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Germany · Episode #98 · 15.01.2024 · 55 Min

Das große "H-Hotels" Update 2024

Thomas HaasH-Hotels
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Aufgenommen: H4 Hotel Mönchengladbach im Borussia-Park, Mönchengladbach

Standbild aus der Episode mit Thomas Haas Germany55 Min

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„Wir wollen und werden wachsen. Wir sind nicht da, um uns zu verwalten, sondern Wachstum ist definitiv auf dem Portfolio und gehört einfach zur gesetzten Strategie.“

Thomas Haas, 29:53

Thomas Haas zieht nach einem Jahr als Geschäftsführer Bilanz: H-Hotels betreibt 64 Hotels mit sechs Marken und etwas über 2400 Mitarbeitern in der DACH-Region und Ungarn. Im April eröffnet in Saint-Denis bei Paris ein H4 mit 697 Zimmern und 4500 Quadratmetern Convention-Fläche, für Juli und August ist das Haus wegen der Olympiade schon ausgebucht. Außerdem geht es um die Abgrenzung der sechs Marken, die Cyberattacke zu seinem Dienstbeginn und seinen Weg vom Binnenschiff der Eltern über Steigenberger und Hapag-Lloyd an die Spitze der Gruppe.

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Kernaussagen

  1. Paris vor der Olympiade: Im April eröffnet das H4 in Tour Pleyel in Saint-Denis mit 697 Zimmern und 4500 Quadratmetern Convention-Fläche. Juli und August sind wegen der Olympiade bereits ausgebucht.
  2. 100 Tage reichten nicht: Haas sagt, die berühmten 100 Tage hätten bei ihm nicht gelangt. Bei 64 Hotels und sechs Marken habe er sich erst die Produkte und Standorte angesehen und in jedem Hotel bis auf Abteilungsleiterebene Gespräche geführt, bevor er Entscheidungen traf.
  3. Marken schärfer trennen: Für den Markt und teils auch intern ist der Unterschied zwischen Hyperion, H4 und H+ nicht klar. Daran arbeitet die Gruppe gerade, ab Januar verantwortet eine Chief Commercial Officerin Sales, Marketing und Revenue.
  4. Frankreich mit mehr Freiheit: Vertrieb und Marketing laufen bei H-Hotels aus einer starken Zentrale, Paris dagegen bekommt eine höhere Selbstständigkeit. Interne Kommunikation ist jetzt zweisprachig Deutsch und Englisch, Paris nach außen auf Französisch.
  5. Sechs Monate nach der Cyberattacke: Der Angriff fiel mit Haas' Dienstbeginn zusammen, das Wiederaufsetzen dauerte über sechs Monate. Die Hotels blieben operativ, zeitweise wurde wieder mit Bonbüchern gearbeitet.
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed

Herzlichen Glückwunsch zum einjährigen Jubiläum bei den H-Hotels, lieber Thomas Haas!

Seine frühe Kindheit verbringt er zu Wasser, das „Traumschiff“ macht ihm Lust auf die Hotellerie.

Heute führt er eine der größten privatgeführten Hotelgesellschaften Deutschlands.

Wie sieht es in Paris aus, dem mit 697 Zimmern neuesten Standort der Nordhessen? Und wo liegen Chancen und Herausforderungen in der geplanten Internationalisierung?

Dies und mehr besprechen wir an einem wunderbaren Sonntagmorgen in der Heimspielstätte von Borussia Mönchengladbach.

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Transkript

Transkript öffnenTranskript schließen55 Min · Ronald M. Arndt und Thomas Haas

Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.

  1. 00:06
    Ronald M. Arndt

    Einen wunderschönen guten Morgen, Herr Haas.

  2. 00:09
    Thomas Haas

    Herzlichen Dank auch an Sie. Schön, dass wir uns treffen.

  3. 00:12
    Ronald M. Arndt

    Ich muss gerade überlegen, ob ich jemals schon einen Hotel-Podcast an einem Sonntagmorgen aufgenommen habe. Ich glaube nicht. Jetzt sind es ja schon über 100, aber heute ist es soweit und wir haben beide noch 2 Heimsiege so in den In den Knien, in den Knien nicht, verstehe ich, nicht auf dem Platz, sondern mitgefiebert. Bei mir war es der VfB. Ich habe mich heute Morgen von Stuttgart aus auf den Weg gemacht um halb 6, um jetzt hier pünktlich bei Ihnen zu sein. Und bei Ihnen, und da sind wir heute auch, ist es Borussia Mönchengladbach.

  4. 00:44
    Thomas Haas

    Korrekt, absolut. Nein, war ein spannendes Spiel. Wir haben wirklich mitgefiebert. Sah ja nicht die ganze Zeit so aus, dass es ein Sieg wird, aber deswegen, das Ergebnis zählt und freuen uns, dass das dann so auch umgesetzt werden konnte.

  5. 00:57
    Ronald M. Arndt

    Ja, bei mir auch. Wie gesagt, ein Heimsieg in Stuttgart. Von daher sind wir heute nicht nur— Danke, danke. Gerade sind wir auf einer sehr steilen Kurve oder halten zumindest mal Platz 3.

  6. 01:08
    Thomas Haas

    Absolut.

  7. 01:12
    Ronald M. Arndt

    Borussia Mönchengladbach ist ein Verein, den H-Hotels unterstützt. Dazu gehört aber auch noch Borussia Dortmund. Werder Bremen.

  8. 01:20
    Thomas Haas

    Korrekt.

  9. 01:21
    Ronald M. Arndt

    Haben Sie einen besonderen Bezug zu Fußball, Herr Haas?

  10. 01:24
    Thomas Haas

    Auch definitiv, aber das war ja auch schon vor meiner Zeit dementsprechend eingeleitet und umgesetzt, und es gibt einen großen Bezug und eine große Leidenschaft von Seiten des Gesellschafters und ich sag mal Geschäftsführung allgemein zum Fußball. Und wenn man das Schöne mit dem Praktischen verbinden kann, dann ist das eine ganz tolle Geschichte, wie auch hier gelebt, und das macht hier viel Spaß, und wir multiplizieren das auch sehr gerne an andere Standorte. Deswegen, wer weiß, was die Zukunft noch alles bringt.

  11. 01:52
    Ronald M. Arndt

    Okay, ob vielleicht doch ein Verein dazu kommt, wer weiß. Absolut, wer weiß. Mir hat es auf jeden Fall schon mal große Freude bereitet, heute Morgen hier im Taxi fortzufahren. Jetzt sind wir ja hier im H-Hotel, auch direkt im Borussia-Park integriert. Ist ja auch eine fast einmalige Sache, sagen wir mal, dass es sowas überhaupt gibt. Wir treffen uns hier und für Sie bedeutet das auch fast ein Jubiläum, denn vor einem knappen Jahr sind Sie zu den H-Hotels gestoßen.

  12. 02:19
    Thomas Haas

    Das stimmt, das hat ja auch— wir hatten vorgestern auch Weihnachtsfeier und ich habe es auch wirklich angesprochen, das Jahr ist verflogen, die Zeit ging so schnell rum und zum einen natürlich bedingt dadurch, es gibt viele Aufgaben, das macht das Ganze natürlich sehr, sehr kurzweilig, deswegen wirklich, das Jahr ist ganz schnell vorbeigegangen. Wir freuen uns auf die Aufgaben, was in 2024 ansteht, um dementsprechend das Unternehmen weiterzuentwickeln. Wir wollen und werden weiterwachsen und deswegen ist es eine spannende Aufgabe. Ich habe es definitiv nicht bereut und freue mich auf die Zukunft.

  13. 02:53
    Ronald M. Arndt

    Nach wie vielen Monaten konnten Sie sagen, ja, jetzt bin ich so einigermaßen reingekommen bei H-Hotels oder sind Sie immer noch im Prozess, sage ich mal, sich ein Bild zu machen?

  14. 03:01
    Thomas Haas

    Absolut, das ist ein Prozess, der bleibt auch mit Sicherheit bei der Größe allein bei so einem großen Unternehmen. Es gibt ja immer die berühmten 100 Tage, und das habe ich auch direkt gesagt, die 100 Tage haben bei mir definitiv nicht gelangt. Wir haben 64 Hotels, allein auch die Produkte kennenzulernen, wir haben 6 unterschiedliche Marken, das bedarf schon Zeit, um wirklich auch tief in die Materie einzutauchen, das wirklich zu verstehen, um dann, und das ist die Aufgabenstellung, die Produkte, das Unternehmen weiterzuentwickeln, voranzubringen. Und es macht keinen Sinn, natürlich im Aktionismus Entscheidungen zu treffen. Deswegen ist ein gutes und gesundes Reinkommen, die Mitarbeiter kennenzulernen, und das ist eine absolute Stärke auch bei H-Hotels. Ich habe selten in einem Unternehmen gearbeitet, wo es so viele langjährige Mitarbeiter wirklich über alle Ebenen in den Standorten selber, in der Hauptverwaltung und so weiter gibt. Das, denke ich, spricht definitiv fürs Unternehmen. Und bis man dann, wie gesagt, die einzelnen Positionierungen wirklich wahrnimmt, um dann Und das ist die Aufgabe, einzugreifen und das Unternehmen weiterzuentwickeln. Da wird es immer noch Sachen geben, die irgendwann neu auftauchen, auch wenn man dann schon eine längere Zeit dabei ist. Aber das Gros, glaube ich, habe ich verstanden. Und deswegen, die ersten Dinge sind auch schon mit angeleitet im Bereich der Veränderungen oder was wir neu machen wollen. Deswegen, mittlerweile glaube ich, kann ich sagen, bin ich gut angekommen und kann anfangen und habe auch bereits angefangen mitzugestalten. Das ist das Entscheidende.

