
Also ist ja ein bisschen was noch nach hinterhergekommen.
- 24:29 Rob Hornman
Genau, hat sich noch entwickelt. Aber das Schöne ist, ist, dass eigentlich all diese, all diese, den Riesen-Skyline, den man dort sieht, all die Leute, die dort sitzen, die können uns ja sehen. So schön, so, die sehen, okay, da gehe ich heute Abend essen in Occhio d'Oro, weil das ist das Das tollste Restaurant von Frankfurt gerade, mit diesem schönen Blick und Terrasse und toller Küche. Aber das ist die Geschichte vom Gebäude. Und es ist natürlich so wichtig, dass man etwas hat, was ikonisch ist, was eine Geschichte hat, was dann wieder diese gute Lage hat. Und dazu gehören dann wieder so viele zusätzliche Geschichten. Und wenn man dann die Entscheidung trifft, In Corona-Zeiten den Mut zu haben, richtig zu investieren und alles, was es hier oben gab, rauszureißen, einen Plan zu machen und so ein ambitiöses Restaurant zu machen. Und dann, wir sitzen hier gegen diese wunderschöne Wand und dieser Stein, den wir hier an der Wand— vorher war hier Holz, also das dunkle Holz, was es mal gab. Wir haben jetzt hier diesen Stein, ist genau der gleiche Stein von der Fassade. Vom Gebäude, das ist ein Travertinstein. Also wir haben uns auf alle Ebenen die schwierigste Entscheidung getroffen, um einfach hier das Maximale in Dekor und Stil zu gestalten. Das heißt, diese Travertinstein, diese Form zu finden, diese an die Wand und dann das Ausschneiden, diese Glasteile da reinzubringen. Und wie wir hier sitzen, wenn wir hier zusammen sitzen, eigentlich will natürlich immer jeder dort sitzen, wo du sitzt.
- 26:04 Ronald M. Arndt
Siehst du?
- 26:05 Rob Hornman
Ja, weil dann hast du den Blick. Aber wir haben es ja so gemacht hier, dass trotzdem durch diese farbige Spiegelung, das spiegelnde Glas, hat man trotzdem, kriegt man mit, dass dort hinter dir etwas Großartiges abspielt auf die andere Seite. Über all diese Details ist nachgedacht worden. Und das ist natürlich, ja, das ist so schön, dass man in so einem Umfeld arbeiten kann. Und das ist für uns, und das, das ist, ich sage es deswegen, es ist für uns so wichtig, weil das hat auch wieder das Momentum kreiert für diese, den Cutting Edge, über den wir sprechen. Weil wir, wir sagen, es gibt eine Zeit bevor Okidoro und es gibt eine Zeit nach Okidoro. Okidoro ist wirklich ein Tipping Point, Turnaround Point, ein Symbol. Deswegen haben wir auch am Anfang Es war natürlich, wir haben ja im letzten Jahr, also Mai, so April, Mai Soft Opening und so weiter. Da habe ich so viel wie möglich Leute, unsere Kollegen reingeholt. Schau dir das mal an. Das ist jetzt, was wir sehen. So glaubt die Familie, so glauben wir, dass die Zukunft von Flemings aussehen soll. Und das ist die Bestätigung davon. Das ist nicht also Blabla, das ist ganz konkret. Ich denke, das ist sehr wichtig in vielen Firmen, egal ob es jetzt Hotellerie oder was auch immer ist. Man hört immer so über Pläne und irgendwann wird man dann, also gerade wenn sich viel verändert, dann wird man skeptisch. Und wenn man dann schon längere Zeit arbeitet in einer Firma, es gibt uns ja seit über 30 Jahren, es gibt sogar Leute, die arbeiten für 30 Jahre bei uns, und dann ist es so wichtig, konkrete Beispiele zu geben, um zu sagen, ja, wir sagen nicht nur, wir machen Umsetzung. Genau. Und wir haben, als wir zum Beispiel in diese gesamte Transformation, haben wir irgendwann unsere Markenversprechen, haben wir ja neu definiert. Unter anderem spielt da Kaffee eine sehr wichtige Rolle, aber noch viel mehr. Aber wir haben das Thema ja alles unter Boutique at Heart, haben wir ja als irgendwie unsere—
- 28:17 Ronald M. Arndt
also als Klammer einfach gefunden, als Motto gefunden.
