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Germany · Episode #19 · 03.04.2022 · 34 Min

Das neue Miteinander im Münchner Werksviertel

Sabrina GambinoGambino Hotels
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Aufgenommen: Gambino Hotel Werksviertel, München

Standbild aus der Episode mit Sabrina Gambino Germany34 Min

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„Wir vertreten einfach die Meinung, dass alles, was draußen ist, viel spannender ist als das, was wir im Hotel bieten können. Da draußen ist die Vielfalt.“

Sabrina Gambino, 15:10

Sabrina Gambino führt zusammen mit ihrem Bruder die Gambino Hotels in München, nach dem Hotel Stachus, dem Wetterstein und dem Cincinnati jetzt auch das Haus im Werksviertel mit 300 Zimmern. Sie erklärt Ronald M. Arndt, warum das Hotel nur die Übernachtung verkauft und Frühstück, Gastronomie und Fitness im Viertel stattfinden. Dazu: der Start als Unternehmensberatung ohne Kapital, gleiche Zimmerachsmaße als Basis der Wirtschaftlichkeit und organisches Wachstum ohne Investoren.

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Kernaussagen

  1. Nur die Nacht verkaufen: Das Hotel bietet keine Gastronomie, die Gäste frühstücken in der Tagesbar nebenan, die vertraglich ab 6:30 Uhr öffnen muss. Am Frühstücksumsatz ist Gambino nicht beteiligt, im Haus gibt es nur Kaffee- und Snackautomaten.
  2. Erst Beratung, dann Hotels: Weil Kapital und Kreditwürdigkeit fehlten, starteten die Geschwister mit der Gambino Consulting, machten Feasibility Studies und entwickelten Marken für Dritte. Über einen Beratungskunden kam das Hotel am Stachus als erster eigener Betrieb.
  3. Hochwertig statt Budget: Sabrina Gambino lehnt das Label Budget ab und nennt das Segment New Urban Economy. Günstig gebaut heißt für sie schneller abgenutzt, deshalb hochwertige Zimmer und Möbel wie das Ledersofa, das 20 Jahre stehen soll.
  4. Achsmaß als Rechenbasis: Jedes Zimmer hat rund 15,8 Quadratmeter inklusive Bad, die Zimmer sehen alle gleich aus. Daraus kommt die Wirtschaftlichkeit, Gambino-Produkte sind deshalb auf Neuentwicklungen ausgelegt.
  5. Wachsen ohne Investoren: Zürich und Wien sind im Visier, aber immer innerstädtisch. Die Familie will privat und organisch wachsen und sich nicht von Investoren zu Standorten treiben lassen.
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed

Wenn Geschwister zu Kollegen werden, dann kann Großes entstehen. Das zumindest zeigt das Beispiel von Sabrina und Alessandro Gambino, welche den Traum einer eigenen Marke in der Hotellerie verfolgen.

Im Jahr 2003 entstand die Idee, heute betreiben sie unter dem gemeinsamen Familiennamen Gambino bereits vier Hotels in München. Ein weiteres sehr spannendes Projekt im nicht weit entfernten Allgäu ist im Werden und Städte wie Zürich oder Wien bringen nicht nur Touristen zum träumen.

Aber worum geht es speziell im Werksviertel, sind nicht schon das tägliche Streben nach Qualität, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit im eigenen Hotel genug? Und was hat die gute alte Marke Pfanni eigentlich mit all dem zu tun, welche zumindest mir durch meine Kindheit sehr vertraut ist.

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Transkript

Transkript öffnenTranskript schließen34 Min · Ronald M. Arndt und Sabrina Gambino

Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.

  1. 00:06
    Ronald M. Arndt

    Liebe Sabrina, ja, ich freue mich sehr, heute bei dir zu sein, bei euch zu sein, in einem eurer wunderschönen Gambino Hotels in München.

  2. 00:18
    Sabrina Gambino

    Freut mich auch.

  3. 00:18
    Ronald M. Arndt

    Der Weg führt mich hier in eine Ecke Münchens. Ich war ja schon mehrere Jahre eigentlich oft in München, weil meine Frau hier studiert hat. Aber Werksviertel heißt es hier, da hat es mich noch nicht hin verschlagen. Was habe ich falsch gemacht? Hat meine Frau zu wenig Party gemacht? Ich habe gehört, hier sitzt früher—

  4. 00:35
    Sabrina Gambino

    Ehemals Kultfabrik, genau. Es war lange ein brachliegendes Gelände, was für verschiedene Veranstaltungen immer wieder genutzt wurde. Damals, als dann die Familie Pfanni verkauft hatte, wurde das Areal—

  5. 00:48
    Ronald M. Arndt

    Wann war das ungefähr?

  6. 00:49
    Sabrina Gambino

    Boah, das kann ich dir nicht sagen. Das ist auf jeden Fall 20 Jahre her.

  7. 00:52
    Ronald M. Arndt

    Ja, weil da gibt es eine andere Geschichte zu Pfanni auch gleich.

  8. 00:56
    Sabrina Gambino

    Hat sich lange entwickelt. Die Stadt wollte da ursprünglich großen Einfluss nehmen, das war aber nicht im Sinne, sage ich jetzt mal, des Eigentümers. Das Areal teilt sich auf 3 große Eigentümer und eben der Eigentümer, Herr Werner Eckert, ist der Fanny-Erbe, der dieses Areal, in dem wir jetzt hier sitzen, bespielt, hat natürlich seine Vision hier unterbringen wollen und ich finde großartig, wie er sich durchgesetzt hat, weil so ein Areal inspiriert glaube ich, ist er von New York mit der High Line, was man ja da hinten dann auch sieht, diese Waggons. Es ist spannend, es ist vielseitig, es ist divers, es ist anders, und das braucht München. Wir brauchen nicht lauter gleiche Städte.

  9. 01:44
    Ronald M. Arndt

    Der Blick schweift ab und an nach draußen, es ist eine große Glasfassade, und es lacht mich ja nicht nur die Sonne an, wie man hier vielleicht sehen kann, sondern ein riesengroßes, also wirklich ein Riesenrad steht hier direkt davor.

  10. 01:55
    Sabrina Gambino

    Also ja, sehr verspieltes Umfeld. An der Stelle, wo jetzt das Riesenrad steht, kommt der neue Konzertsaal.

  11. 02:03
    Ronald M. Arndt

    Okay.