  15. 04:34
    Ronald M. Arndt

    Ja, da kommen wir nachher noch ein bisschen natürlich drauf zu sprechen, was sich dann jetzt in 2024 noch so alles tut oder welche Veränderungen dann insbesondere durch Sie schon angestoßen worden sind. Jetzt haben Sie gesagt, ist ja ein schönes Beispiel, Mitarbeiter sind schon lange einfach an Bord bei den H-Hotels. Am Ende ist H-Hotels ein mittelständisches Unternehmen, über 50 Jahre alt. Mit wie vielen Mitarbeitern? 3000 knapp, oder?

  16. 04:59
    Thomas Haas

    Nicht ganz, etwas über 2400 Mitarbeiter.

  17. 05:04
    Ronald M. Arndt

    Aber das ist ja auch schon eine ordentliche Größenordnung und gehört damit eben auch zu den größten privat geführten Hotelgesellschaften, wo jetzt schon natürlich ein paar auch im Hotel-Podcast zu Gast waren. Und ich freue mich wirklich insbesondere, da auch jetzt bei H-Hotels mal hier vor Ort zu sein. Versuchen wir mal kurz, Sie haben schon angefangen, 64 Häuser haben Sie gesagt, H-Hotels ein bisschen in Zahlen zu fassen. Von 40 Destinationen ungefähr sprechen wir von 4 Märkten aktuell. Das ist die DACH-Region und Ungarn. Und ein neuer Markt kommt ja dann bald dazu.

  18. 05:41
    Thomas Haas

    Genau, Paris, also Frankreich, steht kurz vor der Eröffnung. Wir werden im April nächsten Jahres ein H4-Produkt in Paris eröffnen. Das ist in Tour Pleyel, also in Saint-Denis an der Grenze. Genau, Sie kennen sich bestens aus in Paris. 697 Zimmer, also wirklich ein ganz tolles, spannendes Produkt. Und es ist quasi eine Hotelentwicklung in einer Bestandsimmobilie, die über viele Jahre sehr, sehr gut geplant und organisiert wurde. Und wir haben 4500 Quadratmeter Convention-Bereich dazu. Und das liegt, ist wunderbar gelegen und mit eine der Hauptaufgaben ist natürlich, wie bei jedem Opening, dass wir zeitgerecht fertig werden. Ich war auch letzte Woche Montag, Dienstag wieder in Paris und wir liegen da gut im Zeitplan bei allen Herausforderungen, die es in so einer Phase gibt. Die haben wir definitiv oder mit Sicherheit auch, aber wir sind da sehr zuversichtlich im Moment, dass wir im groben Zeitplan liegen. Um dann das Haus rechtzeitig zu eröffnen, dementsprechend ordentlich einzufahren, weil dann steht die Olympiade an und wir sind die Monate Juli, August ausgebucht und da freuen wir uns natürlich auch drauf. Deswegen, das wird ein Leuchtturmprojekt und für uns ganz wichtig, weil H-Hotels, wir wollen weiter wachsen. Budapest war der erste Schritt sozusagen aus der DACH-Region heraus. Wir werden international weiter wachsen, deswegen Frankreich, Paris ist ein wichtiger Markt. Wir wollen innerhalb Europas weiter wachsen, möchten aber dann jetzt auch gerne die Märkte, wo wir sind, dementsprechend auch optimieren. Das heißt, es macht definitiv Sinn, nach Paris, entweder auch innerhalb Paris weitere Produkte zu eröffnen oder innerhalb Frankreichs, das mit Sicherheit. Und dadurch, dass wir in der Summe 6 Marken anzubieten haben, sind wir da ja auch, haben wir alle Möglichkeiten, die wir dort umsetzen können, und da freuen wir uns drauf. Das ist eine spannende Aufgabe. Und wir haben einen sehr starken Bereich Development und die Verantwortliche ist viel unterwegs innerhalb Europas, schaut sich Destinationen an, Standorte an und es ist heute so, quasi vom Erstgespräch bis es dann wirklich realisiert wird oder umgesetzt wird, sind es 4 bis 5 Jahre, bis sie wirklich zum Opening kommen. Das sind die Vorlaufzeiten vom Erstkontakt, das braucht man einfach. Deswegen gilt es heute immer zeitnah schon, die Flöcke für die Zukunft zu entscheiden und umzusetzen.

  19. 08:14
    Ronald M. Arndt

    Sie haben es schon erwähnt, ich habe einen besonderen Bezug zu Frankreich. Ich habe da studiert und auch gearbeitet. Deswegen interessiert es mich natürlich insbesondere. Jetzt fiel natürlich, haben Sie auch gerade gesagt, die Entscheidung, nach Frankreich zu gehen, natürlich vor Ihrer Zeit, weil man da einen großen Vorlauf hat. Wäre das Ihrer Meinung nach auch so der nächste oder ein spannender Markt gewesen generell für ein Unternehmen wie H-Hotels?

  20. 08:37
    Thomas Haas

    Absolut.

  21. 08:37
    Ronald M. Arndt

    Erstmal gar nicht Frankreich.

  22. 08:38
    Thomas Haas

    Doch, doch, auf jeden Fall. Paris ist eine Metropole und es macht natürlich für ein Unternehmen— Sie haben es gesagt, wir sind die größte deutsche private Hotelgesellschaft.

  23. 08:51
    Ronald M. Arndt

    Wir betreiben eine der größten, jetzt sagen Sie die größte.

  24. 08:54
    Thomas Haas

    Also von daher, ja gut, ist immer eine Frage, welches Ranking bezieht man auf deutsche Standorte, europaweit und so weiter. Eine der größten, das ist richtig. Dementsprechend komplett privat geführt. Und deswegen im Bereich oder im Zuge der Expansion und der Internationalisierung, wir möchten die Marke international, das heißt europaweit bekannter machen, deswegen ist dieser strategische Schritt, nach Paris zu gehen und eben auch in andere Nachbarländer um die DACH-Region herum, für uns ein ganz wichtiger. Sei es, ohne da jetzt irgendein Gerücht in die Welt zu setzen, Benelux, skandinavische Länder und so weiter. Da sind wir definitiv interessiert, dorthin zu gehen. Was wir derzeit nicht sehen, ist jetzt der Far East Markt oder Middle East Markt. Das sind nicht die Regionen, in denen wir mittelfristig wachsen werden.

  25. 09:49
    Ronald M. Arndt

    Und der osteuropäische Raum, wenn Sie schon in Ungarn, Budapest sind?

  26. 09:53
    Thomas Haas

    Durchaus.

  27. 09:53
    Ronald M. Arndt

    Österreich, Wien auch? Ja, alles nicht weit.

  28. 09:56
    Thomas Haas

    Ganz genau. Das würde ich definitiv nicht ausschließen. Und weil das ist immer noch angrenzend, also das mag durchaus eine Möglichkeit sein, die wir dann prüfen würden.

  29. 10:04
    Ronald M. Arndt

    Ja, okay. Woher kommt die Zuversicht, der Mut? Ist es der eines mittelständischen Unternehmens?

  30. 10:11
    Thomas Haas

    Na, ich denke, es ist einfach eine wichtige strategische Entscheidung, auch eine unternehmerische Entscheidung, ganz klar, um da weiterzukommen, die Marke, und das ist mit eine der Aufgaben, die Marke einfach bekannter zu machen. Und sozusagen in aller Munde zu tragen, weil für uns ist es auch wichtig, den internationalen Gast auch für uns zu gewinnen. Und dafür brauchen Sie eine Markenbekanntheit. Und je mehr Destinationen Sie haben, in denen Sie präsent sind, das unterstützt natürlich auch, das zahlt mit ins Ergebnis ein. Und deswegen ist das eine Notwendigkeit, so zu wachsen.

  31. 10:48
    Ronald M. Arndt

    Also das heißt, in Paris auch schon mit einem Leuchtturmprojekt vertreten zu sein. 40 Etagen, der höchste Pool Frankreichs, nicht nur Paris, sondern Frankreichs. Habe mich ja eingelesen. Genau, hätte ich schon buchen können, hätte ich schon gebucht. Olympia steht bevor, also da kommt natürlich dann auf jeden Fall Aufmerksamkeit her. Und dann verstehe ich natürlich, als Quellmarkt Frankreich zu nutzen, um eben Franzosen auch dann bei ihrem Deutschlandbesuch in eines der H-Hotels zu bringen.

  32. 11:18
    Thomas Haas

    Das stimmt, ja.

