Das große "Schani Hotels" Update 2024
Aufgenommen: Schani Hotel Wien Hauptbahnhof, Wien
Germany57 Min Das Video kommt von YouTube und lädt erst, wenn du auf Abspielen klickst.
„Wenn das in der Flugbranche funktioniert, wieso sollte das in der Hotellerie nicht auch funktionieren?“
Benedikt Komarek, 18:28
Benedikt Komarek hat die Schani Hotels in Wien mit seinem Bruder Alexander aufgebaut, das erste Haus eröffnete 2015 am Hauptbahnhof. Im Gespräch mit Ronald M. Arndt erzählt er, wie die Familie seit 1927 ein Haus am Gallitzinberg führt, warum Verpächter die Brüder anfangs abgelehnt haben und wie sie über ein Konsortium selbst an ein Grundstück der ÖBB kamen. Dazu: Check-in und Zimmerauswahl nach dem Vorbild der Airlines, entwickelt mit dem Fraunhofer-Institut, und 202 Zimmer in der UNO City ab März.
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Kernaussagen
- Erst Absage, dann Eigenprojekt: Verpächter und Eigentümer wollten die Brüder ohne Track Record nicht, lieber eine Kette mit Konzern im Rücken. Komarek hat daraufhin 100 bis 200 Immobilien angesehen und mit der Rhomberg Bau und weiteren kleinen Bauträgern ein Konsortium gebildet, das ein Grundstück der ÖBB am neuen Hauptbahnhof kaufte.
- Guest Journey vom Flughafen: Gebucht wird online, am Tag vor der Anreise wird die Kreditkarte belastet, das Zimmer kann sich der Gast selbst aussuchen, der Schlüssel kommt aufs Handy, die Rechnung nach der Abreise. Wer kein Handy nutzt, checkt am Tablet ein und bekommt den Schlüssel gedruckt.
- Technik entlastet die Mitarbeiter: Kein Automatenhotel: Die Technik soll Meldezettel und 70 Check-ins am Fließband ersetzen, damit die Mitarbeiter Zeit haben, mit dem Gast über die Stadt und Restaurants zu sprechen.
- Wien als roter Faden: Die Lochblechfassade zitiert das Wiener Geflecht, dazu Thonetstühle, der Wiener Kaffeehaustisch und eine Bassena, an der sich jeder gratis Hochquellwasser nimmt, statt Flaschenwasser zu verkaufen.
- Familie als Kapitalgeber: Für das erste Haus mussten die Brüder viel Eigenkapital aufbringen, die Eltern haben Geld geliehen und das gesamte Familienvermögen ist in das Projekt geflossen. Ohne sie hätte es einen Investor gebraucht.
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed
Erfolg ist nicht etwas, das einfach passiert. Noch vor Ende des Studiums beginnt Benedikt Komarek mit dem Aufbau der heutigen Schani Hotels.
Das erste Haus öffnet im Jahr 2015 am Hauptbahnhof von Wien. In Kürze folgt der bereits vierte Standort, weitere sind in Vorbereitung.
Wer hat ihn auf seinem Weg bisher begleitet und was hat sich der Familienunternehmer in der Welt der Airlines abgeschaut?
Eines steht fest: hier entsteht Großes und zur baldigen Neueröffnung in der UNO-City mache ich mich wieder auf den Weg in die Domstadt.
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Transkript öffnenTranskript schließen57 Min · Ronald M. Arndt und Benedikt Komarek
Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.
- 00:06 Ronald M. Arndt
Benedikt Komarek, ich freue mich, dich heute hier im Hotel-Podcast begrüßen zu dürfen. Ich bin in Wien, nach Wien gereist, ins Schani Hotel hier direkt am Hauptbahnhof.
- 00:18 Benedikt Komarek
Ja, herzlich willkommen, es freut mich ganz besonders, dass du heute hier bist und dass wir hier gemeinsam diesen Podcast machen.
- 00:25 Ronald M. Arndt
Ja, und dein erster Podcast freut mich sehr. Mich freut auch immer sehr, Natürlich neue Hotelmarken kennenzulernen. Zu Schani habe ich jetzt schon längeren Bezug, aber dann vor allem auch Hotelmarken, die mit einer Unternehmerperson eng verknüpft sind, wie jetzt hier bei Schani der Fall. Und dann im besten Fall noch mit einer langen auch Familiengeschichte, wie es auch bei Schani der Fall ist. Denn ich glaube, 1982 ging es bereits los in der Familie mit Gastlichkeit im erweiterten Sinne.
- 00:55 Benedikt Komarek
1982, genau, da hat meine Mutter damals das Hotel von meiner Großmutter übernommen. In Wirklichkeit geht es noch etwas länger zurück.
- 01:04 Ronald M. Arndt
Okay, hol aus, wir haben Zeit.
- 01:07 Benedikt Komarek
1927 haben damals meine Vorfahren das Hotel Galitzinberg, oder es war damals der Steinhof am Galitzinberg im 16. Bezirk, das war ein schönes Ausflugsgasthaus, erworben und sind dort auch hingezogen. So wie es früher traditionell üblich war, hat man im hat der Wirt einfach auch in dem Haus geschlafen und gewohnt, oder die ganze Familie. Und unten war immer ein Gasthaus. In späterer Folge hat es dann meine Großmutter umgebaut und hat dort schon Zimmer hineingemacht, aber auch noch das Gasthaus geführt. Und die ist aber relativ früh gestorben, und meine Mutter ist dann quereingestiegen. Da war sie gerade in Karenz mit mir noch, ist eigentlich geborene Oder geborene, sie ist Lehrerin von Beruf gewesen und hat dann das Haus übernommen, da mein Vater einen anderen Berufsweg eingeschlagen hat.
- 02:03 Ronald M. Arndt
Der war Steuerberater, gell, soweit ich informiert bin?
- 02:06 Benedikt Komarek
Macht noch immer die Steuern für uns, obwohl er längst in Pension ist.
- 02:11 Ronald M. Arndt
Okay, kann ich mir vorstellen, dass die Arbeit auch nicht weniger wird.
- 02:14 Benedikt Komarek
Ja, genau, hat er sich nicht gedacht, dass es dann im Laufe der Zeit immer mehr wird und nicht weniger.
- 02:19 Ronald M. Arndt
Mhm.
- 02:20 Benedikt Komarek
Und genau, meine Mutter hat es dann ausgebaut in ein 4-Sterne-Haus und ich habe es eigentlich erst vor 2 Jahren übernommen. Ich habe ja vor 8 Jahren hier das Hotel am Hauptbahnhof eröffnet, das Schani Hotel, das erste Schani Hotel, und mich eigentlich in der Zwischenzeit um die Schani Hotels gekümmert. Und wir haben ja heuer auch das, eben unser Stammhaus im Kalitzimberg, auch in die Schani Gruppe integriert.
- 02:52 Ronald M. Arndt
Genau, ja, herzlichen Glückwunsch. Was noch kommt, auch in, in naher Zukunft, vielleicht auch später, kommen wir nachher noch drauf zu sprechen. Vielleicht noch mal ein bisschen auf deine Person bezogen. Ich glaube, 1980 bist du geboren. Ja, ja, das siehst du, ich bin gut informiert. Und hast dann, und da gleichen sich unsere Wege, BWL studiert und dann unter anderem auch in Frankreich ein Jahr verbracht.
- 03:19 Benedikt Komarek
Ja, das habe ich auch.
- 03:21 Ronald M. Arndt
Also in guter Erinnerung, schlechte Erinnerung?
- 03:23 Benedikt Komarek
Du, es war eine sehr schöne Zeit. Ich war an der SUPDECO in Montpellier im Süden von Frankreich.
- 03:27 Ronald M. Arndt
Da hast du dir auch einen schönen Ort ausgesucht.
- 03:30 Benedikt Komarek
Ja, also so viel zum Aussuchen war es ja nicht. Und ich habe mir gedacht, eigentlich, wenn ich es dann mache, das Studium, dann mache ich es gleich ein Jahr, damit es sich auszahlt. Und also ich bereue es nicht. Es war eine tolle Erfahrung und ich kann es nur jedem raten, der ein Studium macht, auch das zu nutzen. Ins Ausland zu gehen, weil ob man jetzt ein Jahr früher oder später fährt, meistens hält es einem eh nicht auf, weil viel angerechnet werden kann, ist eigentlich irrelevant.
- 03:57 Ronald M. Arndt
Absolut.
- 03:58 Benedikt Komarek
Man macht diese Erfahrungen fürs Leben und dafür ist ja das Studium da, dass man jetzt nicht nur auf der einen Seite natürlich den gesamten Bildungsstoff erhält, aber auch eben Erfahrungen macht im Austausch mit dem Reisen. Deswegen hat man ja auch immer genug Freizeit, um jetzt dann hier generelle Bildung zu erhalten.