  12. 02:03
    Sabrina Gambino

    Das heißt, wir sitzen jetzt quasi in 50 Meter Entfernung vom neuen Haupteingang zum zukünftigen Konzertsaal, der hier, man sagt, zwischen 2027 und 2030 dann tatsächlich eröffnet werden soll. Und das Riesenrad soll aber nicht wegkommen, es wird dann etwas nach links schräg hinten versetzt. Also es wird bleiben und es ist, wenn man von der Autobahn kommt, ein Blickwinkel. Also wenn man von Richtung Rosenheim nach München reinfährt auf die Rosenheimer Straße direkt hierher, sieht man das nachts leuchten.

  13. 02:37
    Ronald M. Arndt

    Cool. Bis dahin, bis 2027, bleibt noch ein bisschen Zeit, um auch einen neuen Dirigenten zu finden. Ich glaube, der wurde gerade rausgeworfen aufgrund der großen Probleme, die die Welt gerade hat.

  14. 02:49
    Sabrina Gambino

    Sehr konsequent.

  15. 02:50
    Ronald M. Arndt

    Sehr konsequent und gut, und dass da auch die Stadt München mit eingestiegen ist wie alle anderen auch und da umgehend agiert hat. Sabrina Gambino, ja, ich freue mich wirklich, dass es mal geklappt hat, hier zu sein, dass ich direkt noch mal in meine Kindheit zurückversetzt werde mit Fanny. Das habe ich auch nicht gedacht, aber die Wenigen werden es wissen. Meine Eltern, die haben sehr viel und immer den ganzen Tag gearbeitet, und mein Opa hat sich um uns gekümmert, um meine Schwester und mich. Und was ist da doch, du sagst ja vor 20 Jahren und so weiter, weiter, der ab und an dann zu essen gab, waren eben genau diese besagten Pfanni-Bratkartoffeln. Und jetzt komme ich hier und du sprichst von Pfanni und von der Familie Eckart, und hier gibt es sogar noch ein paar. Meinst du, die kann man noch essen?

  16. 03:36
    Sabrina Gambino

    Ja, ich weiß nicht. Das Produkt gibt es ja noch, aber die Marke hat sich ja—

  17. 03:43
    Ronald M. Arndt

    Die gibt es nicht mehr, gell?

  18. 03:44
    Sabrina Gambino

    Doch, die Marke hat sich gehalten. Ja, weil die ist halt jetzt untergeschlüpft. Ich weiß jetzt nicht, ob es Procter ist oder irgendeine große Einer der Großen hat es gekauft.

  19. 03:53
    Ronald M. Arndt

    Okay. Ja. Sabrina, hast du dich heute mit deinem Bruder gestritten?

  20. 03:57
    Sabrina Gambino

    Nein, wir streiten nicht. Nein? Nee, nee.

  21. 03:59
    Ronald M. Arndt

    Weil das ist ja eine der großen Besonderheiten bei Gambino. Ihr seid ein Geschwisterpaar.

  22. 04:05
    Sabrina Gambino

    Ja, wir werden immer wieder gefragt, wie das funktioniert. Aber das ist ganz einfach gesagt. Mein Bruder hat Hotelmanagement studiert. Ich selber habe einen ganz normalen BWL-Hintergrund.

  23. 04:19
    Ronald M. Arndt

    BWL in Lausanne, glaube ich.

  24. 04:20
    Sabrina Gambino

    Genau, habe dann in Lausanne meinen Master noch gemacht.

  25. 04:23
    Ronald M. Arndt

    War letzte Woche in Lausanne.

  26. 04:25
    Sabrina Gambino

    Ja, wunderbar, oder? Auch nicht schlecht. Ja, wunderbar.

  27. 04:28
    Ronald M. Arndt

    In der Weinbauregion Lavaux.

  28. 04:30
    Sabrina Gambino

    Ich habe auch wunderbar schöne Erinnerungen mit Lausanne. Okay.

  29. 04:33
    Ronald M. Arndt

    Und es gibt auch eine gute Hotelfachschule da, oder?

  30. 04:35
    Sabrina Gambino

    Ja, genau.

  31. 04:36
    Ronald M. Arndt

    War das dann die besagte, oder? Nein, das war BWL dann. War rein BWL. Genau. Das ist cool.

  32. 04:41
    Sabrina Gambino

    Ja, und ja, wir arbeiten zusammen seit 2003, haben vorher im Konzern gelernt. Mein Bruder war bei Damals Astron, gibt es ja heute nicht mehr. Und ich war bei Darcy Mays Spenden& Bowles, das war einer der großen oder ist einer der großen Marketingkonzerne international. Und ich war immer eher strategisch orientiert, mein Bruder immer eher operationlastig. Und somit hat sich das natürlich irgendwann ergeben zu sagen, wir machen das selber, wir entwickeln eine Brand. Das war unsere ganz, ganz große Vision, eine eigene Brand in der Hotellerie zu lancieren unter unserem Namen. Und das Ziel ist jetzt zwar erreicht, indem wir schon Hotels haben, aber wir sind natürlich noch lange nicht so groß, wie wir vielleicht mal werden wollen. Aber wir streiten nicht, nein, wir ergänzen uns.

  33. 05:35
    Ronald M. Arndt

    Das ist schön zu hören. Trifft man sich da auf einem gegenseitigen Familienbesuch und sagt, komm, wir haben da gerade irgendwie nichts Besseres zu tun, lass zusammen ein Hotel ein Hotel gründen? Oder kann man sagen, so rückblickend, wir haben uns eigentlich als Kinder immer schon sehr gut verstanden, haben schon früher viel zusammengespielt und alles Mögliche zusammen im Wald gebaut. Das war eigentlich klar, dass wir immer was zusammen machen.

  34. 05:59
    Sabrina Gambino

    Also als Kinder haben wir gestritten.

  35. 06:01
    Ronald M. Arndt

    Das ist, weil ich finde es immer noch ungewöhnlich.

  36. 06:03
    Sabrina Gambino

    Also das, aber es war so, muss ich ganz ehrlich sagen, wir waren an so einem Scheideweg alle beide. Ich hatte gerade 3 Kinder in die Welt gesetzt, und wollte unbedingt mich selbstständig machen, weil ich einfach ohne Arbeit nicht leben kann. Ich bin einfach, mir macht es Spaß, ich will was bewegen. Und mein Bruder eben genauso, der war unternehmerisch auch an eine Situation geraten, wo er gesagt hat, also eigentlich können wir das selber machen. Und dann haben wir uns zusammengesetzt und gesagt, dann machen wir es jetzt. Und wir haben angefangen, natürlich nicht sofort ein Hotel zu übernehmen, weil wir überhaupt kein Kapital hatten. Das muss man sich ja einfach auch mal vor Augen führen. Wir mussten das, wir hatten nicht die Credibility bei Banken zu sagen, wir übernehmen jetzt ein Hotel und wir brauchen jetzt so und so viel Geld, um in FF&E zu investieren. Wir haben keine Gelder bekommen, deswegen mussten wir zunächst einfach unser Know-how in Form einer Unternehmensberatung, die wir zunächst gegründet haben, die Gambino Consulting, etablieren und haben auch in dieser Phase, das waren die ersten 8 Jahre unserer Eigenständigkeit.

