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Germany · Episode #89 · 29.09.2023 · 75 Min

Das große "B&B Hotels" Update 2023

Max C. LuscherB&B Hotels
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Aufgenommen: Weingut Flick, Flörsheim am Main

Standbild aus der Episode mit Max C. Luscher Germany75 Min

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„Ich glaube, es ist nicht die Zeit der großen Entwicklungen jetzt. Es ist, glaube ich, die Zeit der schlauen Entwicklungen.“

Max C. Luscher, 54:49

Max C. Luscher gibt ein Update zu den B&B Hotels: rund 170 Häuser in Deutschland, gruppenweit 720 bis 730, dazu ein schwaches erstes Halbjahr mit operativen Kosten plus 20 bis 25 Prozent. Er erklärt, warum B&B künftig mehr selbst baut, wie das Modell der Mandated Manager funktioniert und was 200 Prozent Lease Coverage Ratio für Immobilieneigentümer bedeuten. Aufgenommen im Weingut Flick, wo Reiner Flick über 220.000 Flaschen, Export in 17 Länder und seine Nachhaltigkeitszertifizierung spricht, mit Helmut Frank vom CJN Claus Jacobs Network.

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Kernaussagen

  1. 170 Hotels in Deutschland: B&B Hotels betreibt rund 170 Hotels in Deutschland und 720 bis 730 gruppenweit und ist damit nach Luschers Angabe die größte Einzelhotelmarke Deutschlands. Bei Value for Money sieht er das Unternehmen besser als 2019.
  2. Selber bauen: B&B hat Kollegen eingestellt, die selbst bauen können, um den Projektentwicklungsgewinn von rund 20 Prozent im Haus zu behalten. Grund ist die Zinslage, in der Core-Investments mit 3,5 bis 4 Prozent Rendite gegen Finanzierungskosten von 4 plus nicht mehr darstellbar sind.
  3. Miete doppelt bedienen: B&B rechnet jedes Projekt auf eine Lease Coverage Ratio von 200 Prozent, zeichnet Mietverträge über 20 bis 25 Jahre mit Patronatserklärung der Gruppe und hält alle Verträge in einer Gesellschaft. Der Break-even lag über Corona faktisch bei 45 Prozent Auslastung.
  4. Mandated Manager: Statt Franchise arbeitet B&B mit einem Entrepreneursystem: Der lokale Hotelier führt das Haus auf Namen, Risiko und Rechnung von B&B gegen eine Umsatzkommission. In der Zufriedenheitsumfrage Anfang Februar lag der Net Promoter Score der Mandated Manager bei fast 60.
  5. Weingut gegen den Trend: Reiner Flick füllt rund 220.000 Flaschen und exportiert in 17 Länder, vor allem nach Asien und Osteuropa. Die Kosten stiegen um etwa 25 Prozent, die Preise nur um 6 bis 8 Prozent, der Umsatz wuchs um 15 Prozent, während die Branche 15 Prozent verlor.
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed

Pünktlich zur EXPO REAL bringt uns Max C. Luscher auf den aktuellen Stand bei den B&B Hotels.

Dabei wird schnell klar, dass er auch zum Thema Wein so einiges zu sagen hat. Schließlich fährt er an der Haustüre unseres heutigen Gastgebers Reiner Flick jeden Tag vorbei.

Hier wurde die Ernte bereits eingefahren, wohingegen die B&B Hotels noch mitten im Geschäftsjahr stecken. Was aber ist bislang passiert und wie begegnen Max C. Luscher und sein Team den massiven Verwerfungen im Immobilienmarkt?

„Beharrlichkeit und Mut“ zeichnet die Arbeitseinstellung im Weingut Flick seit jeher aus. Was bedeuten hier die aktuellen Kostensteigerungen, warum ist selbst er zur Größe gezwungen und in welche Länder exportiert das Mitglied von VDP.Die Prädikatsweingüter überhaupt?

Helmut Frank vom CJN Claus Jacobs Network und wir lernen mehr über die TikTok-Ziele der B&B Hotels und wie es Max C. Luscher schafft, dermaßen aktiv auf LinkedIn zu sein.

Worin liegen die Vorteile, wenn B&B Hotels in Zukunft mehr eigenständig baut? Und warum kann sich kein Immobilienbesitzer einen besseren Mieter vorstellen?

Es scheint definitiv die Zeit der schlauen Entwicklungen gekommen zu sein. Vieles wird sich zwischen Luxus und Askese abspielen, die richtige Positionierung entscheidend.

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Transkript

Transkript öffnenTranskript schließen75 Min · Ronald M. Arndt und Max C. Luscher

Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.

  1. 00:04
    Reiner Flick

    Das ist der Wickrer Nonnenberg. Der war über 500 Jahre im Besitz eines Nonnenklosters, deswegen heißt er Nonnenberg.

  2. 00:14
    Ronald M. Arndt

    Max, hast du nur gerochen oder auch gerade schon getrunken?

  3. 00:16
    Max C. Luscher

    Natürlich noch nicht getrunken.

  4. 00:18
    Reiner Flick

    Also, die Lage ist 1181 erstmals urkundlich erwähnt und ist einer der ältesten namentlich bekannten Weinlagen im Rheingau.

  5. 00:27
    Max C. Luscher

    Liegt alles bei mir im Keller. Noch vor kurzem getrunken, 2015er Pinot Noir Großgewächs Fuchsholz.

  6. 00:37
    Reiner Flick

    Fuchsholz, ja, der ist nicht schlecht, aber der aktuelle ist sogar noch besser.

  7. 00:42
    Max C. Luscher

    Ja, da kommen wir nachher dann dazu.

  8. 00:45
    Ronald M. Arndt

    Also für Zuhörer und Zuschauer kurz mal aufklären, jetzt heute im Weingut Flick Und warum liegt denn da schon so viel bei Max im Keller? Max Luscher von den B&B Hotels. Eure Zentrale ist ja auch nur 3,5 Kilometer entfernt von hier.

  9. 01:00
    Max C. Luscher

    Man muss die lokalen Traubenproduzenten unterstützen.

  10. 01:02
    Ronald M. Arndt

    Vielleicht führt sogar dein Heimweg am Strand vorbei. Jeden Tag dran vorbei, siehst du.

  11. 01:08
    Reiner Flick

    So, dann erstmal zum Wohl.

  12. 01:10
    Ronald M. Arndt

    Zum Wohl.

  13. 01:10
    Helmut Frank

    Danke für die Einladung.

  14. 01:11
    Max C. Luscher

    Zum Wohl sein. Zum Wohl. Du, weit.

  15. 01:15
    Reiner Flick

    Zum Wohl.

  16. 01:19
    Ronald M. Arndt

    So, neben dem Hausherrn und Gastgeber Reiner Flick und Max Luscher haben wir den Helmut Frank, der uns ja am Ende des Tages hier alle zusammengebracht hat. Muss sagen, ich bin jetzt schon das zweite Mal hier. Du hast gerade vom Nonnenberg gesprochen. War das der Berg, den wir auch vor kurzem erst bestiegen haben hier mit dir zusammen?

  17. 01:38
    Reiner Flick

    Da sind wir hingewandert, weil das ist quasi unser Hausberg. 150 Meter.

  18. 01:44
    Ronald M. Arndt

    Muss ich sagen, bei der kleinen Wanderung habe ich ja so viel gelernt zum Thema Wein wie nie zuvor. Dass es immer 100 Tage sind ab der Blüte. Es ging um Sexualduftstoffe im Weinberg. Der 10. Oktober ist glaube ich so ein bisschen der Termin, der es am Ende wird. Bleibt dabei, die Sonne kam ja heute pünktlich raus zu unserem Podcast. September. Ah, okay.

  19. 02:04
    Reiner Flick

    10. Oktober sind wir fertig.

  20. 02:05
    Ronald M. Arndt

    Da seid ihr fertig.

  21. 02:06
    Max C. Luscher

    Okay. Mit Nerven.

  22. 02:09
    Ronald M. Arndt

    Also Weingut Flick, VDP-Weingut, um so ein bisschen einzuordnen. 17 Länder, glaube ich, die auf der Exportliste stehen, oder bis zu 17.000, 22.000 Flaschen habe ich noch so im Ohr. Gibt es Korrekturen?

  23. 02:25
    Reiner Flick

    Also 220.000 Flaschen, das ist so die Größenordnung aktuell, und klar, 17 Länder Export, das ist auch so hauptsächlich nach Asien, aber auch Osteuropa. Wir sind in Polen sehr gut vertreten, in der Slowakischen Republik, in der Tschechischen Republik. Also das ist ganz gut.

  24. 02:47
    Max C. Luscher

    Und ich glaube, man darf sagen, eines der deutschen Spitzenweingüter. Das sagt er natürlich nicht.

  25. 02:53
    Ronald M. Arndt

    Lassen wir es so stehen. Da genießt er in Stille, der Rainer.

  26. 02:57
    Reiner Flick

    Also ich sag mal so, um es jetzt mit dem Fußball zu vergleichen, ich denke mal, wir spielen Bundesliga mit unserem Weingut.

  27. 03:04
    Max C. Luscher

    Die Eintracht.

  28. 03:05
    Reiner Flick

    Die Eintracht? Ja, ich bin kein Fußballfan, zugegebenermaßen. Aber wenn ich mich für einen Verein entscheiden würde, dann bin ich eher für Mainz.

  29. 03:16
    Max C. Luscher

    Also die Qualität ist sogar Eintracht. Achtung! Ich finde, die Qualität ist sogar Eintracht.

  30. 03:21
    Reiner Flick

    Ich finde, Mainz steht für Wein und Frankfurt steht für Appleboy. Also ich bin da eher bei Mainz.

  31. 03:28
    Helmut Frank

    Plausibler Grund. Definitiv.

  32. 03:31
    Max C. Luscher

    Mein Keller zu Hause steht für Wein.

  33. 03:33
    Helmut Frank

    Meinst du?

  34. 03:34
    Ronald M. Arndt

    So, die Frage ist jetzt natürlich, hier trifft Wein auf die Hotellerie, auf das Networking, für das ja das CJN-Netzwerk bekannt ist. Wie kriegt man so ein bisschen die verschiedenen Hintergründe zusammen? Klar, der Wein verbindet, das haben wir jetzt gerade schon festgestellt, und der Wein liegt auch schon beim Max im Keller. Aber auf einem Karton steht drauf Beharrlichkeit und Mut von Leitner. Spruch oder 2, sage ich mal, Stichworte, sage ich mal, die auch glaube ich ganz gut zu euch passen könnten, zu den B&B Hotels oder auch insgesamt der aktuellen Marktsituation.

  35. 04:10
    Max C. Luscher

    Muss ich korrigieren bitte, B&B Hotels, das ist unser neuer Markenauftritt. Selbst ich sage das stets falsch, insofern freut es mich, dass ich dich korrigiere.

  36. 04:18
    Ronald M. Arndt

    Wie war das denn im letzten Podcast?

  37. 04:20
    Max C. Luscher

    Da war noch B&B Hotels.

  38. 04:21
    Ronald M. Arndt

    Ach, da war es noch B&B, gut.

  39. 04:24
    Max C. Luscher

    Nein, haben wir jetzt korrigiert.

  40. 04:24
    Ronald M. Arndt

    Haben sich die Franzosen jetzt zum Englischen eher Weil die Franzosen sagen doch sicherlich nicht B&B.

  41. 04:30
    Max C. Luscher

    Doch, die sagen auch B&B. Auf Französisch. B&B Hotel.

  42. 04:33
    Ronald M. Arndt

    B&B?

  43. 04:34
    Max C. Luscher

    B&B Hotel.

  44. 04:37
    Ronald M. Arndt

    Ja, Herrlichkeit und Mut, das fand ich, wie gesagt, ihr seid ja, wie hast du immer gesagt?

  45. 04:42
    Max C. Luscher

    Ein einfacher Arbeiter im Weinberg des Herrn.

  46. 04:45
    Ronald M. Arndt

    Okay, das bist du jetzt bei B&B.

  47. 04:47
    Max C. Luscher

    So sehe ich meine Rolle.

  48. 04:49
    Ronald M. Arndt

    Er hat damals gesagt, auch bei der Begehung vom Weinberg, ihr seid irgendwo gewissermaßen zur Größe gezwungen. Ja, du sagst, ihr seid einfach ein Unternehmen, das setzt voll auf Wachstum. Das ist eure DNA, Teil eurer DNA.

  49. 05:03
    Max C. Luscher

    Wir haben jetzt 170 Hotels circa in Deutschland, gruppenweit 720, 730, sind die größte Einzelhotelmarke mittlerweile Deutschlands. Und keiner weiß es. Insofern glaube ich, haben wir da noch viele Potenziale, die wir auch heben können. Aber ja, eine gewisse Beharrlichkeit gehört dazu. Vielleicht nicht irgendwie die Not zur Größe, sondern das ist das, was wir anstreben wollen, weil wir ein Netzwerk anbieten wollen, weil wir merken, dass insbesondere in der Bewertung Value for Money aus Kundensicht wir sogar jetzt noch besser dastehen wie 2019. Auch da der Marktführer sind. Da haben wir unseren direkten Wettbewerb alle eingeholt und überholt und sind da sehr frohen Mutes.