- 04:19 Ronald M. Arndt
Genau, und am Ende sind natürlich auch Freundschaften, die ein Leben lang ab und an da bleiben. Ich spreche aus eigener Erfahrung, denn ich bin mit 19 direkt nach Frankreich für 2 Jahre zum Studium. Das war damals in der Champagne, in Reims, erst ein bisschen nördlich, und dann 2018 noch mal 2 Jahre nach Aix-en-Provence. Da habe ich dann eher Richtung Süden damals gezogen.
- 04:42 Benedikt Komarek
Nach Budapest gegangen.
- 04:44 Ronald M. Arndt
Genau, Budapest noch.
- 04:45 Benedikt Komarek
Ja, also es hat mir eigentlich so gut gefallen und ich habe dann noch geschaut, was es gibt, und es hat da eben die Möglichkeit gegeben zu einem postgradualen Studium noch, und das war das ZEMS-Studiengang für International Management, und den habe ich dann quasi in Budapest absolviert.
- 05:03 Ronald M. Arndt
So, kommen wir zum Benedikt als Gastgeber, denn da in der Zeit warst du natürlich Student. Wann hast du denn für dich so die Entscheidung getroffen, in die Hotellerie— natürlich, die Familie hat damit zu tun gehabt, da bist du groß geworden— aber da reinzugehen?
- 05:20 Benedikt Komarek
Ja, für uns steht die Familie immer im Vordergrund, und deswegen ist es ja auch hier keine Sache, die ich alleine gemacht habe, sondern ich habe dieses Hotel gemeinsam mit meinem Bruder Alexander gegründet.
- 05:34 Ronald M. Arndt
Und ich glaube, der kümmert sich auch um Zahlen mittlerweile, gell?
- 05:38 Benedikt Komarek
Ja, der ist ja auch wie mein Vater in Fußstapfen getreten, ist Steuerberater und Wirtschaftsprüfer geworden und kümmert sich natürlich hier mehr um die, um die Finanzen. Und ich kümmere mich mehr um die Projektentwicklung und die operativen strategischen Entscheidungen. Und die Idee jetzt hier etwas zu machen, ist uns gekommen 2007. Wir haben uns zusammengesetzt und haben gesagt, naja, wie könnten wir denn auch etwas umsetzen? Da waren wir noch etwas jünger.
- 06:12 Ronald M. Arndt
Ja, ja, definitiv. Da warst du dann ja 27.
- 06:17 Benedikt Komarek
Okay, auch schon etwas gereifter. Ja, und haben wir also so nach dem Studium oder während dem Studium? Ja, bei mir war es so am Ende des Studiums gekommen. Ich habe dann, bin dann eigentlich gleich so reingerutscht in das Ganze. Die hat da schon, glaube ich, 10 Jahre Berufserfahrung gehabt und war schon gut gesettelter Steuerberater. Und wir haben gesagt, es muss jetzt auch irgendwas geben, was man machen könnte als Unternehmer.
- 06:44 Ronald M. Arndt
Also auch zusammen, das war schon auch schon das Ziel. Ja, okay, das war das Ziel.
- 06:47 Benedikt Komarek
Und weil wir kommen ja quasi aus einer Familie, die eben das unternehmerische Denken auch gefördert hat, weil meine Mutter das einfach alles aus aus dem Bauch heraus und war ja eigentlich die Unternehmerin schlechthin. Ja, und das hat uns natürlich geprägt und wir wollten halt auch etwas für uns machen. Er natürlich auch durch die Steuerberatung viele Unternehmen und Unternehmer, die auch berät, und da, da war das naheliegend, dass, dass, dass wir halt etwas umsetzen, nicht? Und, und auch mit meinen Spezialgebieten auf der, auf der WU Auf der Wirtschaftsuniversität Wien war das natürlich auch naheliegend. Wir haben ja Entrepreneurship, habe ich ja gemacht, Klein- und Mittelbetriebe. Ja, und dann haben wir halt ein Praktikum gemacht und haben gesagt, naja, eigentlich etwas, was uns naheliegt, ist die Hotellerie. Und in der Studienzeit bin ich ja sehr viel gereist, habe vieles gesehen, und damals hat es ja diese klassische Budgethotellerie ja in dem Sinne, dass das mit Lifestyle verbunden ist, noch nicht gegeben, sondern da hat es gerade mal ETAP gegeben, nicht, was jetzt eben Ibis Budget ist, und sehr minderwertige Produkte in Frankreich oder Spanien. Und die, die jetzt nicht eingeladen haben, jetzt dort zu übernachten, wenn man ein bisschen Freigeist hat.
- 08:16 Ronald M. Arndt
Ja, ich glaube, ich muss das als Student einmal erfahren und damit war es dann auch getan.
- 08:20 Benedikt Komarek
Genau, ich meine, war natürlich für die Weiterreise oder Durchreise natürlich ganz super, weil es natürlich extrem günstig ist. Als Student hat man jetzt auch nicht so das große Budget, aber ich habe eben auch die Zeit genutzt und habe die ganze Welt bereist. Und da habe ich mir meistens, ich habe es zu zweit gemacht, und da haben wir uns dann meistens dann doch ein Doppelzimmer gegönnt, aber in diesen kleinen B&Bs oder Hostels, die halt ein bisschen individueller waren und alle irgend so einen persönlichen Touch hatten. Also irgendwie so schon der Vorreiter von dieser neu gelebten Lifestyle-Kultur. Und das hat mir sehr gut gefallen. Und da haben wir doch gesagt, machen wir doch quasi ein Hotel mit günstigen Zimmern für jetzt die Stadt, dass man aber trotzdem eben mit einem gewissen Anspruch. Das war eben zu einer Zeit, wo das gerade aufgekommen ist. Ich glaube, das war ja auch erst, Motel One hat sich auch damals erst erfunden, 2004, 2005 sind die gegründet worden und haben damals eigentlich ETAP noch nachgebaut und haben sich dann auch erst 2007, 2008 darauf spezialisiert, jetzt ein bisschen höherwertiges Budgetprodukt zu werden. Und man sieht eh, wie die sich auch entwickelt haben in den letzten 15 Jahren, nicht, was damals in den Anfängen war und was jetzt ist. Und nur haben wir halt nicht so einen großen finanziellen Background gehabt und sind da eigentlich drangegangen, dann gesagt, na, wie soll man es angehen, haben dann auch einen Consultant kennengelernt, den Michael Wittmann von der PKF Hospitality, ist glaube ich hier ganz bekannt, kennt man ja auch ganz gut in der Branche, und der hat einen Vortrag gehalten über Hotels, ich weiß noch ganz genau, genau, das war hier in Wien. Und dann haben wir das angehört und gesagt, haben wir gedacht, das klingt eigentlich ganz gut, was der so da erzählt, nicht? Und vielleicht sollten wir uns mit dem einmal zusammensetzen. Workshop gemacht und haben uns überlegt, wie könnten wir so eine Hotelbrand einmal strukturieren und aufbauen, die für uns passt. Soweit so gut, ne? Das haben wir dann gemacht, haben wir gewusst, was wir machen wollen, haben wir Businessplan gehabt und alles, und haben dann gesagt, jetzt dann pachten unser Haus und machen unser Hotel.
- 10:46 Ronald M. Arndt
Und der Name Schani kam dann auch erst da? Der war noch nicht, stand noch nicht auf dem Businessplan, ja, der stand noch nicht auf dem Businessplan.
- 10:54 Benedikt Komarek
Okay, sagen wir so, es ist dann leider nicht so einfach gegangen, weil oft waren halt die Immobilieninvestoren oder die Eigentümer, auch teilweise große Fonds und so, haben gesagt, naja, okay, Schön und gut, aber wer seid ihr denn da so? Also damals haben wir uns noch genannt Hotel 5. Also haben wir gesagt, wir brauchen jetzt einen Arbeitsnamen, und das ist so anlehnend dann erstens international und auch in Amerika.
- 11:27 Ronald M. Arndt
Weiterentwicklung von Motel One. Genau, richtig.
- 11:30 Benedikt Komarek
Das ist ganz gut, halt unsere Kreativität damals.