- 28:21 Rob Hornman
Weil wir sind ja, also ich bin großer Fan von Ian Schräger. Ich glaube, was er gemacht hat, ist sehr wichtig für unsere Industrie. Und er hat auch wieder bestätigt, dass die Leute, die einfach sagen, okay, ich glaube, wenn ich etwas toll finde, dann werden es auch andere Leute toll finden. Und vor ein paar Jahren hat Ian Schräger Lifetime Achievement Award auf die IHIF bekommen. Und er hat gesagt, ich habe noch nie eine Fokusgruppe gemacht. Ja, noch nie eine Fokusgruppe gemacht, weil ich glaube, wenn ich etwas toll finde, wird es bestimmt irgendjemand anders auch toll finden. Und als er 1984 das erste Boutiquehotel eröffnet hat, Morgans in New York, er war ja sehr bekannt von Studio 54, das war ja schon also eine andere Geschichte, aber er hat uns ja gezeigt, und die ganze Industrie hat ja, die Hotelindustrie hat ja gesagt, das geht ja nicht, was er macht und so weiter. Das alles, das kann man nicht skalieren. Aber eigentlich mittlerweile die ganze gesamte Hotellerie ist geprägt von dem Impuls, den er gegeben hat. Und wir haben dann gesagt, und was interessant ist, dann noch mal die Brücke, also mein Respekt und Begeisterung von alles, was Ian Schräger gemacht hat und macht. Da hat es dann wieder eine tolle Brücke gegeben, weil Anfang 2000 hat Injas Blodinger seine Kinder mitgenommen, seine Familie mitgenommen nach London und hat dort Hotels gezeigt und hat dann gesagt, diese Hotels, so sollen Hotels sein. Und das waren dann Ian Schwaiger Hotels. So kam das dann, St. Martin's Lane und so weiter. Das war dann eine tolle Geschichte, wie das dann, habe ich dann erst später erfahren, dass es so zusammengekommen ist. Gekommen ist.
- 30:04 Ronald M. Arndt
Ich höre schon raus, wie der Philipp da, sage ich mal, an das Thema herangeführt worden ist. Ja, wenn der Vater ihn da mitgenommen hat, um einfach Hotels zu zeigen, wie er sich die vorstellt.
- 30:12 Rob Hornman
Aber vielleicht noch kurz zu das, wie wichtig es ist, dann irgendwie Leuten so konkret wie möglich zu zeigen, was man dann vorhat. Wir haben in 2021, ja, 2021, als wir— ich bin dann reingekommen, ich habe alles, was Philipp, was Philipp angestoßen hat mit seinem Team damals, habe ich dann genommen, mit dem Team vervollständigt, Markenversprechen vervollständigt und so weiter. Und wir sind dann, haben gedacht, wir brauchen unsere Teams mit an Bord. Und die haben schon zu oft, zu oft tolle Präsentationen gesehen. Und wir haben gesagt, wir gehen, wir gehen in die Hotels. Wir haben einen Bus genommen. Da haben wir ganz groß drauf geschrieben: Unsere Boutique at Heart Tour. Ja, wir sind im Boutique at Heart Bus, weil wir hatten dann das Thema, das habe ich noch vergessen zu sagen, wir haben dann inspiriert von Ihnen, Schräge, haben wir gesagt, unser Motto, unser Leitmotiv ist: Wir sind Boutique at Heart. Das heißt, unsere Hotels sind zwar vielleicht ein bisschen zu groß für ein Boutique-Hotel, aber wie wir die Hotels leben, ist also Boutique at Heart. Und dann haben wir unsere Boutique at Heart Tour gemacht. Das heißt, wir sind in jede Destination reingegangen. In dem Bus haben wir mitgenommen unsere neue La Marzocco-Espressomaschine, das neue Bett, unsere neue digitale Check-in-Säule, alles, was unsere neue Uniform und so weiter. Und das haben wir alles mitgenommen, sind nach Wien, haben alle Kollegen aus Wien reingeholt und haben das vorgestellt, Workshops gemacht. Die