  50. 05:41
    Ronald M. Arndt

    Möchtest du mal 2, 3 nennen an der Stelle?

  51. 05:43
    Max C. Luscher

    Bitte?

  52. 05:43
    Ronald M. Arndt

    Wettbewerber?

  53. 05:45
    Max C. Luscher

    Mir fallen da keine Namen ein.

  54. 05:48
    Ronald M. Arndt

    Trinken wir noch einen Schluck. Value for Money hast du gerade schon gesagt, da wollt ihr oder seid mittlerweile dann die beliebteste Hotelmarke. Das hat sicherlich den ein oder anderen Grund, kommen wir eventuell noch drauf zu sprechen. Mir fällt heute Morgen, ich bin ja, muss ich sagen, seltenst bislang in meinem Leben auf TikTok gewesen, aber heute Morgen, als ich eh von Stuttgart herkomme, habe ich ein bisschen B&B auf TikTok mir angeschaut und mit dem Herrn Anwalt etc. und eurer netten Dame, der Carina, die selbst von B&B kommt.

  55. 06:20
    Max C. Luscher

    Ja, wir räumen da Pokal für Pokal ab. Dankeschön für den Wein, er ist köstlich, um bei der Fußballsprache zu bleiben. Nein, das war eine Initiative, die das Marketing-Team vor 2, 3 Jahren selbst gestartet hat. Ich meine, ich habe keine Ahnung von Social Media. Für mich ist LinkedIn schon die große Schule des Social Media. Und die machen das genial. Wir sind da die am stärksten vertretene Hotelkette, haben einen Riesenzuspruch. Wie gesagt, Award nach Award. Kommt da rein und wir zeigen uns so, wie wir sind, offen und ehrlich. Wir verheimlichen da nichts. Wir sind einfach gute Hotels mit super lokalen Hotelmanagern, die selbstständig ihre Hotels führen. Und es macht Spaß zu sehen, wie sich die Dinge so entwickeln.

  56. 07:01
    Ronald M. Arndt

    Die entwickeln sich also grandios. Die Frage ist, warum TikTok? Wo geht da die Botschaft hin? Ist es am Ende dann der Gast aus der Generation Z wahrscheinlich, den ihr ansprecht?

  57. 07:11
    Max C. Luscher

    Ja, also da gibt es viel Analyse natürlich dazu. Was sollte man marketingtechnisch machen? Wir haben durchaus auch Messen, Mass-Market-Campaigns jetzt gestartet im Sinne von im Vorprogramm von irgendwelchen Shoppingcentern auf RTL und so weiter mit Hier liegst du richtig Kampagnen. Wir wollen durchaus eben breit ansprechen. Junge Leute sind TikTok. Wir glauben auch, dass junge Leute schnell meinungsbildend sind. Also meine Tochter 13 darf noch nicht auf TikTok, aber Snapchat und so andere Geschichten, wenn die halt sagt Achtung, Wochenende, wir fahren noch mal nach Hamburg und sie sagt, Papa, in dieses Hotel, dann ist eine gewisse Chance da, dass man dann auch gebucht wird. Wir glauben einfach, wenn man früh in den Köpfen von Leuten drin ist und wirklich auch einen sympathischen Auftritt hat. Und wenn sich das dann mit der Realität noch matcht, dass wir eine sehr, sehr hohe Kundenzufriedenheit haben. Keiner geht aus dem B&B Hotels, ich habe es richtig gesagt, raus und sagt, das war genial. Aber das kann nicht unser Anspruch sein. Wir wollen, dass sie rausgehen und sagen, Mensch, das war alles super. Wir haben keinen Fehler gefunden. Alles war bestens in Ordnung. Tolles Bett, Klimaanlage, gute Dusche, super Frühstück. Und das Ganze hat nur diesen Preis gekostet und ich kann dafür den Rest meines Geldes für die Reise in Berlin ausgeben, wo ich bei einem Fußballspiel bin, Konzert oder Dienstreise, wie auch immer. Das ist unsere Anmoderation, wenn das so beides zusammenkommt, dann ist das für mich—

  58. 08:29
    Ronald M. Arndt

    Entsprechend Value for Money, habe verstanden. Bei dir steht ja auch mindestens eine Tochter, glaube ich, in Startlöchern, die, oder schon dabei, die auch hervorragenden Wein macht.

  59. 08:39
    Reiner Flick

    Okay, mein Das stimmt. Ja, siehst du, er weiß Bescheid.

  60. 08:43
    Ronald M. Arndt

    Hat ja auch vorher schon gesagt, deshalb mein verrückt. Von daher gibt es ja fast keinen besseren Gast hier heute in der Runde als den Max Luscher. War kurz die Frage TikTok, aber dann lassen wir es auch mit diesen Themen. Ich habe mich auf jeden Fall heute Morgen gleich dazu entschlossen, mal Hotel-Podcast als Benutzernamen bei TikTok zu registrieren. Habe ich auch gemacht. Wenn die Episode hier rausgeht, mal gucken, vielleicht habe ich da schon Max, mein erster TikToker.

  61. 09:08
    Max C. Luscher

    TikToker, schauen, ob ich überhaupt die App auf dem Handy habe.

  62. 09:12
    Reiner Flick

    TikTok, also ist für uns eigentlich noch kein Thema, oder kein Thema. Wir haben so ein bisschen aufgeteilt, meine Tochter macht Insta und ich mache Social Media für Alte. Ich bin auf Facebook.

  63. 09:25
    Ronald M. Arndt

    Auf Facebook, gut. Aber da ist wahrscheinlich auch das immer noch kaufkräftigere Klientel.

  64. 09:30
    Reiner Flick

    Ja, sagen wir mal so, was für uns halt entscheidend ist, wir haben ja wirklich einen sehr, sehr guten Newsletter. Wir haben über 4.500 bis 5.000 Abonnenten dieses Newsletters. Das ist für ein Weingut unserer Größe also schon gut. Und der wird auch gelesen. Also wir können natürlich schon schauen, was wird geöffnet und wer guckt sich was an. Da haben wir also eine Quote von über 60% der Adressaten, die sich das auch anschauen. Ich glaube, das ist sehr hoch. Das ist also unser Sprachrohr nach draußen und die Kommunikation von uns mit den Kunden.

  65. 10:11
    Ronald M. Arndt

    Wir hatten ja schon einen längeren, etwas verregneten und ungewohnt kühlen Sommer.

  66. 10:18
    Max C. Luscher

    Man spürt es auch an meiner Dauererkältung. Ich würde sagen, dafür, ich keuchele.

  67. 10:21
    Ronald M. Arndt

    Da hustet sicher einer ab neben mir. Aber heute pünktlich zur Aufnahme sind die Wolken verzogen, die Sonne strahlt. Wie schaut es gerade so in eurem Markt aus? Ich glaube, da gibt es noch die eine oder andere Wolke im Bereich der Hotelimmobilien.

  68. 10:36
    Max C. Luscher

    Ja, das ist gar keine so einfache Frage im Moment zu beantworten. Also mehrere Sichtweisen. Die reine operative Performance war das erste Halbjahr nicht dolle in Deutschland. Wir hatten einen katastrophalen Januar, alle hatten noch Angst mit Gaskrise und wir hatten wirklich keine guten Zahlen geschrieben bei uns und haben deutlich den Markt ausperformt. Das heißt, der Markt muss eine wirklich eine Katastrophe gewesen sein. Ich würde summa summarum glauben, dass die deutsche Hotellerie zu 80% im ersten Halbjahr auch gar kein Geld verdient hat, weil die operativen Kosten im Schnitt bei uns um 20, 25% gestiegen sind durch Mindestlohn. Mindestlohn drückt in Wäschekosten rein, sozusagen in Zimmerreinigungskosten. F&B-Kosten sehen wir jetzt noch mit Teuerungsraten von 6% in Deutschland. Dass immer noch hier und hier Dinge wie Milchprodukte und so weiter teilweise ansteigen, obwohl dann Butterpreise schon wieder fallen. Also alles etwas absurd. Wir konnten natürlich die Preise steigern, insofern okay. Aber in Summe merken wir, dass die Nachfrage noch nicht so da ist. Auch gerade jetzt über den Sommer. Der Juli ist nicht so besonders gut gelaufen, sagen aber auch alle anderen Hotelmarken. Weil viele Gäste entweder wieder nach Malle, Ägypten oder Türkei oder irgendwohin sind. Insofern nicht mehr deutscher Städtetourismus oder Urlaubsregionen. Wir haben jetzt auch ein Hotel in Willingen beispielsweise. Das läuft aber sehr gut. Auf der anderen Seite merkt man natürlich schon, dass die Inflation vielen Gästegruppen wirklich zusetzt. Was wir da insbesondere sehen, ist, dass Leute— wir haben uns jetzt beispielsweise Oktoberfest im Vorbuchungsstand angeschaut. Wir haben ja mittlerweile keine Ahnung, 10 Hotels in München. Wir sehen, dass Leute durchaus bereit sind, immer noch einen relativ hohen Preis zu zahlen. In der Vergangenheit, vor 8 Jahren, war es so, dass Oktoberfest 2 Jahre im Voraus ausgebucht war. Mittlerweile geht man rein ins Jahr und hat einen Buchungsbestand von 10% oder so was on the books, 10% Auslastung.

  69. 12:41
    Ronald M. Arndt

    Also für den Zeitraum vom Oktoberfest?

  70. 12:42
    Max C. Luscher

    Jetzt nur isoliert Oktoberfest. Und was man jetzt sieht, ist, Wir liegen hinter den Buchungsständen letztes Jahr, obwohl letztes Jahr auch schon schlecht war eigentlich im Oktoberfest. Ist so ein bisschen isoliertes Münchner Thema, auch mit 30% neuen Betten am Markt, die russischen Gäste, die nicht da sind, asiatische Gäste, die nicht da sind. Lange Rede, kurzer Sinn: Wir merken, dass viele Hotelgäste nicht mehr bereit sind, Minimum Length of Stay Restriktionen in Kauf zu nehmen oder auch nicht stornierbare Raten zu buchen. Beispiel: Du willst mit deiner Frau nach München fahren, Oktoberfest, 2 Nächte, dann kostet das im Doppelzimmer dann all-in irgendwie 400 Euro bei uns wahrscheinlich. Und das dann nicht stornierbar buchen, im Sinne, wenn die schlimme Männergrippe dich erfasst, wie sie mich vor 2 Wochen erwischt hat, dann fährst du nicht hin, hast 400 Euro in den Wind geschossen. Das machen die Leute nicht mehr mit. Sie sind durchaus bereit, dann ich sag mal 450 Euro Flex zu bezahlen, weil wenn ich da bin, habe ich mein Zimmer, alles in Ordnung. Und dann spielen vielleicht auch die 50 Euro keine Rolle mehr. Dann kriege ich halt 2 Maß Bier weniger auf der Wiesn. Also da merken wir ein verändertes Gästeverhalten, dass wir unsere Buchungsbedingungen ändern müssen. Aber ich sage immer, wenn wir uns als Marktführer schwertun und wir sehen in allen unseren KPIs, dass wir über dem Markt performen, bezogen auf die Rate, bezogen auf die Auslastung und so weiter, glaube ich, dass der Hotelmarkt in Deutschland vor einer großen Konsolidierungswelle stehen wird. Und wir hatten auch noch nie so viele Übernahmeangebote auf dem Tisch wie jetzt im Moment, wo Betreiber einfach sagen, kleine Betreiber, die eine Marke dazugenommen haben, die einfach sagen, sie wollen nicht mehr, sie können nicht mehr, sie wollen nicht mehr, sie finden keine Mitarbeiter mehr, die Preise sind zu hoch geworden, die Digitalisierung kann ich als Einzelbetrieb gar nicht mehr stemmen, die Marke hat keine Vertriebskraft mehr, sie wollen aufhören, wollen, dass wir als Mieter antreten.

  71. 14:36
    Ronald M. Arndt

    Und hier sprichst du von ganz kleinen Strukturen, sage ich mal, Objekte, die auch für euch gar nicht passen, oder?

  72. 14:41
    Max C. Luscher

    Es sind viele dabei, die für uns passen. Wir haben jetzt wahrscheinlich noch gefühlt 10, 15 Eröffnungen dieses Jahr vor uns.

  73. 14:48
    Ronald M. Arndt

    Die kommen dann aus dem Bestand heraus?