  33. 11:20
    Ronald M. Arndt

    Spannend, die Entscheidung, das Ganze H-Hotels zu nennen und auch so eine tolle Domain zu haben, h-hotels.com. Die fiel ja, glaube ich, 2014. Und darunter dann 6 Marken der Reihe nach. Sollen wir da mal kurz drauf eingehen, auf die Markenwelt?

  34. 11:37
    Thomas Haas

    Ja.

  35. 11:37
    Ronald M. Arndt

    Wo fangen wir an? Oder kann man sagen unten, oben oder links, rechts? Wie aus Ihrer Sicht? Alles eine Welt.

  36. 11:44
    Thomas Haas

    Alles eine Welt. Ganz genau. Es gibt da kein, wie soll ich sagen, keine Bewertung. Ein Budgetprodukt hat genauso seine Wertigkeit und Wichtigkeit wie vielleicht—

  37. 11:51
    Ronald M. Arndt

    eine unheimliche Breite haben Sie auf jeden Fall.

  38. 11:53
    Thomas Haas

    Ganz genau, richtig. Und deswegen, so entscheiden Sie? Ja, nein, dann nehmen wir Hyperion, das ist das jüngste Produkt sozusagen, ist unsere Premiummarke, mit der wir dementsprechend in Metropolen auch vertreten sind. Dann kommt H4, mit den H4 Hotels sind wir auch als Vollhotel vertreten, stark auch im Bereich Convention- und Tagungssegment in den Häusern. Wir benutzen beide sowohl Hyperion als auch H4 mitunter als Double Brand.

  39. 12:25
    Ronald M. Arndt

    Okay.

  40. 12:26
    Thomas Haas

    Das heißt, in Leipzig haben wir es zum Beispiel, auch in Berlin, dass wir ein H4 mit einem H2 kombinieren. Das schafft Synergien und die beiden Produkte ergänzen sich. H2 dementsprechend sag ich mal, ist unser, wir nennen es designorientiertes Budgetprodukt, das wir da haben, und kommt auch sehr erfolgreich an. Im Gegenzug zu manch anderen Mitbewerbern im Budgetbereich haben wir wirklich F&B, wir haben einen Hub in den Hotels, wo bis 24 Uhr auch dementsprechend sei es Pizzen, Salate, Snacks und so weiter angeboten werden, und das ist ein bisschen wirklich Unterschied zu manch anderen Budgetprodukten, Wir haben die H+ Hotels, die ganz unterschiedlich aufgestellt sein können. Das sind so die individuellen Hotels. Das kann ein Boutiquehotel sein, das kann auch ein reines Garni-Produkt mal sein etc. Mit auch einer unserer größten Marken. Wir haben 34 Häuser da von der Zeit. Dann haben wir Hostel, ist ein Markt, der ist ganz spannend. In dem möchten und werden wir auch weiter wachsen. Wir sind da bei einigen Standorten sehr erfolgreich im Gespräch und haben das erste in Münster ja dementsprechend auch platziert. Und das ist hochinteressant auch für Großstädte, das dementsprechend mit umzusetzen. Und wir haben noch unser Homes-Produkt, das ist Service Apartments, unser Apartment-Produkt. Haben wir derzeit eins in München und auch das ist ein spannender Markt. Und je nachdem, wie die Angebote oder auch Nachfragen sind, möchten und werden wir auch in allen Bereichen, in allen Produkten dementsprechend weiter wachsen.

  41. 14:06
    Ronald M. Arndt

    Mega, mega spannend. Eine persönliche Präferenz für eine der Marken gibt es wahrscheinlich auch nicht, sondern da sagt der Unternehmer—

  42. 14:15
    Thomas Haas

    Nee, vom Unternehmerischen her, aber auch von der Leidenschaft. Auch mit Sicherheit etwas, was man gelernt hat oder was ich gelernt habe über all die Jahre. Budget ist ein ganz spannendes Produkt und Budget hat seine eigene Wertigkeit. Man darf das nie negativ aufnehmen, diese, wie soll ich sagen, diese Bezeichnung dieses Bereichs. Hat sich gut gemacht, ist wieder hochinteressant, hat seine eigene Qualität, hat seine eigene Daseinsberechtigung, wirtschaftlich hochinteressant, gar keine Frage, aber eben auch die anderen Produkte. Und das ist dann die Herausforderung, wenn Sie das aus Sicht der H-Hotels sehen. Und das ist eines der Dinge, die wir derzeit bereits angehen. Weil Sie auch gefragt haben nach Veränderungen, die einzelnen Marken weiterzuentwickeln, für sich zu positionieren, um auch eine deutlichere Abgrenzung auch zu finden. Weil das merken wir auch, es ist manchmal sowohl für uns als auch für den Markt vielleicht noch gar nicht so verständlich wirklich, was ist jetzt der Unterschied zwischen einem Hyperion, einem H4, einem H+ Hotel, wo grenzen die sich wirklich ab. Da arbeiten wir derzeit dran. Das deutlicher abzugrenzen, die Einzelmarken zu stärken, auch besser in den Vordergrund zu bringen. Wir haben uns da auch bereits personell mit verstärkt, wollen auch in der Zukunft ein bisschen mehr im Pressebereich über Marketing dementsprechend das auch kommunizieren. Nur wie immer, bevor Sie was kommunizieren, sollte man es inhaltlich entwickelt und aufgestellt haben. Genau, und in dem Prozess befinden wir uns noch, sodass aber Sie ab 2024 gerne davon ausgehen dürfen, dass wir uns da mit Sicherheit ein bisschen stärker im Markt melden und die Weiterentwicklung dementsprechend dann auch kommunizieren. Nicht nur, um es zu tun, sondern um einfach auch den Markt mitzunehmen und das, was wir tun, auch zu erklären, weil das ist etwas, was, glaube ich, oftmals fehlt. Die Transparenz: Was ist jetzt die Veränderung? Wieso ist die Entwicklung, wie sie vorgetragen wird? Welche Gedanken sind dahinter. Und das ist dann, Sie haben halt immer eine unternehmerische Verantwortung, das sowohl im Unternehmen umzusetzen, die Mitarbeiter mitzunehmen, weil die Entscheidung am grünen Tisch hilft nicht viel, wenn Sie nicht in der Lage sind, das ins Unternehmen reinzutragen und die Mitarbeiter in Verantwortung davon zu überzeugen, dass die ihre Mitarbeiter dementsprechend wieder mitnehmen. Dann bringt das nichts, dann funktioniert das nicht. Und das ist der Prozess und die Herausforderung, wie jedes andere Unternehmen, wie jede andere Gesellschaft, die wir auch tagtäglich natürlich erleben und der wir uns mit Freude stellen und wo wir, wie gesagt, die ersten Dinge hinterfragt haben und auf den Weg gebracht haben, dementsprechend sie weiterzuentwickeln.

  43. 16:58
    Ronald M. Arndt

    Ja, Sie haben es gesagt, man braucht dafür die richtigen Menschen, sage ich mal, um auch die Message wieder innerhalb des Konzerns und nicht nur entsprechend in Richtung Gäste zu transportieren. Sie holen der Reihe nach gute Leute dazu, soweit ich das von außen wahrnehmen darf. Jetzt gerade Tina Birke noch im Bereich Kommunikation. Spannend hier, gar keine Hotelvergangenheit, glaube ich, sondern eher DHL, war das? Kann das sein?

  44. 17:20
    Thomas Haas

    Auch DHL, aber sie hat sogar wirklich Hotelvergangenheit. Sie kommt aus einer Hoteliersfamilie und ist im Hotel groß geworden.

  45. 17:28
    Ronald M. Arndt

    Das heißt, die DNA Hotel ist dann doch da, weil das hat mich ein bisschen gewundert, als ich da auf der AHGZ oder in der AHGZ darüber gelesen habe. Aber gut, dann sind die Wurzeln doch noch gut.

  46. 17:37
    Thomas Haas

    Aber ich sage auch ganz ehrlich, ich bin für viele Positionen immer Freund davon, wenn jemand nicht nur Hotel gesehen hat, sondern ruhig auch schon mal in andere Dienstleistungszweige oder Wirtschaftsbereiche reingeschaut hat. In der Position ist wichtig, dass man den Bereich Dienstleistung, Hospitality, irgendwo verinnerlicht hat. Und sei es DHL, Air Berlin, wo Frau Birke vorher war, das sind ja auch alles Dienstleistungsunternehmen. Und eben dann mit der DNA aus der Hotellerie kommend, und sie hatte ja auch vorher schon mal ein ins Hotelfach nicht nur reingeschnuppert, sondern das auch schon mal miterlebt. Glaube ich, ist eine ganz tolle Bereicherung für uns. Und wie gesagt, unter dem Aspekt, weil wir eben auch ein bisschen mehr kommunizieren wollen und werden in der Zukunft, was wir tun, freuen wir uns, dass Frau Birke dabei ist seit ein paar Wochen. Und auch da, die Zeit verrennt ja, ist schon sehr aktiv und arbeitet am Aktivitätenplan für 2024. Und da werden wir in Kürze dann das eine oder andere kommunizieren können.

  47. 18:36
    Ronald M. Arndt

    Unser Produkt ist die Dienstleistung. So, das Zitat habe ich noch auf der Webseite eingefangen, eben was Sie gerade auch ja noch mal wiedergegeben haben.