- 11:34 Ronald M. Arndt
Die Domain hast du bestimmt noch, oder? Wenn es wieder mal so—
- 11:37 Benedikt Komarek
ja, ja, ja, nur mal ganz eingeschränkt. Man muss alles Mögliche sichern lassen, Hotel 2.at, Punkt was weiß ich. Aber ja, ich habe sogar noch das Logo machen lassen, ne, ganz witzig. Aber Gott sei Dank ist dann glaube ich nicht bei dem Namen geblieben. Na ja, und dann haben uns die Hotelverpächter gesagt, na ja, es ist ganz schön und gut, aber Was habt ihr vorzuweisen? Wo ist der Track Record? Wir kennen euch nicht und dann nehme ich doch lieber irgendein Aqua-Produkt. Ist einfacher, weiß ich, die haben die Sicherheit, die haben den Konzern dahinter mit 1000 Hotels, der bürgt für mich und das ist einfach einfacher. Wollen wir uns gar nicht damit auseinandersetzen. Ja, das war halt der erste herbe Rückschlag und dann haben wir gesagt, na gut, wenn wir wirklich das machen wollen, dann müssen wir uns halt einen anderen Weg suchen. Dann haben wir gesagt, dann versuchen wir selber eine Immobilie zu finden, wo wir das entwickeln können. Es war gerade in dieser Immobilienkrise 2008/2009 und da hat es eigentlich am Markt ganz gute Immobilien gegeben und wir hatten ein bisschen Kapital auch zusammengesammelt, wo wir gesagt haben, naja, vielleicht probieren wir es einfach nicht. Und ich habe mir dann sicherlich, glaube ich, 100 bis 200 Immobilien angeschaut und, und recherchiert. Hat natürlich gedauert über die Zeit hinweg. Und wir haben auch Projekte angeboten bekommen, die wir dann ablehnen haben müssen, weil wir gesagt haben, das ist nicht das Richtige, die sind bis jetzt nicht realisiert. Und irgendwann Da sind wir dann auch, bin ich auch in Kontakt getreten mit der ÖBB, weil ja hier in Wien die Chance war. Hier in Wien ist ja ein ganz neuer Hauptbahnhof realisiert worden. Der alte Kopfbahnhof ist quasi abgerissen worden und da war auch ein Verschiebebahnhof und Frachtenbahnhof und dieses Areal ist frei geworden. Man hat einen Durchgangsbahnhof gemacht und hier sind 105 Hektar braches Land quasi mitten in der Stadt frei geworden. Die entwickelt wurden.
- 13:52 Ronald M. Arndt
Das, was wir in Stuttgart noch vor uns haben. Ich komme aus Stuttgart, wo auch gerade die Transformation stattfindet.
- 13:57 Benedikt Komarek
Habe ich schon gehört. Ist ja alles teurer geworden wie veranschlagt. Beim Bahnhof haben sie es eigentlich ganz gut hinbekommen. Beim Flughafen haben sie es bei uns nicht geschafft. Es ist auch doppelt so teuer geworden.
- 14:08 Ronald M. Arndt
Aber für euch war es eine gute Entscheidung, sage ich mal, hier den Bahnhof auch umzubauen, weil dann eben Platz für Neues war.
- 14:14 Benedikt Komarek
Ja, war eine gute Entscheidung für uns. Und wir haben gedacht, klopfen wir mal an bei der ÖBB. Die haben damals die Grundstücke eben verkauft und also wirklich verkauft, nicht nur in Baurecht gegeben. Aber großes Manko war, sie haben es verkauft zu sehr großen Losen. Also ganze Blöcke haben sie verkauft, so 100.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche. Und wir haben gesagt, na ja, okay, das ist zwar schön und gut, aber das können wir nicht kaufen. Da waren die ganzen großen Bauträger dran und großen Baufirmen. Eines der besten Lagen.
- 14:47 Ronald M. Arndt
Man sieht es ja auch so ein bisschen, Umgebung, große, wer sie alle sind.
- 14:53 Benedikt Komarek
Ja, und aber da war ein findiger junger Architekt auch da, dort, der diese Projektleitung überhatte, und der hat gesagt, naja, es sollten eigentlich nicht nur die ganz Großen davon profitieren, wenn jetzt die ÖBB die Grundstücke verkauft und die verkaufen es dann innerhalb von 2 Jahren wieder das Doppelte, Dreifache weiter, sind ja Spekulanten, sondern es sollten auch die Kleinen zum Zug kommen. Und deswegen hat er gemeinsam mit doch federführenden Unternehmen, die jetzt auch nicht so große Lose wollten, angefangen, Konsortien zusammenzubringen. Und eines war eben zusammen mit der Rhomberg Bau, das ist ein mittelständischer Bauunternehmen aus Vorarlberg, die ja auch tätig waren, und die haben eben mit mit 5 weiteren Firmen, kleine Wohnbauträger oder eben auch uns, haben die dann ein Konsortium gebildet, sind an uns herangetreten, und da haben wir gesagt, okay, versuchen wir es, bieten wir an, kaufen wir es gemeinsam. Und das hat dann auch geklappt. Okay, wir hatten dann sogar 2 Grundstücke, die wir ja quasi in 150 Meter Umgebung, die wir die Möglichkeit hatten, ein Hotel zu bauen.
- 16:03 Ronald M. Arndt
Eine richtige Bauherrengemeinschaft, wie man es im Privaten vielleicht nennen würde bei uns, dass man gemeinsam was erwirbt.
- 16:11 Benedikt Komarek
Gebaut hat dann jeder für sich.
- 16:12 Ronald M. Arndt
Genau, das ist das Wichtige, dass es am Ende auch funktioniert.
- 16:14 Benedikt Komarek
Es wäre eigentlich geil geworden, wenn es zuerst jetzt noch eine gemeinsame Garage geben können, aber da haben wir uns dann auch ausgeklinkt und sind eigentlich ganz, ganz, ganz happy, wie es gelaufen ist, und schon stark dankbar. Und ja, und so hat es einmal angefangen, wie wir zu diesem ersten Haus gekommen sind und diese Möglichkeit hatten. Und das war eine sehr spannende Zeit, weil alles neu war. Und dann ist noch etwas Tolles passiert, weil wir haben uns natürlich in der Zwischenzeit auch viele Gedanken gemacht, wie entwickelt sich die Hotellerie. Wir haben uns viel angeschaut, wir haben uns auch orientiert an tollen neuen Produkten in Berlin und Hamburg, weil es war ja quasi die Zeit, wo glaube ich auch dann 25 Hours groß geworden ist. Und das hat uns natürlich auch sehr gut gefallen, weil da kann man sich wesentlich mehr verwirklichen als mit einem kühlen Budgetprodukt. Und ja, so sind eben, haben wir eben gesagt, es muss mehrere Faktoren müssen gegeben sein. Erstens wollen wir eben eine gute Lage, das haben wir ja schon mal geschafft mit der Lage am Hauptbahnhof, die Anbindungen sind sind, sollten immer gut sein für den Gast. Zweitens sollte es ein individuelles Produkt sein, das heißt nicht irgendwo, dass man sagt, nee, man kann auch, ja, geh ins nächste Hotel und das schaut genauso aus. Und dann wollten wir technologischer Vorreiter sein, das war uns auch ganz wichtig, weil das war ein Steckenpferd von mir. Ich habe gesagt, diese Hotellerie, diese ganze Systeme, die sind total veraltet. Seit 30 Jahren machen wir nur stupide dasselbe. Wir füllen die Gästeblätter aus, wir geben das in eine Computerdatenbank ein, wir verlangen dreimal die Kreditkarte vom Gast bei Reservierung, bei Anreise, und dann muss der Gast noch bei Abreise wieder hinkommen und wieder eigentlich dann erst bezahlen. Und habe gesagt, das ist eigentlich totale Zeitverschwendung und Das ist schon alles so super gegangen. Wenn man wo weggeflogen ist, da hat man Ticketbuch bezahlt, hat sich das runtergeladen, entweder ausgedruckt oder überhaupt am Handy gehabt.
- 18:26 Ronald M. Arndt
Ja, in der Wallet gehabt.
- 18:28 Benedikt Komarek
Das hat super funktioniert. Und wir haben gesagt, wenn das in der Flugbranche funktioniert, wieso sollte das in der Hotellerie nicht auch funktionieren? Und haben gesagt, auch da wollen wir einfach neue Sachen machen und neue Sachen entwickeln, auch im Hinblick, dass man einfach unser Personal ein bisschen entlasten und dass die wieder die Zeit finden, was zu tun und Gastgeber zu sein. Und Gastgeber zu sein, ja. Und mit diesen vielen Ideen, die wir gehabt haben, waren wir mal eben auch eben durch unsere Bekanntschaft mit PKF, mit Michael Wittmann, waren wir eben auf dem Hotelforum in München, das klassisch traditionellerweise immer stattfindet nach der Expo Real, der großen Immobilienmesse. Immobilienmesse, und wo sie halt das Who is Who der Immobilienbranche so ein bisschen trifft und, und feiert. Und da sind immer Vorträge, und da war ein Vortrag von der Vanessa Portmann vom Fraunhofer-Institut.
- 19:22 Ronald M. Arndt
Ganz genau, ja.
- 19:24 Benedikt Komarek
Und ist ja auch bekannt.