  74. 14:49
    Max C. Luscher

    Ja, Takeovers aus dem Bestand zu nennen. Da ist alles dabei, von der mittelgroßen Hotelkette, die 10, 15 Hotels betrieben hat, die einfach sagen, wir wollen nicht mehr. Auch ganz viel Generationenwechsel, wo die ältere Generation mit Herz und Leidenschaft dabei war, selbstständig, selbstverständigt dann auch, und wo dann die jüngere Generation, die vielleicht alle mal auch in der Hotellerie gearbeitet gelernt haben, einfach sich jetzt das anschauen und sagen, lasst uns doch besser verkaufen, lasst uns doch besser aufhören. Das macht so keinen Sinn mehr. Und über allem schwebt natürlich immobilientechnisch die ESG, der ESG-Heiligenschein drüber, nennen wir es mal so. Ich bin großer Freund davon. Ich war auch ein Freund von Habecks Heizungsgesetz und oute mich da gerne. Ich sitze auch hier Mitte links am Tisch. Vielleicht passt es sogar dazu. Ich glaube, wir müssen fürs Klima viel, viel mehr machen. Ich glaube, wir müssen die Leute auch dazu zwingen, wenn sie es nicht freiwillig machen. Ja, das kostet alles Geld. Ich glaube bloß immer, wenn man den amerikanischen Ansatz wählt im Sinne von it's a multi-billion market, statt zu sagen, es sind Multimillionenkosten. Man kann sich— es ist die Realität. Der Planet raucht ab. Wir haben vorher über den Sommer gesprochen, der vielleicht verregnet war. Es wird wieder in 3 Wochen viel zu heiß sein, wahrscheinlich, wo alle Leute wieder verstehen, dass es notwendig ist. Wir benutzen zu viele fossile Brennstoffe, wir haben zu viel Plastik. Da hätten wir schon viel, viel früher unsere Hausaufgaben machen können und jetzt tut es halt weh.

  75. 16:17
    Ronald M. Arndt

    Also ihr, um das kurz dann abzuschließen, habt das Thema Nachhaltigkeit voll in die Strategie oder ganz oben auf die Agenda gesetzt. Im letzten Podcast, wo ich bei dir in der Zentrale war, hast du ja vom sehr viel nachhaltigeren Frühstück schon gesprochen. Packungsmüll etc. hast du gerade erwähnt.

  76. 16:35
    Max C. Luscher

    Ökostrom in allen Hotels.

  77. 16:37
    Ronald M. Arndt

    E-Lade habe ich auf Hier übrigens eine Frage aus der Community vom Hotel-Podcast. Timo Patter war das, glaube ich, von Linden Hotels, auch Development. Grüße. Weil er fragte: Hast du eigentlich schon selbst eine Agentur für deine LinkedIn-Aktivitäten?

  78. 16:53
    Max C. Luscher

    Ich bin offen. Ja, seit 3 Wochen aber erst. Davor habe ich alles selber gemacht. Mittlerweile kriege ich es zeitlich nicht mehr hin. Insofern ja, ich habe eine LinkedIn-Agentur. Seit 3 Wochen bin ich nicht mehr jungfräulich. Okay, vielleicht zum Thema Nachhaltigkeit. Wir sind die erste Hotelkette Europas, die voll nach den Global Tourism Council Standards durchzertifiziert ist. Wir arbeiten wirklich ganz hart dran, wirklich die fossilen Brennstoffe rauszubekommen. Das ist unser erster Ansatz dort. Wir haben jetzt auch aus dem Neubau raus im schönen Bad Hersfeld ein Hotel übernommen, wo das so der Fall ist. Wir haben jetzt in der Renovierung von Bielefeld-Ost genauso eine Lösung. Das ist alles teurer, aber das Geld nehmen wir gerne in die Hand, weil es die der Kunde dann hinterher auch dankt. Also wir versuchen da sehr viel zu machen, aber es ist natürlich vieles auch absurd. Wir hatten über Frühstück gesprochen. Wir dürfen nicht mit Bioprodukten werben. Warum? Dann muss ich mich biozertifizieren lassen. Euch auch, glaube ich. Und dann sind es Dinge wie: Wir müssen sicherstellen, dass in unserem Frühstückskühlschrank immer nur Bio-Käse gelagert ist. Der darf nicht gelagert werden quasi mit normalem Käse. Weil auf dem Buffet kann man es ja nicht mehr erkennen und kein Lieferant gibt einem die Garantien, dass man immer diesen Bio-Gouda bestellen kann. Dann kann man sich nicht zertifizieren lassen. Willkommen in Deutschland.

  79. 18:16
    Ronald M. Arndt

    Müssen wir schnell wieder vom Bier wegkommen und vom Käse wegkommen hin zum Wein. ESG, davon schon mal was gehört? Bitte? ESG, davon schon mal was gehört? Also gerade so ein bisschen das.

  80. 18:26
    Max C. Luscher

    Environmental Social Governance Regulations.

  81. 18:29
    Reiner Flick

    Noch nichts von gehört.

  82. 18:30
    Ronald M. Arndt

    Glaube ich, hätte ich auch fast nicht. Aus den 80er Jahren sogar heraus, die jetzt natürlich in die großen Unternehmen Einzug hält und die auch viel damit zu tun hat, dass in Zukunft eben Investments, sage ich mal, auf Basis der ESG-Fähigkeit—

  83. 18:44
    Max C. Luscher

    Aber seid ihr biozertifiziert? Habt ihr ein Eigenlabel?

  84. 18:48
    Reiner Flick

    Nein, also wir haben uns 2012 dazu entschlossen, Nachhaltigkeitszertifizierung anzustreben, weil wir haben uns tatsächlich lange Gedanken gemacht, haben von der reinen Biozertifizierung Abstand genommen, weil ich glaube, die Nachhaltigkeitszertifizierung ist umfassender, weil die auch die sozialen Komponenten mit einbezieht. Wie gehen wir mit unseren Mitarbeitern um? Welche Leistungen bekommen die, was sie vielleicht woanders nicht bekommen? Und wir haben also seit 2012 keine regenerativen, also keine fossilen Brennstoffe mehr im Betrieb, außer den Diesel, den wir noch mit dem Schlepper verfahren und mit unseren Fahrzeugen. Also wir heizen mit nachwachsenden Rohstoffen. Wir haben eine Photovoltaikanlage installiert, mit der wir ungefähr 60.000, 70.000 kW Strom produzieren. Das entspricht dem Jahresverbrauch, den wir haben. Also in dem Bereich sind wir schon sehr, sehr weit, also schon lange sehr, sehr weit. Mit der Biozertifizierung an sich habe ich, wie du auch schon sagtest, so die gleichen Probleme. Das ist teilweise halt eine sehr dogmatische Geschichte, und der wollen wir uns eigentlich nicht unterwerfen. Also wir wollen einfach auch unseren Spielraum und Handlungsspielraum haben, auch tatsächlich mal in Jahren, wo es besonders schwierig ist mit der Witterung, dass wir da tatsächlich auch konventionell arbeiten können, wenn es das erfordert. Aber diese Einengung selber, die möchte ich halt nicht.

  85. 20:23
    Max C. Luscher

    Ich halte es für sehr, sehr sinnvoll. Ich meine, am Schluss muss man eben, ich sage mal, ein wirtschaftliches Überleben auch mit Nachhaltigkeit übereinbringen. Und ich glaube, wenn man es schafft, dann auf Pestizide, Herbizide und so weiter einfach vom Grunde her immer zu verzichten, aber sich die Freiheit offen hält in diesem einen Jahr, wo es halt sonst eine wirtschaftliche Katastrophe wäre, wo die Leute dann eben auch nicht den nachhaltigen Wein trinken können und dann, ich sage mal, die Plörre aus dem Ausland trinken, wo garantiert Pestizide und Herbizide dabei sind, weil es den deutschen Bio-Wein gar nicht mehr geben kann, weil einfach die Wettersituation nicht gut genug war. Ich glaube, da muss man wirklich mehr eingehen. Ich glaube, ich glaube, es macht Sinn. Wir haben die Diskussion bei uns in Hotels ja die ganze Zeit. Ich plädiere dafür. Wir wollen an jedes Hotel in Deutschland, das ist auch eine Forderung von uns im Hotelverband, wo ich die Ehre habe, im Vorstand sein zu dürfen, ist, warum nicht eine Plakette ans Hotel anbinden, vorne verpflichtend. Wie hoch ist der Brennstoffverbrauch für Heizen, Wärmeaufbereitung, Wasser hin und her, einfach für das Hotel ohne Anreise des Gastes, ohne Frühstück, einfach simpel. Eine simple Aussage: So viel Verbrauch pro Zimmer hat dieses Hotel. Und dann kann der Gast schon mal eine ziemlich gute Einschätzung bekommen. Das ist ein Hotel, große Zimmer mit Wellness hin und her, da ist der Wert, ich sage jetzt mal irgendwas 100, und im anderen Produkt ist der Wert 10, dann kann der Gast entscheiden. Und ist es dann schlimm, dass das eine Hotel auch noch ein bisschen Brennstoff irgendwo hat? Nee, ist ja nicht schlimm. Es ist schon mal der Mainstream, der dann entscheiden kann, was sinnvoller ist.

  86. 21:59
    Ronald M. Arndt

    Das wäre dann deinerseits eine Forderung an die Politik, weil das ist ja nichts, was über den Hotelverband läuft etc.

  87. 22:03
    Max C. Luscher

    Habe ich mit dem Tourismusbeauftragten der Bundesregierung, Dieter Janecek, besprochen. Ich habe das in aller Breite ausgearbeitet, ihm vorgelegt. Ich warte dann noch auf offene Antworten, muss aber sagen, ich habe einen sehr guten Eindruck vom Herrn Janecek, der wirklich sehr fach- und sachkundig und auch wissbegierig in dem Termin war. Und wir sehen jetzt hoffentlich gerade die ersten Anstrengungen mit der Frau Faeser hier aus dem schönen Hessen, die den digitalen Meldeschein abschaffen möchte, was ja auch eine Forderung ist des Hotelverbands an der Stelle. Also ich glaube, langsam, die Mühlen mahlen langsam, aber langsam geht es auch voran.

  88. 22:42
    Ronald M. Arndt

    Steter Tropfen höhlt den Stein. Ich sage das deswegen, weil es wird ein neues Format geben im Hotel-Podcast. Das hat den Arbeitstitel gerade noch What's Up Berlin, wo wir einfach mit dem Hotel-Podcast nach Berlin gehen und da eben mit den Parlamentariern sprechen, mal so ein kleines Update einholen, wie weit man in verschiedenen Punkten ist, was der Max eben dann mal eingebracht hat und ob es gerade auch bearbeitet wird.

  89. 23:07
    Max C. Luscher

    Ich glaube, das ist eine super Idee. Ich glaube einfach, dass die Tourismusindustrie in Deutschland so ein bisschen zwischen vielen Stühlen sitzt. Also gerade Meldegesetzeswesen, das ist irgendwo zwischen dem Inneren, Wirtschaftsministerium und so weiter. Da fühlt sich keiner so wirklich zuständig für. Finde ich eine gute Idee.

  90. 23:25
    Ronald M. Arndt

    Das heißt, wir bringen da ein paar Verantwortliche mit Weinen aus dem Hause Flick in Berlin einfach zusammen.

  91. 23:30
    Reiner Flick

    Hoffentlich.

  92. 23:31
    Ronald M. Arndt

    Gibt es schon viel Wein in Berlin?

  93. 23:34
    Reiner Flick

    Ja, schon. Also wir sind in Berlin recht gut vertreten, unter anderem bei der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft. Also in der Abgeordnetenkantine. Ist aber ein bisschen untertrieben, dazu Kantine zu sagen.

  94. 23:47
    Max C. Luscher

    Man kann dort gut essen.

  95. 23:48
    Reiner Flick

    Sieht schon ganz schön aus. Also wie gesagt, da sind wir auch vertreten und schon seit vielen Jahren. Das heißt also, ich würde mal sagen, alle Abgeordneten und die Mitglieder der Bundesregierung haben schon mehrfach mit unserem Wein zu tun gehabt. Unter anderem haben wir natürlich auch bei verschiedenen Anlässen natürlich geliefert, bei Staatsbesuchen etc. Mit trübem Lächeln King Charles mittlerweile. Siehst du, mit dir, ja, King Charles, mit der königlichen Familie haben wir natürlich auch eine Verbindung über unsere zweite Monopolanlage, den Hochheimer Königin-Viktoria-Berg. Und wir hatten also auch das Vergnügen, den Charles jetzt im April zu treffen in Hamburg. Da gab es eine Farewell-Party, die die britische Botschaft für ihn gegeben hat nach dem offiziellen Teil des Staatsbesuchs in Deutschland. Und da waren wir auch, und zwar als einzig deutsches Unternehmen. Alle anderen Produkte, die dort gereicht wurden, waren aus Großbritannien. Und das war schon mal für uns natürlich auch eine tolle Sache.

  96. 24:56
    Max C. Luscher

    Kollege Keller aus Rheinhessen war nicht eingeladen. Wir hatten ja auch enge Verbindungen.

  97. 24:59
    Reiner Flick

    Also es gibt natürlich, wird immer gemunkelt, dass der William schon mal bei Keller in der Weinlese war. Aber Darüber wird natürlich dann offiziell geschwiegen. Kann sein, kann nicht sein. Also keiner sagt was.

  98. 25:13
    Max C. Luscher

    Und das war dann der Jahrgang, der nichts wurde, oder?

  99. 25:14
    Reiner Flick

    Nein, ich weiß es nicht.

  100. 25:15
    Ronald M. Arndt

    Das Schlechte vom Franz und Fritz.

  101. 25:19
    Max C. Luscher

    Nein, nein, nein.

  102. 25:20
    Reiner Flick

    Also die anderen.

  103. 25:20
    Max C. Luscher

    Klaus-Peter aus Wufflöshamn-Dalsheim.