  37. 07:08
    Ronald M. Arndt

    Also dann noch ohne Hotel, sondern nur Consulting, 8 Jahre.

  38. 07:11
    Sabrina Gambino

    Oder es waren 6 Jahre, so genau weiß ich es jetzt ehrlich gesagt nicht mehr. Aber wir haben andere große Unternehmen beraten, zunächst einfach in Form von Feasibility Studies, ob man dort an dem Standort ein Hotel entwickeln soll. Dann ging es aber auch weiter, dass wir für Unternehmer, die die Idee hatten, Hotels zu bauen, weil sie halt gerade ihre Firma verkauft hatten und Geld hatten und so, das ist ja immer so ein Traum von vielen, Unternehmerfamilien.

  39. 07:38
    Ronald M. Arndt

    Die einen träumen von einer kleinen Frühstückspension. Beim Herrn Eisenbreier im Eschberghof war ich kürzlich, der träumt halt, wenn er mal da im Eschberghof durch ist, von einer kleinen Frühstückspension in Salzburg. Andere haben vielleicht ein bisschen mehr noch auf der hohen Kante. Und da war ich in Lausanne übrigens bei einem spannenden Unternehmer, die Hotel Group, Monsieur de la Rive, der macht ganz viel anderes und baut jetzt noch im Hospitality-Umfeld eine Kette auf.

  40. 08:03
    Sabrina Gambino

    Also vielleicht wäre das auch mal was für euch.

  41. 08:06
    Ronald M. Arndt

    Ja, aber ganz toll.

  42. 08:08
    Sabrina Gambino

    Und so hat es sich ergeben, dass wir eben für Fremdaufträge Marken geschaffen haben, wirklich von null bis hin zur Hoteleröffnung, bis zum Branding. Also alles, was man machen muss, dass ein Hotel sich entwickelt.

  43. 08:24
    Ronald M. Arndt

    Und darüber habt ihr den Banken dann noch zeigen können, komm, wir können davon vom Start weg vom ersten Pinselstrich eine Marke kreieren und am Ende läuft die auch und es bleibt ein bisschen was hängen.

  44. 08:33
    Sabrina Gambino

    Okay, so ungefähr.

  45. 08:34
    Ronald M. Arndt

    Super. Und dann nach 6 oder 8 Jahren, ist ja auch egal, dann die Entscheidung oder dann die Möglichkeit, überhaupt erst Gambino Hotels, das erste aufzumachen.

  46. 08:43
    Sabrina Gambino

    Ja, so war es nicht ganz, sondern wir haben aufgrund unserer Beratungstätigkeit einen Kunden gehabt, der ein Hotel am Stachus hatte, was neu verpachtet werden musste. Er war so ein bisschen in der Situation, dass er mit dem Altpächter nicht mehr klarkam und hat uns dann gefragt, wer es denn übernehmen könnte. Das war für uns der Einstieg und das Hotel Stachus liegt uns wirklich tatsächlich sehr am Herzen. Wir haben es dann Managed by Gambino genannt. Man als Marketingmensch weiß, gute alte Namen, etablierte, sollte man nicht einfach runterschrauben. Haben wir dann auch so gelassen und das war praktisch der Startschuss. Damit konnten wir genau Kapital letztendlich verdienen, um dann unsere eigene Brand zu realisieren.

  47. 09:28
    Ronald M. Arndt

    Und das Hotel heißt heute noch Stachus?

  48. 09:30
    Sabrina Gambino

    Das heißt heute noch Stachus bei Gambino. Danach haben wir das Wetterstein Hotel gemacht, auch bei Gambino, und dann kam das Gambino Hotel Cincinnati, also der Startschuss mit der eigenen Marke. Und jetzt haben wir hier schon das Gambino Hotel Werksviertel an ganz exponierter Lage.

  49. 09:49
    Ronald M. Arndt

    Definitiv ausgezeichnet. Und kleiner Sprung nach vorne, jetzt helft mir kurz. Im Allgäu entsteht ein—

  50. 09:58
    Sabrina Gambino

    das Flax.

  51. 09:58
    Ronald M. Arndt

    Das Flax Allgäu, managed by Gambino. Das immer wieder, ne?

  52. 10:03
    Sabrina Gambino

    Richtig. Also die Idee mit dem—

  53. 10:05
    Ronald M. Arndt

    habt ihr da weniger, oder ist das Projekt für Dritte?

  54. 10:08
    Sabrina Gambino

    Ja, es ist auch eine Marke, die wir für Dritte praktisch entwickelt haben, und dieser sogenannte Dritte hat sehr schnell für sich verstanden, dass es keinen Sinn macht, dass er es selber managt. Das sind eben auch Leute, die nicht vom Ursprung aus der Hotellerie kommen. Damit haben wir jetzt erstmal gesagt, okay, wir managen das Produkt. Die Idee ist aber ganz klar da, dass wir zusammen mit dem Eigentümer von Flachs die Marke wirklich in den Rollout geben und an exponierten Standorten weiterentwickeln und Ja, somit haben wir eine Zweitmarke, die natürlich auch immer bei Gambino heißt, die wir jetzt in den Markt geben.

  55. 10:49
    Ronald M. Arndt

    Das heißt, Flax wird auch irgendwann über das Algo hinaus absolut zu finden sein. Aber ich denke mir auch die Gambino Hotels selbst.

  56. 10:57
    Sabrina Gambino

    Ja, natürlich. Also das ist so, die Gambino Hotels sollen auf jeden Fall weiterentwickelt werden.

  57. 11:03
    Ronald M. Arndt

    Zürich, Wien habe ich gelesen.