  48. 18:43
    Thomas Haas

    Genau, und das muss von Herzen kommen. Also Dienstleistung ist nichts, was Sie intellektuell sich erarbeiten können. Dienstleistung im Bereich der Hotellerie muss aus dem Herzen kommen. Sie müssen eine Freude daran haben, über alle Positionen, über alle Ebenen, den Gast, für den wir tätig sind, der dafür sorgt, dass alle Gehälter gezahlt werden können, dass wir weiter wachsen können, dass es uns eine Freude macht, tagtäglich den Gast, die Gäste zufriedenzustellen. Im optimalen Fall erkennen wir an der Reaktion des Gastes, welchen Wunsch wir ihm noch erfüllen können oder was gerade nicht in Ordnung ist. Und diese Bereitschaft und diese Freude muss man haben, und dann ist man im Bereich der Hotellerie richtig.

  49. 19:24
    Ronald M. Arndt

    Dann wäre es ein guter Zeitpunkt, mal auf Ihre DNA ein bisschen zu sprechen zu kommen. Ja, wo war da so der Erstkontakt zur Hotellerie oder zur Gast—

  50. 19:33
    Thomas Haas

    ja, erzähle ich gerne.

  51. 19:34
    Ronald M. Arndt

    Gastronomie vielleicht auch?

  52. 19:35
    Thomas Haas

    Ja, also mir ist die Hotellerie gar nicht in die Wiege gelegt. Ich bin Kind einer Partikuliersfamilie und das heißt, ich bin die ersten 6 Jahre auf dem Schiff meiner Eltern groß geworden. Die hatten also ein Binnenschiff, ein Frachtschiff, MS Frohsinn.

  53. 19:49
    Ronald M. Arndt

    Aber geboren in Duisburg, habe ich gehört? Ja, da hat das Schiff dann schon mal angelegt.

  54. 19:53
    Thomas Haas

    Ich bin dann da an Land gekommen.

  55. 19:55
    Ronald M. Arndt

    Ja, ja, an Land gekommen.

  56. 19:56
    Thomas Haas

    Nee, ist wirklich so. Deswegen, das klingt immer so komisch, aber deswegen die ersten 6 Jahre, wie gesagt, auf dem Schiff der Eltern groß. Und dann sind wir an Land gegangen und das war dann Duisburg. Dann bin ich ganz normal zur Schule gegangen. Und als ich in das Alter der Berufswahl kam, da lief im Fernsehen zum einen der Film Hotel, der spielte damals im Fairmont Hotel in San Francisco. Und das war wirklich wahr. Und das fand ich ganz spannend. Das fand ich ganz spannend, die Serien, die da ausgestrahlt wurden. Und es waren so die ersten Rollen vom Traumschiff. Das fand ich damals auch noch spannend zu sehen. Und dann habe ich zu meinen Eltern gesagt, ich muss in die Hotellerie und dann kann ich in der ganzen Welt arbeiten und verdiene noch Geld. Und das hat mich unheimlich gereizt. Und so hat es sich dann auch ergeben. Und ich habe dann damals bei Steigenberger in Duisburg meine Ausbildung dementsprechend begonnen. Und das war dann der Anfang. Und so ging es dann quasi später auch in die große Welt. Und habe ja auch nicht nur Hotellerie gemacht, war ja auch in anderen Bereichen tätig. Und das war aber der Ursprung. So kam der Reiz und ich habe es nie bereut. Wenn ich heute— und ich hatte am 1.8. diesen Jahres mein 40-jähriges Berufsjubiläum sozusagen. 1.8.1983 bin ich in die Ausbildung gekommen. Wenn ich heute wieder vor der Entscheidung stünde, ich würde es immer wieder machen. Es ist ein sehr, wie soll ich sagen, fordernder Beruf auch mit Sicherheit. Also man muss eine hohe Einsatz- und Leistungsbereitschaft dazu bereit sein, aber es hat so viel Spaß gemacht, es macht nach wie vor so viel Spaß. Ich habe so viel sehen dürfen, so tolle Menschen kennengelernt, andere Nationen, andere Bräuchtümer und einfach spannend. Deswegen bin ich da sehr dankbar, dass das alles so gut geklappt hat.

  57. 21:47
    Ronald M. Arndt

    Und das sind genau die Worte, die im Hotel-Podcast auch immer ihren Platz finden müssen, neben der Hotelgesellschaft eben, dass jemand, und da habe ich jetzt eigentlich ganz viele Beispiele schon gesammelt in den letzten über 100 Episoden, da irgendwann reingerutscht ist und aber bis heute einfach glücklich war mit der Wahl.

  58. 22:05
    Thomas Haas

    Nein, Hotellerie, wie schon gesagt, das ist Leidenschaft.

  59. 22:08
    Ronald M. Arndt

    Ja, Sie müssen das nicht nur von den CEOs, sondern da geht es um jede Position in der Hotellerie.

  60. 22:13
    Thomas Haas

    Ja, ja, ganz genau. Und deswegen, das muss man leben wollen. Und das hat alles immer zwei Seiten auch. Ich fand das immer spannend, dass ich am Wochenende auch mal arbeiten konnte und dann unter der Woche frei hatte. Ja, das ist, aber es ist auch sehr abwechslungsreich, sei es Frühdienste, sei es Spätschichten und so weiter. Dazu muss man einfach bereit sein. Das bringt der Beruf mit sich. Aber dafür gibt es ganz tolle andere Sachen, die eben andere Berufe dementsprechend so nicht abbilden können. Und die Möglichkeit wirklich, dass man, wenn man das möchte, dass man da arbeiten kann, wo man möchte. Und wie gesagt, man kann ins Ausland gehen, seine Sprachen dadurch perfektionieren oder weiterentwickeln. Wer hat in welchem Beruf gibt es wirklich die Möglichkeit, wo auch, ich sag mal, ein öfterer Wechsel positiv gesehen wird und nicht negativ betrachtet wird.

  61. 23:08
    Ronald M. Arndt

    Jedes Mal eine Palette an Chancen mit sich bringt, und da nicht nur beruflich, sondern auch privat. Und heute sitzen wir hier fast im Fußballstadion von Borussia Mönchengladbach, um ein weiteres Beispiel zu nennen. Am weitesten gereist beruflich sind Sie aber wahrscheinlich für Steigenberger nach Kairo. Kann das sein?

  62. 23:24
    Thomas Haas

    Kairo, das war definitiv Definitiv. Also von im Zug auch der, das war die GM-Ernennung damals für die Alameda Convention Hall von Steigenberger. Das Weiteste war eigentlich logischerweise durch meine Seefahrt. Ich bin ja auch viele Jahre zur See gefahren als Hoteldirektor und hatte das Glück, die meiste Zeit für Hapag-Lloyd, die auch Expeditionsschiffe haben, hatte das Glück, dadurch dreimal Weihnachten für 3 Monate jeweils in der Antarktis zu sein. Das ist eine ganz spannende Zeit gewesen und 3 Weltreisen dementsprechend zu begleiten oder mitzumachen. Von daher habe ich viel gesehen von der Welt und auch das war sehr, sehr kurzweilig, ganz spannende Sachen. Und Seefahrt ist wieder was ganz anderes, auch wenn es irgendwo Hotelgeschäft und Dienstleistung ist. See-Operation ist was ganz, funktioniert ganz anders wie eine Land-Operation. Und all diese Eindrücke schaden nicht, wenn man es einfach mal mitbekommen hat.

  63. 24:22
    Ronald M. Arndt

    Okay, wäre jetzt eine spontane Frage an der Stelle, ob die 7. Marke von H-Hotels vielleicht H-Cruises ist oder so.

  64. 24:27
    Thomas Haas

    Na, also das ist ein toller Gedanke, den nehme ich gerne mal mit auf.

  65. 24:31
    Ronald M. Arndt

    Aber du musst ja auch mal nicht fragen.

  66. 24:32
    Thomas Haas

    Ich weiß um die Herausforderung, wie lange es dauert, sowas überhaupt zu etablieren. Aber ist eine schöne Vision. Danke für die Anregung.

  67. 24:38
    Ronald M. Arndt

    Bitte, bitte. Ich melde mich dann wieder. Naja, jetzt die letzten Monate hatten wir auch schon von der einen oder anderen Hotelmarke, Brand gehört, die in den Yachtbereich zumindest mal reingeht. Natürlich kein Vergleich, aber belassen wir es mal dabei. Können ja nachher noch mal einen Blick in die ferne Zukunft werfen. 2023, das zurückliegende Jahr, Ihr erstes Jahr bei H-Hotels. Sollen wir da vielleicht noch mal kurz ein paar Worte drüber verlieren? Das falsche Wort, aber mal ein bisschen zusammenfassen. Was sich so im Großen und Ganzen getan hat an Standorten?