konnten alles versuchen, probieren und so weiter. Und das ist so wichtig, dass man halt versucht zu verstehen, was wichtig ist für die Kollegen, damit sie sich auch— weil die haben schon so viel gehört. Die müssen überzeugt werden, die müssen dran glauben an das, was wir am Machen sind. Und so haben wir das, denke ich, sehr gut gestaltet und es hat einen Rieseneffekt gehabt. Also wir haben dann die— das Motto ist dann irgendwann geworden, also über Boutique at Heart hinaus: People make places. Wo wir dann auch gesagt haben, wie haben wir an das Thema gemacht, was ist dann unser Purpose? Und da haben wir gesagt, wir sind Moment Makers. Also wir kreieren besondere Momente, wir machen Gäste zu Freunden und Freunde zu Familie. Also das ist unser, also worum es geht. Und dann irgendwann haben die Kollegen gesagt, wir sind nicht nur Moment Makers, aber wir sind Flamingos. Und ich habe erste, meine erste Reaktion war so ein bisschen peckig. Aber mittlerweile, also wir sind wirklich Flamingos. Die Teams nennen sich Flamingos. Und wenn du jetzt hier unten ein Bewerbungsgespräch hast mit den Kollegen hier vom Team, die stellen sich vor als Flamingos. Du sollst ja zu unserer Flamingofamilie kommen. Und das Das ist so wichtig, weil gerade in dieser Zeit ist es natürlich nicht einfach, um Leute zu begeistern für unsere Industrie, erstens. Und dann zweitens, wenn man dann in die Privathotellerie geht, ist es vielleicht auf den ersten Blick schwieriger, weil die Leute sind vielleicht mehr interessiert in die großen Marken, die so groß hier so sichtbar sind. Und aber sobald die bei uns am Tisch sitzen, sobald die bei uns am Tisch sitzen, werden die von unserem eigenen Team sowas von begeistert, weil dann sieht man, hey, vielleicht ist viel toller, bei so einer kleinen Privathotelgruppe zu arbeiten als so bei so einem großen Namen, wo ich viel anonymer unterwegs bin.
- 33:48 Ronald M. Arndt
Wahnsinn, oder? Also ich würde mich gleich bewerben hier bei euch, bei den Flamingos.
- 33:54 Rob Hornman
Job hast du.
- 33:59 Ronald M. Arndt
Ja, und zurückzuführen ist es ja wohl, so besagt die Legende, dass der Ignaz damals im Taxi Taxifahrer war, glaube ich, New York so zeitweise unterwegs war, und der berühmte Ian Fleming, also der Vater des James Bonds, richtig hinten auf der Rückbank saß und die sich beide so ein bisschen über das ideale Hotel unterhalten hatten.
- 34:19 Rob Hornman
Richtig, das ist sehr gut informiert.
- 34:24 Ronald M. Arndt
Daraus dann so ein bisschen die Idee und der Wille entstanden ist, einfach mal irgendwann dieses ideale Hotel richtig auch zu eröffnen.
- 34:32 Rob Hornman
Ja, also ein Freund von Injas Blodinger hatte ja eine Taxilizenz gehabt und Injas war eigentlich schon wieder fast unterwegs, weg, weg, New York verlassen, weil er musste, hatte wirklich neue Herausforderungen gesucht und da hat sein Freund gesagt, nimm doch ein paar von meinen Chefs. Von meinem Taxi, und da hat dann zufälligerweise ihn Flemming getroffen und dann ihm ein paar Mal fahren dürfen und dann noch ein paar Mal fahren dürfen. Die haben sich dann kennengelernt, angefreundet und über das ideale Hotel gesprochen. Und da ist dann irgendwann ein Name gebraucht. Man ist dann, haben auch die Kinder gesagt, Papa, du redest doch die ganze Zeit über die Geschichte mit ihm, Flemming, dann sollen wir dann unser Hotel Flamingos nennen. Und daher, von daher ist der Name gekommen.