  58. 11:04
    Sabrina Gambino

    Also internationale Standorte sind da in Visier, aber natürlich immer innerstädtische Lagen. Die Marke Gambino soll innerstädtisch bleiben, immer im Kontext von solchen Entwicklungen wie hier am Werksviertel, weil wir verkaufen ja nur Übernachtung. Das heißt, die Idee ist einfach, dass wir Gäste in einen Standort bringen, die dann in dem ganzen Mikrostandort einfach auch ihren Umsatz tätigen und damit zuträglich sind für das Gemeinwohl. Jeder soll leben mit dem Produkt, was er hat. Ob das jetzt ein Café ist, eine Gastronomie, ob das ein Fitnesscenter ist. Jetzt habe ich gerade hier um die Ecke eine Neueröffnung gesehen von einer Thai-Massage. Wir versuchen praktisch als Hotel einfach nur eine Plattform der Übernachtung zu sein, das optimal zu machen, und der Gast kann alles andere vor Ort Ja, im einen oder anderen Podcast, aber auch Webinare, die ich gebe und halte, fällt, und zitiere ich oftmals gerne, den Marktplatz der Umgebung.

  59. 12:08
    Ronald M. Arndt

    Hotel als Marktplatz der Umgebung. Und da sind wir wieder. Also wir machen, oder ihr macht hier erstmal nur, ihr bietet Übernachtung an, aber man muss es im Kontext sehen. Und man ist der Door-Opener für den Gast von weit weg nach München ins Werksviertel. Und warum soll da die Reise nicht weitergehen bis hin zur Thai-Massage als Beispiel? Oder hier das Riesenrad.

  60. 12:31
    Sabrina Gambino

    Die Übernachtung ist das, was der Gast, wenn er reist, nicht hat in einer Stadt. Alles andere soll er sich auf jeden Fall mit viel Freude und Spaß in der Stadt finden, suchen, genießen. Das sind die Erlebnisse, die man einfach hat und mitnimmt, wenn man nach Hause fährt.

  61. 12:50
    Ronald M. Arndt

    Und nur im Hotel Diese Erkenntnis oder die Motivation, was heißt es dann für dich als Unternehmer, strategischer Kopf? Wie flechte ich so was noch irgendwie in mein Hotelangebot ein? Also muss ich einfach sagen, ich kommuniziere immer mein Hotel mit Ausstattung und Umgebung und lege da immer auf die Umgebung genauso großen Schwerpunkt?

  62. 13:10
    Sabrina Gambino

    Ja, genauso machen wir es. Wenn man auf unsere Website geht, jetzt nehmen wir als Beispiel das Gambino Hotel Werksviertel, da gibt es eine Rubrik, die heißt Services. Im Hotel und außerhalb des Hotels. Und da findet man dann eben diese ganzen Outlets, die wir hier also in unmittelbarer Nähe bespielen. Also zum Beispiel neben uns ist ein Café-Tagesbad, muss vertraglicher Natur um 6:30 Uhr öffnen, damit unsere Hotelgäste letztendlich jederzeit in unmittelbarer Nähe ihr Frühstück bekommen können, wenn sie wollen. Und das ist eine wahnsinnig befruchtende Partnerschaft, so was, weil ich meine, nicht jede Tagesbar hat ab 6:30 Uhr morgens, und wir haben hier 300 Zimmer, Gäste, die sie schon mit einem ersten Slot bedienen können.

  63. 13:58
    Ronald M. Arndt

    Das heißt, es gibt einen zweiten Kaffee, oder gibt es bei euch da das Frühstück für eure Gäste?

  64. 14:03
    Sabrina Gambino

    Die Gäste frühstücken hier in der Umgebung, hauptsächlich neben uns. Wir haben mit dem Umsatz überhaupt nichts zu tun. Sondern das ist einfach das Umfeld.

  65. 14:14
    Ronald M. Arndt

    Ja, super.

  66. 14:15
    Sabrina Gambino

    Okay, wir machen das, was wir am besten können, wir bieten die Nacht.

  67. 14:18
    Ronald M. Arndt

    Okay, das heißt, hier im Haus habt ihr selbst gar keine Möglichkeit zum Frühstück?

  68. 14:21
    Sabrina Gambino

    Nein, wir haben einen Automaten, man kann sich natürlich einen Kaffee holen, wir haben einen Snackautomaten, wenn man nachts um 2 Uhr vielleicht erst im Hotel anreist, man kann immer irgendwas noch zum Essen und Trinken bekommen, aber die Großgastronomie für findet hier draußen statt.

  69. 14:36
    Ronald M. Arndt

    Aber Stichwort wieder Marktplatz der Umgebung, das heißt, das Frühstück wird über eure Webseite mitverkauft. Und wie läuft es dann rein praktisch ab? Kriegt dann der Gast einen kleinen Gutschein, den er mitnehmen kann?

  70. 14:45
    Sabrina Gambino

    Nein, nein, wir verkaufen es nicht. Wir sagen nur, Sie können da frühstücken. Verkaufen tun wir das nicht.

  71. 14:51
    Ronald M. Arndt

    Also ihr verkauft es nicht und kriegt eine kleine—

  72. 14:53
    Sabrina Gambino

    Nein, nein, es gibt keine Gutscheine. Jeder Gast weiß einfach, wenn er in das Hotel geht, kriegt er alles im Umfeld.

  73. 14:59
    Ronald M. Arndt

    Das heißt, der Gast bucht eigentlich einen Aufenthalt im Werksviertel, Und schläft hier, aber da hinten gibt es Frühstück, da hinten gibt es Massage. Verstehe. Okay, cool.

  74. 15:10
    Sabrina Gambino

    Wir vertreten einfach die Meinung, dass alles, was draußen ist, viel spannender ist als das, was wir im Hotel bieten können. Da draußen ist die Vielfalt. Und ja, wir wollen einfach, dass er nicht nur Stammkunde bei uns wird, der Gast, sondern dass er Stammkunde im Viertel wird, Stammkunde beim Italiener nebenan, bei der Kaffeebar. Ich glaube, dass das der neue Weg ist, auch das, ja, nicht nur das Thema Nachhaltigkeit, sondern Geben und Nehmen, das Miteinanders, ne? Alle des Miteinanders. Die Vielfältigkeit spiegelt sich da wider, die wir in jedem Bereich einfach da dem Gast zuteilwerden lassen.

  75. 15:44
    Ronald M. Arndt

    Als Student durfte ich mal die Stadt Reutlingen ein bisschen da in dem Punkt begleiten, als es darum ging, die Innenstadt zu beleben. Ja, also du hast dann Juwelier gehabt und Bäcker Tessuggeschäft, also ganz diverse Händler. Die einen waren über 100 Jahre alt, die anderen sind gerade erst angekommen oder was weiß ich. Da war es gar nicht so leicht, natürlich die unterschiedlichen Händler zusammenzubringen, ja, die Interessen. Und hier sieht es eigentlich ähnlich aus, ist ja eigentlich auch eine kleine Stadt, aber wer hat so ein bisschen am Ende den Hut auf? Gibt's da, steht eine Firma dahinter? Das würde mich interessieren, rein unternehmerisch. Ist der Eigentümer selbst. Okay, also der ist immer noch in Verbindung mit Eckart, oder?