  68. 25:12
    Thomas Haas

    Gerne. Ja, nein, zum einen bin ich sehr, sehr nett aufgenommen worden in der, wir nennen es in der H-Family, wirklich haben auch ein Mitarbeitermagazin, was den Namen trägt, H-Family. Dort bin ich sowohl in den Hotels als auch auf Corporate-Ebene wirklich sehr, sehr nett empfangen worden. Leider war mein Dienstbeginn mit der Cyberattacke noch verbunden. Das war eine Herausforderung, die noch dazu kam, die wirklich für ein Unternehmen unheimlich schwer ist. Das hat über ein halbes Jahr gedauert, alles wirklich wieder neu aufzusetzen, bis man so was bewältigen kann. Das war natürlich nicht so viel zu den ersten 100 Tagen. So ganz genau, ja, das kommt dazu. Aber es ist dann halt auch wirklich so, man hat dann keine Zeit, sich um irgendwas Gedanken zu machen, sondern ist sofort wirklich in den Themen drin. Das hilft natürlich. Von daher, wie gesagt, sehr, sehr kurzweilig. Habe mir die Zeit genommen, die einzelnen Standorte kennenzulernen, um wirklich auch ein Gefühl dafür zu bekommen, nicht nur wie sind die einzelnen Marken definiert auf dem Blatt Papier, sondern wie werden sie gelebt, wie werden sie umgesetzt in den einzelnen Häusern und was verstehen die Mitarbeiter auch darunter. Natürlich sind das immer nur kurze Aufnahmen, aber ich habe jeweils in jedem Hotel Gespräche geführt bis auf Abteilungsleiterebene, jeweils mit den Verantwortlichen. Und das waren ganz wichtige Gespräche, weil der Abteilungsleiter das noch mal ganz anders sieht vielleicht, wie sich das Management jemals ausgedacht hat. Und von daher ganz wichtige Eindrücke. Und um das wirklich zu sammeln, dann auch auszuwerten, um dann die ersten Entscheidungen zu treffen, wie wollen wir das weiterentwickeln, wie können wir da weiter vorkommen. Weil eine Aufgabe, die wir uns da definitiv vorgenommen haben, ist es, wie gesagt, die Marken voneinander weiter abzugrenzen und einzeln stärker zu positionieren. Und auch dafür haben wir die eine oder andere personelle Entscheidung bereits getroffen. Wir werden ab Januar unterstützt in der Position einer Chief Commercial Officerin, die dementsprechend die Verantwortung übernimmt für die Bereiche Sales, Marketing und Revenue. Jeder dieser einzelnen Bereiche hat seine Daseinsberechtigung, ist unterschiedlich aufgesetzt im Bereich der Zielerreichung logischerweise, aber das muss gesteuert sein. Und weil am Ende zählt immer nur, was ist für das Gesamtunternehmen wichtig und nicht für den einzelnen Bereich. Deswegen freuen wir uns darauf, dass die Position dann sehr kompetent besetzt ist. Wir werden dann auch zeitnah Anfang Januar darüber berichten, natürlich. Wenn die Person an Bord ist. Und das ist eine der Hauptaufgaben, die wir uns für 2024 vorgenommen haben. Wir haben vor 2 Wochen Mainz eröffnet, wunderschönes Produkt mit unserem H2 Hotel. Wir hatten vorher H+ Eschborn eröffnet dieses Jahr. Für nächstes Jahr stehen neben Paris andere Eröffnungen an. Saarbrücken kommt, Erfurt ist in Im Bereich der Fertigstellung hatten wir vor kurzem Abnahme vom Musterzimmer, sodass das parallel weiterläuft. Und wie gesagt, wir haben eine sehr starke Development-Abteilung, die unterwegs ist im Bereich der Akquisition, neue Standorte zu entwickeln, weil das muss heute geplant sein, dass es dann auch wirklich weitergeht in den nächsten Jahren, dass wir da auch nicht in ein Loch fallen, um sowas dementsprechend weiter stark, dass das Wachstum geschützt und gesichert ist.

  69. 28:47
    Ronald M. Arndt

    Gibt es so eine Zahl an Häusern, wo Sie sagen, die möchten wir als H-Hotels bis 2030 vielleicht erreicht haben?

  70. 28:53
    Thomas Haas

    Da haben wir uns keine Zahl gesetzt. Es ist ja auch wichtig, all das, Sie müssen es ja auch bewerkstelligen können. Und deswegen, wir haben derzeit so im Durchschnitt 4 bis 5 Häuser, die in der Eröffnung stehen. Paris ist natürlich ein Mammutprojekt, Projekt von der Größenordnung. Wien kommt auch mit über 300 Zimmern weiteres Produkt dazu, und wir sind ja, wie gesagt, auch da grundsätzlich am Schauen an so Standorten. Wir können ja aufgrund der Markenvielfalt, die wir haben, noch weitere Häuser in Wien eröffnen, in Salzburg, Berlin, München, wo auch immer. Das bietet sich an, und da schauen wir dass wir das dementsprechend umsetzen können. Aber es gibt keine Zahl, wo wir jetzt sagen, wir wollen 100 Häuser, 150. Das haben wir uns nicht gesetzt.

  71. 29:44
    Ronald M. Arndt

    Ist nicht so typisch, sage ich mal, für euch als doch am Ende auch ein Familienunternehmen, dass man da einfach Zahlen in den Raum wirft.

  72. 29:53
    Thomas Haas

    Nein, das heißt nicht, dass wir ins Blaue planen, das mit Sicherheit nicht. Aber das, was heute sich nicht auftut, kommt morgen. Auf einmal. Und deswegen, da sind wir flexibel. Wichtig ist, und das denke ich, ist immer die Grundsatzentscheidung, was transportiert werden muss: Wir wollen und werden wachsen. Wir sind nicht da, um uns zu verwalten, sondern Wachstum ist definitiv auf dem Portfolio und gehört einfach zur gesetzten Strategie. Aber ob wir jetzt 80 Häuser, 100 Häuser haben, wir werden irgendwann dahin kommen, Aber da setzen wir uns nicht unter einen Druck, den wir dann auch so gar nicht erfüllen können eventuell.

  73. 30:32
    Ronald M. Arndt

    Jetzt haben Sie die Eröffnungsvorbereitungen in Paris ja schon auch mitverfolgen können. Neuer Markt, ja, nicht deutschsprachig, was ja so Ihr Hauptportfolio natürlich aktuell noch ausmacht. Was sind so die Herausforderungen Ihrer Meinung nach, nicht nur nach Frankreich, generell in neuen Märkten reinzugehen?

  74. 30:51
    Thomas Haas

    Ja, das ist mit Sicherheit eine Herausforderung. Schon die Sprache im Zuge der Internationalisierung. Absolut.

  75. 30:56
    Ronald M. Arndt

    Ist ja auch ein bisschen die Blaupause für andere Länder.

  76. 31:00
    Thomas Haas

    Definitiv. Und wir fangen dementsprechend an oder mussten ja auch anfangen, ich sage mal, den E-Mail-Verkehr zum Beispiel zweisprachig zu gestalten. Hausmitteilungen, da muss man sich disziplinieren.

  77. 31:12
    Ronald M. Arndt

    Dann, wenn man zweisprachig, derzeit zweisprachig, also Deutsch-Französisch oder Deutsch-Englisch?

  78. 31:16
    Thomas Haas

    Nee, wir kommunizieren Deutsch-Englisch. Paris ist dann dementsprechend noch mal separat. Natürlich kommunizieren die extern in der ersten Sprache Französisch, aber wir im Austausch überwiegend dann in Englisch und einzelne Fachbereiche auch direkt in Französisch. Aber wir haben nicht gesagt, wir fangen, machen das jetzt dreisprachig. Deswegen haben wir gesagt, okay, Englisch ist definitiv ein Muss, und so haben wir das jetzt Paris mit aufgebaut, auch für Budapest im Austausch, dementsprechend in der englischen Sprache. Und so wird das derzeit gelebt.

  79. 31:53
    Ronald M. Arndt

    Soweit ich weiß, haben Sie bei H-Hotels einfach sehr viele, wie kann man sagen, Dienstleistungen einfach zentralisiert, auch intern. Marketing, Werbung, Objektausstattung gehört dazu, Software wahrscheinlich auch zum Großteil. Sprich, all diese Bereiche muss man dann auch darauf vorbereiten, um mit Absolut.

  80. 32:12
    Thomas Haas

    Das ist auch was ganz Neues. Ganz genau. Und in vielen Bereichen ist es auch so, der Pariser Markt, der Standort Frankreich logischerweise, funktioniert in vielen Bereichen selbstständig. Da haben wir eine viel größere Freiheit auch eingeräumt in der Organisation.

  81. 32:27
    Ronald M. Arndt

    Sprich, da muss man dann schon einzelne Bereiche nochmal nachbauen.

  82. 32:31
    Thomas Haas

    Genau. Wir haben natürlich in Frankreich, ich meine, wir haben 4500 Quadratmeter Convention, 697 Zimmer. Das heißt, den Sales-Bereich aus Deutschland zu steuern und so, das funktioniert nicht. Logischerweise, die Kompetenz aus Deutschland begleitet das, aber die Mitarbeiter sind vor Ort. Das wird vor Ort verkauft, dementsprechend auch gelebt. Das heißt, da ist eine höhere Selbstständigkeit wie an manch anderen Standorten, wie wir sie in Deutschland haben, wo es dann einfach Sinn macht, so wie wir strukturiert sind, aus einer starken Zentrale heraus Vertrieb und Marketing für die Häuser zu gestalten. Da hat Paris definitiv eine höhere Selbstständigkeit im Verhältnis zu anderen Standorten bei uns von H-Hotels.