  104. 25:24
    Reiner Flick

    Jedenfalls habe ich jetzt den König Charles schon zweimal getroffen und 2019 hatte ich auch die dass er sich fast eine halbe Stunde Zeit genommen hat für mich. Und wir haben über Sustainable Viticulture gesprochen, nachhaltigen Weinbau. Und ich hatte den Eindruck, dass es ihn tatsächlich und sehr interessiert. Und vielleicht kommen wir auch mal zu uns in die Lese.

  105. 25:50
    Ronald M. Arndt

    Das hört man, oder habe ich auch schon gehört, dass der Charles da in dem Bereich sehr interessiert ist.

  106. 25:55
    Max C. Luscher

    Er hat ja eigene Aktivitäten in UK, dann hauptsächlich so im Süden rund um Devon, Cornwall, wo sehr nachhaltig produziert wird. Produziert wird. Also der hat dann Vorrat in UK.

  107. 26:05
    Reiner Flick

    Ja, und was man so hört, ist es tatsächlich so, dass er bevorzugt Lebensmittel konsumiert, die von seinen eigenen Gütern sind, wo er weiß, wie wird das produziert, wo kommt es her, unter welchen Umständen ist ein Tier aufgewachsen und am Ende tatsächlich auch dann geschlachtet worden. Und also das ist für ihn sehr, sehr wichtig.

  108. 26:28
    Ronald M. Arndt

    Nicht zuletzt ist er wahrscheinlich auch durch die Inflation ein bisschen dazu genötigt, mehr vom eigenen Fell zu essen.

  109. 26:35
    Max C. Luscher

    Ich glaube, es geht ihm gut.

  110. 26:38
    Reiner Flick

    Nein, ich glaube nicht, dass er ein Portemonnaie dabei hat.

  111. 26:41
    Max C. Luscher

    Ich glaube es nicht.

  112. 26:46
    Ronald M. Arndt

    Wenn wir gerade schon beim Kunden waren, sage ich mal, jetzt haben wir hier so 3 White Collars sitzen. Hat sich das Kundenprofil bei euch so die letzten Jahre Verändert sich sicherlich.

  113. 26:58
    Max C. Luscher

    Ist ein bisschen schwierig zu sagen, weil wir früher relativ wenig Analysen gemacht haben. Also früher waren wir ein datenloses, datenarmes Unternehmen, haben aber jetzt natürlich sukzessive die letzten 2, 3 Jahre das schon auch angefangen. Was wir merken, ist, wir sind immer noch ein Mainstream-Produkt. Das ist uns sehr wichtig. Also wir sehen auf unserem Parkplatz alles vom, ich sag mal, Bulli-Handwerker, die in einem Familienzimmer zu viert übernachten, Bis hin zu Jugendgruppen, für die ein Familienzimmer günstiger ist wie eine Jugendherberge, rüber zu einem Porsche, der dasteht, weil der Gast, der abends um 23 Uhr ankommt, morgens um 6 Uhr wieder geht. Warum? Oftmals sind die so schlau, dass sie sagen: Warum soll ich denn 100 Euro für die Nacht ausgeben, wenn ich auch 60 ausgeben kann? Also was wir jetzt gesehen haben die letzten Jahre, ist, wir haben im Leisure-Bereich sehr, sehr stark zugelegt, weil wir wirklich auch unsere Vertriebswege für Leisure verstärkt haben, weil wir auch immer mehr Hotels in den richtigen Lagen haben. In Berlin in der Innenstadt. Und wir übernehmen jetzt zum Beispiel im Herbst noch ein Hotel in der allerbesten Lage Berlin-Mitte, also 3 Minuten fußläufig zum Brandenburger Tor. Ein Standort, der für uns nie realistisch gewesen wäre früher. Aber jetzt geht so was halt eben.

  114. 28:07
    Ronald M. Arndt

    Braucht es aber auch, um so ein bisschen zur Lovebrand zu werden.

  115. 28:09
    Max C. Luscher

    Ich weiß gar nicht, ob wir eine Lovebrand werden wollen. Also wir haben die Diskussion intern. Also ich sage jetzt mal für mich als Einzelperson, ich glaube, wir wollen gar keine Lovebrand sein. Ich glaube, wir, also ist Aldi, ist IKEA wirklich eine Love Brand? Ich glaube nicht.

  116. 28:24
    Ronald M. Arndt

    Auch nicht.

  117. 28:25
    Max C. Luscher

    Ich glaube, es kommt, es ist wirklich wichtig, beim Kunden verankert sein in einer Top-of-Mind-Awareness. Da legen wir gerade deutlich zu, weil wir da auch Geld rein investieren. Und am Schluss wäre es mir lieber, wenn wir eine akzeptierte Marke sind, auf die sich der Gast verlassen kann. Also eine Verlässlichkeit, Beharrlichkeit, wie du vorher gesagt hattest. Im Sinne von, da gebe ich nicht zu viel Geld aus, ich weiß genau, was ich bekomme, die Qualität stimmt, es ist freundlich, es ist sauber, es ist überall da, wo ich hin muss, verfügbar, als dass wir uns darauf versteifen, in einer gewissen Zielgruppe eine Lovebrand zu sein. Ist ja auch immer die Frage, Lovebrand, wie lange und auch im Kaufverhalten des Kunden. Also entweder ich bin eine Lovebrand im täglichen Konsumverhalten im Sinne des Konsumguts, oder auf der anderen Seite ein Investitionsgut, irgendwie ein Porsche. Alle 10 Jahre kaufen wir einen Porsche und wir sind da irgendwo dazwischen. Und ich glaube, dadurch ist es durchaus auch schwierig, sich zu positionieren, weil wir für den Durchschnittsdeutschen nicht die tägliche Einkaufsoption sind, sondern dann, wenn er halt nur reisen will. Und dann geht es erst mal darum, in welche Lage muss ich? Und wenn ich nach Berlin Siemensdamm muss, dann muss ich halt nicht zum Alexanderplatz. Das heißt, da muss ich ein Hotel haben. Und dann die Diskussion, bin ich dann noch eine Love Brand, ist glaube ich für mich nachgelagert. Es wäre viel gewonnen, wenn der Kunde vom Grund her sagt, ich muss nach Berlin, ich will im B&B Hotel pennen, und wenn die Distanz halt 10 Kilometer sind, ist es trotzdem okay für mich.

  118. 29:49
    Ronald M. Arndt

    Und da habt ihr während der Pandemie auch ein paar Anpassungen der Strategie vorgenommen. Ich glaube, davor wart ihr nur online direkt buchbar, und mittlerweile habt ihr einen Omnichannel. Das wird so als Ansatz.

  119. 30:00
    Max C. Luscher

    Also ich sag's mal ganz salopp, mir ist es lieber, während Corona ein reines Kostenthema zu haben wie ein Umsatz- und Kostenthema. Natürlich hatten wir irgendwo beides. Aber das haben wir ganz, ganz ordentlich hinbekommen. Wir waren in keinem Jahr während Corona EBITDA-negativ und das ohne Staatshilfen. Also wir haben welche bekommen, ja, aber jetzt ohne die reingerechnet zu haben. Das ist wahrscheinlich die einzige Hotelkette in Europa, die es geschafft hat. Ja, wir haben Omnichannel gemacht, sind jetzt dabei, das natürlich ein bisschen wieder anzupassen, zurückzufahren, weil die Vertriebskosten natürlich exorbitant sind. Und so was ist natürlich auch schmerzhaft. Man hat gewisse Buchungswege, Prozesse, Teams, die daran arbeiten, dann zu sagen: Nee, das jetzt wieder auf und fahren zurück.

  120. 30:43
    Ronald M. Arndt

    Stärken den eigenen Kanal dann wieder. Abschaffen muss man es ja nicht sagen. Absolut. CJM, Klaus-Jacobs-Netzwerk, hat uns hier heute zusammengebracht. Das ist ja so eine eurer Kernaktivitäten, Helmut.

  121. 30:58
    Helmut Frank

    Ja, Ronald, in der Tat. Ja gut, wir von Klaus-Jacobs-Netzwerk aus verstehen uns wirklich als ein Partnernetzwerk. Netzwerken ist unsere Leidenschaft.

  122. 31:09
    Ronald M. Arndt

    Definitiv. So sehe ich es.

  123. 31:11
    Helmut Frank

    Ja, ist definitiv so. Und spricht, denke ich mal, wenn ich jetzt wieder die 2 Dinge aufnehmen will, ja, das Live, Beharrlichkeit.

  124. 31:22
    Ronald M. Arndt

    König Charles vielleicht?

  125. 31:23
    Helmut Frank

    Beharrlichkeit und Mut.

  126. 31:24
    Ronald M. Arndt

    Die gehen oben im Büro lang. Schon angenommen. Englische Nummer.

  127. 31:32
    Helmut Frank

    Ja, Beharrlichkeit und Mut. Und bei uns würde ich nur dazu sagen, auch Vertrauen, denn Wir sind wirklich ein interdisziplinäres Netzwerk. Wir denken in Hospitality, das ist unser Fokus und sind deshalb, Max, was du jetzt vorher gesagt hast, auch die Thematiken, die sich ergeben, beziehungsweise dieses Marktgeschehen. Wir bekommen da extrem viel mit, da wir auch bei uns Consultants dabei haben. Wir haben ja Investoren, Betreiber ja auch mit. An Bord und versuchen da wirklich extrem offen zu sein und natürlich auf die Dinge einzugehen, die die Anforderungen vom Markt sind. Und es ist in der Tat ein bisschen unterschiedlich. Also von vielen wissen wir schon, von den Betreibern, dass die, was jetzt RevPound so betrifft, dass die wirklich auf einem sehr guten Wege sind, zumindest die Statistiken, wenn die so, und die Angaben, wenn die so stimmen. Was wir von unserer Seite aus vielleicht ja ein bisschen anders machen, ich hoffe auch besser. Es war jetzt vorher, vorher hatten wir mit dem Kollegen Stefan Scherer beispielsweise so explizit einen kurzen Austausch und trifft alles in die Thematik ESG, großes Schlagwort natürlich, ganz klar. Und dort haben wir uns jetzt verständigt, Ich war ja eher aus der Branche zwangsläufig in IT reingekommen, aber betriebswirtschaftlicher Background. Und wir müssen, wir wissen, wir müssen denken in Lösungen, auch innerhalb unseres Netzwerkes, welche vor allem den Betreiber entsprechend voranbringen. Und ja, dann haben wir uns vereinbart, da machen wir jetzt wieder einen kleinen Workshop. Solche Dinge machen wir relativ oft. Da kriegen wir so kleine Mandate, und dann versuchen wir wirklich, unsere Players ganz zielgerichtet dort mit an Bord zu bringen, als Berater, auch als Fachplaner, wenn es so weit geht. Also die Leistungen, die wir dahingehend machen, sind schon sehr, sehr tiefgreifend. Immer entscheidend ist das Mandat vom Kunden, was der Kunde gerne möchte. B&B ist definitiv, also wir verfolgen das ja auch mit dem Rollout, welches da vorliegt, und ja, so zu erwarten, auch extrem, extrem schnell wachsend mit extrem vielen gleichzeitig positiven Herausforderungen. Und ja, wenn wir da zum Beispiel jetzt als Netzwerk unseren Teil wieder dazu beitragen können, damit es auch dieser Brand noch vielleicht Steigerungen in Bezug auf Effizienz, Reduzierung Energiekosten. Und mit den ganzen Partnern sind wir überzeugt davon, haben wir, bilden wir eine Know-how-Abwehr, die ist ja immer schwierig, wenn man das selber, aber ich vermute mal wirklich einzigartig ist.

  128. 34:36
    Max C. Luscher

    Genau, ich greife es gerne auf. Also ich kann es ja nur bestätigen, wir sitzen einfach auch als, als B&B Hotels mit unseren Mitarbeitern, weil wir viel zu tun haben, weil wir ständig renovieren, Projekte eröffnen und so weiter, da sitzt man schnell dann auch sehr stark im eigenen Saft. Insofern sind natürlich diese Netzwerkveranstaltungen extrem wichtig, da auch mal rausgezogen zu werden, mal was Neues zu hören und zu sehen. Insofern sind wir dafür auch wirklich sehr, sehr offen.

  129. 35:01
    Ronald M. Arndt

    Also wir sehen die gesamte Wertschöpfungskette bei C+N repräsentiert, definitiv. Du hast jetzt vorher von Konversionsobjekten gesprochen, die jetzt so anstehen, auch noch bis Ende des Jahres. Thema Selbstbauen, ist das was?