  76. 16:24
    Sabrina Gambino

    Okay, also auch hier sehr, ich würde schon fast sagen, alles kuratiert, was hier überhaupt passieren darf.

  77. 16:32
    Ronald M. Arndt

    Weil ich glaube, ohne den geht, ohne sowas, so einen geht das ja auch gar nicht. Richtig, ja.

  78. 16:36
    Sabrina Gambino

    Das alles zusammenführt und eben wir haben hier Kunst, Kultur, alles, Musik, Theater, High-End-Gastronomie, die Kaffeebar. Die Snacks, die—

  79. 16:48
    Ronald M. Arndt

    wunderbar.

  80. 16:49
    Sabrina Gambino

    Also wir haben wirklich alles da, und man findet hier für jede Altersgruppierung auch das Entsprechende, womit man sich, ja, wo man sich wohlfühlt, ja, ob das beim Essen oder beim Vergnügen ist, ja.

  81. 17:01
    Ronald M. Arndt

    Ja, da kann ich mir vorstellen, dass er große Freude hat, dass er halt hier in seinem alten Areal oder Areal seiner Familie nicht nur einen großen Bürokomplex sieht, sondern hier wirklich noch irgendwas entsteht und eine kreative Fläche, Ort des Austauschs.

  82. 17:15
    Sabrina Gambino

    Genau, richtiger Ort des Austauschs.

  83. 17:17
    Ronald M. Arndt

    Wie alt ist der Eckart mittlerweile?

  84. 17:18
    Sabrina Gambino

    Ist der, ich denke, der ist so in seinen Anfang 50ern.

  85. 17:23
    Ronald M. Arndt

    Ah, okay, also Erbe und so weiter. Okay, alles klar, cool. Okay, ganz spannend. Ja, ich muss definitiv mal gucken, ob ich Fanny noch irgendwo im Supermarktregal finde, egal wo sie jetzt dazugehören.

  86. 17:33
    Sabrina Gambino

    Aber ich möchte noch die Brücke schlagen, weißt du, es ist, es ist in vielen Städten ja auch so, Man schimpft immer, dass Städte einfach zu teuer sind, die Läden einfach verdrängt werden durch den Internethandel. Das ist auch ein Grund, warum wir mit unserem Produkt sagen, wir wollen der Stadt ja nichts wegnehmen. Im Gegenteil, wir müssen weiter schauen, dass Leute in die Städte kommen, und die Städte sollen einfach davon profitieren können, von dieser Anzahl an Personen, die kommen. Und da schafft man dann eben diverse Geschäfte, Läden, Restaurants, Kunst, Kultur, die müssen bespielt werden. Wenn ich das nicht mehr in der Innenstadt habe, dann rentiert es sich für überhaupt keinen Gast dieser Welt, in eine Stadt zu reisen. Und deswegen glaube ich, dass unser Produkt in diesem Bereich, sag mal Economy, dass es einfach für jeden die Möglichkeit macht zu kommen und das Geld, was er mit sich bringt, in der Stadt auszugeben.

  87. 18:29
    Ronald M. Arndt

    Economy, das wäre so die Ich glaube, wie heißt es? New Urban Economy? New Urban Economy. Genau, so habt ihr es klassifiziert.

  88. 18:38
    Sabrina Gambino

    Das Wort Budget hat sich, glaube ich, so ein bisschen—

  89. 18:40
    Ronald M. Arndt

    Ja, das würde ich jetzt auch nicht mehr zwingend nutzen.

  90. 18:42
    Sabrina Gambino

    Nein, und wir sind auch nicht Budget, weil Budget hat immer so ein bisschen negativen Beigeschmack, finde ich. Billig und günstig. Nein, also Gambino ist ganz im Gegenteil. Wir sind überhaupt nicht billig und günstig, sondern wir sind ein tolles Produkt mit sehr, sehr hochwertiger Einrichtung und hochwertigen Zimmern. Wir können einfach die Zimmer etwas anders preislich vergeben als ein Vollhotel, weil wir einfach sehr viel weniger Servicebereiche haben. Wir lagern ja die Gastronomie, wie wir gerade lange diskutiert haben.

  91. 19:13
    Ronald M. Arndt

    Definitiv, das ist ein Punkt, ja.

  92. 19:14
    Sabrina Gambino

    Wir haben keinen Fitnessraum.

  93. 19:15
    Ronald M. Arndt

    Haben wir so lange diskutiert?

  94. 19:17
    Sabrina Gambino

    Ja.

  95. 19:17
    Ronald M. Arndt

    Ja, okay.

  96. 19:19
    Sabrina Gambino

    Und deswegen denke ich mir, ist es spannend. Es ist ein hochwertiges Produkt, mit dem man sich gerne sehen lassen will. Wenn man hier schläft, kann man durchaus sagen, Mensch, ich war im Gambino, das ist schon was.

  97. 19:29
    Ronald M. Arndt

    Definitiv. Und es würde auch schwerfallen, auf der einen Seite zu sagen Budget und auf der anderen Seite zu sagen, wir stehen für Nachhaltigkeit in unserem Tun.

  98. 19:39
    Sabrina Gambino

    Geht gar nicht.

  99. 19:39
    Ronald M. Arndt

    Geht ja nicht.

  100. 19:40
    Sabrina Gambino

    Das ist ein Widerspruch in sich. Also unser Produkt ist deswegen so hochwertig gebaut, vor allem weil wir es unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit betrachten. Alles was günstig gebaut hat, nutzt sich schneller ab, muss wiederhergestellt werden, muss wieder renoviert werden. Ob das jetzt ein Boden ist, ob das die Fassade ist, ob das das Zimmerprodukt, die Bäder. Man muss wenig, aber hochwertig. Das ist die Idee von Gambino.

  101. 20:07
    Ronald M. Arndt

    Kennt man ja aus dem privaten Umfeld auch, dass man dann eher zweimal kauft, wenn man nicht auf Qualität setzt.

  102. 20:14
    Sabrina Gambino

    Das ist die Idee dahinter.

  103. 20:16
    Ronald M. Arndt

    An anderen Dingen immer halt ein lebenlang Spaß hat und jeden Tag von Neuem. Okay, das heißt Nachhaltigkeit, wie kommt es zum Ausdruck? Das ganze Thema Lebensmittel habt ihr ja nicht.