  83. 33:15
    Ronald M. Arndt

    Und bedeutet natürlich an der Stelle, dass es da mit jedem weiteren französischen Standort zumindest auch wieder Skaleneffekte gibt. Ja, und das macht einfach Sinn, wenn man es für ein Haus aufbaut, aber dann ganz richtig Sinn macht, eben wenn man da noch ein paar mehr davon hat.

  84. 33:28
    Thomas Haas

    Deswegen, das macht Sinn, und da schauen wir auch wirklich, wie wir da weiter wachsen können. Und weil nur für ein Haus, das funktioniert auch, jedes Haus muss sich in sich rechnen, sonst würden wir es nicht machen. Aber dann Synergien daraus abzuschöpfen, eben mit weiteren Häusern, sei es in Paris oder in Frankreich allgemein, das macht Sinn, und das wollen wir verfolgen.

  85. 33:48
    Ronald M. Arndt

    Ist Ihnen schon zu Ohren gekommen, H-Hotels, weißt du wahrscheinlich dann in Frankreich, ja, genau. Oder mit, und mit welcher Story die, die Kollegen dann Frankreich um Mitarbeiter werben? Weil bis dato kannte niemand H-Hotels in Frankreich, andere Marken schon. Was glauben Sie, was ist so das Versprechen Richtung— eigentlich eine spannende Frage in Richtung Gast und Mitarbeiter.

  86. 34:11
    Thomas Haas

    Ja, ja, nein, also man kann uns ja dementsprechend in Erfahrung bringen. Also was steckt da für eine Gruppe dahinter? Dadurch, dass gerade in Paris Tour Pléiel in Saint-Denis ein ganzes Leuchtturmprojekt ist. Das reizt natürlich, und da haben wir natürlich eine tolle Argumentation im Markt. Da werden Mitarbeiter neugierig. Von daher, und wie gesagt, ich war Montag, Dienstag erst da und habe mit dem Verantwortlichen von H-H gesprochen. Wir sind in der glücklichen Situation, dass wir Bewerbungen auch bekommen. Die Ausschreibungen für die einzelnen Positionen sind im Markt gesetzt. Und es wäre schlimm, wenn wir keine Bewerbungen hätten, sodass ich da sehr, sehr zuversichtlich bin, dass wir auch die einzelnen Positionen dementsprechend gut besetzen können und dass auch die Nachfrage wirklich und das Interesse im Markt auf Mitarbeiterseite gegeben ist, um sich bei uns zu bewerben.

  87. 35:06
    Ronald M. Arndt

    Ich stelle es mir trotzdem nicht ganz so einfach vor, einfach als noch eine Haas-Geschichte. Mitarbeiter, ja, Hintergrund und eine große deutsche Struktur. Aber der Franzose muss sich da erstmal, sage ich mal, dann für die deutsche Marke, die mit dem ersten Haus nach Frankreich kommt, da erstmal mit auseinandersetzen.

  88. 35:25
    Thomas Haas

    Das ist so. Und deswegen, das ist jetzt nicht nur länderbezogen, sondern Mitarbeiter grundsätzlich ist eine Riesenherausforderung im Bereich der Hotellerie oder Dienstleistung allgemein oder grundsätzlich im Markt. Und deswegen gilt es da, und Ich glaube, auch da sind wir gut aufgestellt. Die lange Zugehörigkeit, die ich erwähnt hatte, spricht aus meiner Sicht wirklich für die Gruppe und für die tolle Arbeit, die in den vergangenen Jahren geleistet ist und geleistet wurde, dass so viele Mitarbeiter so lange im Unternehmen sind. Das hilft natürlich auch. Nichtsdestotrotz merken auch wir, dass es immer schwieriger wird, natürlich Mitarbeiter zu bekommen. Deswegen auch der Bereich Schulung, und Entwicklung im Personalbereich, für uns ganz wichtig. Und dann hat man natürlich gerade als großes Unternehmen die Möglichkeit, auch jungen motivierten Leuten eine Perspektive zu zeigen, bei uns zu wachsen. Und ich habe mehrere kennengelernt innerhalb des Unternehmens, die wie gesagt 20 Jahre mittlerweile dabei sind, heute eine Direktorenposition haben, vor 20 Jahren schon ihre Ausbildung im Unternehmen abgeschlossen haben. Und das ist wunderschön, wenn man so Geschichten hat und dann immer noch sieht, wie jemand für sein Produkt und für die Verantwortung, die er lebt, wie er wirklich brennt. Und das gilt es einfach weiter, die Leute dementsprechend zu finden, aufzubauen, weil mit denen wachsen wir dann. Und das ist wichtig, dass ja die sogenannte DNA der H-Family dann auch in den Objekten wirklich gelebt wird. Ja, und so was müssen Sie aufbauen. Das, wie gesagt, können Sie nicht in einer Arbeitsbeschreibung überreichen und damit ist das implementiert.

  89. 37:07
    Ronald M. Arndt

    Der Familienvater, der Gründer war Helmut Fitz. Sind Sie ihm mal persönlich begegnet?

  90. 37:12
    Thomas Haas

    Ja, habe ich auch kennengelernt vor einigen Jahren. Beeindruckende Persönlichkeit, muss ich wirklich sagen. Und was er unternehmerisch geschaffen hat, das Birgt mir jeglichen Respekt ab, muss ich wirklich sagen. Also ganz, ganz toll. Und ich freue mich heute, wie gesagt, mit seinem Sohn, mit Alexander Fitz, sehr vertrauensvoll zusammenzuarbeiten. Das ist eine sehr tolle Gemeinschaft, auch mit Thomas Querl eben auf der Geschäftsführungsebene, der der Verantwortliche für die Finanzen ist. Wir drei, das macht wirklich viel Spaß. Das sind Das sind schnelle Entscheidungen, das sind tolle Diskussionen, die wir haben. Wir verfolgen gemeinsam die gleichen Ziele und dann ist das auch ein Schwung, den man ins Unternehmen reintragen kann, und das macht sehr viel Spaß.

  91. 38:03
    Ronald M. Arndt

    Also klar, kurze Entscheidungswege, schnelle Entscheidungen, diese Dynamik natürlich auch, diese Unabhängigkeit, das alles macht ein privat geführtes Unternehmen generell aus. Hotelgesellschaft, für die ich mich wirklich insbesondere interessiere. Wo liegen aber in der heutigen Zeit oder auch in der nahen Zukunft so ein bisschen die Herausforderungen, oder sind es eher Chancen als Herausforderungen? Was überwiegt für Ihre Struktur, sage ich mal?

  92. 38:28
    Thomas Haas

    Ja, ja, es sind definitiv Herausforderungen, die aber nicht jetzt H-Hotel-spezifisch sind, sondern ich möchte auch an der Stelle gerne ein bisschen rauszoomen einfach. Ja, genau, die der Markt einfach hat, das ist so. Hotellerie als Produkt, als Industrie wird immer leben. Also da sehe ich eine große Wachstumschance. Deswegen eben auch die Strategie der Expansion. Wir brauchen starke Produkte. Es wird definitiv, leider Gottes, coronabedingt eine gravierende Marktbereinigung geben. Das merken wir heute schon. Also Sie können es in der Presse ja lesen. Dass manche Betriebe dann den Wandel nicht geschafft haben. Es kommt die große Herausforderung im Bereich der Nachbesetzung auch. Viele Unternehmen haben einfach keine Nachfolgeregelung. Auch da wird es einen Wandel geben. Und das, was eben dort eine große Herausforderung ist, ist dann für andere im Markt wieder eine Chance, darüber zu wachsen. Und das sehen wir. Und deswegen sehen wir uns auch in allen Bereichen. Wir sind durchaus auch interessiert, hier dementsprechend Bestandsobjekte zu übernehmen, wenn sie passen, wenn wir mit unseren Produkten uns dort oder den Marken dementsprechend einbringen können, ist das auch ein Bereich, in dem wir gerne weiterwachsen, nicht nur Neubau und Neuobjekte. Deswegen, wir sind auch dafür alles offen und wie gesagt, das sind, wenn so Objekte auf den Tisch kommen, dann wird das vorgestellt und dann sind wir 3 da relativ schnell im Bereich der Entscheidungen. Und das ist eine hohe Chance auch, die wir haben, weil wir so schnell sind und die Dinge so schnell umsetzen können.

  93. 40:04
    Ronald M. Arndt

    Und mit Ihren 6 Marken kann man Ihnen eigentlich alles auf den Tisch legen.

  94. 40:06
    Thomas Haas

    Absolut.

  95. 40:07
    Ronald M. Arndt

    Erstmal, dann könnte immer was von den Hostels übers Home bis hin zu Hyperion eben was dabei sein.