  130. 35:13
    Max C. Luscher

    Ja, tatsächlich, wir haben Kollegen eingestellt, die tatsächlich auch selber bauen können. Also das ist natürlich die Königsdisziplin, weil da kann man unendlich viel falsch machen und sind da dabei. Also ich mache es privat mit meinem Wintergarten gerade falsch. Das ist aber das Einzige, was ich privat bauen möchte. Aber nein, wir haben Kollegen eingestellt und sind da davor, die nächsten Sachen zu unterschreiben. Ja, wir wollen Wir wollen einfach, ich sage mal, die ganze Bandbreite auch hier ausnützen. Was heißt das bezogen auf Wachstum? Das heißt Neubau. Das heißt Conversion von Nicht-Hotel- in Hotelnutzung und Übernahme von bestehenden Hotels. Im Neubaubereich kann man dann eben mit Projektentwicklern arbeiten oder dann selber tätig werden. Und wir wollen es am liebsten so machen. Die aktuelle Zinspolitik ist ja leider so, dass man als sogenanntes Core-Investment gerade etwas schwierig dasteht. Warum? Netto würde ein Anleger eines Immobilienfonds bezogen auf einen Mietvertrag von B&B halt irgendwie eine Rendite von 3,5 bis 4% bekommen nach Fondskosten und so weiter, was sehr interessant ist, wenn der Zinseinstieg bei null gefühlt ist, wie er früher war. Aber wenn der Zinseinstieg am langen Ende gerade irgendwie 3,08% ist mit einer Marge von 80, 85, 90 Basispunkten, dann ist man schon mal bei 4 plus minus. Dann braucht man einen tilgungsfreien Zeitzins, kann man gar nichts mehr darstellen gegen eine Rendite des Investments von 5%. Weil das ist schwierig, deswegen wollen wir eben auch wieder selber bauen, dass wir den Projektentwicklungsgewinn wieder rausnehmen. Das sind rund 20% in einem normalen Projekt. Und wenn wir da eben die Kosten wieder rausnehmen oder den Gewinn des Projektentwicklers, den wir gar nicht realisieren müssen, haben wir natürlich eine Möglichkeit, wieder Investoren ein rentierliches Projekt anzubieten. Also die aktuelle Zinssituation wird, glaube ich, noch zu massiven Verwerfungen auf dem Immobilienmarkt führen. Ich meine, jede Woche haben wir eine große Insolvenz gerade. Development Partners war letzte Woche. Davor war im Retailbereich jemand, der— also das wird auch so weitergehen leider. Das ist die traurige Nachricht, dass globales Geld gerade aus den deutschen Immobilien- oder europäischen Immobilienmärkten eher abwandert, ist aber auch eine notwendige Korrektur, die wahrscheinlich langfristig dann auch wieder Sinn macht.

  131. 37:28
    Ronald M. Arndt

    Also es ist dann auf jeden Fall schon mal eine erste große Reaktion, sage ich mal, auf die aktuelle Zinslage oder wie sich der Markt gerade verhält.

  132. 37:35
    Max C. Luscher

    Definitiv.

  133. 37:36
    Ronald M. Arndt

    Habt ihr generell als B&B, ich kenne auch, oder man kennt ja auch eure Eigentümer dahinter, auch so ganz klar entscheidende Vorteile, wo ihr sagt, eigentlich ist das jetzt genau unser Moment?

  134. 37:48
    Max C. Luscher

    Definitiv. Und deswegen wachsen wir auch weiter. Also es fängt ja immer bei der finanzierenden Bank an. Ohne die geht gar nichts. Das, was ich wahrnehme, ist, unsere Projekte werden finanziert bei Übernahmen oder im Neubau, aber viele andere halt eben nicht mehr, weil auf die Bonität des Mieters abzustellen ist. Und bei uns ist die Bonität absolut hervorragend und auch auf die Zukunftsfähigkeit des Mieters bezogen. Auf Bestandsinvestitionen war es mir zum Beispiel sehr wichtig während der Corona-Zeit, wo ja die Hotellerie nicht vergnügungssteuerpflichtig war, habe ich eigentlich jede Woche mit den Vertretern der deutschen Immobilienbanken telefoniert, mit denen ich ja eigentlich oder wir als B&B Hotels gar nichts tun haben, weil wir sind ja nur der Mieter und der Immobilieneigentümer hat ja ein Darlehen mit der Bank. Mir war aber eigentlich nur wichtig, dass die immer verstehen, wie es uns wirklich geht, dass nicht dort auf Vorstandsebene heißt, im Sinne von Hotellerie ist verteufelt, machen wir nie wieder. Dann halt lieber zu sagen, Hotellerie ist schlecht, aber B&B ist okay. Also sprich, wenn es da weitergeht, machen wir gerne auch mit. Und das ist, glaube ich, ganz gut aufgegangen. Und das ist auch das, was wir sehen. Wir haben, ich glaube, sehr zufriedene Eigentümer von unseren Hotels, die das gut finden, was wir machen.

  135. 38:58
    Ronald M. Arndt

    Ja, ich glaube, die müssen sich nicht beschweren, weil ihr seid wahrscheinlich ein Player, der anders als Retail oder Büromieter sehr lange Mietverträge immer noch eingeht.

  136. 39:07
    Max C. Luscher

    20 Jahre bis 25 Jahre Option mit einer guten Bonität, gut abgesichert mit Patronatserklärung der Gruppengesellschaft. Operativ über Cashflow können wir die Miete doppelt bedienen. Ich glaube, das ist nicht allzu schäbig.

  137. 39:20
    Ronald M. Arndt

    Was meinst du jetzt gerade mit doppelt bedienen?

  138. 39:22
    Max C. Luscher

    Also wir berechnen jedes Projekt so, eine Mieterin kommt her und sagt, er will keine Ahnung was, 500.000 Euro Miete haben für das Objekt mit 100 Zimmern, dann rechnen wir durch. Und wenn wir sagen, ja, wir verdienen das Doppelte damit, also sprich, wir können die Miete doppelt bedienen, sogenannter Lease-Coverage-Ratio 200%, dann sagen wir jawohl, können wir machen, weil das dann ja auch im Endeffekt unser Geschäftsmodell ist. Das ist ja also im Endeffekt eine Immobilieninvestition in unser Produkt, wollen wir wegheben von der Immobilie, weg von der Hotellerie, eigentlich auf eine Wette auf den deutschen Mittelstand, auf Deutschland. Warum? Wir haben nicht unterschiedliche Einzelgesellschaften, SPVs, sondern wir haben eine Gesellschaft, die alle Mietverträge hält. Das heißt, wir haften für das, was wir tun. Das machen wir gerne. Wir geben dazu eine Gruppengarantie, sehr gerne. Und dazu sagen wir halt noch, na ja, 200% Lease Coverage Ratio. Das heißt, wenn an diesem Standort die Geschäfte nicht gut laufen, müssen sie erst mal richtig schlecht laufen, bis wir es nicht mehr bezahlen können. Und wenn, dann können die anderen Betriebe es mitbezahlen. Die Theorierechnung hatten wir davor immer, wie viel Geld, wie viel Auslastung brauchen wir, um Break-Even zu sein? Waren immer so um die 40% im Excel-Modell. Wir hatten es über Corona leider, Verzeihung, live gesehen. Es sind faktisch tatsächlich 45% im Durchschnittshotel. Warum? Weil über Corona natürlich auch die Rate etwas zurückgegangen ist. Es gab keine Eventraten mehr, es gab keine Doppelbelegung mehr, ist die Rate natürlich nochmal um 5 Euro nach unten gegangen. Aber mit 45% Auslastung Break-Even ist, glaube ich, nicht so schlecht. Ein Durchschnitts- Vollhotel liegt bei mittlerweile 65% plus.

  139. 40:53
    Ronald M. Arndt

    Hast du von Immobilieneigentümern gesprochen, von B&B als Mieter dieser Immobilien, aber es gibt ja dazwischen auch noch, sage ich mal, den Franchisenehmer.

  140. 41:03
    Max C. Luscher

    Nein, den Mandated Manager.

  141. 41:05
    Ronald M. Arndt

    Okay.

  142. 41:06
    Max C. Luscher

    Also ich erkläre es gerne kurz, wir arbeiten mit einem Entrepreneursystem.

  143. 41:11
    Ronald M. Arndt

    Ah ja, Stichwort Buchhalter aus dem letzten Podcast, wo du gesagt hast, ich suche eigentlich Buchhalter, die Lust haben auf Unternehmertum.

  144. 41:17
    Max C. Luscher

    Ja, nicht unbedingt Buchhalter, aber ich sag's mal so rum. In der Hotellerie gab es schon, in der Hotellerie oder Gastronomie gab es oder gibt es ja immer diesen Wunsch, einen eigenen Laden zu haben. Aber die meisten Leute haben dafür kein Geld. Was wir machen, ist, wir nehmen die Immobilienrisiken, wir zeichnen den Mietvertrag und suchen einen Hotelbetreiber, der mit unserem harten Markenstandards auf unseren Namen unser Risiko und unsere Rechnung das betreibt gegen eine Umsatzkommissionierung unseres Hotels im Endeffekt ein Outsourcing der Personalprozesse. Insofern sind wir viel effizienter wie der Wettbewerb. Jetzt kann man sagen, das ist doch Franchise, wie du sagst. Ich erkläre es mal so: Wenn du Franchisenehmer wärst von einem McDonald's in Flörsheim hier, dann würdest du Umsatz machen. Noch Glückwunsch, soll auch nicht kommen. Dann ist es dein Umsatz aus dem Verkauf von Hamburger, Cola und und Pommes frites, deine Warenkosten für Kartoffeln, Fleisch und Zucker an der Stelle. Dann musst du dein Personal bezahlen, die Miete bezahlen, Strom bezahlen, hin und her und dann eine Franchise-Fee an Ronald McDonald. Und Bottom Line ist deins. In unserem Fall wäre es so, unser Hotel in Wiesbaden, das wird auf unseren Namen Risiko und Rechnung betrieben. Das heißt, der Gast bezahlt seinen Umsatz an uns und von dem Umsatz gibt es eine Marge von x Prozent des Umsatzes für den lokalen Manager, lokalen Hotelier. Und die P&L des lokalen Hoteliers ist ganz einfach x% von unserem minus seine Personalkosten, Strich drunter ist sein Profit, vereinfacht gesprochen. Das ist ein sehr partnerschaftliches Modell, das heißt, wir müssen uns fair verhalten. Wir haben auch während Corona dann nicht gesagt, naja, Edge, 0% Umsatz mal x%, Pech gehabt, sondern wir haben sofort Minimumkommissionen angefangen. Wir haben die unterstützt mit Paketen im Sinne von, du kannst gut überleben, musst natürlich deine Kosten in den Griff bekommen mit Kurzarbeit, aber du kannst dann gut überleben. Wir hatten vom Grund her keine Kündigungen unseres Netzwerks dort. Wir haben sogar neue Leute dazugenommen während Corona und hatten jüngst eine Zufriedenheitsumfrage gemacht Anfang Februar. Wie zufrieden seid ihr mit uns? Mit Möglichkeit, auch Kritik zu geben, wo wir auch viel bekommen haben und auch zu Recht, weil wir besser werden müssen. War nach dem sogenannten Net Promoter Score. Net Promoter Score ist Weiterempfehlungsrate, also von 0 bis 10. 10, ich empfehle super weiter, 0 überhaupt nicht. Alles von 0 bis 6 ist negativ, wird abgezogen, 7 ist neutral, 8, 9, 10 positiv. Es wird dann alles aufaddiert mit Minus und Plus und die Theorie sagt, wenn ich über 0 bin, ist schon mal okay, Net Promoter Score, bin ich über 20, ist es ziemlich gut und alles über 30, 40 ist eigentlich schon viel zu gut. Das ist die grobe Theorie. Ich glaube, Amazon ist bei 30, 35. Bezogen auf unsere Mitarbeiter hier in Hochheim im Head Office hatten wir einen Net Promoter Score von rund 40 gemacht. Ich glaube, das ist der beste Wert in der ganzen Hotellerie und spricht für die Arbeit vom Managementteam dort, die dort geleistet wird, und von der Truppe, die wir da haben. Die sind spitze. Genauso schön, noch schöner war das Ergebnis bei den Mended Managern. Da hatten wir ein Ergebnis von fast 60. Das heißt, nach Corona in der Hochinflationszeit, wo alles nicht einfach ist, So ein Feedback zu bekommen, da sagt man morgens, man steht gerne auf.

  145. 44:36
    Ronald M. Arndt

    Und holst ihn online auf dem Heimweg vom Weingutfleck.

  146. 44:39
    Max C. Luscher

    Genau, was ich sehr gerne mache.

  147. 44:42
    Ronald M. Arndt

    Jetzt habt ihr traditionell hehre Ziele, ja, Wachstum liegt in der DNA, und diese hehren Ziele müssen immer mit Menschen natürlich verbunden sein, und mit Menschen, mit den Besten erreicht man die. Mandate Manager, hast mich jetzt gerade noch mal korrigiert, Ist da der Trend, für neue Häuser jeweils einen neuen Mandate Manager zu finden? Oder gibt es da auch einen Trend, wo man sagt, der hat das schon gut gemacht und das, der baut sich da selbst wieder so ein kleines—

  148. 45:11
    Max C. Luscher

    Ich glaube, die Mischung macht es an der Stelle. Also ich glaube, wir nehmen immer sehr gerne neue Partner dazu. Das ist ja auch notwendig, weil am Schluss wir nicht irgendwie 200 Hotels mit 5 Mandate Managern machen wollen, die dann zu viel machen. Weil wir wollen ja auch, dass dieses Lokale, dieses Persönliche da ist. Also im Endeffekt sind es ja die Verbindung der härtesten Kettenstandards der Hotellerie mit lokalem Gastwirttum, wo ich abends hinkomme und er kennt mich und sagt: Ach Mensch, bist du wieder da? Soll ich für nächste Woche buchen? Wunderbar. Insofern, da machen wir definitiv beides. Aber wir wollen ja natürlich auch bestehende Mended Management Partner wachsen sehen. Wenn da einer seinen Job richtig gut macht und er hat 2 Hotels, dann wäre es ja wirklich blöd, wenn wir nicht sagen, du kriegst nicht noch ein drittes. Natürlich immer darauf achten, dass er dann auch seine neue Rolle gut kann. Die Rolle eines Mended Managers in einem Einzelbetrieb ist was anderes, wie wenn ich 3 oder 4 habe. Dann bin ich einmal eher der Qualitätsmanager und muss schauen, dass ich gute Betriebsassistenten vor Ort habe, die das leben, was ich vorgebe. Und beim anderen bin ich eher der Selbstständige, der halt auch Rezeptionsschichten leitet. Also da kommt es immer darauf an, dass die Leute diese Evolution mitmachen. Aber wir haben ganz viele Partner, die haben 2, 3, 4 Hotels. Das finden wir gut.