  104. 20:31
    Sabrina Gambino

    Das Ledersofa steht da sicherlich die nächsten 20 Jahre. Man kann vielleicht irgendwann mal drüber reden, das Design ist nicht mehr aktuell, aber ein Ledersofa machst du in der Regel nicht kaputt über eine gewisse Laufzeit, sondern es ist einfach, es lebt. Okay, Spuren der Zeit nimmt es auf und ist damit vielleicht noch wertiger für einen geworden. Okay, und so möchten wir einfach alles, was wir machen, die Produkte, die wir etablieren, sollen mit uns reifen und wertiger werden und nicht sich komplett abnutzen.

  105. 21:05
    Ronald M. Arndt

    Das eine oder andere, klar, der Tisch, den wollte ich gerade sagen, das wahrscheinlich auch kein Imitat aus China. Nein, natürlich nicht. Sondern der ist hier bestimmt mal irgendwo rumgefahren.

  106. 21:11
    Sabrina Gambino

    Das ist ein alter—

  107. 21:12
    Ronald M. Arndt

    also ein Tisch mit Rollen, deswegen.

  108. 21:14
    Sabrina Gambino

    Ja.

  109. 21:14
    Ronald M. Arndt

    Oder ein Transporter.

  110. 21:15
    Sabrina Gambino

    Damit wurden Stoffballen transportiert. Der ist aus Italien, aus einer großen Branded-Firma. Okay. Und ja, die wurden ausrangiert und wir haben sie dann übernommen und haben gesagt, nein, wir finden das gut.

  111. 21:28
    Ronald M. Arndt

    Ah, okay.

  112. 21:30
    Sabrina Gambino

    Also man muss nicht alles immer neu machen, sondern man kann auch, ja, Dinge einfach wieder in einen anderen Einsatz bringen.

  113. 21:39
    Ronald M. Arndt

    Wenn du sagst, dein Bruder ist so der Operations-Mensch, HR kann ich mir vorstellen, solche Bereiche fallen darunter, du Strategie, aber das ganze Thema Design ist ja auch noch mal so was. Teilt ihr euch da die Aufgaben oder seid ihr da beide ein Auge für?

  114. 21:55
    Sabrina Gambino

    Tatsächlich bleibt das Design dann auch in der Produktentwicklung, in meinem Bereich, hängen. Und wir sind da nicht festgefahren im Design, sondern ganz im Gegenteil. Wir haben ein Achsmaß pro Zimmer. Das ist für uns in der Investition das Wichtigste, dass es immer eingehalten wird. Die Zimmer schauen alle gleich aus, und da kommt die Wirtschaftlichkeit her.

  115. 22:19
    Ronald M. Arndt

    Aber in dem Fall gleich pro Hotel oder gleich auf die ganzen Hotels gesehen?

  116. 22:23
    Sabrina Gambino

    Also die Zimmerachsmaße haben immer ihre 15,8 mal ein bisschen bisschen mehr und mal ein bisschen weniger Quadratmeter inklusive Bad.

  117. 22:30
    Ronald M. Arndt

    Aber kann man da bei so einem alten Gebäude, was dann irgendwie neu oder revitalisiert wurde, drauf?

  118. 22:34
    Sabrina Gambino

    Jedes Gambino-Produkt ist schon darauf ausgerichtet, dass es Neuentwicklungen enthält. Ja, man könnte es sicherlich umlegen, aber dann müsste man schon in den Parametern sehr viele Abstriche machen und das macht es dann auch wieder teurer. Das ist dann wieder ein Faktor der Wirtschaftlichkeit. Aber zum Beispiel die Lobbys und das Produkt an sich soll schon immer in Mikroumfeld eingegliedert sein. Hier haben wir die Geschichte eben mit Fanny, die Kultfabrik. Man kann schön erkennen, wie man das hier in der— das Gebäude ist teilweise hier mit dem Ziegel, genau, ja, das der Lehm, der hier abgebaut wurde, das sieht man auch schön hier in dem Bild.

  119. 23:10
    Ronald M. Arndt

    Da werden wir gleich noch mal einen Kameraschwenk drüber fahren lassen.

  120. 23:13
    Sabrina Gambino

    Es wird alles so ein bisschen mit aufgearbeitet, ja, man will sich hier verankern. Die Leute hier zum Beispiel haben wir ganz viele Graffitos, weil du da gerade Ja, ich schaue mal. Wir arbeiten schon seit Jahren auch in anderen Produkten zusammen mit einem Streetart-Künstler aus meiner Generation. Der saß früher sicherlich auch mal noch einen Abend lang in irgendeiner Zelle, weil er—

  121. 23:35
    Ronald M. Arndt

    ach so, okay, war da wieder ein Waggon angemalt.

  122. 23:38
    Sabrina Gambino

    Heute lernt er an der Frankfurter Hochschule.

  123. 23:39
    Ronald M. Arndt

    Hier am Ostbahnhof wahrscheinlich.

  124. 23:40
    Sabrina Gambino

    Genau, und macht Kunst auf hohem Niveau. Und ja, das gehört einfach auch in dieses Areal.

  125. 23:48
    Ronald M. Arndt

    Sauber. Ja, da schweift der Blick schon ein bisschen in die Ferne hier bei dem Bild.

  126. 23:53
    Sabrina Gambino

    Das ist der Tag vom LUMIT.

  127. 23:54
    Ronald M. Arndt

    Ah, okay, okay.

  128. 23:54
    Sabrina Gambino

    Also LUMIT heißt er. International einer der größten.

  129. 23:57
    Ronald M. Arndt

    Okay, super. Aber vielleicht kann er noch ein paar Anzeigen, kann man ihm noch ein paar Anzeigen von damals hinterherschicken, wenn man jetzt seinen Namen kennt.

  130. 24:03
    Sabrina Gambino

    Den Tag, den kennt man ja.

  131. 24:05
    Ronald M. Arndt

    Aber du bist, Sabrina, mit deinem Bruder dann in München groß geworden.

  132. 24:09
    Sabrina Gambino

    Das heißt, wir sind in München groß geworden.

  133. 24:11
    Ronald M. Arndt

    Okay, alles klar.

  134. 24:11
    Sabrina Gambino

    Wobei wir natürlich unsere Ausbildungen, dann natürlich sind wir ins Ausland gegangen, um so ein bisschen die Blicke schweifen zu lassen. Wir durften mit unseren Eltern immer wahnsinnig viel reisen, was natürlich immer auch dann die Liebe zur Hotellerie gefördert hat.