  96. 40:16
    Thomas Haas

    Absolut. Ja, nein, auch das merken wir natürlich, dass es schon durch Corona die ein oder anderen Bürogebäude, die es gibt, gerade auch in großen Städten, haben nicht mehr die Nachmieter, finden nicht mehr oder grundsätzlich die Mieter für ihre Flächen. Und so Gebäude kann man relativ schnell und gut auch wandeln oder weiterentwickeln in zum Beispiel ein Hostelprodukt oder in Homes. Oder in ein Homes, ganz genau.

  97. 40:41
    Ronald M. Arndt

    Und das ist ja auch gerade vermehrt passiert.

  98. 40:44
    Thomas Haas

    Ja, absolut. Deswegen bringt, wie Sie richtig sagen, so eine Herausforderung auch wieder eine neue Chance mit sich. Und wir führen auch schon an dem einen oder anderen Standort die ersten Gespräche dazu. Deswegen, wir sind für alles offen und freuen uns auf das Wachstum, egal in welchem Bereich von Marken, innerhalb der Marke, oder auch ob es Neubauprojekte oder dementsprechende Übernahmen sind.

  99. 41:09
    Ronald M. Arndt

    Können natürlich auch, haben Sie vorhin schon gesagt, mit 2 Marken natürlich ein bisschen zum Teil in einem Haus mit 2 verschiedenen Eingängen Long Stay und Short Stay kombinieren, also wie es andere ja auch machen, aber absolut mit der ganzen Klaviatur im Hintergrund.

  100. 41:23
    Thomas Haas

    Ganz genau, ja, da sehe ich auch eine große Chance, und deswegen, da freuen wir uns drauf.

  101. 41:31
    Ronald M. Arndt

    Jetzt gibt es auch eine gewisse Verbundenheit zur Trademark von Wyndham. Was bringt das H-Hotels, um es mal ganz konkret anzusprechen?

  102. 41:39
    Thomas Haas

    Ja, absolut, auch wiederum im Zuge der Internationalisierung. Wyndham ist der größte Hoteloperator, grundsätzlich Anbieter der Welt sogar, und für uns ein ganz wichtiger Kontakt und eine ganz wichtige Zusammenarbeit, gerade auch im Zuge der Internationalisierung. Dementsprechend auch über Wyndham, über die hohe Klientel und Gästeanzahl, die die haben, unsere Häuser mit in deren Bewusstsein zu bringen, um dementsprechend auch Buchungen natürlich dafür zu generieren, wenn die Gäste aus Amerika nach Deutschland kommen oder nach Europa. Deswegen, je mehr Standorte wir vertreten sind, desto besser. Und da freuen wir uns drauf, eben über diese Kooperation im internationalen Segment auch zu wachsen.

  103. 42:29
    Ronald M. Arndt

    Ist aber eine deutlich lockerere Kooperation, als sie beispielsweise Lindner und Hyatt sind. Eingegangen sind, wo es ja auch sehr stark um Systemlandschaft nachher bis zur Buchungsmaske, glaube ich, geht.

  104. 42:39
    Thomas Haas

    Richtig, ja. Wir sind und bleiben eigenständig, was unsere Markenvielfalt definitiv angeht. Nichtsdestotrotz ist Wyndham für uns ein ganz wichtiger strategischer und sehr freundschaftlicher Partner auch. Und wie gesagt, im Zuge der Internationalisierung sehen wir da eine große Möglichkeit für beide, eine Win-win-Situation zu haben.

  105. 43:00
    Ronald M. Arndt

    Kommen wir noch mal zurück aufs Thema. Unschön, aber so war es. Hackerangriff. Das Ganze war im Dezember 2022, glaube ich. Zuletzt hat es auch Motel One in kleinerem Maße erwischt. Kann man sagen, dass so was durchgestanden ist, oder hat man von da an einfach immer mal wieder schlaflose Nächte und sagt, eigentlich kann man da gar nicht—

  106. 43:21
    Thomas Haas

    Nein, wenn Sie so was einmal durchleben, Dann bleibt das im Hinterkopf definitiv. Und gerade auch, wenn man dann mit den Spezialisten spricht und sich da immer einmal mit beschäftigt hat. Ja, absolut. Und dann einfach auch hört, Sie werden nie eine hundertprozentige Sicherheit irgendwo haben, weil natürlich die Techniken sich extrem weiterentwickeln etc. Wir glauben, dass wir sehr, sehr gut aufgestellt sind und überprüfen das dementsprechend auch. Wir waren aber auch vorher der Überzeugung, dass wir bereits gut aufgestellt sind, und deswegen, das ist ein Risiko, mit dem wir definitiv auch in Zukunft immer weiterleben werden und dafür sensibilisiert sind, haben da dementsprechend auch Schlüsse daraus gezogen, und deswegen dieser ganze Prozess des Wiederaufsetzens hat über 6 Monate gedauert. Das muss man sich wirklich mal vorstellen. Ist eine OP am offenen Herzen sozusagen, wenn das parallel dazu passiert. Und wir haben das wirklich auch dank des tollen Einsatzes der Mitarbeiter geschafft. Keiner wusste auf einmal, wie kann überhaupt noch der heutige Tag funktionieren, wie soll das weitergehen. Da sind wirklich die Mitarbeiter auch über ihre Schmerzgrenzen mit untergegangen, was den Einsatz anging. Gerade auch IT-Bereich, können Sie sich vorstellen, was was das bedeutet hat. Und auch das haben wir, kann man gar nicht oft genug sagen, ganz großen Dank an die Mitarbeiter, die letztendlich mit dafür gesorgt haben, dass wir wieder so schnell quasi buchbar waren und zurück ins Tagesgeschäft gekommen sind.

  107. 45:00
    Ronald M. Arndt

    Das heißt, da wurde der Betrieb nie irgendwie—

  108. 45:04
    Thomas Haas

    Nein, es ist immer das, was nimmt man intern wahr, was nimmt man extern wahr natürlich. Das ist dann schon ein Unterschied. Es wurde dann sozusagen auch eine Parallele dazu aufgebaut. Mancher Gast hat das nicht mitbekommen, mit Sicherheit. Und wir blieben immer operativ, also die Hotels haben funktioniert. Wir mussten wirklich über einen gewissen Zeitraum, ging es dann wieder mal zurück zu Bondbüchern. Und dann merkt man auch, das war für Manche dann, die kannten das noch von früher, andere haben so was noch nie damit gearbeitet.

  109. 45:39
    Ronald M. Arndt

    Da macht die lange Zugehörigkeit dann, oder generell in der Hotellerie. Absolut, genau.

  110. 45:43
    Thomas Haas

    Nein, und deswegen, was die Mitarbeiter da geleistet haben, die Flexibilität auch der Umsetzung dann etc., weil das ist auch für alle eine Mehrbelastung gewesen, ganz klar. Deswegen kann ich gar nicht oft genug sagen, ganz großes Danke an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Haas Family so unterstützt haben, dass wir die Krise dementsprechend überwunden haben, auch in der Geschwindigkeit und vor allen Dingen in der Qualität, wie wir jetzt heutzutage wieder dastehen. Das ist ganz entscheidend.

  111. 46:11
    Ronald M. Arndt

    Dann vielleicht auch eine klitzekleine Chance in dem Moment genutzt, um noch mal enger zusammenzuwachsen.

  112. 46:16
    Thomas Haas

    Auch das.

  113. 46:17
    Ronald M. Arndt

    Und natürlich auch mit Ihnen zusammen da die erste große Herausforderung im ersten Jahr vom Thomas Haas einfach zu bewerkstelligen. Absolut. Wie melden Sie sich? Das ist auch eine spannende Frage. So bei Ihren doch mehr als 2000 Mitarbeitern, gibt es da so eine monatliche Rundmail oder mal eine Videozusammenkunft, oder wie kann ich mir das vorstellen?

  114. 46:41
    Thomas Haas

    Nein, Videozusammenkunft haben wir nicht. Wir haben, wie gesagt, die H-Family-Zeitung, die ist wieder ins Leben gerufen worden von mir dieses Jahr. Und in der berichte ich zum einen über das, was wir alles angehen an Themen, um das auch zu transportieren, weil das ein ganz wichtiger Punkt ist, den Sie angesprochen haben. Wie kriegt der Mitarbeiter im Hotel auch mit, was machen die eigentlich da oben?

  115. 47:05
    Ronald M. Arndt

    Ja, ja.

  116. 47:06
    Thomas Haas

    Und womit beschäftigen die sich? Oder wer ist jetzt der Mitarbeiter oder die neue Mitarbeiterin? Was ist der Verantwortungsbereich? Wo, was wird entwickelt etc.? Und dafür nutzen wir, haben H-Family, kommt alle 3 Monate raus. Zum einen wollen wir auch das nutzen, um eben neue Mitarbeiter, die dort sind in Verantwortung, auch vorzustellen, auch ein bisschen persönlich, ja, das zu transportieren, aber eben auch den Mitarbeitern zu erzählen, was macht H-Family, woran arbeiten wir, was sind unsere Visionen. So wie Sie auch zu Recht fragen, wo ist die Entwicklung, was bedeutet Expansion für H-Family, et cetera. Was ist jetzt mit Paris? Wie weit sind wir da? Dafür wollen wir das nutzen und die Mitarbeiter dazu informieren. Und was ich soweit mitbekommen habe, kommt das auch sehr, sehr gut an. Die Mitarbeiter sind dankbar, weil das ist ein Informationsfluss. Und heute Morgen kann ich Ihnen erzählen, hat mich unheimlich gefreut, ich stand gerade da drüben, da kam eine Mitarbeiterin hier hoch, die kannte ich noch nicht, die hat mich angesprochen, hat gesagt, sind Sie Herr Haas? Ja. Und dann hat sie gesagt, ich wollte mich Ihnen mal vorstellen, mein Name ist Soundso, ich war früher schon mal bei H-Hotels, bin jetzt wieder da und freue mich, dass Sie da sind. Also fand ich es mega, ja, wenn eine Mitarbeiterin auch den Mut hat, jemanden dann so anzusprechen. Und das zeigt einfach diese besondere, dieser besondere Spirit, der wirklich bei den H-Hotels besteht.