  149. 46:21
    Ronald M. Arndt

    Wenn man das alles sich so anhört, dann meint man da Und jetzt aufgrund der aktuellen wieder Veränderungen im Markt, es gibt da Gewinner, sage ich mal, in eurem Bereich einfach, ne?

  150. 46:32
    Max C. Luscher

    Also das müssen andere Leute beurteilen.

  151. 46:34
    Ronald M. Arndt

    Verzerrte Prozesse, sage ich mal, kein Full Service, keine großen, nichts, was gerade Geld kostet, wo man Leute verbraucht.

  152. 46:40
    Max C. Luscher

    Schauen wir noch mal zurück, vor 10, 15, 20 Jahren haben alle Trendforscher gesagt, es gibt Luxus und Askese, ja, und dazwischen dieser Mid-Market-Bereich. Wenn dann als Gourmet. Also Luxus, das weiß man, wie es funktioniert. Ja, genau, Luxus ist man nur beim Wein. Nein, aber eigentlich ist dieses Phänomen, ich gehe beim Aldi einkaufen, aber wenn ich mal gutes Fleisch will, gehe ich zum Metzger. Das war immer die große Lehre über der Trendforschung. Was dann der Gegentrend war, dass in der Hotellerie im Midscale-Bereich ganz viel passiert ist, aber auch zum Beispiel im Retail. Ja, diese ganzen Edekas und Rewes und und so weiter, sind ja mitgeskillt. Also das heißt, jeder Trend hat wieder einen Gegentrend. Aber ich glaube, jetzt im Moment zeigt sich wieder, für Retail kann ich es nicht einschätzen, in der Mitte des Marktes ist man gefangen. Also ich möchte jetzt nicht Full-Service-Hotels leiten mit Restaurant, mit Bar, mit Tagungsflächen, mit einem Spa hin und her, wo ich Mitarbeiter brauche, richtig gute Mitarbeiter, und das en masse. Dann will ich lieber ein Hotel verantworten, wo ich wenig sehr gute Mitarbeiter braucht, wo Dinge überschaubar sind, wo man Probleme auch lösen kann, wo man aus Herausforderungen vielleicht Chancen machen kann an der Stelle. Ich glaube, jetzt ist wieder einer dieser Knackpunkte im Markt, wo es sich auszahlt, wo man sich positioniert.

  153. 48:00
    Ronald M. Arndt

    Ich so höre eher schlechte Chancen, gerade dass B&B jetzt die Bar integriert, die 24 Stunden geöffnet hat, und dann fliegt meine mit aufnimmt. Aber generell, habt ihr einen gewissen Absatz im Bereich Gastro-Hotellerie neben König Charles?

  154. 48:17
    Reiner Flick

    Ja, also wir haben andere Schwerpunkte gesetzt. Also Hotellerie, Gastronomie gehört eher nicht dazu, weil das für uns auch sehr betreuungsintensiv ist. Man braucht immer die Kontaktperson vor Ort und da ist auch eine gewisse Fluktuation. Das heißt also, eigentlich bräuchten wir dafür ein eigenen Mitarbeiter, dafür sind wir zu klein. Also unser Schwerpunkt ist natürlich hier der Endkunde. Wir leben, oder unser Weingut ist mitten im Herz des Rhein-Main-Gebietes. Wir haben mehrere Millionen potenzieller Kunden um uns herum. Das ist ein wichtiges Standbein von uns und zum anderen halt eben der Export. Das sind die zwei großen Sachen. Dann sind wir noch in der Fläche im Lebensmitteleinzelhandel drin, also auch bei EDEKA, REWE lokal gelistet, beim Globus und Und das ist für uns eigentlich so jetzt ganz gut aufgegangen. Auch während Corona ist das für uns sehr gut aufgegangen. Wir sind hier vielleicht wie B&B ein bisschen gegen den Branchentrend gelaufen. Also in der Branche selber haben wir momentan einen Umsatzrückgang von circa 15% und wir sind eher 15% gewachsen, also massiv gegen den Trend gelaufen. Und das war auch dem geschuldet, dass wir uns tatsächlich eben auf den Endverbraucher und den Export konzentriert haben. So wird es auch in Zukunft bleiben.

  155. 49:40
    Max C. Luscher

    Wie kommt ihr gerade mit den operativen Kosten zurecht?

  156. 49:43
    Reiner Flick

    Es ist natürlich für uns auch, das trifft uns auch. Also die Kosten sind bei uns in der Branche um circa 25% gestiegen. Die Preise sind nur um 6 bis 8% gestiegen. Das heißt also, bei Weitem wurden die Kosten nicht aufgefangen. Das zehrt natürlich jetzt momentan. Wir haben tatsächlich durch mehr Umsatz, mehr Volumen tatsächlich unseren Erlös am Ende gehalten, aber mit Harte kämpft und auch mit sehr viel Einsatz kämpft. Ja gut, wir haben natürlich noch Und der zweite Standbein, die Eventbranche. Wir haben natürlich ein sehr schönes Weingut, wir haben ein Riesengelände und wir machen jetzt in der Nach-Corona-Zeit natürlich wieder sehr viele Firmenevents. Und das kompensiert dann auf der anderen Seite auch noch mal das eine oder andere.

  157. 50:39
    Max C. Luscher

    Wir suchen noch einen Standort für unsere Weihnachtsfeier.

  158. 50:42
    Reiner Flick

    Gerne.

  159. 50:44
    Max C. Luscher

    Also sollen wir uns nachher austauschen?

  160. 50:45
    Reiner Flick

    Da sprechen wir gleich mal drüber. Ja, nein, also ich glaube schon, Karl Jakobs war ja auch schon bei uns. Also das ist auch unser Anspruch. Für uns ist der Kunde alles. Also mich interessieren irgendwelche Kritiken in Weinführern nur bedingt. Also wenn es gut ist, freue ich mich natürlich. Wenn es schlecht ist, ärgere ich mich mal einen Tag. Das bleibt auch nicht aus. Ja, also da würde ich auch über manchen mal, den würde ich teern und federn wollen. Aber es ist halt so. Letzten Endes ist alles subjektiv. Der wichtigste Maßstab für uns ist der Kunde. Der entscheidet, was gut und schlecht ist. Und wir tun alles dafür, dass der Kunde sich bei uns wohlfühlt, dass er unsere Weine schätzt. Deswegen auch Beharrlichkeit und Mut. Beharrlich sind wir. Ich glaube, wir sind auch ein Weingut, das über Jahrzehnte einen sehr, sehr hohen Qualitätsstandard hält. Und wir geben ein Qualitätsversprechen ab und wir tun alles dafür, das Jahr für Jahr dann tatsächlich auch zu erfüllen. Und das ist unser dickes Pfund am Ende über die vielen Jahre. Und das honoriert der Kunde. Und da ist es für uns auch gut zu leben.

  161. 52:00
    Max C. Luscher

    Ich glaube auch, dieser regionale Vertrieb über diese regional aufgestellten EDEKAs, also unser EDEKA bei uns zu Hause hat auch euren Wein drin. Ich glaube, das macht sehr viel Sinn. Ich glaube, da könnte man sogar noch mehr diese ganzen Eventaktivitäten von euch mit bewerben. Also ich sage mal, der Der Kunde, der in Idstein irgendwie in den Edeka geht, das ist 20 Minuten von hier als Beispiel. Wenn der noch mehr Hinweise darauf bekommt, dass hier auch Events stattfinden, was man so vielleicht auf der Flasche Wein gar nicht liest, aber nur mit so einem kleinen Papieraufstellerchen. Kommt zum Brunch einmal im Monat, die Konzerte, die ihr macht und so weiter. Also ich finde das ein geniales Konzept, weil der Kunde, der in Idstein beispielsweise wohnt, eine Flasche Wein da getrunken hat, sagt: Mensch, der ist doch gut. Der kommt dann auch eben mal hier vorbei.

  162. 52:40
    Reiner Flick

    Klar, und auch gerade dieser Bereich, unsere Branche, die wir machen, die Konzerte. Leute finden das toll und bringen ihre Nachbarn und ihre Freunde mit und nehmen dann noch Wein mit nach Hause. Ja, zumindest lernen sie uns mal kennen und behalten uns auch in Erinnerung. Das heißt also, wir sind mit Sicherheit hier in der Region das bekannteste Weingut aufgrund unserer vielen Aktivitäten, die wir machen. Also ich glaube, selbst berühmtere Kollegen wie Künstler haben nicht den hohen Bekanntheitsgrad in der Region wie wir.

  163. 53:20
    Helmut Frank

    Ja, und man sieht, ihr richtet da schon wieder her für das nächste Event. Zwangsläufig schon wieder festgestellt. Genau, super gut. Ich habe mir jetzt vorhin gedacht, genau mit den Entwicklungen und so, und man neigt ja immer dazu, geht einem selber und vielleicht speziell in Deutschland immer so zu jammern und so. Wir hatten gestern beispielsweise, sowas machen wir auch, so ein Projektworkshop, Projektstammtisch mit Zuschaltung von auch von Projektentwicklung. Und da war es in der Tat wieder so, so eine, und das würde mich jetzt mal auch interessieren, so eine Quartiersentwicklung, um so eine geht's. Und die haben in der Tat, die haben jetzt nicht das Problem der Hotelbetreiber, weil der würde feststehen.

  164. 54:02
    Max C. Luscher

    B&B Hotels?

  165. 54:03
    Helmut Frank

    Nein. In der Tat, das wäre jetzt die Frage, Max, an dich, ob ihr in so typischen Quartiersentwicklungen, ob das für euch auch, denn bisher habe ich es so ganz offen gesagt nicht direkt so wahrgenommen. Das ist der eine Punkt. Und der andere Punkt, wenn man trotzdem jetzt wiederum vergleicht die Entwicklungen, mit denen jetzt klassische Büroimmobilien oder auch teilweise Retail, also je nachdem, was es ist, Aber mit denen, die zu kämpfen haben, die, ja, also Büro ist in dem Falle wirklich der Knacksus. Die bekommen einfach die Fläche nicht vermietet und müssen deshalb oder wollen deshalb auch umplanen. Und ja, und jetzt an dich, Max, B&B, ist es, wird es ein Fokus werden vielleicht, oder?