- 19:26 Ronald M. Arndt
Ja, mit ihr bin ich letztens in Hamburg unterwegs, in Leipzig waren wir, genau, die Forschungsgruppe Future Hotel, genau.
- 19:34 Benedikt Komarek
Das ist eine Forschungsgruppe, wo verschiedene Partner aus Industrie und Hotellerie gemeinsam an Themen forschen, die, wie sich die Hotellerie, aber auch das Reisen in Zukunft entwickeln werden. Das ist ganz unterschiedlich. Manchmal forscht man daran, wie sich das, wie das Hotelzimmer der Zukunft ausschaut. Dann forscht man wieder daran, wie die Arbeitswelt der Zukunft ausschaut. Derzeit gehen wir sehr stark in in die Nachhaltigkeit, sind verschiedene Forschungsphasen. Wir sind ein, ja, wir sind jetzt dann auch schon länger dabei, weil wie gesagt, wir haben das gehört und die Vanessa Portmann hat eben etwas Lustiges gesagt damals, gesagt, wir machen immer so schöne Reports und Büchlein, was nicht alles kommen wird in Zukunft, aber so richtig, dass ich das jetzt einmal einer zur Brust nehme und sage, da setzen wir jetzt was rein. Das ist es nicht, sondern das wird dann in irgendeine Schublade gesteckt und sagen wir, ja, schauen wir mal, ob es in 10 Jahren vielleicht wirklich so gekommen ist oder nicht. Und wir würden gerne mal an einem Hotelprojekt mitwirken und das wirklich quasi Sachen umsetzen. Und da haben wir gesagt, na ja, eigentlich Wir haben jetzt ein Grundstück, wir wollen ein Hotel bauen, wir wollen sowieso innovativ sein und haben sie dann angesprochen und irgendwie dann haben wir uns getroffen, ein Meeting gemacht in Wien mit den Partnern und ob die auch einverstanden sind, dass wir dazukommen und ja, dann hat es eine eigene Forschungsphase gegeben, die sich quasi nur um unser Hotel gedreht hat und das war natürlich eine ganz tolle Sache.
- 21:16 Ronald M. Arndt
Und dann ging es aber sicherlich auch mit Vanessa erstmal mit einer Menge Konzept Phase los, oder wie lange ging die dann, bis so jeder Partner seine Ideen eingebracht hatte und Familie Komarek auch irgendwo zufrieden war, oder man gesagt hat, okay, das ist jetzt so, so wird's?
- 21:35 Benedikt Komarek
Seine Projektphase dauert normalerweise eineinhalb Jahre. Wir waren gerade am Start einer neuen Projektphase, und dann haben wir einfach geschaut, wie können wir diese Ideen, die wir hatten, und die Ideen, die Fraunhofer hatte, auch umsetzen und verwirklichen. Wir wollten ja auch kein Hotelzimmer der Zukunft bauen, wie es in der Zukunft vielleicht sein könnte, sondern wir wollten die Technologien, die es jetzt schon gibt, umsetzen, auch in einem Hotel. Das geht von ganz profanen Dingen, die wir gemacht haben, nämlich dass wir angefangen haben zu überlegen, wie, was braucht der Gast im Zimmer genau? Also Und da haben wir gesagt, da braucht man mal ein sehr, sehr gutes Bett. Das heißt, die Matratze muss attraktiv sein. Die meiste Zeit ist eigentlich da, um zu schlafen. Dann das Badezimmer, das sollte sehr funktional sein. Ablagen dort, wo man sie braucht. Meistens ist zwar ein sehr schönes Designwaschbecken dort, aber wo legst du dein Zahnbürstchen hin? Wo legst du dein Necessär hin? Gibt es keinen Platz. Und wir haben gesagt, Das müssen wir auf jeden Fall berücksichtigen. Also viele Ablagesachen im Zimmer. Dann ein Kofferbok, ganz wichtig, weil der Gast reist heutzutage, klassischer Gast in einer Stadt, verbringt eineinhalb Nächte. Es hat sich jetzt nach Corona etwas gesteigert auf knapp über 2 Nächte, aber er lebt meistens aus seinem Koffer. Das heißt, wir wollen auf jeden Fall ein Schranksystem machen, Kofferbock muss untergebracht sein in dem Zimmer, dann muss das Licht dort sein, wo du es brauchst, vor allem fürs Rasieren, fürs Schminken, ganz wichtig, ist auch oft meistens nur nicht bedacht, und natürlich für die ganzen elektrischen Geräte genügend Steckdosen. Und da haben wir gesagt, wir brauchen auf jeden Fall überall, wo man arbeiten kann, auch eine Steckdose für den Laptop, weil es gibt nichts Nervigeres, wenn man erlebt, wenn der bequemste Platz keine Steckdose hat. Das sind teilweise sehr profane Dinge, die damals noch gar nicht Einzug in die Hotellerie gehalten haben. Da ist eine Steckdose irgendwo hingemacht, dass du nachher irgendwas anstecken kannst. Aber ich meine, wir haben zwar viele Steckdosen im Zimmer, aber ich habe teilweise Gäste, die haben nachher noch mal so eine Verlängerung, haben dann elektrische Zahnbürste Für 2 Leute, den Rasierer, die Kamera und so weiter. Das ist auch kein Ding.
- 24:00 Ronald M. Arndt
Man kann es auch nicht jedem recht machen.
- 24:02 Benedikt Komarek
Aber ja, die sind ganz gut gerüstet, glaube ich. Aber zumindest haben wir auch eine USB-Steckdose, was wir gesagt haben, muss man auf jeden Fall machen, weil dann erspart man sich das auch mit diesen Adaptersteckern, wenn man mal aus dem Ausland kommt.
- 24:13 Ronald M. Arndt
Ja, sowas haben wir zu Hause vergessen.
- 24:15 Benedikt Komarek
Eben, eben. Da braucht man eigentlich nur das Kabel und dann funktioniert das. Bis hin, dass man gesagt haben, wie lässt man die Zimmer möglichst groß erscheinen, dass man gesagt haben, wir machen jetzt eine offene Badlösung. Das heißt, dadurch wirkt das Zimmer, was eigentlich klein ist, also wesentlich geräumiger, als wenn man jetzt das Bad relativ klein und geschlossen macht, ne. Das WC natürlich abgetrennt. Und ja, und haben halt sehr viel Know-how und und Gehirnschmalz in dieses Zimmer gesteckt, in dieses Zimmerprodukt. Und das sind einmal so kleine Faktoren. Auch ein mobiler Tisch, weil ein Schreibtisch— wir haben ja damals eine große Umfrage mit Fraunhofer gemacht, da haben wir Gäste befragt, da war noch HS dabei bei der Forschungsphase, und über deren Kanäle haben wir quasi eine richtige Guest Research gemacht. Und da haben wir all diese Dinge abgefragt und mal, was man im Zimmer der Gast braucht. Und das eine Sache war eben so ein mobiler Tisch hier, ne?
- 25:19 Ronald M. Arndt
Genau.
- 25:19 Benedikt Komarek
Aber ich möchte trotzdem ein kleines Tischchen haben, wo ich das abstellen kann. Da haben wir gesagt, na gut, machen wir das natürlich bei uns mit ein bisschen Augenzwinkern und natürlich in Anleihe an unser Thema, nicht? Wir haben im ersten Hotel das Wien-Thema aufgenommen. Genau, welches Designthema können wir nehmen? Welchen roten Faden wollen wir durchziehen? Und wir haben gesagt, naja, eigentlich, wir sind Wiener, echte, wir kommen aus Wien, aus Wien-Otterkringer, also dort, wo das Bier herkommt.
- 25:48 Ronald M. Arndt
Kenne ich, trinke ich.
- 25:50 Benedikt Komarek
Aber auch Julius Meinl Café und andere tolle Sachen, die vielleicht in der Welt nicht so bekannt sind. Und dann machen wir doch, wollen wir doch dem Gast Wien näherbringen, aber nicht so angestaubt mit Sissi und Kaiser Franz Josef, sondern ein bisschen moderner, einfach durch die Architektur. Und dann haben wir gesagt, wir ziehen das durch die Architektur, durch die Sprache, bringen wir das ins Hotel hinein. Haben gesagt, wir stellen eben den Wiener Kaffeehaustisch hinein, die Wiener Kaffeehauskultur soll hochgehalten werden. Wir haben eine Lochblechfassade an der Straßenfront, die schaut aus wie das Wiener Geflecht, dieses Rattangeflecht, was man von den Stühlen kennt. Wir haben Tonnettsstühle, teilweise nur mit Lehnen angedacht, in Bänken verbunden.
- 26:37 Ronald M. Arndt
Genau, so wie bei mir auf dem Zimmer.