  135. 24:26
    Ronald M. Arndt

    Das ist ja, ich glaube, oft so, dass man— ich meine, ich bin ja auch wirklich viel in Hotels unterwegs, ich arbeite ja für Hotels und habe 2 Söhne, und der eine ist jetzt bisschen über 3, also der spielt auch schon Hotel irgendwie gefühlt jeden Tag und deckt den Tisch und sagt, Ich decke den Tisch wie in einem guten Hotel und so. Also ich will ihm da nichts aufzwängen, aber irgendwie schwappt der Funke automatisch über. Aber das Schöne ist ja, da ist ja viel mit verbunden und Tolles mit verbunden, auch Werte mit verbunden. Höflichkeit, die schönen Dinge des Lebens, gute Produkte, wie du sagst, hochwertige Produkte. Das steht alles in Verbindung damit. Man muss ja am Ende nicht ein Hotel, Gastgeber, Menschen, richtig, genau.

  136. 25:14
    Sabrina Gambino

    Das ist immer das, wenn ich höre, wir machen, wir sind ja sehr federführend in unserem Bereich im Thema Digitalisierung, und ich versuche immer gleichzeitig zu sagen, ja, wir machen so viel Digitalisierung in den Hotels, weil es notwendig ist, die Abläufe zu optimieren, aber warum machen wir das? Um mehr Zeit für unsere Gäste zu haben und dort eben den Gast abzuholen. Weil ich glaube, wenn ich irgendwann keine Rezeption mehr habe oder keinen Menschen, der da noch rumläuft, mich ansprechen kann, der mich begrüßt, wenn ich komme, egal auf welchem Niveau der Hotellerie, das ist für mich dieses Menschliche. Ein Hotel muss menscheln. Ja, also so, also ich kann es mir nicht vorstellen, so ganz ohne Menschen. Dann ist es ein anderes Produkt, dann darf ich es nicht mehr Hotel nennen, dann ist es Übernachtungsort. Block. Genau, aber Hotel, also aus der Tradition heraus, das schwingt für mich schon immer noch der Mensch mit.

  137. 26:09
    Ronald M. Arndt

    Ich habe auch die Check-in-Automaten am Eingang gesehen, also es ist ja sowas, da wird digitalisiert, da werden Warteschlangen abgebaut.

  138. 26:15
    Sabrina Gambino

    Genau richtig.

  139. 26:16
    Ronald M. Arndt

    Und die Dame, der Herr an der Rezeption haben dann Zeit eben für die wirklich wichtigen Dinge, eben zu sagen, wo die nächste Kaffeebar ist, wo es Frühstück gibt, wann das Riesenrad hier fährt.

  140. 26:27
    Sabrina Gambino

    Ja, manchmal hat er— die Stammkunden wollen begrüßt werden. Wenn einer hier 10-mal reinläuft, dann muss der an der Rezeption schon sagen, Mensch toll, Sie sind ja wieder da, wir freuen uns.

  141. 26:37
    Ronald M. Arndt

    Was jetzt aber die weitere Entwicklung von euren Hotels Gambino angeht, das heißt aber, dass ihr dann eher so auf Neubauten achtet, weil ihr da eben eure Vorgaben, eure Ideen eher umsetzen könnt wie als ein Hotel Stachus, oder?

  142. 26:51
    Sabrina Gambino

    Wobei wir nicht nein sagen, wenn jetzt in einer optimalen Lage ein Bestandsgebäude Gebäude wäre. Ja, also da wären wir schon kreativ und flexibel.

  143. 26:59
    Ronald M. Arndt

    Das wäre für euch übers Consulting eher wieder der Weg, überhaupt an neue Immobilien zu kommen.

  144. 27:04
    Sabrina Gambino

    Also wir sind nicht starr, das wäre falsch. Also man muss schon immer da auch— dafür sind wir klein, dafür sind wir Familie, was ja auch wichtig ist. Wir wollen nicht getrieben werden von Investoren, hatten wir auch schon mal ganz kurz angesprochen im Vorgespräch. Nein, wir wollen einfach privat organisch wachsen, unsere Ideen verwirklichen und unser Leben dabei auch genießen. Ja, einfach alles miteinander verbinden.

  145. 27:31
    Ronald M. Arndt

    Abhängigkeiten minimieren, darf definitiv.

  146. 27:34
    Sabrina Gambino

    Genau, wir wollen uns nicht von möglichst viel von dem, was man treiben lassen, dass wir hier, da, dort einen Standort machen müssen. Nein, ja, genau, Qualität bieten und wollen Wirtschaftlichkeit dabei immer wieder erzielen. Und Und solange wir das aus eigener Kraft schaffen, ist das doch großartig.

  147. 27:52
    Ronald M. Arndt

    Und neben Geld, was im Erfolgsfall natürlich von selbst kommt, ist das ja auch der größte Treiber im Unternehmertum, dass man einfach Dinge umsetzen kann, wie man sie gerne selbst hätte, auch in einem größeren Stil hätte. Werte auf ein Objekt übertragen, aber natürlich auch Werte auf Mitarbeiter, aufs Team übertragen. Also ist toll und ich liebe es einfach. Auch mal wieder mit den wahren Unternehmern hier in eines Hotels zu sprechen. Möchte es nicht Direktoren geringschätzen, aber es ist dann noch mal was ganz anderes.

  148. 28:24
    Sabrina Gambino

    Also ich sag jetzt mal, also für uns ist es einfach toll zu sehen, dass wir was entwickeln können, woran auch andere Menschen und vor allem auch unsere Mitarbeiter Freude haben. Die lieben es, mit uns zu arbeiten. Wir sind eine große Familie. Das ist schon was anderes, als wenn man in einem großen Konzern ist, das kann man nicht so eins zu eins umsetzen. Ich weiß, dass die großen Konzerne viel für ihre Mitarbeiter tun und auch eben versuchen, diesen Zusammenhalt zu kreieren, aber es ist schon was anderes, wenn man—

  149. 28:55
    Ronald M. Arndt

    man muss halt nur noch 4 Tage arbeiten—

  150. 28:56
    Sabrina Gambino

    als Person dahinter steht. Ja, das ist auch so ein Thema, was jetzt gerade aufkommt.

  151. 29:01
    Ronald M. Arndt

    Das hört so eine Unternehmerin auch sehr gern sicherlich.

  152. 29:04
    Sabrina Gambino

    Ja, schwierig. Also ich frage mich tatsächlich, umsetzbar ist, weil man denkt ja dann auch an Schichten und Personen.