- 35:20 Ronald M. Arndt
Und das Zitat von Ian Fleming habe ich gefunden: Never say no to adventures, always say yes. Sonst wird es ein relativ langweiliges Leben. Und das passt ja irgendwo zum Unternehmertum.
- 35:33 Rob Hornman
Ja, absolut.
- 35:34 Ronald M. Arndt
Passt nicht zuletzt auch zu dir, Rob, als Person, und zu dem, was ihr eben auch den Flamingos hier jeden Tag von Neuem klarmachen wollt.
- 35:41 Rob Hornman
Ja, absolut.
- 35:42 Ronald M. Arndt
Absolut das Beste. Abenteuer einzugehen, Risiko einzugehen, Dinge zu wagen.
- 35:46 Rob Hornman
Ja, richtig. Aber vor allem dann auch, ja, also diese, im Endeffekt ist es ja alles sehr einfach. Es geht ja um Hotelgäste und die sollen ja ganz froh, ganz glücklich wieder nach Hause gehen und am liebsten sehr viel über das sprechen, was sie bei uns erfahren haben.
- 36:01 Ronald M. Arndt
Und eine gute Note auf Booking abgeben dann.
- 36:03 Rob Hornman
Genau, ja. Und das einmal die Hotellerie natürlich und was wir hier natürlich gestalten haben, Und es ist schon wichtig, dass wir auch— und mein Leben hat sich auch gewaltig verändert, seitdem wir Okyodoro haben. Weil wir reden hier erstens um ein sehr mutiges Projekt mit einer sehr großen Investition. Und das machen wir nicht zum Spaß. Im Endeffekt muss hier Geld verdient werden. Und glücklicherweise sind wir bis jetzt haben wir uns sehr gut entwickelt. Ja, also wir brauchen uns gar nicht beklagen über das, was hier an Qualität gastronomisch dargestellt wird. Haben wirklich einen super Job gemacht, glaube ich, das Team. Aber man muss das immer wieder, also man sollte nie zufrieden sein.
- 36:56 Ronald M. Arndt
Immer wieder neu erfinden. Ganz genau.
- 36:57 Rob Hornman
Ja, ich sitze dann auch, ich schaue abends nicht mehr nur auf, wie die Hotelbelegung aussieht. Ich schaue, wie viele Covers habe ich hier im Okeodoro.
- 37:06 Ronald M. Arndt
Und eigentlich noch mal so ein ideales Restaurant-Hotel im Kleinen, also noch mal so ein Startup einfach.
- 37:15 Rob Hornman
Genau, genau. Und das ist natürlich so schön. Und die Idee ist auch, dass wir das mit dem Konzept hier auch über Frankfurt hinaus wachsen können. Wir haben ja Occhio d'Oro und vielleicht noch, weil wir haben ja kurz über James Bond gesprochen. Und noch mal wichtig zu erwähnen, dass wir nichts mit James Bond machen. Man findet James Bond nicht bei uns zurück. Das ist wirklich, also wir wollen es auch nicht, also dann wird es Decky.
- 37:44 Ronald M. Arndt
Sonst melden die sich irgendwann noch, die Amerikaner.
- 37:47 Rob Hornman
Was wichtig ist, ist, dass wir hier, die Geschichte ist wichtig, aber es ist dann schön, ich meine, sprichst du Italienisch?
- 37:55 Ronald M. Arndt
Das nicht, nein.
- 37:57 Rob Hornman
Okay, hast du gehört?
- 37:58 Ronald M. Arndt
Also ich bin jedes Jahr in Umbrien 2 Wochen.
- 37:59 Rob Hornman
Okay, dann bist du—
- 38:00 Ronald M. Arndt
Frage, auf was du hinaus möchtest, aber ein Zitat für dich vielleicht.
- 38:04 Rob Hornman
Weißt du, wo der Name herkommt?