- 26:39 Benedikt Komarek
Genau, oder eine klassische Bassena, das war früher quasi das Waschbecken, der Waschplatz in den Zinshäusern in den Alpen. Weil wir haben ja heuer 150 Jahre Jubiläum der Hochquellwasserleitung, Wien ist ja eine der wenigen, wenn nicht die einzige Hauptstadt oder Großstadt, die zu 100% mit Hochquellwasser versorgt wird. Also unser Wasser ist das, was normalerweise besser als das, was aus der Flasche kommt. Und das hat damals eben einen großen Aufwand der Kaiser bauen lassen vor 150 Jahren, und wir haben gesagt, auch das wollen wir propagieren und Und eben in den Zinshäusern ist dann entstanden dieser Waschplatz, diese Bazena, das Waschbecken. Wir haben gesagt, Wasser sollte eigentlich— ist ein freies Gut, und das kann sich bei uns jeder selber nehmen. Also muss keiner kaufen, und keiner muss fürs Leitungswasser etwas bezahlen. Und Gott sei Dank haben wir so ein gutes Leitungswasser, dass man eben nicht das Flaschenwasser verkaufen müssen.
- 27:39 Ronald M. Arndt
Das heißt auch, da wurde die Wasserleitung hier ins neue Quartier verlängert von der Quelle? Hier an den Hauptbahnhof.
- 27:47 Benedikt Komarek
In der Zwischenzeit haben wir 3 Quellen oder so, 3 verschiedene Regionen. Das kommt aus der Steiermark, fließt eigentlich— kleine Anekdote, wenn man da jetzt natürlich darüber gelesen hat, sehr stark— und fließt eigentlich nur mit der Schwerkraft nach Wien, wird dann zentral hochgepumpt an ein paar Hügeln rund um Wien und dadurch die Haushalte verteilt.
- 28:12 Ronald M. Arndt
So, jetzt hast du mir noch nicht verraten, wie es dann irgendwann auch zum Namen Schani, weil irgendwann musste es den Namen ja geben, kam. Da haben wir dann, da dürfte Fraunhofer jetzt nichts mit zu tun haben.
- 28:25 Benedikt Komarek
Da hat, ja, da haben wir uns nicht reinreden lassen, weil wenn es danach gegangen wäre, und da steckt ja schon ein bisschen, aber man darf ja nie auf deinen Consultant hören, sondern mach das, was du glaubst, was am besten ist. Scherz beiseite, haben wir gesagt, wir nehmen jetzt keinen Fantasienamen, obwohl das auch angedacht war, oder so ganz international, sondern haben gesagt, na, wie gesagt, wir sind die Wiener, und Schani ist ein urtypisch Wiener Kosename. Schani, das ist die Abkürzung von Johann, und da gibt es verschiedene Quellen, wo das herkommen könnte. Und das eine ist einmal der klassische Wiener Schanigarten. Weil früher sind ja aus den Kronländern sehr viele Leute nach Wien gereist, weil es eben Aufbruchsstimmung war und viel Arbeit gegeben hat und aus den ländlichen Gebieten sind die nach Wien gereist. Wir waren damals die, glaube ich, zweitgrößte Stadt in Europa und überhaupt, glaube ich, die dritte oder viertgrößte weltweit. Durch diesen vielen Zuzug. Und die haben natürlich verschiedenste Namen gehabt, nicht, also in anderen Sprachen, teilweise für uns nicht aussprechbar, heutzutage ist das nicht mehr denkbar. Aber die sind halt, die meisten haben sich Johann genannt, ganz einfache Namen. Und das war eben der Schani. Und der klassische Schani, das war der Kellner, der Wiener Kellner, der eben auch jetzt Schani ist eben dieser Diener, dieser geschämste Diener, kleine Dienstleister, und wir haben gesagt mit so einem Augenzwinkern, das sind wir eigentlich auch. Und eben der Schanigarten kommt daher, dass der Wirt dem Kellner gesagt hat, Schani, trag den Garten raus. Das ist ja eine der Storys, nicht? Die andere geht auf einen Wirten zurück, der auch quasi Schani geheißen hat, Italiener, der eben als Erstes angefangen hat, dieses, den Schanigarten vor seiner Tür, diese Tische vor der Tür zu zelebrieren. Nur gesagt, das passt gut zu uns. Und auch der Johann Strauss ist von den Wienern immer ganz liebevoll ihr Schani genannt worden. Und so ist es entstanden.
- 30:39 Ronald M. Arndt
Mehr Gastlichkeit geht ja nicht, ne? Also als der Schani, der— mehr Gastlichkeit geht ja nicht, kannst du nicht in einen Namen reinpacken.
- 30:49 Benedikt Komarek
Mitarbeiter liebevoll, unsere Schanis.
- 30:51 Ronald M. Arndt
Okay, dann werde ich mal, natürlich mache ich auch viel mit Christian Müller und mit Markus Marth, werde ich die beiden jetzt in Zukunft auch als Schani mal ansprechen. Mal gucken, was sie dann dazu sagen. Grüße an der Stelle. Ja, wir sind ja so ein bisschen die USPs, die es am Ende sind, vom ersten Hotel, Hotel Schani am Bahnhof, durchgegangen.
- 31:15 Benedikt Komarek
Technischen Sachen müssen wir noch machen.
- 31:17 Ronald M. Arndt
Da können wir gerne direkt weitermachen und vielleicht auch gucken, wie Technik am Ende dann doch wieder mit Nachhaltigkeit zu tun hat und zusammenhängt, was man da so machen kann, treiben kann, um dann vielleicht wieder den Bogen auch zur Hilde hinzubekommen, die ja dann eben Pionierin damals schon war mit dem, in dem Bereich Umwelt, mit dem ersten Haus.
- 31:37 Benedikt Komarek
Ja, genau. Ja, jetzt habe ich euch ja ein bisschen was erzählt über die, oder habe ich dir ein bisschen was erzählt Technologie noch mal vielleicht bisschen. Aber natürlich, eines unserer Steckenpferde war immer auch die Technologie.
- 31:52 Ronald M. Arndt
So, nach einer kurzen Unterbrechung sind wir zurück, nachdem hier gerade ein Schani geklopft hatte und noch mal hier frische Getränke bringen wollte. Aber so groß ist der Zug ja gar nicht, Benedikt. Dann machen wir es auch wirklich weiter mit der Technologie.