  166. 54:49
    Max C. Luscher

    Also es ist für uns auf jeden Fall sehr interessant und wir versuchen auch immer, uns dort zu beteiligen. Ich sag mal, Wir kommen aus einer maximalen Effizienz heraus. Wir arbeiten mit einer funktionalen Bau- und Leistungsbeschreibung auf 150 Seiten, welches die Generalunternehmen blind bepreisen können, gefühlt. Bei einer Quartiersentwicklung ist es oftmals baulich so, dass man reines Mixed Use hat, durch diese reine Mixed-Use-Aufstellung eine andere Bauqualität vorgegeben wird. Ich sage gar keine bessere oder schlechtere, aber ich sage mal, unsere günstigen Baupreise können dann nicht gehalten werden. Das heißt, die Renditekalkulation des Projektentwicklers leidet darunter ein bisschen. Deswegen sind wir oftmals in Quartiersentwicklungen so ein bisschen der Solitär, der dann vorne an der Straße steht als Lärmschutzriegel fürs Wohnen als Beispiel, weil wir dort unsere Bauqualität umsetzen können, unseren Gästen mit schallisolierten Fenstern und so weiter das egal ist und die Sichtbarkeit der Immobilie noch hoch ist und so weiter. Ich glaube, dass die Projektentwickler aber jetzt bezogen auf dieses Thema Quartiersentwicklung wirklich gerade vor der Quadratur des Kreises stehen. Weil wie du richtig sagtest, Büromieter, einen Vorvermietungsstand herzustellen ist unmöglich. Kein Büromieter unterzeichnet jetzt einen Mietvertrag für Fertigstellung in 4 Jahren mit Baugenehmigung und Bauzeit hin und her. Es gibt immer weniger Büromieter, die auch große Flächen brauchen. Büro ist schwierig. Retail, es funktionieren die Standard-Retailer, die wir vorne schon erwähnt haben, aber alles, was eher so Richtung Shopping-lastig ist, ist die Vollkatastrophe gerade, scheiden auch aus. Ja, und dann nur dm und Rewe in Deutschland geht halt dann auch nicht. Insofern heißt es dann immer ganz schnell Wohnen und Hotel, weil Pflege ist regulatorisch eine Katastrophe. Ja, da kann man eigentlich vom Grunde her gutes Geld verdienen, aber die Regulatorik macht schnell alles kaputt. Und wenn ich dann anschaue, na ja, Wohnungswirtschaft im Moment geht eigentlich auch nicht mehr, weil wir in der Wohnungswirtschaft einen unterliegenden Yield von irgendwie 2,5 bis 3% hatten. Und das gegen eine Staatsanleihe von USA spricht, die mittlerweile bei rund 3,5 bis 4% taxiert. Warum soll ich mir Wohnen in Deutschland kaufen, wo alle Geld verdienen wollen? Der Investmentmanager, der Fondsmanager, der Facility Manager, der Property Manager. Und wenn der Hausmeister morgens seine Tasse Kaffee gegen die Wand schmeißt und die muss frisch gestrichen werden, ist die Rendite futsch. Fällt Wohnen auch aus. Ich möchte nur davor warnen zu sagen, und jetzt überall Hotel, Hotel, Hotel. Weil das, was wir jetzt in den meisten Märkten gerade sehen, zurück zu unserem Beispiel München, was ich vorhin erwähnt habe, ist, da ist schon brutal viel Hotellerie, was die letzten Jahre eröffnet hat. Also wir haben mal eine grobe Schätzung gemacht. Wir sind in Deutschland ohne die Marke B&B an der Stelle wahrscheinlich um die 250 neue Hotels, die aufgemacht haben in relevanten Innenstadtlagen oder Stadtlagen. So viele kleine Betriebe sind gar nicht ausgeschieden. Und irgendwann ist auch, ich sage mal, da die letzte Party vorbei. Deswegen, ich glaube, es ist nicht die Zeit der großen Entwicklungen jetzt. Es ist, glaube ich, die Zeit der schlauen Entwicklungen. Und aus ESG-Gesichtspunkten, glaube ich, muss unbedingt die Zeit der Nachnutzung stattfinden, ja, statt Abreißen und Neubauen im Sinne von Conversion in der Fläche. Da ist nur das Problem, Neubauen ist Serienfertigung, die einfach zu berechnen ist, und Conversion ist Spezialistenhandwerkertum, das bei jedem Projekt anders ist. Und da beißt sich noch das Ganze gerade an der Stelle, dass eigentlich eine Immobilie steht in Büchern mit noch 20 Millionen Leerstand. Damit ein neuer Projektentwickler rein kann, das Ganze umnutzen kann, müsste eigentlich die Immobilie runtergeschrieben werden auf 2 Millionen. Da sind wir noch nicht. Das merken wir gerade. Die französischen Fonds hatten gerade eine Richtlinie des AMF, quasi französische BaFin, wo es in einem unfreundlich geschriebenen Brief in Klammern hieß: verdammt noch mal abwerten, eure Immobilien. Es hieß immer, na ja, wir können nicht abwerten, wir wissen nicht, wo die Transaktionspreispunkte sind im Markt. Und die ersten Fonds, die jetzt gerade veröffentlicht haben, die nicht Hotellerie-Investments hatten, sondern andere, haben im Schnitt um die 15% plus minus abgewertet als ersten Schritt. Das ist bitter.

  167. 58:54
    Ronald M. Arndt

    Steht einem Pflicht zu.

  168. 58:55
    Max C. Luscher

    Ja, na klar. Das ist bitter. Also nicht zu 15%, aber ich meine, da werden die Immobilien Gutachter gerade gefragt und heißt, wir lagen früher Marktwert 100, wo liegen wir jetzt? Dann irgendwann kommen sie halt her und sagen, eher 85 oder so was. Und das ist erst der Anfang des Reigens. Das heißt, da geht richtig Geld verloren. Das ist bitter. Das Schöne, was wir wieder sehen für die Hotellerie, zumindest für unsere Hotels, ist, wir haben langfristige Mietverträge, wir haben Indexierung drin, wir sind profitabel, wir haben hohen Lease-Coverage-Ratio. Wir sehen vom Grunde her auf unsere Immobilien keine Abwertungen. Und das ist das, womit wir unsere Investoren überzeugen wollen, ist die Partnerschaft mit uns einzugehen. Wir sind Profis, wir wissen, wie es funktioniert, wir sind gut aufgestellt für die Zukunft. Zuckerschlecken ist noch nie gewesen, aber wir haben die richtige Mannschaft, das hinzubekommen. Ich glaube, bislang geht die Rechnung auf. Aber in einer schwäbischen Großstadt machen wir trotzdem noch ein Hotel. Ja?

  169. 59:53
    Reiner Flick

    Ja. Nein, wo?

  170. 59:54
    Max C. Luscher

    Also in Stuttgart Innenstadt würden wir sofort was machen. Wir würden gerne nach Leonberg gehen, wir würden gerne nach Reutlingen gehen, aber Boris Palmer, als er noch im Amt war, hat sich nicht offen gezeigt an der Stelle.

  171. 1:00:06
    Helmut Frank

    Ja, vielleicht gibt es etwas in Stuttgart. In der Tat, es könnte was sein.

  172. 1:00:11
    Max C. Luscher

    Herrenberg finden wir zum Beispiel interessant, Pforzheim findet man spannend, Ludwigsburg. Ich als alter Schwabe bin wieder aus der Ecke. Man trifft uns bei dir, weil du mich so oft dazu hast. Du uns ja auch.

  173. 1:00:25
    Ronald M. Arndt

    Wir nähern uns Ja, schon mal dem Thema Wein an. Ja, wir haben ja schon zumindest mal die Flasche Wein im letzten Podcast bei dir im Büro auf dem Tisch gehabt.

  174. 1:00:31
    Max C. Luscher

    Es gibt auch gute schwäbische Winzer.

  175. 1:00:34
    Ronald M. Arndt

    Doch, gibt's alles.

  176. 1:00:35
    Max C. Luscher

    Selbst der globale Klimawandel kommt auch in Baden-Württemberg an.

  177. 1:00:38
    Reiner Flick

    Ja, der Wörbach, mit dem habe ich schon mal gesprochen.

  178. 1:00:41
    Max C. Luscher

    Baldinger Wörbach Schule gewesen.

  179. 1:00:45
    Reiner Flick

    Im Studium. Kurt Schneidmann. Ja, schon ganz schön da.

  180. 1:00:51
    Max C. Luscher

    Wörbach ist ja eng verbunden hier auch wieder mit Flörsheim-Dalsheim, Raumlandsekt. Wir haben, sind ja miteinander verquickt, nennen wir es mal so, und Raumland steht noch bei mir auf der— da weiß man nicht für einen guten Sekt. Macht ihr auch Sekt?

  181. 1:01:03
    Reiner Flick

    Wir machen auch Sekt, ja.

  182. 1:01:05
    Max C. Luscher

    Wie kommt der so an bei den Kunden? Welchen Anteil am Verkauf?

  183. 1:01:09
    Reiner Flick

    Wir haben natürlich einen Lagensekt aus dem Nonnberg, das ist aber nur ein ganz kleines Segment. Was bei uns wirklich sehr, sehr erfolgreich ist, das ist der Pink Lion und der White Lion. Wir haben ja eine landgräflich-hessische Mühle und bei uns sitzt ja der Sonnenscheinlöwe auf dem Deswegen findet man bei uns überall den Löwen. Und der Pink und der White, das sind zwei Sekte, die sind nach Methode Rorale hergestellt. Also das heißt, das war die Sektherstellung lange vor Dom Pérignon, wenn man direkt aus dem Most den Schaumwein gewinnt. Das heißt, früher hat man 1500 auch schon Schaumweine gekannt, die wurden gärend in Flaschen gefüllt. Es kam der Kork rein und es wurde mit— der Kork wurde mit einer Kordel gesichert und hat— dann hat man gehofft, dass das Ganze hält und die Flasche nicht platzt. Also es gibt Chroniken, die berichten, dass von 2000 Flaschen, die man produzieren wollte, 1980 geplatzt sind und nur noch 20 übrig blieben. Deswegen war Schaumwein nur für Fürsten, Könige und Kaiser. Also der normale Adel konnte es sich noch nicht mal leisten. Das war so exklusiv, weil eben die Herstellung, die Hintergründe, warum es gärt und wie viel Druck in der Flasche entsteht, man auch nicht in der Lage war, Flaschen zu produzieren, die also einen Mindestdruck ausgehalten haben. Also deswegen war das ein sehr rares Produkt. Und die Rurale war eben im Mittelalter das gängige Verfahren. Man hat einen Most gehabt, der fing an zu gären, und irgendwann hat man vom Gefühl her gesagt, okay, jetzt fülle ich das in Flaschen ab. Und der war aber trüb immer, aber mittlerweile eher im Prinzip klar. Hefedepot war drin, genau, hefetrüb, und aber es mussierend. Und das war halt eben die gängige Methode im Mittelalter, und Der Vorteil ist, der Rural, man hat nur eine einzige Gärung. Dadurch bleiben die Säfte nachher deutlich fruchtiger und man hat deutlich weniger Alkohol als bei einem Sekt, der durch eine zweite Gärung hergestellt wurde. Weil bei der zweiten Gärung packt man im Prinzip noch mal durch den erneuten Gärprozess anderthalb Volumenprozent Alkohol drauf. Und gerade in Zeiten des Klimawandels ist die Leichtigkeit beim Sekt nicht so einfach zu erzielen. Und ein Sekt mit 11,5 oder 12 schmeckt einfach charmanter als mit 13,5.

  184. 1:03:50
    Max C. Luscher

    Hast du einen da? Ich habe im Übrigen einen da.

  185. 1:03:53
    Reiner Flick

    Ja, ein Rosé oder einen weißen?

  186. 1:03:54
    Max C. Luscher

    Gerne weiß. Ich finde, Rosé ist immer eher marketinglastig. Ich finde immer, dass der weiße besser schmeckt.

  187. 1:03:59
    Reiner Flick

    Also das ist, pass auf, unsere direkte Umsetzung.

  188. 1:04:04
    Max C. Luscher

    So sieht der, deswegen sind wir doch hier.

  189. 1:04:06
    Reiner Flick

    So sieht der Pinker aus.

  190. 1:04:08
    Max C. Luscher

    Aber schöne Ausstattung ist dabei.

  191. 1:04:10
    Reiner Flick

    Ja, die Ausstattung. Ist schon mal ganz schön, aber das Produkt ist noch viel schöner.

  192. 1:04:14
    Max C. Luscher

    Und ihr kriegt aber die Trübung raus, ihr degauchiert ja, ne?

  193. 1:04:17
    Reiner Flick

    Naja, also wir machen das im Prinzip im Drucktank. Das heißt also, der Most kommt in einen Drucktank, wird vergoren. Wenn wir dann noch einen Restzuckergehalt von ungefähr 25 bis 26 Gramm haben, wird der Tank einfach zugedreht. Der Zuckerrest, der dann in Alkohol und Kohlensäure umgewandelt wird, lässt einen Druck von ungefähr 4,5 bar entstehen und dann wird quasi unter Druck filtriert und abgefüllt.

  194. 1:04:52
    Max C. Luscher

    Okay, bei der Drucktankvergärung muss ich jetzt an meinen Urlaub denken. Ich fahre nach Südtirol in Kürze und ich glaube, die Drucktankvergärung— wohin?

  195. 1:04:59
    Reiner Flick

    Ich fahre nach Prössl, also das ist bei Völs am Schlern zwischen Bozen und Brixen.

  196. 1:05:05
    Max C. Luscher

    Ich fahre nach Lana. Vielleicht treffen wir uns auch im Shop. Also meines Wissens nach wurde die Drucktankvergärung, wurde meines Wissens nach ja in der Kellerei Tramin erfunden. Ja, die auch gut.

  197. 1:05:19
    Reiner Flick

    Ich weiß nicht, wer sie erfunden hat, aber in jedem Fall gibt es da ganz tolle Sachen.

  198. 1:05:25
    Max C. Luscher

    Ich freue mich auch schon auf Südtirol.

  199. 1:05:27
    Reiner Flick

    Ich bin vom 17. bis 27. da.

  200. 1:05:30
    Max C. Luscher

    Ich fahre morgen los.

  201. 1:05:32
    Ronald M. Arndt

    Und bleibst bis zum 27. Mai.

  202. 1:05:36
    Max C. Luscher

    Bisschen wandern.

  203. 1:05:37
    Reiner Flick

    Ja, wir sind auch erst in einem sehr schönen alten Hotel, dem Laurin in Bozen, und dann ziehen wir noch mal um nach Brüssel. Das ist so ein Cocoon Hotel, da ist die Zeit irgendwie stehen geblieben. Also ich war letztes Jahr total beeindruckt, als im Flur jemand stand, der an den Kakteen mit so einem Nagelschneider die Stacheln abgeknipst hat von den Kakteen. Also das fand ich—

  204. 1:06:05
    Max C. Luscher

    Das ist effizienter Personaleinsatz.

  205. 1:06:07
    Reiner Flick

    Gibt es bei euch nicht.

  206. 1:06:08
    Max C. Luscher

    Nein.

  207. 1:06:08
    Reiner Flick

    Es gibt auch keine Kakteen.

  208. 1:06:10
    Helmut Frank

    Und im Iran gibt es ja auch noch so ein paar Häuser. Also da könnt ihr auch noch mal hinbesuchen.