- 38:06 Ronald M. Arndt
Goldenes Licht oder Auge?
- 38:08 Rob Hornman
Golden Auge. Golden Auge. Golden Eye.
- 38:11 Ronald M. Arndt
Golden Eye. Jetzt habe ich es. Jetzt habe ich es aber gebraucht.
- 38:14 Rob Hornman
Und das ist nicht nur einer von diesen Filmen, aber war auch das Haus von Fleming in Jamaika, wo er also seine Villa dort, wo er vieles geschrieben hat, die meisten von seinen Büchern geschrieben hat. Und so auf einmal sind wir dann draufgekommen, okay, das ist ja ein toller Name für dieses tolle Restaurant.
- 38:33 Ronald M. Arndt
Mega. Ich glaube, es gibt noch so viel zu erzählen. Und ich habe das Gefühl, ihr seid gerade erst am Loslegen oder am Wiederablegen. Eine tolle Stimmung, die ich da verspüre.
- 38:44 Rob Hornman
Ja, wir sind ja Hoteliers mit Leidenschaft und mir ist sehr wichtig, dass man sehr viel Spaß hat an dem, was man macht. Und ich glaube, hier kommen sehr viele tolle Sachen zusammen, und deswegen rede ich auch so gerne darüber. Und deswegen finde ich es auch super, dass du sagst, okay, mein Podcast, du kriegst keine Liste mit Fragen im Vorfeld. Du hättest mich auch um 4 Uhr morgens aufwachen können, hättest du von mir genau das Gleiche gehört.
- 39:08 Ronald M. Arndt
Okay, das glaube ich.
- 39:09 Rob Hornman
Ja, das ist, ich glaube, diese authentisch, unscripted, wie ich immer sage. Und es ist ein ein Vorrecht, also wenn man so arbeiten kann. Ich habe viele tolle Jobs gemacht, aber es ist wirklich so schön, wenn man gemeinsam mit der Familie die Autonomie hat, um so etwas Schönes zu gestalten. Und die Leute, die Teams, wir haben ein tolles Team, tolle Leaders und im gesamten Team, dass man so gemeinsam so etwas Tolles gestalten kann. Das ist sehr wichtig, dass man dann auch etwas machen kann und dass man Leute begeistern kann, was dann im Endeffekt dazu führt, dass sehr viele Gäste ganz glücklich sind, wenn die bei uns weggehen und dazu auch noch bereit sind, einen sehr guten Preis zu bezahlen. Weil wir machen das Ganze natürlich nicht nur als Hobby, es ist auch ein Business.
- 40:02 Ronald M. Arndt
Und das versteht ihr Niederländer ja auch.
- 40:05 Rob Hornman
Ja klar.
- 40:06 Ronald M. Arndt
Jetzt mal kurz für die Auflösung: Niederlande, Holland, wo ist da die Abgrenzung?
- 40:12 Rob Hornman
Ganz einfach, Holland ist ein Teil von den Niederlanden. Also den Teil, es gibt ja da, wo ihr gerne zum Meer fahrt, also Bergen an See und so weiter, das ist ein Teil, das heißt Nordholland, dann gibt es Südholland und dann gibt es auch noch viele andere, also wie bei euch Bundesländer. Aber irgendwie, wir machen das sehr verwirrend, weil wir sagen, wir reden international über Holland, die Niederlande, wir reden auf Englisch Deutsch, und das wird dann auch oft wie Deutsch wahrgenommen. Also ein bisschen kompliziert ist es, deswegen habe ich auch Verständnis dafür, wenn man uns Holländer nennt, aber ich lasse nicht nach, sondern das ist okay.
- 40:54 Ronald M. Arndt
Deswegen sprechen wir ja. Vielleicht noch zum Abschluss: Ihr habt ja Flemings Selection Express, aber auch die Collection bei Flemings, und Da besteht jetzt die Möglichkeit, sage ich mal, von eurem positiven Spirit ein bisschen was auch auf Hoteliers zu übertragen, die bislang halt einfach mit vielleicht nur einem Hotel unternehmerisch aktiv waren. Ist das so ein bisschen die Idee?