- 32:06 Benedikt Komarek
Ja, die Technologie. Also wir haben gesagt, ich habe schon darüber gesprochen, dass wir da ein bisschen dieses verstaubte Hotellerie mit der Technologie der Zukunft oder in die Zukunft bringen wollten, nicht in die Gegenwart einmal, sagen wir mal so. Und wir haben uns da ganz stark an der Flugbranche orientiert. Wir haben gesagt, da funktioniert das alles perfekt. Man bucht einmal, zahlt, bekommt sein Ticket aufs Handy und kann sich sogar noch den Sitzplatz im Flugzeug aussuchen. Und da haben wir gesagt, genau das wollen wir umsetzen für die Hotellerie. Und da haben wir eben mit dem Fraunhofer-Institut geschaut, wie können wir das machen. Und es war gar nicht so einfach zu der derzeitigen Zeit. Heutzutage kommt das alles oft von einem Anbieter. Damals haben wir sehr, sehr viele Anbieter zusammenbringen müssen. Einer hat die Computer gemacht, der der andere hat die Tablets, die Software geschrieben, der nächste hat eben das POS gehabt. Ja, es war halt eine Herausforderung. Und der nächste hat eben diesen Mobile Key uns dann ermöglicht, mit einer anderen Firma wiederzusehen. Und da ist es eben so gekommen, dass wir eben gesucht haben, zuerst einmal ein innovatives Hotelprogramm. In dem Fall hatten wir damals sind wir auf Phaedra gestoßen und die konnten einiges umsetzen, was eben die großen Player nicht konnten. Weil die sind eben nicht in die Cloud gegangen, sondern sind verharrt in den PCs, an den Start-PCs. Und ja, und da muss ich sagen, das war der große Vorteil, dass wir da Fraunhofer hatten, weil das war ein extremer Aufwand, das zu recherchieren und auch hier dann das in dieser Theorie umzusetzen. Das ist alles sehr theoretisch gewesen. Wie kann man diese individuelle Zimmerauswahl überhaupt umsetzen? Das ist nämlich gar nicht so einfach wie beim Flieger, der von A nach B zu einer gewissen Uhrzeit fliegt und den ich nur einmal füllen muss. Ich muss ja schauen, ich habe Gäste, die kommen heute an, die kommen morgen an, die kommen Die bleiben eine Nacht, die bleiben 2 Nächte, und da kann es entstehen, kommen zu unterschiedlichen Uhrzeiten an, reisen unterschiedlichen Uhrzeiten ab, könnten natürlich Lücken entstehen. Wir möchten ja nicht, dass das halbe Hotel leer ist, nicht? Und das, für all diese Probleme haben wir dann Lösungen gefunden. Im Endeffekt haben wir eben unsere Hotel-Journey dann doch so hinbekommen, dass man einfach bucht, man gibt seine Daten an, man gibt seine Kreditkarte an, Am Tag vor der Anreise wird die Kreditkarte belastet, man kann sich das Zimmer aussuchen. Am Tag der Anreise, sobald das Zimmer verfügbar ist, bekommt man den Zimmerschlüssel aufs Handy, und wenn man abreist, braucht man nicht mehr zur Rezeption gehen, sondern bekommt direkt die Rechnung zugesandt. Und das war halt, da waren wir wirklich Vorreiter. Das hat so in der Art und Weise damals glaube ich, noch gar keiner gemacht in Europa. Und auch die großen Ketten haben das erst Jahre später geschafft, nur zum Teil ein bisschen umzusetzen. Und das war, glaube ich, ja, das war große Leistung. Und wir haben da immer wieder drauf aufgebaut und daran gearbeitet, dass dieses Look and Feel immer besser wird. Und Und wir haben auch immer gesagt, wir wollen die Technologie unterstützend haben. Wir wollen nicht, dass sie dominant im Vordergrund ist, sondern dass sie immer unterstützend ist. Und wenn der Gast keinen Zimmerschlüssel am Handy hat, dann hat er noch die Wahl, am Tablet genauso schnell einzuchecken und bekommt den Schlüssel quasi durch einen Drucker ausgedruckt und kann aufs Zimmer gehen. Aber uns war wichtig, dass der Gast nicht aufgehalten wird, indem wir nur stupide irgendwelche Daten abfragen, die wir eigentlich eh schon längst haben. Und wir wollten auch nicht, dass der Mitarbeiter gelangweilt wird, weil er 70 Check-ins macht und eigentlich den ganzen Tag wie am Fließband arbeitet. Und das haben wir durch diese Technologien, die wir da gemacht haben, und durch diese Guest Journey hinbekommen. Und da haben wir gesagt, wir wollen aber keinen Automatenhotel sein. Viele denken immer, naja, wenn ich jetzt an diesen Online-Check-in habe, dann ist niemand mehr da. Das wollten genau das Gegenteil, weil die Gastlichkeit, wie gesagt, die entsteht erst durch die Kommunikation mit den Mitarbeitern. Aber die Mitarbeiter können nur mit dem Gast sprechen, wenn sie auch die Zeit dafür haben und nicht nur floskeln auf seinem Hallo, Grüß Gott über ihre Anreise, dürfte ich Sie nach Ihren Daten fragen, füllen Sie den Meldezettel aus, wollen Sie noch Frühstück dazu haben, danke, hier ist Ihr Zimmer, auf Wiedersehen. Nein, es entsteht dadurch, dass man einfach auch die Zeit hat, auf den Gast einzugehen. Wo will er hingehen, was kann man ihm zeigen, was gibt es Neues, was gibt es für tolle Restaurants? Und diese Zeit haben wir geschaffen und das macht es aus. Wir sind ja Gastgeber im Erweiterten.
- 37:24 Ronald M. Arndt
Sinne.
- 37:25 Benedikt Komarek
Und das wollten wir auch, dass die Gäste spüren. Und ich glaube, das spürt man auch. Und wenn man reinkommt, merkt man, man ist in Wien und nicht irgendwo in London oder New York. Und das haben wir erzielt. Und jeder, der reinkommt, ist eigentlich sehr positiv überrascht. Und es freut mich auch, dass das alles so angenommen wurde, weil anfangs, kurz vor der Eröffnung, macht man sich dann doch Gedanken, ob man wirklich alles richtig gemacht hat und ob das wirklich vom Gast auch diskutiert wird und angenommen wird, weil man sich noch überlegt hat, soll das Nachtkastl um 10 Zentimeter größer sein oder kleiner, oder braucht man dort noch einen Stecker oder etwas anderes. Und am Ende des Tages, wie es dann eröffnet war, hat man auch diese Resonanz bekommen. Man merkt, auf die Details kommt es an. Nur das bildet dieses große Ganze, was nachher das Gasterlebnis macht.
- 38:19 Ronald M. Arndt
Details und die Konsequenz an seiner Ursprungsidee einfach festzuhalten. Und ihr treibt das Thema noch viel weiter mit Wien. Ich glaube sogar, oder nicht glaube sogar, ich sehe es und höre es, wenn ich hier im Aufzug unterwegs bin. Da sind die Ansprachen, in welcher Etage man jetzt gerade ankommt, auf Wienerisch. Werden vielleicht auch viele nicht verstehen mit dem starken Akzent, aber ich glaube, man kann es Oder meine Großtante war Wienerin und mein Großvater entsprechend, also ihr Bruder, der hat in Stuttgart gelebt, aber der hat immer schon früher gesagt zu mir als Kind, er geht jetzt mal dahin, wo der Kaiser früher auch schon alleine hingegangen ist. Das hat er wahrscheinlich so aus Wien übernommen, weil das steht bei euch unten an der Toilette, da wo der Kaiser früher auch schon alleine hingegangen ist. Also auch in meinem Leben viele, viele Wiedereinflüsse und vielleicht fühle ich mich auch deshalb so wohl. Und ich glaube sogar, ich habe ein bisschen recherchiert, natürlich vorab, Bitcoin-Automaten habt ihr da 2016 schon aufgestellt gehabt, das dann erlaubt hat. Also das zeigt ja einmal mehr, einmal mehr, was ihr da auch für Experimente, sage ich mal, direkt mit reingenommen habt ins Konzept.
- 39:30 Benedikt Komarek
Ja, in der Zwischenzeit haben wir das Ganze natürlich weiterentwickelt und Wir sind ja von Anfang an auch sehr stark auf dem Thema Nachhaltigkeit drauf gewesen, weil das war uns schon immer wichtig. Das haben wir eigentlich aus der Familie auch mitgenommen. Meine Mutter hat uns das vorgelebt, war eines der ersten Hotels in Wien, die mit dem österreichischen Umweltzeichen ausgestattet oder ausgezeichnet wurde, und hat da eigentlich schon uns von Kind an eben vorgelebt, wie aktiver Umweltschutz in sein Leben also eingebaut wird, beziehungsweise dass das eigentlich ganz normal ist, dass man den Müll trennt, dass man keine Energie verschwendet, dass man das Licht abdreht, wenn man aus dem Raum geht. Sind eigentlich ganz, ganz kleine Dinge und wir haben das eben schon im Bauch mit aufgenommen, sind dann ausgezeichnet worden, auch hier am Hauptbahnhof mit der EU Green Building Zertifizierung der Europäischen Union. Auch sehr stolz darauf, dass wir einfach ein Haus gebaut haben, das wesentlich weniger Energie verbraucht wie der Standard, die gebaut werden. Und das treibt uns an. Wir haben auch das europäische Umweltzeichen und das Österreichische natürlich hier im Betrieb und leben das aktiv. Und wir forschen jetzt auch ganz stark mit Fraunhofer am Thema Nachhaltigkeit, auch im Bau und aber auch im Betrieb. Und auch im neuen Haus haben wir uns da eigentlich was einfallen lassen, dass wir hier schon fast wieder Vorreiter sind. Nämlich schauen wir da, dass wir möglichst den CO2-Fußabdruck gering halten, indem wir sehr viel automatisiert im Zimmer haben. Das heißt, in unserem neuen Zimmer wird es so sein, dass das, wenn man reingeht, dreht sich automatisch das Licht an, und wenn man das Zimmer verlässt, erkennt es auch das Zimmer, und das Licht dreht sich auch wieder aus, wenn es nicht, wenn der Gast es nicht macht. Wir können explizit eingehen auf verschiedene Gästegruppen, indem wir die Temperaturen anpassen. Amerikaner wollen es tendenziell etwas kühler haben, deswegen kühlt es ein bisschen mehr im Sommer, beziehungsweise wenn die Zimmer nicht besetzt sind, werden sie weniger gekühlt beziehungsweise weniger geheizt.
- 42:04 Ronald M. Arndt
Also Komfort trifft hier Nachhaltigkeit, so gesehen. Ich kann aufs Kundenprofil eingehen, auf der anderen Seite.
- 42:12 Benedikt Komarek
Nachhaltig sein. Das ist für uns immer ganz wichtig, dass es auch hier jetzt keine Komforteinbußen gibt. Ihr könnt doch sagen, einfach, naja, machen wir halt 23 Grad Zimmertemperatur, Nummer 21, sparen wir uns auch viel Geld, ist der Umwelt geholfen, aber im Gast ist vielleicht dann kalt.