  209. 1:06:13
    Max C. Luscher

    Also in Bozen haben wir tatsächlich auch ein Hotel. Aber vielleicht dieses. Also ich finde diese traditionelle Hotellerie herrlich. Und ich glaube, wenn, wie du sagtest, wenn man die auch so zelebrieren kann an der Stelle. Hat man ja immer auch eine Zukunftschance. Wir sehen es ja auch jetzt, die individuellen 5-Sterne-Hotels haben Ratensteigerungen, gute Auslastung. Das ist das, was der Gast sucht. Aber sucht es dann halt eben für eine Woche und nicht für 3 Wochen oder für jeden Aufenthalt. Das heißt, wer das gut kann, wer gut kochen kann, der braucht sich in Deutschland keine Sorgen machen.

  210. 1:06:45
    Reiner Flick

    Also ich war auch schon oft Gast bei B&B Hotels. Wenn ich zum Beispiel in Düsseldorf—

  211. 1:06:51
    Max C. Luscher

    bei der ProWein— meldet euch, wir machen euch einen Rabatt.

  212. 1:06:54
    Reiner Flick

    Sehr gut, mache ich. Klar, das ist, wenn man gut wohnen möchte und geschäftlich unterwegs ist, brauchst du nicht mehr. Das ist optimal.

  213. 1:07:06
    Helmut Frank

    Und man weiß, was man bekommt.

  214. 1:07:08
    Max C. Luscher

    Und Achtung, bei uns kriegst du auch einen guten Wein. Weingut Metzger aus der Pfalz macht unseren Hauswein. Also wir sind jetzt keine Gastronomie im eigentlichen Sinn, aber wir haben eine weiße Cuvée, eine rote Cuvée, die er nur für uns macht. Ich glaube, Weingut Metzger passt auch gut zu uns, der durchaus vielleicht etwas mainstreamiger ist wie du mit deinen Weinen. Der hat auch ein paar sehr exklusive gute Weine. Am Wochenende jüngst erst wieder was getrunken, aber sehr viel im mittleren und, und ich sag mal, untermittleren Preissegment. Und der kommt sehr gut an bei unseren Gästen, weil man halt irgendwie für 12,50 € eine Flasche Wein kaufen kann mit guten Gläsern. Der schmeckt super und da kann man nicht—

  215. 1:07:43
    Reiner Flick

    also wenn man Charles bei euch übernachtet, dann stellt er ein paar Fläschchen Victoria Berg in den Schrank.

  216. 1:07:48
    Max C. Luscher

    Das kriegen wir hin. Du meldest dich bei ihm, wir suchen gemeinsames Hotel aus und ich mache sogar dann noch einen Roomservice für ihn.

  217. 1:07:56
    Ronald M. Arndt

    Besprecht ihr erstmal nachher die Weihnachtsfeier, denn muss ich auch noch sagen, wir haben nicht nur den Weinberg ja bewandert, sondern abends gab es ja noch wirklich ein tolles Abendessen hier in euren Räumlichkeiten. Also ich kann mir schon vorstellen, eingeladen bin ich ja wahrscheinlich nicht bei B&B bei der Weihnachtsfeier, aber das könnte ein guter Abend werden.

  218. 1:08:15
    Max C. Luscher

    Der Sekt ist ganz hervorragend, also wirklich sehr schön.

  219. 1:08:17
    Reiner Flick

    Ja, und das Ganze bei charmanten 11,5%.

  220. 1:08:21
    Max C. Luscher

    Was kostet der hier, wenn man will?

  221. 1:08:23
    Reiner Flick

    Der kostet bei uns 12,80€.

  222. 1:08:25
    Max C. Luscher

    Also meine Frau zum Beispiel ist keine große Sekttrinkerin. Sie mag diese briocheigen Noten dann und so weiter nicht. Aber da ist das natürlich—

  223. 1:08:33
    Reiner Flick

    Ich mag das Frische, Fruchtige. Ich möchte eigentlich erkennen, dass das Ganze aus der Traube kommt. Ich will dieses Weinige, Traurige haben.

  224. 1:08:40
    Max C. Luscher

    Und nicht aus dem Hefeteig.

  225. 1:08:42
    Reiner Flick

    Und das ist halt bei der Rural schon ganz gut. Das kommt, die Frucht kommt einfach viel schöner raus. Und auch beim Pink, beim Rosé, das ist sensationell. Das ist ein Spätburgunder, das ist so schön beerig und leicht und angenehm. Und da haben wir sogar nur 10,5.

  226. 1:08:58
    Max C. Luscher

    Absolut, kann man auch ein zweites Fläschchen trinken.

  227. 1:09:01
    Reiner Flick

    Schafft man.

  228. 1:09:03
    Ronald M. Arndt

    Wir haben alle keine Uhr an. Hast du eine Uhr?

  229. 1:09:06
    Max C. Luscher

    Nein, ich habe immer nur ein Handy und das ist weggelegt.

  230. 1:09:08
    Ronald M. Arndt

    Auch nicht mehr so ein Statussymbol wohl hier am Tisch, die Uhr. Aber ich glaube, der Rainer, ich sehe immer schon seine Leute draußen rumspringen, Hoffestvorbereitung, müssen immer ein bisschen im Auge behalten.

  231. 1:09:20
    Reiner Flick

    Wir haben ja auch noch die Weinwoche in Wiesbaden, die längste Weintheke der Welt, das größte Weinfest der Welt, da sind wir ja auch noch 10 Tage lang vertreten.

  232. 1:09:27
    Max C. Luscher

    Wann geht die los?

  233. 1:09:28
    Ronald M. Arndt

    Morgen.

  234. 1:09:29
    Max C. Luscher

    Morgen geht los.

  235. 1:09:30
    Reiner Flick

    Im Prinzip die Doppelbelastung, wir haben hier das Hoffest, da kommen gefühlt auch 2.000 bis 3.000 Gäste. Und dann haben wir noch die Weinwoche, die macht dann meine Tochter, die hält da die Fahne hoch. Und ja, also mal richtig am Rotieren. Deswegen freue ich mich nächste Woche auf den schönen Urlaub.

  236. 1:09:48
    Helmut Frank

    Der ist dann auch hochverdient, in der Tat. Und die Nachfolge ist ja auch schon, genau, haben wir letztes Mal schon erlebt, auch schon gute Bahnen gelegt.

  237. 1:09:56
    Ronald M. Arndt

    Dann lasst uns doch auf dem Höhepunkt die Sache zu Ende bringen. Sie haben das Schönste, der ein oder andere Fußballtrainer kann es ja nicht. Nein, aber gucken, was dein Namensvetter kann, Herr Flick, wie der noch macht.

  238. 1:10:09
    Reiner Flick

    Ich weiß nicht, wie gesagt, ich bin ja kein Fußballfan, und deswegen, ich gucke dann nur bei EM und WM-Meisterschaften mal im Kreise von Freunden. Da geht es also mehr um die Geselligkeit, aber so richtig mitleiden tue ich nicht. Sehr genau, ich trinke Wein mit.

  239. 1:10:32
    Helmut Frank

    Und die waren in letzter Zeit sehr kurz, diese EMs und WMs.

  240. 1:10:36
    Max C. Luscher

    Ich glaube, man muss da Deutschland im Moment alles Gute wünschen.

  241. 1:10:40
    Helmut Frank

    Ja, leider generell.

  242. 1:10:42
    Max C. Luscher

    Ja, generell.

  243. 1:10:43
    Ronald M. Arndt

    Ich habe es gelesen in dem Bericht oder in einem Interview, glaube ich, mit EY, wo du gesagt hast, du machst dir Sorgen um Standort Deutschland, Europa im Allgemeinen. Ja, also das ist was, das nehme ich mit nach Berlin, um es noch mal zu untermauern mit meinen überschaubaren Möglichkeiten.

  244. 1:11:02
    Max C. Luscher

    Das klingt immer so altklug, wenn man dann gefragt wird an der Stelle, aber ich mache mir wirklich Sorgen, wenn die Generation der Erben am liebsten zwischen 9 und 1 Uhr an 3 Tagen die Woche arbeiten möchte, statt früher aufstehen und länger zu arbeiten. Ich glaube, da haben wir echt ein Problem. Ich glaube auch, dass einfach Leistung in Deutschland nicht mehr in ist und sexy ist. Also ich merke das im Sport von meinen Kindern, das sind Leistungsmethoden und Trainingsmethoden. Man will, dass die Kinder dann nicht irgendwie, wenn sie das Tor nicht treffen, 5 Liegestütze machen, im Sinne von, oh, das ist pädagogisch falsch. Im Land spielen, in der Schule gibt es immer keine Verlierer. Ich glaube, ohne Motivation auf Leistung und Belohnung von Leistung, man muss ja nicht die Leute bestrafen, die die Leistung nicht bringen können. Aber belohnen ist immer gut. Aber ich glaube, eine werte- und leistungsorientierte Gesellschaft ist durchaus etwas, wo Dinge vorangehen und besser werden. Weil wenn du sagen würdest, ach, es reicht auch aus, wenn der Wein okay ist statt sehr gut, dann würdest du deinen Wein nicht mehr verkauft bekommen.

  245. 1:12:11
    Reiner Flick

    Qualität kommt ein bisschen auch von quälen. Das steckt da drin. Und wenn du keine Leistung bringen willst, dann wird auch keine Leistung bei rauskommen oder kein Top-Ergebnis bei rauskommen. Das ist klar. Aber Leistung, wie du sagst, das muss sich lohnen, das muss auch honoriert werden. Und das Gefühl, was momentan, glaube ich, alle haben, ist, dass manchmal Leistung sogar bestraft wird und dass die andere Seite honoriert wird. Und das ist absolut der falsche Weg. So kann es nicht gehen.

  246. 1:12:42
    Max C. Luscher

    Du darfst es in Berlin für uns lösen. Danke dir.

  247. 1:12:45
    Ronald M. Arndt

    Ja, mal schauen. Also wir haben heute ein schönes Format hier geschaffen. Mit dem Helmut von CNN, wo sich dann Wein mit der Hospitality zusammensetzt an einem wohlgedeckten Tisch. Also das wiederholen wir definitiv, definitiv. Auch der Max darf wiederkommen, nicht nur als Lückenfüller.

  248. 1:13:06
    Max C. Luscher

    Ich mache gerne den Lückenfüller, bei gutem Wein mache ich alles.

  249. 1:13:13
    Ronald M. Arndt

    Hast du alles. Hat richtig Spaß gemacht. War richtig lecker.

  250. 1:13:19
    Max C. Luscher

    Ja, ein großes Kompliment an das ganze Team vom Weingut hier.

  251. 1:13:23
    Ronald M. Arndt

    Beste Saison 10. September, wird dann abgeerntet.

  252. 1:13:27
    Reiner Flick

    Ja, könnt alle mithelfen.

  253. 1:13:33
    Ronald M. Arndt

    Nächstes CJN-Event dann im Weinberg bei der Ernte. Vielen Dank. Und Max, deine authentische Art, wie du B&B wie du die Fahne hochhältst, das finde ich einfach unternehmerisch hoch, hoch inspirierend, motivierend.

  254. 1:13:50
    Max C. Luscher

    Ich bin dankbar, eine so gute Mannschaft zu haben.

  255. 1:13:52
    Ronald M. Arndt

    Ja, sagst du ja auch, das schreibst du auf LinkedIn, wo du jetzt die Agentur für hast.

  256. 1:13:56
    Max C. Luscher

    Wie siehst du das?

  257. 1:13:57
    Ronald M. Arndt

    Winning Team.

  258. 1:13:58
    Max C. Luscher

    Winning Team, das ist mein Ding. Das ist mein Slogan, ja.

  259. 1:14:01
    Helmut Frank

    Winning Team.

  260. 1:14:01
    Ronald M. Arndt

    Aber zu sagen, hier vom Lärmschutzriegel bis zur Love Brand, ja oder nein, Positives Storytelling ist wirklich wichtig.

  261. 1:14:14
    Helmut Frank

    Diesbezüglich habt ihr leider schon jetzt eine Agentur, aber diesbezüglich sind wir auch sehr engagiert, auch für unsere Mitglieder. Und wir wollen auch hier etwas—

  262. 1:14:24
    Ronald M. Arndt

    und es war gerade eine spannende, das wäre der Beginn einer neuen Diskussion, Leistungsprinzip etc. Ich hatte letztens das Vergnügen mit dem Herrn Darboven, der schon über 80 ist, in Hamburg zusammenzusitzen bei einer guten Tasse Kaffee. Und er sagte, eine Gesellschaft muss sich auf 2 Dinge eigentlich einigen. Das eine ist das Menschenrecht an sich. Habe ich gedacht, okay, was wird jetzt Nummer 2? Das Leistungsprinzip. Also wieder dabei, ne, da schließt sich der Kreis. So, euch Helmut, Max, Rainer, ganz lieben Dank. Und freue mich schon auf die Wiederholung. Wünsche euch eine gute Weihnachtsfeier. Dankeschön. Zum Wohl, sagen wir.

  263. 1:15:06
    Max C. Luscher

    Zum Wohl, die Herren.

  264. 1:15:07
    Helmut Frank

    Zum Wohl.

  265. 1:15:08
    Max C. Luscher

    Dankeschön.