- 41:18 Rob Hornman
Genau, also ja, also eine kleine Nuance. Wir haben also, es gibt ja, es gab ja, alles hat ja angefangen mit der Marke Flemings. Irgendwann gab es dann Hotels, die zu gut waren, um einfach nur Flemings zu sein. Dann ist Flemings Deluxe entstanden, später ist es dann Flemings Selection geworden. Flemings Express ist entstanden aus ehemaliger Intercity Hotel Franchise. Das ist noch eine andere Geschichte, die ich gerne nochmal erzähle.
- 41:50 Ronald M. Arndt
Da muss ich auch wiederkommen.
- 41:51 Rob Hornman
Ja, genau. Die Marke Intercity ist eigentlich von hier mit Familie Blodinger zusammen mit Familie Steigenberger entstanden. Das erste Hotel. Wo dann Inge aus Blodingen irgendwann gesagt hat, das wird mir zu groß, da brauche ich ein bisschen Hilfe. Und so ist dann die Marke Intercity entstanden. Irgendwann ist es dann weitergegangen, ist die eigene Marke kreiert worden. Aber dann haben wir für die ehemaligen Franchisehäuser Intercity einen Namen gebraucht. Das ist dann Flemings Express geworden. Jetzt sind wir dabei, Flemings und Flemings Express wieder zusammenzubringen. Alle Hotelzimmer werden jetzt auf einen neue Standards gebracht. Wir machen die Digitalisierung. Wir haben jetzt die Check-in-Kioske, unsere Wundermats, unsere Kaffeemaschinen und alles, was dazugehört. Also neu definiert als Mid-Scale-Marke. Dann einmal Upscale Selection, also einfach einmal das Haus hier und einmal in Wien und alles, was dann noch zukünftig hoffentlich sich entwickeln wird. Und die Collection, um zurück zu deiner Frage zu kommen, ist eigentlich, wir haben Das Metropolitan Hotel, was vorher unter dem Steigenberger-Franchise gewesen ist, haben wir irgendwann einfach in The Metropolitan umbenannt. Und das ist dann Teil von der Fleming's Collection. Und bei uns ist Collection nicht, wie das bei gewissen anderen Marken ist, das Allerfeinste von Fleming's. Nein, es ist einfach ein Collection von Hotels, wo dieser Spirit von Boutique und Hard lebt. Und hier geben wir die Möglichkeit an Hotels, die glauben, okay, ich weiß nicht mehr so gut, wie weiter, oder ich habe keinen Nachfolger, ich möchte, könnt ihr das Management übernehmen, oder was auch immer. Dann haben wir wirklich ein Low-Level, also nicht ein Low-Level, aber eine Easy Entry in ein System. Wir haben natürlich ein super System mit alles, was man braucht, um ein Hotel zu betreiben, ob das jetzt ein zentraler Einkauf ist, zentrale Reservierungen, Vertrieb und alles, was dazugehört. Und natürlich diese tolle Marke. Und da geben wir dann die Möglichkeit an auch andere Familienunternehmer oder was auch immer, um damit einzusteigen.
- 44:02 Ronald M. Arndt
Super. Rob, ganz lieben Dank.
- 44:05 Rob Hornman
Vielen Dank.
- 44:06 Ronald M. Arndt
Mal für die Aufnahme vom Status quo. Und ja, das dürfte nicht lange dauern, dann gibt es wieder große News, denke ich mal. Sehr gerne, vielen Dank. Dann komme ich wieder vorbei.
- 44:15 Rob Hornman
Es war ein Vergnügen. Und ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg mit dieser tollen Initiative von diesem tollen Podcast. Und ich hoffe, dass es noch— ich bin sicher, dass es noch sehr viele interessante Leute gibt, die bei dir vorbeikommen sollen.
- 44:31 Ronald M. Arndt
Davon gehen wir aus. Rob, ganz, ganz lieben Dank und bis zum nächsten Mal.
- 44:35 Rob Hornman
Ciao.