- 42:29 Ronald M. Arndt
Ja, absolut. Und das lässt sich ja weiterdenken. Es geht um Licht, es geht um Temperatur, das ist ja ganz toll.
- 42:35 Benedikt Komarek
Und das ist natürlich auch nur möglich Indem wir auch wieder neue Systeme haben, und da ist unser neues Property-BMS-System auch zielführend.
- 42:47 Ronald M. Arndt
Ganz genau, like magic, Appaleo, ganz genau, tolle Verbindung. Und ja, da freuen wir uns natürlich auf die Art und Weise auch mit dabei zu sein und Schani da weiterzuentwickeln. Jetzt hast du gar nicht, du hast gerade vom neuen Haus gesprochen, und die Rede ist natürlich von der UNO City. Genau. Und da sprechen wir aber schon von dem Volumen, ne, 250 Zimmer ungefähr, 202 Zimmer, 202 Zimmer.
- 43:15 Benedikt Komarek
Okay, Zimmer, ja, genau. Und der UNO City war tolle Chance. Also wie gesagt, Corona hat uns sehr zurückgeworfen damals, aber ich hatte immer auch, wo eine Tür zugeht, geht auch eine Tür auf, nicht? Und das war eine Möglichkeit, die hätten wir aus sonst nicht gehabt, hätte es Corona nicht gegeben. Und wir haben die Chance genutzt und haben gesagt, dort gehen wir hin. Sehr kongresslastig dort natürlich, das ist das Austria Convention Center und eben die UNO City, sehr viele Firmen. Und haben gesagt, 202 Zimmer, die trauen wir uns zu. Sagt man schon, aber auch dort wollen wir natürlich unseren Schani-Geist und Schani-Esprit unterbringen. Das ist jetzt schon eine Weiterentwicklung, weil über dieses Schani am Hauptbahnhof, unser erstes Hotel, ein sehr jugendliches Produkt, aber ich glaube auch nach 8 Jahren noch immer sehr ansehnlich. Über das Schani Salon, was eher ein sehr, ein Heideweg ist in der Mariahilfer Straße, ein Stockwerk Jugendstil im ersten Stock, im Jugendstil gehalten, sehr gediegen mit nur 24 Zimmern, also wird sehr, sehr gerne angenommen von den Gästen, weil es ein einfach ein Rückzugsort ist, Oase der Ruhe mitten in der Großstadt, in der Maria-Hilfer-Straße vor allem. Ganz genau, unser Haus, unser Stammhaus, was wir integriert haben, das Bio-Hotel Schani. Dort haben wir das Bio in den Namen genommen, weil man eben dort immer Vorreiter in der Nachhaltigkeit war und auch schon länger 100% nur Bioprodukte auch beim Frühstück anbieten. Wobei man in den anderen Häusern auch schon biozertifiziert qualifiziert sind beim Frühstück, aber nicht zu 100%, jetzt vielleicht alles machen, aber doch, wir versuchen immer so ein Preis-Leistungs-Verhältnis natürlich auch zu schaffen. Und natürlich auch regionale Waren sind uns auch teilweise lieber als jetzt, muss unbedingt jetzt Bio sein. Und dann eben jetzt mit März, nächsten März geht es dann los mit dem großen Haus, ist natürlich für uns ein großes Aushängeschild, Und wir haben wieder versucht, mit vielen natürlichen Materialien zu arbeiten. Es ist uns immer sehr wichtig, dass die Oberfläche, dass die Materialien, die Haptik auch gegeben ist.
- 45:23 Ronald M. Arndt
Und treffen wir da auf die gleiche Fassade wie hier, auf eine ähnliche?
- 45:27 Benedikt Komarek
Ja, wir haben auch wieder unser Wiener Geflecht integriert. Das wird dort ein bisschen anderer Art, aber auch in der Fassade spiegelt sich das wider.
- 45:36 Ronald M. Arndt
Was auch sehr untypisch einfach ist. Also so stark auf die Außenwahrnehmung da Einfluss zu nehmen. Also ja, aber ich kenne jetzt, mir fällt es, ich habe auch schon viel gesehen, aber fällt mir jetzt nicht so ein.
- 45:51 Benedikt Komarek
Für mich ist es wichtig, weil es spiegelt ja auch den Charakter einer Stadt wider, die Häuser an sich. Und wir haben sehr viele schöne Häuser, und da ist es uns auch wichtig, dass das, was was wir bauen, jetzt auch nach außen eine Wirkung hat. Und das steht jetzt dort wahrscheinlich die nächsten 40 Jahre.
- 46:11 Ronald M. Arndt
Hoffen wir es.
- 46:11 Benedikt Komarek
Viele Leute müssen vorbeifahren und sich das anschauen.
- 46:15 Ronald M. Arndt
Genau.
- 46:16 Benedikt Komarek
Also wir wollen ja nicht, dass die Leute wegschauen, wir wollen ja, dass die Leute hinschauen. Und dafür, für unser nächstes Jahr fangen wir ja an, auch unser neues Projekt zu bauen in der Nähe vom Naschmarkt, Windzeile, und die Linke Windzeile ist ja Traditionell hätte es ein Prachtboulevard wie die Champs-Élysées werden sollen. Deswegen stehen da sehr, sehr viele schöne Jugendstilhäuser, auch von Otto Wagner. Und da wollen wir uns natürlich jetzt auch nicht hintanhalten und auch ein sehr schönes Produkt hinstellen. Da nehmen wir auch einiges an Geld in die Hand, dass wir dort eine schöne Fassade auch hinbekommen.
- 46:51 Ronald M. Arndt
Thema Geld: Ist das alles schwieriger geworden? Auch für, für euch als Familienunternehmen, was die Finanzierung angeht? Weil ihr macht jetzt von neuen, für neue Projekte, oder wart ihr schon früh dran mit, mit dem, was da alles so kommt?
- 47:09 Benedikt Komarek
Ich sagen wir so, es war für uns immer schon eine Herausforderung, weil dieses erste Projekt, da haben wir auch schon sehr, sehr stark eben auch Eigenkapital einbringen müssen. Denke ich mir, dass wir teilweise durch die Unterstützung meiner Eltern auch geschafft haben. Aber man muss auch sagen, die haben uns immer etwas Geld geliehen. Ja, ja, klar.
- 47:34 Ronald M. Arndt
Und das sind ja auch Dimensionen bei einem Hotel.
- 47:36 Benedikt Komarek
Das ist jetzt nicht so, dass da— und da haben sie dann wirklich auch an— die haben wir überzeugen müssen und dann auch in uns, an uns geglaubt. Und so haben wir das erste Haus hier bauen können, weil sonst wäre es auch nicht so gegangen. Hätte man noch einen Investor gebraucht und den überzeugen müssen. Und so haben wir unsere Eltern gehabt, aber die haben eben auch— es ist eigentlich das gesamte Familienvermögen so gesehen auch da reingeflossen.
- 48:04 Ronald M. Arndt
Family and Friends.
- 48:07 Benedikt Komarek
Natürlich, es waren jetzt dann sehr, sehr gute Jahre, in dem mit der Niedrigzinspolitik hat uns natürlich geholfen. Muss man sagen. Und jetzt ist es halt wieder herausfordernd, aber prinzipiell ist es immer herausfordernd, ein Haus zu bauen. Also müssen da schon immer schauen, weil wir, ich meine, die Wagramer Straße und so, das ist ein Pachtobjekt, aber auch da muss man Geld in die Hand nehmen. Aber die Linke Winzerl ist wieder ein Eigenprojekt und es ist herausfordernd, muss man schon sagen. Aber man hat auch mehr Freiheiten, das muss ich auch sagen, weil immer wenn man nur Betreiber ist, dann kann man sich zwar was wünschen, aber es muss ja klar bleiben. Wenn ich das selbst entwickle, dann kann ich sagen, dort möchte ich was haben, und das leiste ich mir dann nicht. Am Ende des Tages muss auch ein Budget bleiben, aber da kann ich ein bisschen mehr jonglieren.
- 48:55 Ronald M. Arndt
Und natürlich wachsen auch die Strukturen, sage ich mal, mit. Allein jetzt in der Uno City da auf über 200 Einheiten zu gehen, ist natürlich ein— erfordert einen ganz neuen Mindset, eine andere Dimension. Noch mal, ihr seid dann wirklich eine kleine, kleinere Hotelgruppe, ja. Und ihr habt ja, haben Christian gerade und Markus auch schon erwähnt, aber sind natürlich auch Leute und Schultern mittlerweile da, die, die diese Wege mitgehen können und, und selber viel Erfahrung einfach aus der Hotellerie mit reinbringen, ja. Sonst würdest du dich wahrscheinlich auch nicht ganz so wohlfühlen, oder?