  117. 48:35
    Ronald M. Arndt

    Und ich glaube, sowas darf man auch gar nicht unterschätzen und nicht verlernen. Vielleicht war das früher bei mittelständischen Unternehmen oder bis heute immer schon die Regel, dass die Mitarbeiter einfach ja nicht nur wissen wollen, was tut sich im Unternehmen und wo geht's hin, sondern für wen arbeite ich da auch irgendwo indirekt. Das war mir jetzt wirklich auch bei dem einen oder anderen Hotel-Podcast schon passiert, dass ich eben, bevor ich dann mit dem CEO, sage ich mal, meinen Termin hatte zur Aufzeichnung, irgendwie mit jemandem an der Kaffeebar unten gesprochen habe, und vor der Aufzeichnung und nach der Aufzeichnung war ich natürlich um einiges schlauer, und dann der gleichen Person beim zweiten Kaffee wieder so Dinge erzählen konnte über seinen und ihre CEO, was da bis dato noch nie angekommen ist.

  118. 49:21
    Thomas Haas

    Also zum Teil, nein, das denke ich, ist ganz wichtig, unabhängig von welcher Ebene man beruflich irgendwann erreicht. Dass man erstens nie vergisst, wo man herkommt. Ja, und deswegen, ich habe das gesagt, vor 40 Jahren ging mein beruflicher Werdegang los als Restaurantfachmann in der Ausbildung. Und das war auch eine wunderschöne Zeit. Und so was darf man nie vergessen, wo man wirklich auch herkommt. Und ich kenne die Perspektive, ich sag mal, als ich unten war und dementsprechend nach oben geblickt habe. Und das sollte man immer im Hinterkopf behalten. Wenn man das auch lebt, dass man auch nahbar ist und auch ein wirkliches Verständnis und Gefühl aufbringt für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ich glaube, dass das auch sehr wertgeschätzt wird und anerkannt wird.

  119. 50:06
    Ronald M. Arndt

    Und dass die wissen, wo man herkommt.

  120. 50:08
    Thomas Haas

    Absolut.

  121. 50:08
    Ronald M. Arndt

    Herr Pawlitzki von Arabella, wie er damals erzählt hat im Hotel-Podcast, Night Audit saß und darüber das erste Mal in Kontakt kam mit der Zahlenwelt. Einer der ersten Hotel-Podcasts in Burlach mit Wilhelm Luxem, der eben als Koch auch auf dem Schiff, auf irgendeiner Yacht angefangen hatte und dann eben jahrelang in Zürich sein Unwesen getrieben hat.

  122. 50:32
    Thomas Haas

    Absolut.

  123. 50:33
    Ronald M. Arndt

    Wunderbar. Ja, Sie sind ja heute fast in Ihrer Heimat. Ja, ist ja eigentlich gar nicht so weit weg hier, Duisburg. Was beschäftigt dich, Thomas Haas, noch so im Privaten? Das ist auch mal ganz schön zu wissen.

  124. 50:51
    Thomas Haas

    Ja, nein, was mir großen Spaß macht, ist wirklich Kochen, auch wenn ich das ja als Ausbildungsberuf nicht gelernt habe. Aber das ist etwas, wobei ich wunderbar entspannen kann. Das macht mir viel Spaß und ich liebe die Natur. Deswegen freut mich jetzt, dass der erste Schnee gefallen ist, unheimlich, weil Skifahren nach wie vor eine für mich der schönsten Sportarten ist, um auch zu entspannen. Also man ist aktiv, man ist an der guten Luft und kann danach dementsprechend ein tolles Hotel genießen. Das ist etwas, was ich sehr, sehr mag. Ich bin politisch mit Sicherheit interessiert und versuche mich da auch dementsprechend immer auf dem Laufenden zu halten. Das gehört dazu.

  125. 51:36
    Ronald M. Arndt

    Auf dem Laufenden halten, aber nicht einbringen. Das wäre dann zu viel des Guten.

  126. 51:39
    Thomas Haas

    Genau richtig. Ja, das sollen andere machen. Aber deswegen, man sollte da schon Bescheid wissen. Und das, denke ich, ist für mich einfach wichtig. Und ansonsten liebe ich einfach meinen Beruf. Das ist so. Und da geht auch, das ist mit so die meiste Zeit, die ich da gerne investiere.

  127. 51:59
    Ronald M. Arndt

    Arno Schwalie meinte letztens im Podcast bei Lindner, dass jetzt nicht so viel erwartet von der Politik. Die sollen mich halt einfach als Unternehmer in Ruhe lassen, damit ich meine Dinge machen kann, so wie ich das so richtig sehe.

  128. 52:11
    Thomas Haas

    Ja gut, es sollte halt auch einfach eine faire Bewertung sein, und da muss ich immer dem Herrn Iserloh ein ganz großes Lob aussprechen, der da sehr für die Branche kämpft. Es ist definitiv keine— ich verstehe die Rechtfertigung nicht, dass große Unternehmen Mittelstand, Sie haben es gesagt, ja, das ist das, wovon die Wirtschaft und der Wohlstand in Deutschland lebt und aufgebaut ist, ich sag mal nur bis zu 55% dementsprechend entschädigt wurden. Das ist einfach eine unheimliche Ungerechtigkeit. Da hoffe ich, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist, dass man dort noch nachbessern kann, weil diese Gesellschaften gerade dieser Größenordnung, denke ich, sind ganz wichtig im Bereich des Mittelstands, und deswegen sollte das auch fair behandelt werden. Also da, glaube ich, muss die Politik noch ein bisschen was nachbessern. Das ist schade, dass das sich bis heute noch nicht korrigiert wurde im Urteil.

  129. 53:17
    Ronald M. Arndt

    Genau, und am Ende geht es auch hier wieder um die Art und Weise und die Kommunikation, ja, weil Was habe ich, welche Signale, sage ich mal, teile ich da in dem Moment mit? Was habe ich versprochen? Was erreiche ich? Selbst wenn jetzt die Möglichkeiten, irgendwelche Gelder auszuschütten, nicht größer geworden sind die letzten Wochen, aber dass es am Ende dann trotzdem halt irgendwie passt und einfach nicht komplett falsch ankommt. Absolut. Oder demotiviert gar.

  130. 53:45
    Thomas Haas

    Genau, richtig. Man mit Sicherheit überlegt sich auch der eine oder andere, ist der Standort Deutschland für mich der richtige? Und das wäre schade, wenn aufgrund von solchen Entscheidungen der eine oder andere womöglich mit seinem Unternehmen abwandert. Das sollte nicht, könnte nicht das Ziel sein, was eine Politik eigentlich verfolgt.

  131. 54:07
    Ronald M. Arndt

    Definitiv nicht. Ja, Thomas Haas, würde ich sagen, entlasse ich Sie in den einen Sonntag abschließend.

  132. 54:15
    Thomas Haas

    Herzlichen Dank, freue mich wirklich.

  133. 54:18
    Ronald M. Arndt

    Werde mir jetzt auch gleich noch mal das Hotel nicht nur, sondern auch ein bisschen hier die Stadionlandschaft anschauen mit dem Sohn, dem Max Grünbeck, der ja heute auch zugegen ist. Als Borussia-Fan habe ich da, glaube ich, einen guten Guide und freue mich dann auf ein Update im kommenden Jahr.

  134. 54:38
    Thomas Haas

    Immer gerne.

  135. 54:39
    Ronald M. Arndt

    Wäre doch eine schöne Tradition, so immer am Ende Ihres weiteren Jahres sich hier noch mal zu sehen.

  136. 54:44
    Thomas Haas

    Ja, können wir gerne einen Jour fixe draus machen.

  137. 54:47
    Ronald M. Arndt

    Ich stelle Ihnen einen, Herr Haas.

  138. 54:48
    Thomas Haas

    Ja, ja, wunderbar. Na, hat mich sehr gefreut. Danke für Ihre Zeit.

  139. 54:52
    Ronald M. Arndt

    Danke.

  140. 54:53
    Thomas Haas

    Und dann freue ich mich aufs nächste Treffen.

  141. 54:55
    Ronald M. Arndt

    Das machen wir. Ihnen alles Gute.

  142. 54:57
    Thomas Haas

    Danke schön. Ihnen auch.

  143. 54:57
    Ronald M. Arndt

    Tschüss.

  144. 54:58
    Thomas Haas

    Herzlichen Dank.