  153. 29:10
    Ronald M. Arndt

    Die Leute 15 Tage arbeiten lassen, Montag bis Donnerstag, 15 Stunden Montag bis Donnerstag, dann kann es wieder funktionieren.

  154. 29:18
    Sabrina Gambino

    Ich glaube, wenn man Mitarbeiter hat, die mit Herzblut eine Sache machen, dann spielt die Zeit auch keine Rolle in dem Sinne. Natürlich gibt es einen festgesteckten Rahmen, muss man ja haben, Rahmenbedingungen, aber wenn man darin aufgibt und darin lebt, dann verbringt man ja auch gerne Zeit mit seinem Team, mit seinem Produkt, mit seinen Mitarbeitern, mit den Kunden. Ja, man freut sich teilweise auch auf Stammkunden, die wiederkommen, und hält auch mal das eine oder andere Pläuschchen, oder tauscht sich aus, schafft neue Verbindungen. Und das ist das, was wir jederzeit kommunizieren wollen.

  155. 29:48
    Ronald M. Arndt

    Toll. Ja, der Hotel-Podcast, der hat ja ein breites Spektrum an Zuhörerinnen und Zuhörern. Da sind Hoteliers dabei, Angestellt und nicht angestellt, Unternehmer. Manche hören ihn aber einfach nur an, weil ich natürlich durch die schönen Gegenden ziehe in Deutschland, Schweiz und Österreich. Und ganz schön ist immer die Frage, was sind denn so deine, sagen wir mal, 3 Tipps, Geheimtipps, was man denn hier in München oder auch im nahen Umfeld des Werksviertels mal so machen kann, könnte, sollte?

  156. 30:21
    Sabrina Gambino

    München ist als Stadt immer eine Reise wert. Und das Werksviertel halt als besonderes—

  157. 30:26
    Ronald M. Arndt

    Für mich ist es schon alleine das Werksviertel, ganz klar.

  158. 30:28
    Sabrina Gambino

    Ich war noch nicht drin. Ist es tatsächlich etwas, was es in anderen Städten so nicht gibt. Es ist noch am sich Entwickeln, klar, aber so wahr Gott will und Corona uns jetzt irgendwann mal tatsächlich verlässt und der Reiseboom wieder stattfindet, ist es hier traumhaft. Dann hat man natürlich in München den Englischen Garten, der mitten in der Stadt seinen Ursprung hat und sich also durch die ganzen Isarauen entlangzieht von Nord nach Süd. Und das ist einfach ein Traum. Also das findet man auch in keiner anderen Stadt, was da alles mitten in der Stadt stattfindet. Also ob das jetzt der Badegast ist, der nackert in die Isar springt, oder— das ist schon außergewöhnlich. Also das gibt es nicht woanders, die ganzen Kultur.

  159. 31:18
    Ronald M. Arndt

    Früher, als ich hier war mit meiner Frau, die hat im Englischen Garten studiert, Veterinärmedizin, da gab es wirklich immer einen, der ganz nackt dadurch gelaufen ist. Und der war aber auch an allen erdenklichen Stellen gepierct. Das war ganz interessant. Hast du immer schon von hinten gehört, wenn er angelaufen kam.

  160. 31:34
    Sabrina Gambino

    Dann gibt es die Surfer am Eisbach.

  161. 31:36
    Ronald M. Arndt

    Die Surfer, also ja, genau. Mega, mega, mega.

  162. 31:38
    Sabrina Gambino

    Mega, oder? Also meine Tochter zum Beispiel ist eine davon, eine Surferin.

  163. 31:43
    Ronald M. Arndt

    Gut, haben wir noch gar nicht angesprochen. Familie haben wir schon angesprochen. Hast du 2 Kinder?

  164. 31:48
    Sabrina Gambino

    Ich habe 3.

  165. 31:49
    Ronald M. Arndt

    3? Entschuldigung, das hast du vorher gesagt. Entschuldigung, Entschuldigung. Definitiv, genau, 3.

  166. 31:53
    Sabrina Gambino

    Die geht dann morgens um 6, wenn ich aufstehe, an den Eisbach. Da verlässt die das Haus mitten in der Stadt im Neoprenanzug. Ist auch skurril, aber ist so. Nimmt ihr Surfboard und reitet die Welle. Also ich finde, München hat einfach auch von seiner geografischen Lage hin die Nähe zu den Bergen, zu den Seen. Die Sehenswürdigkeit brauchen wir in München Stadt, brauchen wir nicht ansprechen, die kennt sowieso jeder. Ja, und wir entwickeln uns schon auch zu so einer Multikulti-Stadt, und das finde ich schön. Also das ist immer mehr selbstverständlich geworden, und trotzdem alles mit einem gewissen Respekt und Niveaulevel gegenüber den anderen Mitmenschen, was ich oft in anderen großen Städten nicht so wiederfinde. Ja, also ich finde, dass Da sind wir besser geworden.

  167. 32:41
    Ronald M. Arndt

    Okay, war das mal anders?

  168. 32:43
    Sabrina Gambino

    Oh ja, München war schon sehr konservativ, verschlossener, aber jetzt muss ich sagen, haben wir da wahnsinnig aufgeholt. Das macht Freude.

  169. 32:53
    Ronald M. Arndt

    Super. Ja, in diesem Sinne, mir macht es Freude, muss ich noch mal wirklich sagen, betonen, heute hier bei dir gewesen zu sein, Sabrina, und ich würde mich auch freuen, den weiteren Weg der Gambino Hotels, aber auch alle eure anderen Projekte mit weiter zu verfolgen. Vielleicht komme ich mal wieder mit dem Hotel-Podcast vorbei.

  170. 33:10
    Sabrina Gambino

    Genau, das wäre schön. Und das nächste Mal treffen wir uns vielleicht im Flachs.

  171. 33:14
    Ronald M. Arndt

    Das ist doch eine Idee, im Allgäu.

  172. 33:16
    Sabrina Gambino

    Genau, warum nicht?

  173. 33:17
    Ronald M. Arndt

    Das machen wir.

  174. 33:18
    Sabrina Gambino

    Also, oder hier in München, wir holen es vielleicht in die Nähe von München, wer weiß.

  175. 33:22
    Ronald M. Arndt

    Ah, okay, wir sind gespannt. Ja, der Hotel-Podcast hält uns alle auf dem Laufenden, was das angeht.

  176. 33:28
    Sabrina Gambino

    Vielen Dank, dass du an uns gedacht hast.

  177. 33:30
    Ronald M. Arndt

    Danke dir, Sabrina Gambino.