- 49:29 Benedikt Komarek
Na ja, man braucht auf jeden Fall Unterstützung, alleine kann ich das Ganze nicht stemmen. Ich bin auch nur immer so gut, wie es ist, oder das Unternehmen ist nur so gut, wie seine Mitarbeiter sind. Und wir haben da Gott sei Dank, oder das auch damals hat das gut harmoniert, wie man den Markus ins Boot geholt haben. Markus Marz, unser mittlerweile Geschäftsführer, ursprünglich Chief Operating Officer, der, der, der ja auch sehr, sehr stark entwickelt hat, eben aus der Lifestyle-Hotellerie auch kommt und das hier wie seine eigene Hotelgesellschaft vorantreibt. Und die Mitarbeiter sind auch, sagen wir mal, die lieben ihn, weil er wirklich ein offenes Ohr hat für jeden und eine sehr einfühlsame Art und auch mitgeht und Wir sind jetzt auch gewachsen mit dem Head Office. Derzeit residieren wir in der linken Windseile, wir ziehen jetzt dann mit Baubeginn dort um in ein größeres Office. Also durch das Wachstum kommen ganz andere, ja, verändert sich viel. Es ist auch so, früher habe ich viele Sachen selbst gemacht und dazu komme ich jetzt gar nicht mehr, weil ich mit vielen Projekten gleichzeitig gearbeitet und dass ich jetzt so noch drinnen stehe und sage, da muss noch etwas geändert werden, da muss ich ein bisschen loslassen. Aber so, aber ich glaube auch, nur so kann man auch, können sich auch die Mitarbeiter entfalten und aus sich selbst herauswachsen, indem sie selbst Entscheidungen treffen im Sinne des Unternehmens.
- 51:16 Ronald M. Arndt
Ja, und sich damit einfach als Teil des Ganzen dann auch sehen und wirklich Mitunternehmer am Ende des Tages auch sind. Und sogar der Schritt nach Deutschland ist anvisiert, ja, um den Deutschen mal zu erklären, was so einen richtigen Schani ausmacht.
- 51:33 Benedikt Komarek
Genau, genau. Wir wollen natürlich auch ein bisschen irgendwann rauskommen aus unserem kleinen Wien und die Welt sehen. Und ich glaube, Das wird unser nächster großer Schritt werden. Aber wie gesagt, wir wollen aber auch nicht unsere Wurzeln verlieren, haben das Familiäre noch drinnen und wir versuchen eben hier das Ganze wie eine Familie zu halten. Natürlich, wir haben jetzt, wir wachsen ab nächstem Jahr wahrscheinlich weit über 100 Mitarbeiter und das ist eine große Veränderung, die ins Haus steht. Und aber ich freue mich darüber.
- 52:11 Ronald M. Arndt
Wie kommst du dann doch ab und an mal zur Ruhe, Benedikt? Das muss ja auch sein als Unternehmer und generell.
- 52:18 Benedikt Komarek
Ja, das ist leider derzeit—
- 52:21 Ronald M. Arndt
2 Kinder, 2 Söhne hast du?
- 52:22 Benedikt Komarek
2 Kinder habe ich auch, wie ich auch.
- 52:24 Ronald M. Arndt
Also ich weiß, von was du da—
- 52:26 Benedikt Komarek
liebe Frau, die auch mitarbeitet, für das Bio-Hotel Schanewimblick. Und da Da sind wir, da wir dort eigentlich auch bis vor kurzem noch gewohnt haben, sind wir dort natürlich sehr stark im operativen Betrieb drin gewesen. Und da kommt es dann vor, dass man Samstag dasteht und am Herd die Eierspeis kocht, die Spiegeleier. Und das ist jetzt in den letzten Wochenenden dann öfters vorgekommen, weil dann doch immer wieder wer krank ist. Das ist eigentlich sehr flache Strukturen dort gibt. Und da steht, da bin ich dann als Eigentümer auch beim Frühstück anzutreffen. Nicht in der Ebene des Frühstückers, sondern—
- 53:12 Ronald M. Arndt
Ist aber noch keine Antwort darauf, wie du manchmal auch zur Ruhe kommst, wenn du gerade nicht Spiegeleier machst.
- 53:17 Benedikt Komarek
Na ja, ich versuche natürlich viel Zeit mit meinen 2 Söhnen und meiner Frau zu verbringen. Ich reise nach wie vor sehr gerne. Oft natürlich in Verbindung mit neuen Hotelkonzepten zu entdecken, aber das macht mir auch Spaß, mir neue Produkte anzuschauen, und gehe auch gerne essen. Meistens gönne ich mir da so 1, 2 Stunden zu Mittag einmal jede Woche, wo ich dann ein bisschen abschalte.
- 53:48 Ronald M. Arndt
Da bist du ganz Franzose, wobei die Wiener natürlich auch kulinarisch gut erzogen sind, könnt ihr schon mithalten.
- 53:57 Benedikt Komarek
Und sonst, ja, ich bin Jäger, aber auch nur mehr sehr, sehr selten, weil mich doch die Kinder doch mehr in Anspruch nehmen.
- 54:09 Ronald M. Arndt
Wie alt sind die Kinder gerade?
- 54:11 Benedikt Komarek
Die sind, also der Ältere ist 8, der geht jetzt in die 2. Klasse Volksschule, und der Jüngere ist 6., der kommt nächstes Jahr in die Schule. Aber die Zeit vergeht so schnell. Also wenn ich mir das anschaue, wahrscheinlich in ein paar Jahren werden sie mich gar nicht mehr brauchen. Und da genieße ich derzeit jede freie Minute mit ihnen.
- 54:33 Ronald M. Arndt
Wow. Also trotz der Geschwindigkeit, die ihr hier bei den Schani Hotels habt, machst du einen Eindruck auf mich, sehr sortierten Eindruck, motiviert vor allem. Also kein Abriss seit dem Start. Und das ist einfach schön auch zu sehen und zu hören, wie da die Familie, das ist ja auch nicht üblich, kann man nicht sagen, aber kann man nicht erwarten, dass so eine Familie da eben über Generationen auch zusammenhält, auch wenn einfach Ehepartner mit reinkommen und man sich am Ende doch immer wieder als Familienunternehmen an einem Tisch zusammensetzen kann. Dass der Name Komarek da einfach so die Klammer eben ist von allem. Unternehmerischen Erfolg auch?
- 55:15 Benedikt Komarek
Ja, ich werde das oft gefragt, weil oft sagen mir Leute, nein, ich könnte mit meinem Bruder oder meiner Schwester das nicht machen, weil wir würden uns da nicht verstehen. Und wie funktioniert das? Und ich sag, wir lassen halt jeden seinen Part und wir vertrauen uns auch voll und ganz und auch überhaupt keinerlei Deswegen auch keine Angriffspunkte gegeneinander. Also irgendwas von Neid oder so, das gibt es bei uns nicht, dass der eine sagt, der kriegt mehr oder der kann mehr oder das möchte ich machen. Jeder hat seinen Part und da bin ich froh, dass das so funktioniert, weil ich wüsste nicht, ob ich so weit gekommen wäre, ohne, ohne meinen Bruder und ohne die Mitarbeit von meiner Schwägerin und meiner Frau. Ja, das, das hat, das hat das Hotel, das macht das Hotel aus, und, und das hat uns vorangetrieben. Und, und jeder hat seinen Part und den erfüllt er sehr gut, und, und dadurch funktioniert das Ganze.
- 56:24 Ronald M. Arndt
Unglaublich, unglaublich schön. Ich freue mich auch, die Geschichte im Hotelpodcast und über die weitere Zusammenarbeit weiter begleiten zu dürfen. Und ja, wünsche euch wirklich alles erdenklich Gute. Würde sagen, wenn es dann in der OdenCity losgeht, dann komme ich noch mal vorbei und machen wir eine kleine Hausführung mit mobilen Mikrofon und Kamera. Das wäre doch was, oder?
- 56:46 Benedikt Komarek
Es wäre super. Es ist dann eh bald.
- 56:49 Ronald M. Arndt
Ist ja bald im Frühjahr. Genau, jetzt können wir vielleicht noch ein paar andere Leute auch hier aus deinem Team zur Sprache kommen lassen. Das wäre ganz Ganz spannendes Format.
- 56:57 Benedikt Komarek
Ja, das würde mich sehr freuen. Das machen wir, wenn wir da fertig sind. Danke, dass ich hier bisschen erzählen durfte. Ich hoffe, es hat Spaß gemacht.
- 57:06 Ronald M. Arndt
Es hat riesig Spaß gemacht. Und genau, ich genieße meinen Aufenthalt weiter hier am Hauptbahnhof und wir sehen uns bald mal wieder. Ganz genau.
- 57:16 Benedikt Komarek
Genießt die Zeit.
- 57:17 Ronald M. Arndt
Bis dann, Benedikt. Merci.